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UMWELTFREUNDLICHE HANDYS: Smart handeln


PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2018 vom 01.06.2018

Der Siegeszug des Smartphones hat dramatische Folgen für die Umwelt. In grünen Rankings schneidet Apple deutlich besser als Samsung ab.


Artikelbild für den Artikel "UMWELTFREUNDLICHE HANDYS: Smart handeln" aus der Ausgabe 7/2018 von PC Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 7/2018

Die Zahl der hierzulande ungenutzt herumliegenden Smartphones steigt von Jahr zu Jahr.


Fast 1,5 Milliarden Smartphones wurden allein 2017 weltweit verkauft. Das ist für die Umwelt ein großes Problem, denn die Herstellung neuer Geräte kostet enorme Mengen an Energie. Außerdem werden für die Produktion etliche Metalle benötigt, die knapp sind und oft unter bedenklichen Bedingungen gewonnen werden, wie etwa Kobalt, Tantal und Seltene Erden. Dazu kommen weniger kritische, ...

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Fast 1,5 Milliarden Smartphones wurden allein 2017 weltweit verkauft. Das ist für die Umwelt ein großes Problem, denn die Herstellung neuer Geräte kostet enorme Mengen an Energie. Außerdem werden für die Produktion etliche Metalle benötigt, die knapp sind und oft unter bedenklichen Bedingungen gewonnen werden, wie etwa Kobalt, Tantal und Seltene Erden. Dazu kommen weniger kritische, aber dennoch wertvolle Rohstoffe wie Gold und Silber.
Zwar können diese Wertstoffe zu einem großen Teil durch Recycling wiedergewonnen werden, allerdings müssen die Geräte dafür erst einmal zur Verfügung stehen. Leider liegen laut einer Erhebung des Digitalverbandes Bitkom e. V. in Deutschland bereits 124 Millionen Handys unbenutzt herum, und es werden immer mehr. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe schlummer darin allein 2,9 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber und 1.100 Tonnen Kupfer, die wiedergewonnen werden könnten. Schon mit der fachgerechten Entsorgung dieser Altgeräte wäre unserem Planeten viel Gutes getan.

Je länger, desto besser

Am besten für die Umwelt ist natürlich, die mobilen Begleiter erst einmal so lange wie möglich zu nutzen. Das ist allerdings nicht immer einfach, denn die Hersteller profitieren naturgemäß vom genauen Gegenteil. Während sie versuchen, ihre aktuellen Produkte durch ständig neue technische Entwicklungen schmackhaft zu machen, erhalten ältere Modelle oft nicht einmal mehr die notwendigen Sicherheits-Updates.
Zumindest bei der Aktualität der Software sind hier Nutzer von Apples Geräten meist besser bedient, denn selbst das iPhone 5s von 2013 bekam im letzten September noch das Update auf die neueste iOS-Version 11. Wer auf eine lange Nutzungsdauer abzielt, ist also mit den Produkten aus Cupertino nicht schlecht bedient – sofern sie nicht der geplanten Obsoleszenz zum Opfer fallen: Viele Hersteller stehen in Verdacht, die Lebensdauer ihrer Geräte absichtlich zu be-grenzen. Der Skandal um künstlich gedrosselte ältere iPhones in Zusammenhang mit dem Update auf iOS 11 hat gezeigt, dass ein gewisses Misstrauen auch gegenüber Apple berechtigt ist.
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt eine kleine Amsterdamer Firma mit ihrem 2013 auf den Markt gebrachten und bereits in der Version 2 vorliegenden Fairphone. Das Gerät ist modular aufgebaut und lässt sich vom Nutzer selbst reparieren, erweitern oder aufrüsten. Das ist allerdings nur ein Teil des Konzeptes, denn die Grundidee hinter dem Fairphone ist, ein Smartphone möglichst ohne Ausbeutung von Personen und mit geringem Schaden für die Umwelt zu produzieren. Dafür arbeiten die Macher mit gemeinnützigen Organisationen zusammen und besuchen selbst Minen und Produktionsstätten, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Mit dem crowdfinanzierten Shiftphone gibt es seit 2014 einen vergleichbaren Ansatz aus Deutschland. Eine Besonderheit ist das Gerätepfand, welches eine Weiterverwendung oder fachgerechte Entsorgung gewährleisten soll.

Das modular aufgebaute Fairphone kann leicht durch den Nutzer selbst zerlegt werden.


Quelle: iFixit.com

Apple nachhaltiger als Samsung

Auch eine längere Nutzungsdauer wird umso umweltschonender, je ressourcenfreundlicher und nachhaltiger ein Gerät bereits produziert wurde. Dazu hat Greenpeace den Guide to Greener Electronics 2017 herausgebracht, in welchem die 17 größten Hersteller von Unterhaltungselektronik im Hinblick auf ökologische Produktion untersucht wurden. Dabei ging es um Energieverbrauch und Nutzung erneuerbarer Energien, um nachhaltiges Design und Verwendung recyclter Materialien sowie um die Reduzierung bzw. Vermeidung schädlicher Chemikalien im Produkt und bei der Produktion. Angeführt wird das Ranking von Fairphone und Apple (Shiftphone ist nicht aufgeführt), gefolgt von Dell und HP. Den Spitzenplatz bei Ressourcenverwendung und nachhaltigem Design belegt dabei Fairphone.
In Sachen Energieverwendung schneidet Apple besonders gut ab. Während der Konzern alle Einrichtungen des Unternehmens und große Teile der Auftragsfertigung bereits aus erneuerbaren Energien versorgen lässt, liegt dieser Anteil bei Samsung lediglich bei einem Prozent. In der Gesamtwertung landete der koreanische Riese auf dem fünftletzten Platz. Schlechter schnitten nur noch Amazon sowie die chinesischen Firmen Oppo, Vivo und Xiaomi ab. Unter den Top drei der weltgrößten Smartphone-Hersteller steht Apple mit Abstand am besten da, denn auch Huawei hat in allen Bereichen noch einige Luft nach oben.

Nachhaltig denken beim Kauf

Legen Sie beim Smartphone-Kauf Wert auf Nachhaltigkeit, können Sie sich also zunächst einmal die modular aufgebauten Geräte von Fairphone und Shiftphone ansehen. Sollten diese für Sie nicht in Frage kommen, ist es zumindest empfehlenswert, nicht gerade aus den Modellpaletten der größten Umweltsünder zu wählen. Das Ranking von Greenpeace (bit.ly/2jSggj3) ist hier eine gute Hilfe. Das Umweltbundesamt empflehlt überdies, für eine lange Nutzungsmöglichkeit zu Geräten mit leicht zu wechselndem Akku zu greifen, denn dieser gibt meist als Erstes auf. Ist der Stromspender fest verbaut, können Sie im Vorfeld ermitteln, was ein Wechsel kostet. Vorteilhaft ist zudem ein erweiterbarer Speicher.
Falls Sie nicht immer den letzten technischen Schrei benötigen, ist vielleicht ein Gebrauchtgerät etwas für Sie. Damit verlängern Sie dessen Nutzungsdauer und sparen auch noch Geld. Auf Plattformen wie Rebuy (www.rebuy.de ), BuyZoxs (www.buyzoxs.de ), oder Clevertronic (www.clevertronic.de ) erhalten Sie darauf sogar noch Garantie. An diese Anbieter können Sie eventuell auch Ihre eigenen Altgeräte verkaufen. Ist ein Gerät zu alt oder kaputt, sollten Sie es auf jeden Fall zur Entsorgung geben.
whs

Rohstoffquelle Smartphone-Recycling

30 der rund 60 verschiedenen Werkstoffe in modernen Smartphones sind Metalle. Was davon recycelt werden kann, muss nicht neu abgebaut werden.

Jeder, der alte Smartphones zum Recycling gibt, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz.


■ Ein Smartphone besteht zu etwa 25 Prozent aus Metallen, von denen im Moment schon recht große Mengen an Gold, Silber und Kupfer sowie kleinere Mengen beispielsweise an Palladium und Tantal wiedergewonnen werden. Viele der enthaltenen Wertstoffe sind allerdings nur in Spuren vorhanden und lassen sich noch nicht wirtschaftlich herausholen; oft auch deshalb, weil sie auf dem Weltmarkt zu billig zu haben sind. Doch es wird ständig an neuen Verfahren geforscht, um die Prozesse zu vereinfachen. Dabei wird unter anderem mit Lasertechnik gearbeitet, aber auch mit Mikroorganismen, welche die Partikel nach der Verbrennung der Geräte aus der Schlacke herauspicken. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird zur Stromerzeugung genutzt.