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Und das Einhorn sprach: Es werde Licht!


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PC Games Hardware Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 05.10.2022

RGB-Rundumschlag

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Bildquelle: PC Games Hardware Magazin, Ausgabe 11/2022

Die einen schlagen fassungslos die Hände über den Kopf zusammen, andere starren mit leuchtenden Augen gebannt in die bunte Lichtershow des eigenen Rechners. Und wohl die meisten erdulden den RGB-Trend in gewisser Neutralität zwischen „das kann man schon machen“ und „das ist mir dann doch zu viel“. Immer öfter wird PC-Hardware mit beliebigen LED-Elementen dekoriert, wodurch teils die kuriose Situation entsteht, dass größtenteils Komponenten mit der Beleuchtungsdekoration auf dem Markt angeboten werden – und sei es auch nur der Herstellerschriftzug. Die visuelle Bereicherung ist allerdings technisch gesehen völlig optional, redundant und kann je nach Einsatz und Szenario entweder mit dem Einkaufspreis oder verlorener Leistung durch zu viele Effekte mit verschiedenen Software-Anbietern zur Kasse bitten. Andererseits kann das persönliche Zimmer damit eben doch hübsch gestaltet werden. ...

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... In diesem Artikel führen wir Sie daher durch die aktuelle Welt der RGB-Beleuchtung am besonders persönlichen Computer, geben praktische Tipps und zeigen Stolperfallen auf.

Undurchsichtiger Markt

RGB ist nicht gleich RGB, es gibt einige Stolperfallen, die Sie zumindest im Hinterkopf behalten sollten. Sowohl bei der Spannungsversorgung, den Anschlüssen und der Signalleitung kann es gravierende Unterschiede geben, die nicht beim ersten Durchstöbern ersichtlich sein können. Die wichtigste Unterscheidung im Rechner selbst wäre zunächst zwischen 12- (4-polig) und 5-Volt-LEDs (3-polig, ARGB) zu treffen. Normalerweise ist das Anschließen von 5-V-LEDs bei einer 12-V-Quelle durch physische Anschlussblockaden erschwert bis unmöglich, allerdings ließe sich theoretisch mit den richtigen Adaptern auch hier eine Verbindung herstellen – mit fataler Konsequenz: Die 5-V-RGBs werden durch die falsche Spannung dauerhaft beschädigt und müssten ersetzt werden. Einen standardisierten Anschluss gibt es zwar auch wegen verschiedener Herstellerlösungen nicht direkt, jedoch geht der Trend eindeutig in Richtung 5-Volt-3-Pol-Stecker, die in der Regel leicht an Mainboards oder RGB-Controllern angesteckt werden können und die mit Profilen feiner als 12-Volt-LEDs synchronisiert oder eingestellt werden können. Im RGB-Theorieteil gehen wir genauer auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ein.

Software-Chaos

Über das Mainboard angeschlossene RGB-Beleuchtung wird in der Regel auch vom der Software-Suite des Mainboard-Herstellers kontrolliert. Bei MSI-Platinen wäre es etwa das sogenannte Mystic Light Zusatzpaket innerhalb des MSI-Center-Programms, bei Asus wäre eine Anpassung des LED-Profils über die Armory Crate möglich. Mit Open-Source-Programmen wie etwa Open-RGB kann der RGB-Header je nach Mainboard-Modell und RGB-Anschluss auch ohne die Mainboard-Software gesteuert werden – teils ist da dann aber mit einer

verminderten Funktionalität zu rechnen. Besondere Produkte wie beispielsweise das Lian Li Strimer Plus V2 (beleuchtetes ATX-Mainboard-/PCI-E-8-Pol-Kabel für ca. 70 Euro) oder Corsairs iCue LC100 (magnetisch bewegbare Mini-Dreiecke für ca. 100 Euro) setzen neben einer einfachen 5-V-Verbindung zusätzlich auch auf interne USB-Kabel zum Mainboard, damit unter laufendem Betriebssystem die spezifischen Zonen vom Nutzer genauer eingestellt werden können, als über die herkömmliche Signalleitung. So werden etwa feinere Effekte wie die Beleuchtung mit einzelnen Kabelsträngen beim Strimer Plus V2 möglich. Für eine nochmals genauere LED-Effekt-Bestimmung ist in solchen Fällen häufig nur die proprietäre Herstellersoftware funktional.

Im Bereich der externen USB-Peripherie und Software stehen sich einerseits größere Ökosysteme wie Razers Synapse und Corsairs iCue gegenüber. Anderseits bieten auch Firmen wie Roccat, Sharkoon, LG und Co. oft etwas simplere Software-Lösungen für hauseigene Modelle an. Das Perfide dabei ist das „Investment“ innerhalb des Ökosystems, denn je mehr Hardware von unterschiedlichen Herstellern angesteuert werden sollen, umso mehr Programme müssen auch im Hintergrund und zumindest als Service eingeschaltet bleiben. Problematisch sind auch zueinander konkurrierende RGB-Software-Lösungen, die beispielsweise beide den Mainboard-5-V-ARGB-Anschluss ansteuern möchten und sich dabei gegenseitig in die Quere kommen können. Inwieweit RGB-Software auch Einfluss auf den Gaming-Alltag nehmen kann, haben wir geprüft.

RGB in der Praxis

Um auch abseits von Herstellerbildern visuelle und praktische Ergebnisse präsentieren zu können – samt visueller Eindrücke und stichprobenartiger Leistungsmessung –, griffen wir zu verschiedenen Produkten mit unterschiedlichen Ansprüchen. Doch auch außerhalb des Rechner-Gehäuses gibt es mittlerweile viele Produkte wie Philips-Hue- oder das jüngere Govee-Kosmos. Dabei handelt es sich oft um Wanddekorationen, die nicht nur stumpf über eine Fernbedienung steuerbar sind, sondern sich über das eigene Heimnetzwerk und/oder via Bluetooth mit den Software-Lösungen von Razer und Corsair synchronisieren lassen.

Hippe Lifestyle-Produkte kommen mit einem teils hohen Preisen. Je ausgereifter und vor allem etablierter die Marke, umso höher auch der aufgerufene Preis. Nicht immer skaliert jedoch der optische Gewinn mit dem Aufschlag mit. So wäre das beleuchtete Premium-Mainboard-Kabel Strimer Plus V2 von Lian Li mit knapp 70 Euro deutlich teurer als die günstige Alternative DY-1 von Jonsbo mit 15 Euro. Zwar fehlt beim Jonsbo die Kabel-Erweiterung, jedoch ist eine Erweiterung beim DY-1 durch ein Einklippen beim bereits vorhandenen ATX-Kabel auch nicht notwendig. Ein finanzielles Abwägen können wir an der Stelle nur empfehlen.

Die bunte Beleuchtung in der Theorie

RGB-Streifen, die im PC-Modding-Bereich verwendet werden, lassen sich meist in zwei Kategorien einteilen: 5-V-ARGB und 12-V-RGB. Weitgehend bekannt ist, dass man niemals einen ARGB-Streifen mit einem 12-V-Anschluss verbinden darf. Doch das ist nicht das einzig Wissenswerte über die beiden Systeme, sie unterscheiden sich grundlegend.

12-Volt-RGB

Die günstigeren 12-V-Streifen arbeiten nach einem vergleichsweise einfachen Prinzip. Um verschiedene Farben zu erzeugen, werden einzelne Farbkanäle genutzt. Dies ist auch der Grund, warum ein 12-V-RGB-Streifen über einen 4-Pin-Anschluss verbunden wird. Neben den einzelnen Polen für Rot, Grün und Blau, befindet sich am Streifen ein Pluspol. Wird eine Spannungsquelle angeschlossen, kann mit jedem Kanal einzeln ein Stromkreis geschlossen und somit eine Farbe erzeugt werden. Die Kombination und Verteilung der Spannung sorgt für die gewünschte Mischung der Farbe. Wenn Sie schon einmal mit einem 12-V-RGB-Streifen gearbeitet haben, wird Ihnen ebenfalls aufgefallen sein, dass dieser an bestimmten Stellen abgetrennt und gekürzt werden kann. Um genauer zu sein, lässt sich der Streifen nur in Abschnitte von je drei LEDs unterteilen. Dies hat einen einfachen Grund und ist eine Besonderheit des 12-V-Systems. Jede verbaute RGB-LED besteht eigentlich aus drei einzelnen LEDs, die in ein Gehäuse integriert sind. Jede LED erzeugt eine eigene Farbe und benötigt eine spezifische, eigene Spannung. Die Spannungen für einzelne Farben können zwischen zwei und knapp vier Volt liegen. Sie werden sich jetzt sicher fragen, wie eine drei-Volt-LED mit 12 Volt Spannung betrieben werden kann. Bei den LED-Streifen wird dafür das Prinzip der Reihenschaltung genutzt. Dabei werden jeweils drei LEDs, bzw. deren Farbkanäle in Reihe geschaltet. Bei der Reihenschaltung werden die einzelnen Komponenten in einer Kette, jeweils Plus an Minus, miteinander verbunden. Die benötigte Spannung der einzelnen Verbraucher addiert sich. Im Falle des RGB-Streifens kommt die Reihenschaltung von drei LEDs auf eine Spannung um die 8–11 Volt. Die verbleibende Überspannung wird mit einem Vorwiderstand reguliert. Für jeden Farbkanal gibt es eine eigene Reihenschaltung von jeweils 3 LEDS und einen individuellen Vorwiderstand, der die Differenz der verschiedenen LEDs zur anliegenden 12-V-Spannung ausgleicht.

5-Volt-ARGB

Das 5-V-ARGB-System arbeitet vollkommen anders als der große Bruder. Nicht nur fällt die Steuerung über einzelne „Farbpole“ weg, die Spannung liegt auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Viele der Unterschiede haben der ARGB-Beleuchtung eine steigende Popularität eingebracht. Diese Beliebtheit liegt erste einmal an einem Feature des ARGB-Streifens. Das „A“ steht für „adressable“. Jede verbaute LED kann von einem Controller einzeln angesteuert werden und sich unabhängig der restlichen LEDs verhalten. Mit dieser Funktion sind viele Farbeffekte, wie Regenbögen erst möglich geworden. Doch alles der Reihe nach. Der 5-V-ARGB-Streifen kommt mit einem dreipoligen Anschluss. Dieser hat einen +5 V, sowie einen Ground und als Besonderheit einen „Digital“-Pol. Aus diesem Prinzip lässt sich schon erahnen, dass die einzelnen Farben nicht über das Anlegen von Spannung auf die einzelnen Pole entstehen. Stattdessen wird an +5 V und Ground eine Spannungsquelle angeschlossen. Die Farbmischung entsteht im Inneren jeder einzelnen LED, über ein Digital-Signal kann mithilfe eines Controllers jede einzelne LED in Helligkeit und Farbe variiert werden. Da der Streifen mit einer niedrigen Spannung von fünf Volt betrieben wird, werden im Gegensatz zum 12-V-Streifen keine Reihenschaltungen mehrerer LEDs benötigt. Jede der einzelnen LEDs kann mit der anliegenden Spannung von fünf Volt direkt betrieben werden. Ein ARGB-Streifen lässt sich somit genauer kürzen, da einzelne LEDs abgetrennt werden können.

Kabel und Anschluss-Dschungel

Manchmal könnte man wahnsinnig werden. Speziell im RGB-LED-Bereich machen es einem die Hersteller besonders schwer, Komponenten mit denen anderer Hersteller zu verbinden. Neben sehr vielen proprietären Systemen, die mit kreativen Namen wie ICue und Co. daherkommen, sind es vorwiegend die Steckverbindungen, die eine Kompatibilität mit anderen Systemen verhindern. Dabei wäre alles so einfach. Zwei LED-Systeme, 12-V-RGB und 5-V-ARGB, eins mit vierpoligem, das andere mit dreipoligem Anschluss. Man möchte meinen, man könne sich bei solch einem simplen System auf eine Stecker-Art einigen. Stattdessen gibt es unzählige verschiedene Steckverbinder.

Der gemeinsame Nenner

Glücklicherweise gibt es einen Stecker, der zumindest zu mehreren Systemen kompatibel ist und es somit auch zum Standard-Anschluss für RGB-Beleuchtungen auf dem Mainboard geschafft hat. Ein einfacher Stecker, der aus vier oder drei runden Stiften besteht. Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, wie der offizielle Name dieses Steckers lautet, er lässt sich beim Elektronik-Fachhändler unter der Bezeichnung Präzisions-Buchsen-Leiste, beziehungsweise Präzisions-Stiftleiste, mit einem Rastermaß von 2,54 mm, finden. Mit ca. 30 Cent pro Stück steht somit auch dem Eigenbau von Adaptern nichts im Wege. Denn neben den zug- und biegungsanfälligen Stiftleisten sind einige Stecker, die zur Verbindung von RGB-Elementen genutzt werden, alles andere als kompatibel zum Anschluss auf dem Mainboard. Vor allem RGB-Controller, mit zugehörigen Streifen und Lüftern, nutzen oft eigene Stecker. Nur mithilfe eines Adapters lässt sich dem Problem Herr werden. Glücklicherweise werden diese Adapter mittlerweile von vielen Herstellern beigelegt.

Links: Sharkoon Shark Blades RGB. Rechts: Alpenföhn Wing Boost 3. Beides 5-V-ARGB.

RGB-Header, Hubs und Splitter

Mit dem richtigen Adapter können somit RGB-Elemente meist direkt am Mainboard angeschlossen und über dieses gesteuert werden. Trotzdem haben es RGB-Controller und Splitter in den Markt geschafft. Häufiges Argument: Man kann mehrere RGB-Streifen anschließen. Viele Lüfter oder RGB-Streifen haben allerdings ebenfalls eine weitere Abzweigung im Kabel integriert, die das Anschließen eines weiteren Elements erlaubt. Man könnte also durchaus eine RGB-Element-Kette erzeugen, welche dann mit nur einem Anschluss auf dem Mainboard verbunden wird. Dies ist zwar bis zu einer gewissen Anzahl an RGB-LEDs möglich und auch ratsam, man möchte sich ja schließlich das Geld für einen zusätzlichen Controller sparen, jedoch gibt es eine Grenze, die nicht überschritten werden sollte. Dabei kommt es natürlich nicht direkt auf die Anzahl der LEDs an, sondern auf den Stromverbrauch. Jeder RGB-Header auf dem Mainboard, ob 5 oder 12 Volt, erlaubt nur einen maximalen Durchgangsstrom. Verrechnet man diesen maximalen Strom mit der gegebenen Spannung, kommt man auf eine maximale Leistungsaufnahme in Watt. Der angeschlossene Verbraucher darf dieses Maximum nicht überschreiten, sonst droht ein Schaden am internen RGB-Controllers, vorausgesetzt das Mainboard bietet keine Schutzschaltung gegen dieses Problem. Es ist also Vorsicht geboten. Die meisten Mainboards unterstützen einen maximalen Strom von 3 Ampere am 12- sowie 5-V-Header. Damit ergibt sich eine mögliche Leistung von 36 Watt am 12-Volt-, sowie 15 Watt am 5-Volt-Anschluss. Doch wie kann man überhaupt messen, welchen Energieverbrauch die eigene Beleuchtung hat?

Stecker-Dschungel

Die Stecker-Auswahl ist groß. Der Hauptunterschied besteht in der Einordnung in 5-V-ARGB und 12-V-RGB. Einige Hersteller bieten jedoch ihre eigene proprietären Systeme an. Glücklicherweise hat es ein Anschluss zum mehr oder weniger anerkannten Standard geschafft. Die meisten Geräte sind zu diesem Stecker, zumindest über einen Adapter, kompatibel.

Der Standard-5V-ARGB-Anschluss verfügt über drei Pole. Die gebräuchliche Bezeichnung lautet Präzisionsbuchsen-, beziehungsweise Präzisionstiftleiste.

Das 12-Volt-Pendant verwendet dasselbe Stecksystem wie der kleine 5-Volt-Bruder. Hier werden jedoch 4 Pole verwendet, um die LEDs korrekt anzusteuern.

Der proprietäre 3-PIN-Stecker wird von mehreren Herstellern genutzt. Unter anderem nutzt Razer und Phanteks das System zum Ansteuern von ARGB-Elemente.

Ein verdrehsicheres proprietäres 3-Pin-System, das unter anderem von Corsair verwendet wird, um ARGB-Elemente anzusteuern.

Exotische Anschlüsse aus antiken Zeiten können einem durchaus auch einmal über den Weg laufen. Mit ein bisschen Glück findet man noch einen Adapter.

Interne USB-Anschlüsse werden oft genutzt, um RGB-Controller mit dem Mainboard zu verbinden. Der Anschluss wird meist zur Datenübertragung genutzt.

Energieverbrauch

Genau messen ließe sich der Verbauch nur über ein Ampere-Meter. Um Ihnen jedoch einen Anhaltspunkt zu bieten, wie viele Beleuchtungselemente mit einem Mainboard-Anschluss verbunden werden dürfen, haben wir mit unserem Labornetzteil einen genauen Test durchgeführt. Das praktische Gerät kann eine beliebige Spannung liefern und wird von uns auf 5 Volt eingestellt, um einen ARGB-Anschluss an einem Mainboard zu simulieren. Wird ein Verbraucher angeschlossen, kann das Netzteil außerdem den Strom messen. Wir wollen natürlich die drei Ampere, welche das Mainboard liefert, ausreizen und schließen soviele Verbraucher wie möglich an, bis der maximale Strom erreicht ist.

Nach sechs Lüftern und einem ARGB-Streifen ist diese Grenze in unserem Test erreicht. Es handelt sich dabei um den Extremfall. Statisches weißes Licht benötigt die meiste Energie. Grund hierfür ist der Aufbau der RGB-LEDs, die jeweils aus drei Farbdioden bestehen. Wird der Farbton Weiß eingestellt, werden alle drei Dioden auf maximaler Leistung betrieben. Anders ist die Situation bei farbiger Beleuchtung oder beim Regenbogeneffekt. Bei letzterem sinkt die Stromaufnahme um circa 40 Prozent und erreicht einen Wert von 1,7 Ampere. Natürlich sollte immer der Ernstfall als Richtwert bei der Planung verwendet werden. Auch sollte immer im Handbuch des Mainboards geprüft werden, wieviel Strom beim eigenen Mainboard fließen darf.

Warum das bei Controllern meist nicht so ist

ARGB-Controller haben gegenüber dem Header auf dem Mainboard einen großen Vorteil. Sie werden direkt mit dem Netzteil über einen SATA oder Molex-Anschluss verbunden und über einen Internen USB-Anschluss gesteuert. Da das Netzteil über diese beiden Anschlüsse 5 Volt sowie 12 Volt mit sehr hohen Stromstärken ausgeben kann, können RGB-Controller eine höhere Leistung ausgeben. Meist haben die kleinen Kästen daher auch mehrere Header verbaut. Im Falle eines 12-Volt-Controllers hängt die Leistungsabgabe von der verwendeten Spannungsregulierung ab. Diese kann jedoch parallelisiert werden, womit viele Elemente an einen Controller angeschlossen werden können. Beim 5-Volt-Controller kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. Da die ARGB-LEDs nicht direkt über die Spannung gesteuert werden, sondern über ein digitales Signal, kann die Spannungsversorgung durch den Controller hindurchgeschleift werden. Der ARGB-Streifen ist somit direkt vom Netzteil mit Strom versorgt. Limitierende Faktoren sind hier nur die Belastbarkeit der Anschlüsse, Stecker und der Platine. Man sollte jedoch immer auf die Angaben der Hersteller achten und die maximale Belastung nicht überschreiten.

Diffuse Beleuchtung vs. direkte Beleuchtung

Es gibt kaum einen Gaming-PC, der nicht durch die vielen kleinen bunten LEDs beleuchtet wird. Sie erzeugen einen individuellen Style und können für viele hübsche Effekte eingesetzt werden.

Es gilt allerdings zwei verschiedene Lichttypen zu unterscheiden: direktes und diffuses Licht. Im Prinzip erklären sich die Begriffe von selbst, doch weil die beiden Beleuchtungsarten so verschieden sind und sehr unterschiedliche Stimmungen erzeugen, gehen wir genauer auf das Thema ein. Das direkte Licht kommt hier am Beispiel von RGB-LED-Stripes direkt aus den kleinen Lämpchen und beleuchtet ohne Umwege die Umgebung. Wenn die Sonne Sie im Sommer anstrahlt, ist das auch als direktes Licht zu verstehen. Durch die sehr kleine punktförmige Lichtquelle gibt es einen Schattenwurf mit sehr scharfen Kanten. Diese Art der Beleuchtung kann gut verwendet werden, um Akzente zu setzen. Sie ist kontrastreich und je nach Winkel werden harte Schatten geworfen. Dies bewirkt eine dramatischere Ausleuchtung.

Viel natürlicher und weicher wirkt das diffuse Licht. Am Beispiel eines bewölkten Himmels kann man diesen Effekt genau beobachten. Es wird gleichmäßig Licht in alle Richtungen gestreut. Der Schattenwurf verhält sich dabei sehr weich. Dieses Prinzip wird häufig bei Komponenten verwendet, die eine flächige und gleichmäßige Beleuchtung nutzen. Neben Arbeitsspeicher zählen auch oft Grafikkarten und Lüfter zu dieser Kategorie. Die RGB-LEDs werden hinter einer transparenten Kunststoff-Verkleidung angeordnet. Die LED strahlt den Körper an, durch den schließlich das Licht diffus gestreut wird. Dabei wird eine sehr atmosphärische und stimmungsvolle Beleuchtung erzeugt. Harte Schatten verschwinden und im PC entsteht ein weicher Schimmer.

Was ist das bessere Licht?

Im Gaming-PC kann beides verwendet werden. In vielen Fällen wird der diffusen Beleuchtung der Vortritt gelassen, vor allem, um Regenbogen-Effekte darzustellen. Wer eigene RGB-Streifen verbauen will, kann mit einer Milchglas-Kunststoff-Abdeckung das Licht der LEDs streuen. Doch auch die direkte Beleuchtung hat sein valides Anwendungsgebiet. Im Wasserkühlungs-Bereich wird viel mit durchsichtigem Acrylglas gearbeitet. Um dieses Material zu beleuchten, verwendet man vorzugsweise das direkte Licht eines RGB-Streifens. Im Gegensatz zur diffusen Beleuchtung erhält man dadurch ein Funkeln und Glitzern im Inneren der Acryl-Elemente.

Bildvergleich: Diffuses und direktes Licht

Das direkte Licht, das von einem LED-Streifen ohne Abdeckung ausgeht, erzeugt an beleuchteten Objekten sehr scharfe Schatten, durch die Konturen und Oberflächen besser zur Geltung kommen. Diffuses Licht, das durch das Beleuchten einer transparenten Oberfläche entsteht, lässt die Umgebung weicher wirken.

Software, Peripherie und externe Lichter

Zu den bekanntesten Firmen rund um Peripherie und Software gehören einerseits Razer mit Mäusen wie der Basilisk/Deathadder, Tastaturen wie Blackwidow/ Huntsman und Corsair mit den M(ouse)- und K(eyboard)-Serien. Beide Konkurrenten setzen auf ein erweitertes Ökosystem, bei dem mehr als ihre angebotenen Eingabegeräte mit den RGB-Effekten der Software-Suite versorgt werden sollen. Razer war einer der ersten Hersteller, der auch gezielt Dekorationselemente außerhalb des Rechners in die eigene Software-Suite eingefügt hat. So wären über die Razer-Connect-Schnittstelle Philips Hue Lichter über den Zigbee-Funkstandard mit Razer Synapse und den verschiedenen Profilen ansteuer- und vor allem synchronisierbar. Auch stylischere Wanddekorationen wie Nanoleaf sind über Razer konfigurierbar. Deutlich günstiger und ebenso intuitiv wie Philips und Nanoleaf wären dagegen Produkte des Hersteller Govee. Über Bluetooth und 2,4-GHz-Wifi lässt sich auch die günstigere Govee-Palette entweder über ein Drittprogramm auf Windows oder das Smartphone steuern. Um Drittanbieter dieser Sparte mit Software-Suites auf dem Desktop-Rechner zu verbinden, ist häufig eine Voreinstellung über die Hersteller-App und Bluetooth notwendig. Die Stromversorgung läuft extern über eine vom Rechner separate Steckdose. Einmal konfiguriert dürfte es keine nennenswerte Probleme abseits ungewollter Updates der PC-Software geben. Die einzelnen Beleuchtungsformen richtig im Zimmer anzubringen und anschließend miteinander über Funk zu verbinden kann je nach Heimnetzwerk und Wunschszenario entweder absolut kann Problem oder zur mentalen Odyssee werden. Sofern Sie auf ein Streamer-artiges Zimmer abzielen, sollten Sie vorab schauen, welche Software-Suites was unterstützt. Immer wieder kommt es zu Kooperationen zwischen LED-Vertreibern wie Govee und Hardware-Marken wie Razer/Corsair, sodass sich ein erneuter Blick vor dem Einkauf lohnen kann. Bei Corsair ist beispielsweise der Support des Philips-Hue-Kosmos bereits angekündigt.

Wenn zwei sich streiten ...

... freut sich kein Dritter, viel mehr gibt es Chaos. Je mehr unterschiedliche RGB-Software auf dem Rechner aufgespielt wird, umso chaotischer und kaputter verläuft auch der Alltag mit dutzenden (teils Pflicht-)Updates, wechselnden Profilen und vielem mehr. Sie sollten daher nach Möglichkeit eben nicht auf dutzende Programme, sondern einige wenige gezielt setzen. Breiter unterstützende Tools wie etwa OpenRGB können beispielsweise Razer- und Corsair-Hardware ohne Razer Synapse und iCue gleichzeitig synchronisieren – das Problem liegt dabei eher an der Unterstützung mancher Modelle und dem Detailgrad der Effekte. RGB-Profile, die auf der Peripherie-Hardware direkt gespeichert sind, können Software-Angebote auch überflüssig machen. Vorteil wäre hier, dass einmal eingestelle Hardware auch im Modus verbleibt und keine Software an den Ressourcen des Rechners zieht. RGB-Software kann außerdem häufig mit eher bitteren Punkten wie einer Account-Pflicht oder ständigen Updates abschrecken, die vor allem die größeren Software-Suites wie Razer Synapse, Corsairs iCue, MSI Center und Co. betreffen kann. Mächtige Einstellmöglichkeiten können auch je nach Vorerfahrung zunächst irritieren. Beim ersten Anpassen der RGB-Beleuchtung sollten Sie daher Geduld und ein gesundes Maß an Kreativität mitbringen – nicht, um die Farben hübsch zu bestimmen, sondern die Funktionen der Suite zu verstehen.

Stromverbrauch

Es dürfte wohl jedem klar sein, dass eine Raumbeleuchtung, wie sie in unserem Setup vorhanden ist, auch eine ganze Menge Energie verbrauchen kann. Wie viel die einzelnen Komponenten aus der Steckdose ziehen, haben wir einzeln nachgemessen. Unsere drei Testszenarien bestehen aus den beiden Extrem-Beispielen, maximale Helligkeit bei RGB-Wellen-Einstellung, sowie bei statischem Kaltweiß und dem Anwendungsszenario. Dieses schreibt eine Helligkeit von 50 Prozent vor. Bei maximaler Helligkeit ist es möglich einen Stromverbrauch von 135 bis 173 Watt zu generieren, was eine dauerhafte Verwendung der Beleuchtung durchaus bedenklich macht. Vor allem im Hinblick auf die derzeitigen Strompreise. Die Reduktion der Helligkeit auf 50 Prozent lindert die Situation zumindest etwas, mit 79 Watt ist der Verbrauch aber dennoch beachtlich.

Performance-Auswirkungen

Bei aufwendiger Beleuchtung ist natürlich auch die Leistung beziehungsweise die Leistungsaufnahme ein beachtenswerter Faktor – gerade unter Berücksichtigung aktueller Weltumstände. Ebenso ist die Leistungsaufnahme unses RGB-Testrechners, den wir für diesen Artikel aufgebaut und genutzt haben, durchaus beachtlich. Wir nutzen einen Intel Core i9-12900K und eine übertaktete RTX 3080 Ti, die in Spielen allein bereits bis zu 400 Watt zieht. Das ganze ist verbunden mit einem 3.440 × 1.440 Pixel messenden Alienware 21:9-Display mit 175 Hz. Im Leerlauf und mit deaktivierter RGB-Beleuchtung sowie ohne eine der zugehörigen Software-Oberflächen zieht der PC ohne Display knappe 70 Watt aus der Dose. Mit zugeschaltetem RGB sind es beinahe 100 Watt, Eine Steigerung von über 40 Prozent – wer schön bunt leuchten will, muss leiden, zumindest ein wenig.

Aber das ist natürlich relativ: Beim energieintensiven Spielbetrieb ist der Anteil der RGB-Beleuchtung im Gesamtverbrauch gegenüber dem Ruhezustand zu vernachlässigen. Das System schluckt sowieso tüchtig, bei 600 Watt Leistungsaufnahme macht die zusätzliche Beleuchtung nur noch einen unbeträchtlichen Anteil des der Gesamtbedarfs aus. Die größten Leistungskosten entstehen durch die bunten Lichter auf dem Display.

Doch bei RGB-Beleuchtung ist die Leistung in Spielen auch aus einer anderen Perspektive interessant. Bei reaktiven Beleuchtungseffekten, also RGB-Programmen, welche mithilfe eines Spiel-Inputs ihre Farben bestimmen oder etwa den Desktop-Hintergrund für eine Art „Ambiente-Beleuchtung“ nutzen, müssen Anweisungen von der CPU zu der RGB-Hardware versandt werden. Diese Anweisungen kosten Zeit, nicht ganz unähnlich Renderandweisungen (Draw Calls), welche die CPU an die Grafikkarte zwecks Darstellung virtueller Welten schickt. Je nach Komplexität müssten sich diese mittels Messungen erfassen lassen, obendrein sorgen natürlich auch die vielfältigen Software-Oberflächen für eine gewisse Last. Dies müsste sich messen lassen, was wir mit einigen Spielen ausprobieren möchten. Dazu ziehen wir mit Doom (2016) und Metal Hellsinger zwei Titel heran, die über eine Razer-Integration verfügen. Dying Light 2 verfügt über eine spielinterne Unterstützung von Asus Aura Sync. Wir schalten obendrein sämtliche Lichter zu und lassen diese – selbst ohne eigene Spiele-Integration – nach Möglichkeit auf Bildschriminhalt beziehungsweise Desktop-Hintergrund reagieren.

Die Auswirkungen sind messbar – halten sich allerdings mit maximal rund 5 Prozent Performance-Kosten generell im Rahmen. Metal Hellsinger zeigt mit etwa 7 Prozent die größten Leistungseinbußen, die auch an den Frametimes (siehe unten) ersichtlich sind. Empfindliche Naturen könnten gar den durch die Performance-Einbußen leicht erhöhten Input-Lag als störend wahrnehmen. Dieser macht sich selbst in Doom ein wenig bemerkbar. Ohne RGB-Beleuchtung fühlt sich der Shooter sogar mit Supersampling (das für unsere Messungen nötig ist, um nicht in das 200-Fps-Limit zu laufen) super-geschmeidig an, mit RGB ist das Gameplay nicht ganz so fluffig. Abseits dem Fps-Verlust sollten also eventuell E-Sportler beim kompetitiven Spielen auf bunte, reaktive Beleuchtung verzichten.

Lüfter aller Arten

Die Mutter aller RGB-Beleuchtungskomponenten sind wohl RGB-Lüfter. Die runde Anordnung sowie die drehenden Blätter sind dabei ausschlaggebend, warum die Beleuchtung dieses Bauteils so attraktiv wirkt. So gut wie alle Hersteller, Noctua mal ausgenommen, bieten RGB-Lüfter an. Verbunden werden die bunten Ventilatoren meist über einen Drei- beziehungsweise Vier-Pin-RGB-Header. Einige Marken verwenden jedoch auch proprietäre Anschlüssen, die einen Adapter voraussetzen. Im Inneren der Lüfter sind entweder statische RGB-LEDs verbaut, die mit 12 Volt angesteuert werden, oder einzeln ansteuerbare 5-Volt-ARGB-LEDs. Letztere können Regenbogen-Verläufe darstellen. Mit RGB-Lüftern geht meistens aber auch ein Tauschgeschäft einher. Ventilatoren mit hübsch beleuchteten Ringen haben in vielen Fällen, im Vergleich zum Außenmaß, einen kleineren Lüfter. Die Folge ist ein geringerer Luftdurchsatz, der in einer niedrigeren Kühlleistung resultiert. Die unbeleuchtete Konkurrenz kann dagegen die volle Größe des Rahmens ausnutzen. Abhilfe schafft die Anordnung der LEDs im Inneren der Lüfternabe. Hierdurch entsteht jedoch ein anderer Beleuchtungseffekt, als durch die ringförmige Anordnung. Welcher Effekt erwünscht ist, bleibt Geschmackssache. Für unser Beispiel-System griffen wir demonstrativ zu beiden Lüfterarten. Teil der Wasserkühlung sind die am Radiator montierten Arctic-P12-ARGB-Lüfter, die mit einer guten Leistung und einem günstigen Preis punkten können. Bei dieser Art von Lüfter sind die farbigen LEDs in der Nabe verbaut. Das Gegenstück in Form des Alpenföhn-Wing-Boost-3-Lüfters mit RGB-Ring ist am Heck des PCs angebracht. Hier sind vor allem die Verarbeitung und die hervorragende Optik dafür verantwortlich, dass es das Gebläse in unser RGB-Monster geschafft hat.

Bunte Grafikkarten

Bei einer Grafikkarte geht es schon lange nicht mehr allein um die Leistung. Die richtige Darstellung der Karte ist für viele Käufer ebenfalls wichtig geworden. Aus diesem Grund hat auch im Bereich der GPU die RGB-Beleuchtung Einzug gefunden. Neben dem eigentlichen Design des Kühlers sind viele Karten mit RGB-Zierelementen ausgestattet. Ob es sich dabei um Lüfter, Schriftzüge oder einfache Streifen handelt, ist je nach Hersteller und Modell unterschiedlich. Es gibt sehr dezente Ausführungen, aber auch besonders herausstechende, wie die von uns verbaute Palit 3080 Ti Game Rock. Über das „Edelstein-Design“ lässt sich eindeutig streiten – das Design passt allerdings perfekt in unser RGB-Monsterbeispiel.

Heller Arbeitsspeicher

Vielleicht einer der seltsamsten Einsätze von RGB-Beleuchtung: der Arbeitsspeicher. Nachdem sich ein Kühlkörper als Standard für moderne RAM-Kits durchgesetzt hat, erobert die RGB-Beleuchtung auch diesen Markt immer weiter. Dabei lässt es sich kaum leugnen, wie effektiv RGB-RAM aussehen kann – und am Ende des Tages geht es explizit darum. Einige Hersteller bieten hübsche, dezente Kits an, das ist jedoch nichts für unseren Beispiel-PC. Die maßlos übertriebenen Trident Z Royal von G.Skill sind dagegen genau das richtige. Der Temperaturunterschied von RGB- und reinen RAM-Riegeln hält sich meist bei ca. 2 bis 5 Kelvin, sodass Sie selbst bei Übertaktungsversuchen die mögliche thermale Steigerung in der Praxis nicht bemerken sollten.

Acryl-Elemente

Viele der Komponenten einer Custom-Wasserkühlung bestehen aus gefrästem Acryl-Glas. Dabei handelt es sich um ein Material, dass eine hohe Transparenz aufweist und einen hohen Brechungsindex von ca. 1,5 besitzt. Durch diese Eigenschaften sind die Acryl-Wasserkühlungskomponenten dazu prädestiniert beleuchtet zu werden. Wird es von LEDs angestrahlt, beginnt das Acryl, durch den hohen Brechungsindex und der im Inneren stattfindenden Totalreflexion, zu funkeln und zu leuchten. In den meisten Fällen werden CPU-Kühler sowie Ausgleichsbehälter beleuchtet, aber auch gelaserte Figuren auf flachen Acryl-Scheiben eignen sich als reine Dekoration hervorragend im geliebten RGB-Rechner.

Zierelemente

Nicht nur die eigentlich notwendigen Komponenten wie GPU, RAM und Lüfter werden mithilfe von RGB-LEDs genutzt, um den Rechner in Szene zu setzen. RGB-Elemente können auch zum reinen Selbstzweck, als Verzierung existieren. Dabei kann es sich um LED-Streifen, beleuchtete Schriftzüge oder in unserem Fall um kleine leuchtende Dreiecke handeln. Die iCue LC100 von Corsair kommen aber ebenso wie die beleuchteten Kabel des Lian Li Strimer Plus V2 auf einen hohen Preis. Dafür lassen diese sich nach belieben aneinander magnetisch befestigen und können einzeln angesteuert werden, wodurch schicke Muster entstehen. Weitere bunte Dekorationselemente sind unter anderem bei einfacheren Halterungen wie der Jonsbo VC-4-GPU-Stütze als auch komplexeren Displays zu finden.

RGB: Summa Summarum

Vom Software-Dschungel bis zum Stecker-Dickicht, bei der RGB-Thematik steckt der eine Kaninchenbau im nächsten. Wer sich mutigerweise den Problemen stellt, der wird mit einer bunt leuchtenden Dekoration belohnt. Innerhalb der 5-Volt-ARGB-Welt lassen sich auch mit etwas Bastelarbeit eigene Konfigurationen leicht zusammenstellen, die anschließend auch über das Mainboard gesteuert werden können.

Planung ist die halbe Miete

Vor dem Zusammenstellen und Erwerben der RGB-Hardware sollten Sie sich genauer mit der Kompatibilität auseinandersetzen und nach Möglichkeit bei einem relativ einheitlichen Ökosystem bleiben, ansonsten überschneiden sich Programme untereinander bei der Steuerung. iCue ist beispielsweise auch in der Lage, das Mainboard direkt mit einem RGB-Effekt zu belegen. Wenn jedoch noch ein weiteres Programm wie die Armory Crate dazwischenfunkt, sind Probleme praktisch vorprogramimiert. Eine integrierte Software-Brücke, wie es sie etwa bei Razer Synapse und dem MSI Center/ Mystic Light gibt, ist tendenziell vorzuziehen, allerdings kann dadurch auch die Effektvariation respektive die Feinheit des Effekts sinken. Bei beleuchteten Kabeln können entweder über bestimmte Hersteller-Software einzelne Streben mit der richtigen Orientierung angesprochen werden, oder man stellt die Kabel von USB- auf Mainboard-Synchronisation um, wie es beim Lian Li Strimer-Pack möglich ist. Vierpolige 12-Volt-LED-Einheiten werden angesichts der steigenden Popularität der dreipoligen 5-Volt-Verbindungen im Rechner immer seltener und lassen sich im Vergleich weniger fein ansprechen.

Weniger ist manchmal mehr

Neben der Auswahl der RGB-Komponenten sollten Sie beim Spielen außerdem ein Auge auf die Art der Effekte haben. Reaktive RGB-Spielereien, also jene Light-Shows, die auf einen Input, sei es durch eine Spielintegration oder etwa in Form einer zur Musik blinkenden Lichtorgel, benötigen im Regelfall Anweisungen und Daten, um ihre jeweiligen Leucht-Programme abzuspielen. Diese Anweisungen kosten potenziell (CPU-)Zeit, ebenso kann etwa eine Erfassung des Desktops oder des Spielgeschehens einen gewissen Performance-Verlust bedeuten. Bei unseren Tests erwiesen sich diese Einbußen absolut gesehen im Grunde als vernachlässigbar, allerdings brechen die P1-Perzentile verhältnismäßig stark ein und es kann für sensible Personen eine spürbare Verschlechterung der Responsiveness respektive der Eingabe-Verzögerung entstehen. Vor dem kompetitiven E-Sport-Match sollten Sie diese Effekte also vielleicht besser deaktivieren. Wir können an dieser Stelle zumindest empfehlen, dass Sie die Auswirkungen Ihrer RGB-Software samt anspruchsvolleren Effekten wie interaktivem Gameplay, Audio-Visualisierungen und Bildabfrage konkret nachmessen.

Beleuchtung kostet

Die abseits vom Rechner externen Premium-Lichter wie Philips-Hue-Birnen, Nanoleaf und die bei uns praktisch getesteten Govee-Produkte können insbesondere bei Streamern, Content-Creator oder auch als persönliche Lichterschau einiges hermachen. Die Verknüpfung mit Funk über Bluetooth- und/oder Wifi-Schnittstelle ermöglicht es, die Effekte am Rechner auch im gesamten Raum mit dem Auge genießen zu können. Das kann vor allem bei integrierten oder eigens erstellen Spiele-Profilen eine nette Ergänzung sein. Für einfachere Effekte sind aber auch abseits des Rechners Audio-Visualisierungen praktisch. Optische Ergänzungen im Rechner sowie LED-Strips samt Controllern am unteren Tischrand, der Decke und den Wänden kommen oft nicht nur mit einem höheren Kaufpreis, sondern auch insgesamt höherem Stromverbrauch einher. Wie auch bei der Auswirkung der Software am PC sollten Sie gerade angesichts heutiger Energiepreise bestenfalls genauer nachmessen und abwägen.

Höchste Helligkeit bei weißem Licht erfordert auch zwangsläufig mehr Strom. Bunte Regenbogen-Effekte beanspruchen die LED-Strips dagegen weniger, da bei weißem Licht alle Farbelemente der LEDs aktiv eingeschaltet werden.

(jh, re, pr, sr)

Fazit

Optional, potenziell teuer, aber auch irgendwie anziehend.Der Trend zu immer mehr Leuchteffekten im PC scheint weiterhin unaufhaltsam. Software-seitig werden immer mehr Pakete und Effekte nachgeliefert und aufseiten der Hardware werden alle möglichen Komponenten innerhalb und außerhalb des Rechners mit Licht versorgt. Am sparsamsten fährt man wenig überraschend ohne RGB, allerdings wird es kurioserweise in manchen Segmenten schwieriger, gezielt auf RGB zu verzichten.