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„UM EINEN JOB ZU BEKOMMEN, HABE ICH MEIN KIND VERLEUGNET“


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 33/2022 vom 11.08.2022
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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 33/2022

Karrierekiller Kind ? diese bittere Erfahrung machen leider viel zu viele Frauen

ICH HÄTTE NIE GEDACHT, DASS ICH MAL ZU SOLCHEN MITTELN GREIFEN MÜSSTE, um einen Job zu finden. Bevor ich vor fünf Jahren meine Tochter zur Welt brachte, war ich immer freiberuflich. Ich bin in der PR-Branche, da arbeitet man oft projektbezogen. Mein Mann war in einer Bank beschäftigt, er verdiente gut, deshalb hatte ich nie den Druck, unbedingt in Festanstellung arbeiten zu müssen.

Doch als unsere Tochter zwei Jahre alt war, trennten wir uns. Es lief alles ziemlich schmutzig ab. Der Zoff ums Geld war besonders schlimm, deshalb war es mir wichtig, ...

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... finanziell so schnell wie möglich wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Also machte ich mich auf die Suche nach einem festen Job.

Ich wollte zwar eigentlich nur Teilzeit arbeiten, weil meine Tochter gerade mal drei Jahre alt war, aber solche Stellen gab es kaum. Also bewarb ich mich auf Vollzeitstellen und hoffte einfach, dass man mich wegen meiner Qualifikationen vielleicht trotzdem einladen und mir mit der Stundenzahl entgegenkommen würde.

Zugegeben, das war naiv von mir. Aber ich hatte alle Abschlüsse mit „sehr gut“ gemacht und ja auch schon einige Jahre Berufserfahrung. Zunächst habe ich aus meinem Familienstand und meiner Tochter also keinen Hehl gemacht.

Doch ich wurde zu keinem einzigen Gespräch eingeladen. Das war wahnsinnig frustrierend, weil man anfängt, an sich zu zweifeln. Ich habe 20 Bewerbungen geschrieben, nichts passierte. Woran das liegen könnte, bekam ich erst in einem Gespräch mit einem Bekannten heraus, der selber eine Führungsposition hatte. Der sagte mir eiskalt, dass er auch keine alleinerziehende Mutter einstellen würde: Die hätte ja das Recht, zusätzlich 20 Tage im Jahr zu Hause zu bleiben, wenn ihr Kind krank sei, dann wäre sie selbst vielleicht noch mal krank, und Anspruch auf Urlaub gäbe es ja auch noch. Das würde sich alles nicht rechnen. Ich war schockiert – und stinksauer. Mein Bekannter meinte daraufhin nur achselzuckend, er würde die Spielregeln ja nicht machen.

Ich dachte lange darüber nach und beschloss dann, auf mein Kind nicht mehr ganz so offen hinzuweisen. Ich ließ es im Lebenslauf einfach weg und erwähnte es nur kurz im Anschreiben. Die meisten lesen das ja eh nicht so genau, dachte ich mir. Doch erst als ich den Hinweis auf meine Tochter irgendwann ganz wegließ, wurde ich zu zwei Gesprächen eingeladen.

Beim Termin in der ersten Agentur sollte ich wie üblich meinen Lebenslauf rezitieren, irgendwann sagte ich an der Stelle, an der es passte: „Und in der Zeit habe ich meine Tochter bekommen.“ Im Gesicht der Männer konnte ich sofort ablesen, dass ich raus war. Ich war so enttäuscht und wütend! In dem anderen Gespräch lief es zwar nicht ganz so heftig ab, da betonte man sogar immer, wie viele Mütter in dem Unternehmen arbeiten würden, eine Absage bekam ich trotzdem.

Es ist nun mal so: Die meisten Frauen kommen ohne Kind ins Unternehmen, werden irgendwann schwanger und kehren in Teilzeit zurück. Eine Frau direkt in Teilzeit einstellen wollen die wenigsten.

Ein paar Monate später habe ich einen Job gefunden. Der kam über die Empfehlung eines Freundes, der erstaunlicherweise bei seinem Chef von Anfang an kein Geheimnis aus meinem Kind machte. Sein Boss suchte jemanden, der nur 30 Stunden pro Woche arbeiten konnte. Und er hatte die Erfahrung gemacht, dass Mütter in kürzerer Zeit effektiver sind.

Natürlich ist es nicht in Ordnung, sein Kind zu verheimlichen, manchmal geht es aber nicht anders! Vielleicht ist es in anderen Branchen einfacher, aber ich hatte gefühlt keine Wahl – und würde es immer wieder genauso machen. ■

EINE SINGLE-MAMA EINZUSTELLEN, RECHNET SICH NICHT!