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…und dann ging’s mir wirklich besser


Donna - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 07.07.2021

Gesundheit

Artikelbild für den Artikel "…und dann ging’s mir wirklich besser" aus der Ausgabe 8/2021 von Donna. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Donna, Ausgabe 8/2021

Surfen und Yoga ? diese Kombination brachte unserer Autorin ein Gefühl der Glückseligkeit, das sie noch immer abrufen kann

Es gibt Tage, die das Leben zum Guten wenden. Man klinkt sich aus, lässt sich auf etwas ein, weil man weiß: Wenn ich weitermache wie bisher, gehe ich kaputt. Das kann eine ungewöhnliche Heilmethode sein oder die Begegnung mit einem besonderen Menschen. Danach gibt es ein Davor und ein „Jetzt fühle ich mich besser“. Meistens steckt in solchen Tagen die Erkenntnis, dass Gesundheit nicht nur im Körper oder im Kopf stattfindet, sondern immer mit beidem zu tun hat. Die Reaktionen auf Stress sind unterschiedlich. Die eine bekommt Rückenschmerzen, die andere einen Tinnitus, trinkt zu viel und macht die ungerechte Welt für ihr Problem verantwortlich. Doch nach solchen Tagen, die einen plötzlich gesünder, entspannter und glücklicher gemacht haben, lernt man auch, dass man auf sich selbst achten sollte. Oft kann sogar die Erinnerung an das Ereignis, an die Massage, die Stille, zu einem Depot ...

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... werden, das man in sich trägt und auf das man immer wieder zurückgreifen kann.

Auf der Glückswelle

Nataly Bleuel, 53

Immer öfter fühle ich mich wie ein Hefeklops, innerlich aufgegangen. Das ist der Stress, der sich in mir so breitmachte, bis ich mich nicht mehr spüren kann. Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen oder eine Entscheidung zu treffen. Nun liege ich neben ein paar anderen Menschen unter einem Quittenbaum im Hinterland der Algarve, halte die Augen geschlossen, spüre den Abendwind auf der Haut und den Wellen der morgendlichen Surfeinheit nach. Weil ich kein Typ bin, der nur durch Ruhe Kraft schöpft, habe ich mich für ein Yoga-Surf- Camp entschieden, fünf Tage, um einem Burnout zuvorzukommen. Der Kontrast zwischen Aktion auf dem Wasser und die Fokussierung auf dem Surfbrett sowie den ruhigen Übungen auf der Matte soll Kraft geben. Es wirkte. Sogar als Anfängerin habe ich den Kick gespürt, als ich die Welle, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde, erhascht habe. Ich war so konzentriert, dass ich alles um mich herum vergessen konnte. Am Abend zeigte uns die Yoga-Lehrerin Techniken, wie wir uns wieder erden und in unseren Körper hineinhören können. Noch immer spüre ich dieses Wogen in mir, wenn ich jetzt zu Hause Yoga mache – und manchmal sogar noch den lauen Wind, der den Geruch der Quitten zu mir trug. Stress kann mir seitdem nichts anhaben.

Schweigend zur Ruhe kommen

Verena Roskos, 45

Ich rede von morgens bis abends. Nicht weil ich kann, auch weil ich muss, in meinem Job, mit meiner Familie. Und dann gab es eine Phase, da dachte ich: Es ist alles zu viel, wenn jetzt noch irgendwas schiefläuft, geht nichts mehr. Da kam jemand auf die Idee, mich in ein Schweigekloster zu schicken. Das war genau der Ort, an dem ich mich nicht sah. Als ich ins Mountain Retreat Center nach Aschau fuhr, hatte ich zuerst die Adresse vergessen, dann merkte ich, dass ich auch keine Zahnbürste dabeihatte. Alles Zeichen für meine Unlust. Das Kloster selbst war eher ein kleiner Bauernhof. Ein Ehepaar öffnete die Tür und bedeutete mir, die Schuhe im Treppenhaus auszuziehen. Wir gingen in eine große Küche, die mich an die meiner Oma erinnerte. Nach und nach kamen alle an. In der ersten Sitzung stellten wir uns vor. Die eine hatte Beziehungsprobleme, die andere konnte sich nicht spüren, ich hatte vor allem Angst, dass man mir nahelegen würde, alles hinzuschmeißen und als Aussteigerin nach Bali zu gehen. Dann wurden die Schweigeregeln erklärt. Was mich überraschte: Man schweigt nicht nur mit Worten, sondern mit dem ganzen Körper. Null Kommunikation mit den anderen. Ein Gong strukturierte den Tag in Frühstück, Mittag und Abendessen. Dazwischen verschiedene Meditationen, Yoga- Übungen und Spaziergänge. Schneller als in jedem Urlaub konnte ich loslassen. Mein Aha-Moment war der Zusammenbruch einer Teilnehmerin. Sofort hatte ich das Gefühl, mich kümmern zu müssen. Aber genauso schnell waren die Kursleiter da, signalisierten mir, den Blick zu senken und bei mir zu bleiben. Zum ersten Mal merkte ich, wie es sich anfühlt, nicht verantwortlich zu sein, Dinge laufen zu lassen, es niemandem recht machen zu müssen. Schweige-Retreats berühren unglaublich, und wenn man auf sich zurückgeworfen wird und damit nicht klarkommt, sollte man es vielleicht lassen. Zwei aus der Gruppe haben abgebrochen, aber als ich zurück nach Hause fuhr, war ich so entspannt wie nie. Auf der Autobahn blieb ich auf der rechten Spur und im Stau vollkommen ruhig. Und in den Wochen danach bin ich kein einziges Mal ausgeflippt. Ich konnte wieder durchschlafen. Wenn ich mich jetzt aufrege, weil Latein nicht sitzt, sagt meine Familie: Sei ruhig, sonst schicken wir dich wieder ins Kloster. Warum nicht?

Beim Astro-Psychologen

Lydia Kemmerer, 58

Ein Astrologe, der auch Psychologe ist, hat mir geholfen, zu einer gesünderen Einstellung zu mir selbst zu finden. Freunde haben ihn mir damals empfohlen, weil ich ein paar meiner typischen Denk-, Fühlund Verhaltensweisen ergründen wollte, allen voran die Stimmungsschwankungen, die ich seit Monaten nicht loswurde. Ich war dem Mann nie zuvor begegnet, er kannte nur meine Geburtsdaten. Und trotzdem sagte er einiges über meine Persönlichkeit, das mich erstaunte: als würde er mich gut kennen. Als ich ging, hatte er mir eine Erkenntnis vermittelt, an die ich mich seither zu erinnern versuche, wenn ich wieder zu sehr ins Grübeln und Hadern gerate:

„Mir haben die zwei Stunden Zuversicht gegeben“

Es sind nicht nur die Eltern schuld, die komplizierte Kindheit oder die Lebensumstände. Es ist man selbst, die einen manchmal zur Einzelgängerin macht oder zur Kämpferin, einen nachdenklich sein lässt oder kommunikationsfreudig. Ich sei so, weil Steinbock mit Aszendent Schütze und meine Relationen im Horoskop dazu neigten. Wenn ich das verstehe und annehmen würde, müsste ich nicht ständig zurückblicken und nach Schuldigen suchen. Mir haben diese zwei Stunden bei ihm Ruhe, Frieden und Zuversicht gegeben.

Ayurveda – das Allround-Programm

Ilka Grote, 43

Als ich für ein Start-up arbeitete, hatte ich das Gefühl, in meinem Job unentbehrlich zu sein. Ich ging nicht mal zum Arzt, weil ich glaubte, nicht eine Stunde fehlen zu dürfen. Obwohl das dringend nötig gewesen wäre: Ich hatte Magenschmerzen, Tinnitus und wenn ich Auto fuhr Angst, eine Gefahr für die anderen zu sein, weil ich so unter Strom stand. Dann ging das Unternehmen pleite – und ich mit der kleinen Abfindung zum nächsten Reisebüro, um eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka zu buchen. Den Rat gab mir eine Freundin. Ayurveda, sagte sie, sei ein Allround-Programm für Körper und Seele. Sie hatte recht.

Am Flughafen holte mich ein Fahrer ab, und wir fuhren in das Resort mit Ayurveda-Ärztinnen, Akupunkteuren und Ernährungsspezialisten. Ich wurde untersucht und bekam einen in- dividuellen Plan mit verschiedenen Anwendungen: Ganzkörper-Peeling, Akupunktur, Kräuter- und Dampfbäder, Stirngüsse sowie reinigenden Ritualen.

Die zehn Tage waren anstrengend, eine Detox-Kur für Körper und Seele. Am Ende war mein Urin total klar, meine Haut rein und mein Blick viel wacher. In Zukunft achtest du mehr auf dich selbst, deine Stärken und Ruhepole, dieses Vorhaben habe ich umgesetzt. Obwohl es eine Weile her ist, ist dieser Aufenthalt im- mer noch wie ein Depot für mich. Schon wenn ich daran denke, werde ich ruhiger. Ab und zu frische ich die Erinnerung auf, indem ich einen Ayurveda-Tag einlege, mich zweieinhalb Stunden lang vierhändig massieren lasse, um anschließend festzustellen, dass nicht mehr Leistung, sondern Zufriedenheit am wichtigsten ist. Inzwischen sind wir aufs Land gezogen und haben eine Remise ausgebaut, in der wir auch anderen diese wunderbare Erfahrung vermitteln wollen.

Hypnose zur Rauchentwöhnung

Ruth Elfers, 59

Schon als Teenager habe ich geraucht. Als ich schwanger wurde, hörte ich zehn Jahre lang auf, fing aber in einer Trennungsphase wieder an. Nur ein paar Zigaretten am Tag, aber ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich wusste, wie schädlich das für meine Gesundheit war. Dann erzählten Freundinnen, ihnen hätte Hypnose geholfen. Für mich

„Erstmal klang alles nach Hokuspokus“

klang das nach Hokuspokus, aber ihre Erfolgsgeschichten überzeugten mich, ich buchte einen Termin bei einer Heilpraktikerin. Zweimal je eine Stunde ließ ich mich in Hypnose versetzen. Ich war nicht total weg, sondern die ganze Zeit über ansprechbar. So als wenn man täglich dieselbe Strecke zur Arbeit fährt, sich aber anschließend nicht mehr an Details der Fahrt erinnert. Während den Sitzungen sprach die Therapeutin mit mir, oder besser: mit meinem Unterbewusstsein. Sie ging auf meine Antworten ein, die ich zuvor in einem Fragebogen ausgefüllt hatte. Zum Beispiel: „Wie würden Sie sich ohne Rauchen fühlen?“ „Stolz darauf, gesund zu leben.“ Vor der zweiten Sitzung, im Dezember 2020, rauchte ich meine letzte Zigarette. Netter Nebeneffekt: Seitdem gehe ich jeden Tag 10 000 Schritte und fühle mich von Tag zu Tag besser.