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UNDER COVER BOSS


Walter Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 15.07.2021

PORSCHE 911 GT3 TOURING

Artikelbild für den Artikel "UNDER COVER BOSS" aus der Ausgabe 8/2021 von Walter Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Walter Magazin, Ausgabe 8/2021

Vor ziemlich genau 20 Jahren fuhr Walter Röhrl schon einmal im Porsche 911 GT3 durch die Weinberge entlang der Mosel. Damals klebten auf seinem Dienstwagen die Startnummer 0 und ein paar Sponsorenschriftzüge. Außerdem hatten Röhrl und Beifahrer Christian Geistdörfer einen Helm auf dem Kopf und waren in Sechspunktgurten festgezurrt. 2001 fuhren die beiden ehemaligen Weltmeister ein Vorausauto bei der Rallye Deutschland, die im Jahr darauf prompt zum WM-Lauf befördert wurde.

Neulich war Röhrl wieder in der Gegend südwestlich des Nürburgrings unterwegs. Die Rallye Deutschland ist allerdings inzwischen – bis auf Weiteres – Geschichte. Der Regensburger kann also dieses Mal auf feuerfeste Klamotten und Ansagen von Copilot Geistdörfer verzichten. Nur sein Auto für den entspannten Roadtrip ohne mitlaufende Stoppuhr ist wieder ein Porsche 911 GT3. Aus den 360 PS und 3,6 Litern Hubraum ...

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... des ersten GT3 von 1999 sind mittlerweile 510 PS und 4,0 Liter Gesamtinhalt der sechs Zylinder geworden. Und aus dem vor 20 Jahren relativ kleinen Heckspoiler ein riesiger Flügel im Thekenformat.

Eigentlich. Denn auf Röhrls Wagen für die Tour durch ehemaliges Rallye-Deutschland-Terrain kleben nicht nur keine Startnummern. Auch der bei diesem Modell eigentlich gewohnte Monsterflügel fehlt. Die Lösung des Rätsels: Auch vom aktuellen 911 GT3 bietet Porsche eine Version an, die auf so ziemlich alles verzichtet, was man wirklich nur auf der Rennstrecke braucht.

Touring heißt das Ganze in Anlehnung an eine Ausstattungsvariante des 911 Carrera RS aus dem Modelljahr 1973. Bereits damals gab es Kunden, die von der Leistung des nur oberflächlich zum Straßenauto domestizierten Rennwagens angetan waren, sich bei der Optik aber ein wenig mehr Zurückhaltung wünschten. 2017 griff Porsche diese Idee erneut auf und bot für die vorherige Generation des 911 GT3 (Typ 991) erstmals wieder ein Touring-Paket an. Dahinter steckte auch die Erkenntnis, dass nicht jeder, der sich ein Auto in der Preisklasse jenseits von 150.000 Euro leistet, seine Wochenenden unbedingt bei Trackdays verbringt. Und auf dem Parkplatz vor dem Golfclub sind pubertär anmutende Spoiler wenig imagefördernd.

KLEINER VARIO-SPOILER

Jedenfalls gibt’s jetzt auch den 911 GT3 der Baureihe 992 mit serienmäßigem Understatement. Kein Heckflügel durchbricht die unverwechselbare Coupé-Silhouette. Ersatz ist ein kleiner Vario-Spoiler, der erst bei höheren Geschwindigkeiten automatisch in Stellung geht. Bei genauem Hinsehen fallen an der Karosserie noch weitere Differenzierungsmerkmale zum anderen GT3 auf. Dazu zählen Leisten aus hochglanzeloxiertem Aluminium an den Seitenscheiben, silberfarbene Schriftzüge und Auspuffendrohre sowie Wagenfarbe auch für den unteren Teil der Fahrzeugfront.

Deutlicher werden die Unterschiede im Innenraum. Hier bedeutet Touring: weniger Rennauto, mehr klassischer Sportwagen. Für die Mittelbahnen der Sitzbezüge wird edler Stoff anstelle des von Porsche Race-Tex genannten Hightech-Materials verwendet. Bei Lenkrad, Schalt- beziehungsweise Wählhebel, Deckel der Mittelkonsole, Armauflagen in den Türverkleidungen und inneren Türgriffe ist Race-Tex durch schwarzes Leder ersetzt. Die Kopfstützen tragen geprägte Porsche-Wappen statt GT3-Logos. Außerdem bestehen die Türeinstiegsblenden sowie die Einsätze an Instrumententafel und Mittelkonsole aus gebürstetem schwarzen Aluminium.

Performance-seitig dürfte sogar Walter Röhrl abseits der Rennstrecke kaum einen Unterschied zwischen mit und ohne Touring-Paket feststellen. Schließlich sind das Fahrwerk mit doppelten Dreiecksquerlenkern an der Vorderachse, die breite Spur à la 911 Turbo und auch die Auswahl an elektronischen Fahrprogrammen identisch. Wahlweise gibt’s Sechsgang-Handschaltung oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.Bei den Fahrleistungen werden Porsche-Angaben durch das Touring-Paket keine Abstriche gemacht. 3,4 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und Höchstgeschwindigkeit 318 km/h mit PDK (3,9 Sekunden und 320 km/h mit Handschalter) sind beim Cruisen entlang der Mosel ohnehin rein theoretische Werte.

Teile der früheren Wertungsprüfungen, darunter „Stein und Wein“ und „Mittelmosel“, führen über öffentliche Straßen, können also problemlos in den Roadtrip mit dem Porsche 911 GT3 Touring integriert werden. Auf den von Kehren unterbrochenen kurzen Geraden hallt der großartige Motorsound von den steilen Weinbergen wider. Im Leerlauf brabbeln die sechs Zylinder rau vor sich hin. Erst bei höherem Tempo brüllt der Boxer bei jeder Kurbelwellenumdrehung „Rennsport“ in die Welt hinaus, trotz Ottopartikelfilter für Euro 6 und ganz ohne Klappenauspuff. Die Maximalleistung liegt bei 8.400 Touren an, erst bei knapp unter 9.000 setzt der Begrenzer ein – Porsche nimmt den Anspruch Hochdrehzahl- Konzept ernst.

BESCHLEUNIGEN UND SOUND GENIESSEN

Trotzdem schiebt der Vierliter-Boxer im Heck auch aus dem Drehzahlkeller vehement an. Es geht halt nix über einen Saugmotor, erst recht nicht über einen mit Einzeldrosselklappen sowie variabel gesteuerten Nockenwellen auf Ein- und Auslassseite. Dank elektronisch kontrolliertem Sperrdifferenzial in Kombination mit PDK-Getriebe (mechanische Quersperre beim Handschalter) geht von den 470 Newtonmetern Drehmoment auch nix in Rauch auf. Jedenfalls solange man die Finger vom Drive-Mode-Schalter am Lenkrad lässt und auf „Normal“ bleibt. Schließlich wollen wir in romantischen Mosel-Ortschaften wie Klüsserath, Neumagen oder Piesport nicht unangenehm auffallen.

Obwohl – sicher vermisst hier der eine oder andere die Geräuschkulisse von Rennmotoren und quietschenden Reifen. Die Rallye Deutschland war in dieser Gegend immer sehr willkommen. Und Walter Röhrl kann sich noch gut an die jubelnden Zuschauermengen erinnern, als er 2001 im Vorauswagen über die Wertungsprüfungen tobte. Während unserer Foto-Tour lässt es der inzwischen 74-Jährige im dezenten Porsche 911 GT3 Touring ruhiger angehen. Schließlich will er die Landschaft genießen und keine Bestzeiten erzielen.

Beim Grundpreis geben sich die Modellvarianten mit und ohne Heckflügel übrigens nichts, der liegt für beide bei rund 170.000 Euro. Wer will, kann auch den GT3 im Touring Outfit mit all den Optionals vollpacken, die für den Trackday-Bruder angeboten werden. Zum Beispiel mit der Keramikbremse.Die ist auf dem Weg zum eiligen Geschäftstermin eine Supersache.