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Unser aller Frau


Der Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 17/2019 vom 19.04.2019

Symbole Der Kathedralenbrand von Paris begründet ein neues Gefühl globaler Verantwortlichkeit. Notre-Dame könnte zur Chiffre dafür werden, dass das Weltkulturerbe viel mehr als eine hübsche Idee ist.


A ls im Bosnienkrieg die aus dem 16. Jahrhundert stammende Alte Brücke in Mostar zerstört wurde, verfasste die Schriftstellerin Slavenka Drakulić in der Zeitschrift »The New Republic« einen bemerkenswerten kleinen Aufsatz. Drakulić beschrieb, im Dezember 1993, ihre Gefühle beim Betrachten aktueller Fotos. Auf einem war die kaputte Brücke zu sehen, die immer auch ein Symbol für das friedliche Zusammenleben ...

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... von Bosniaken und Kroaten gewesen war, ein anderes Bild zeigte eine im Krieg getötete Frau. Drakulić suchte nach Erklärungen dafür, warum ihr Schmerz über die demolierte Brücke in Wahrheit größer war als der über die tote Frau. Ihre Antworten sagen viel darüber, was sich am Montag abspielte, als in Paris die Flammen aus dem Dachstuhl von Notre-Dame schlugen.

Im Kollaps der Brücke von Mostar, schrieb Slavenka Drakulić, werde ihr die eigene Sterblichkeit bewusst, nicht im Tod der Frau. »Dass Menschen sterben, erwarten wir. Wir alle wissen, dass unser Leben endet. Die Zerstörung eines Monuments der Zivilisation ist etwas anderes. Die Brücke, in all ihrer Schönheit und Anmut, wurde gebaut, um uns zu überleben; sie stand für den Versuch, die Ewigkeit zu fassen.« Und, schrieb Drakulić, »eine tote Frau ist eine von uns – aber die Brücke, das sind wir alle, für immer«.

In den dramatischen Stunden des Kathedralenbrands von Paris ist niemand gestorben, zum Glück, aber das Entsetzen über den möglichen Totalverlust eines ganz besonderen »Monuments der Zivilisation « ging in einer schier unglaublichen Bewegung stundenlang um die ganze Welt. Es war Nachmittag in Amerika, Abend in Europa, tiefe Nacht in Asien, aber es spielte keine Rolle: Die Nachrichtensender und Internetplattformen warfen überall ihre Programme und ihr Tagesgeschäft über den Haufen und schalteten nach Paris.

Dort hatte sich kein kriegerischer Akt ereignet, es ging nicht um Terror, nicht um Tote und Verletzte, es ging auch offenkundig nicht um irgendeine Tat. Ein dummer Unfall war zu beklagen, ein Kurzschluss vielleicht, ein Funkenschlag auf einer Baustelle.

Aber in Notre-Dame schien doch sehr viel mehr zu brennen als nur altes Gebälk. Die Angst galt natürlich zuerst dem gewaltigen Bauwerk, dann einigen Kunstwerken und zweifellos bedeutsamen Reliquien. Aber berührt waren offenkundig ganz andere, immaterielle und womöglich global gültige Werte. Werte, über die sich Menschen gleich welcher Herkunft und Weltanschauung ohne viele Worte offenkundig einig waren. Und so geschah am Montagabend etwas sehr Bemerkenswertes: Es stellte sich das Gefühl ein, dass sich die Menschheit womöglich nicht nur auf schön bedrucktem Uno-Papier um ihr gemeinsames Weltkulturerbe sorgt, sondern sehr konkret, ganz praktisch.

Rund um die Kathedrale versammelte sich schnell eine große, bunt gewürfelte Stadtgesellschaft, auf den Quais entlang der Seine, auf den Brücken zu beiden Seiten der Île de la Cité, wo Paris als Stadt einst geboren wurde. Dort drängten sich am Abend dicht an dicht Menschen, sie waren aus eigenem Antrieb gekommen und nun miteinander verbunden. Anwohner, Einheimische, Durchreisende, Touristen, viele standen stumm, manche weinten, manche sprachen polyglott in die Mikrofone von TV-Sendern oder filmten sich selbst in der Pose von Reportern oder machten Selfies zum Beweis ihrer Anwesenheit zur rechten Zeit am rechten Ort.


Ein analoger Fixpunkt aus Stein und Holz in unserem fortschreitend digitalisierten Leben.


Auf jeden Fall mischten sich dort an der Seine, und zumal vor Millionen Bildschirmen weltweit, Christen, Muslime, Atheisten und Kunstliebhaber, Buddhisten und Konfuzianer, Leser und Gaffer, News - junkies, und ihre Blicke in die lodernden Flammen begründeten eine Gemeinschaft auf Zeit. Zwischen ihnen spannte sich, ob sie sich dessen nun bewusst waren oder nicht, ein Band. Sie standen zusammen auf dem zentralen Marktplatz des globalen Dorfs. Und dieser Begriff, »global village «, den der Kanadier Marshall McLuhan schon im Jahr 1962 prägte, wirkte kaum je so real wie beim Anblick der brennenden Kirche am Montag.

Wer herausfände, was all die Leute jeweils sahen, könnte einen ziemlich umfassenden Katalog der menschlichen Befindlichkeiten in unserer Gegenwart aufblättern. Fromme Pariser Katholiken tauchten darin zweifellos auf, die am Montag darum bangen mussten, ob der in Notre-Dame aufbewahrte Reif aus Dornbuschzweigen gerettet würde, den sie als Christi Dornenkrone anbeten. Aber da waren auch ganz andere Zeitzeugen: Partyhopper aus aller Welt, die die Kathedrale im Zweifel eher mit Walt Disney als mit Victor Hugo assoziieren. Fremde von weit her, denen Karfreitag und Heiligabend Jacke wie Hose ist. Sie machten sich trotzdem alle Sorgen um den großen, grauen Bau, fast wie um einen bedrohten, geliebten Menschen.

Der Historiker Jacques Le Goff hat schon vor Jahren im Interview mit einer französischen Zeitschrift gesagt, die Kathedralen sprächen sowohl zu den kultiviertesten, gebildetsten Leuten als auch zu den einfachsten. »Sie heißen jedermann willkommen«, sagte Le Goff, »und jedermann erkennt in ihnen Sinn.« Regelrecht »vollgestopft« mit Sinn seien sie, sagte Le Goff, mit Eindrücken, Bildern. Die Kathedrale an sich sei das Monument mit dem größten Reichtum an Bedeutung überhaupt, der sich sonst nur in manchen Moscheen oder anderen Tempeln finde. »Ich weiß nicht, ob sich unter den modernen weltlichen Bauten welche finden, die ihnen darin vergleichbar sind.«

Eine derart allgemeine Faszination und klassenlose Beliebtheit führt in Zeiten von Easyjet und Airbnb schnurgerade in einen höllischen Alltag. Notre-Dame de Paris hatte bis zum Brand zwischen 30000 und 50000 Besucher täglich, 13 Millionen in einem Jahr. Die Kirche ist »en service«, Gottesdienste finden statt, die Kathedrale ist nicht profaniert, aber inoffiziell fühlen sich Besuche dort immer wie Stippvisiten auf einem sehr weltlichen Jahrmarkt an. Auch der »Overtourism« feiert hier seine Hochämter. Es ist ein übervölkerter, für die innere Einkehr unmöglicher Ort auf der global gültigen massentouristischen Todo- Liste geworden. Auf Tripadvisor.com steht Notre-Dame auf Platz 5 unter den 2516 »things to do in Paris«.

Wissen um religiöse oder historische Zusammenhänge wird nicht gebraucht, ge- schweige denn vorausgesetzt, um das Bauwerk zu betreten, obwohl hier Objekte verwahrt werden, die zu den kostbarsten Heiligtümern der Christenheit gehören. Auch an diesem Karfreitag wäre die Dornenkrone Christi wieder von 10 bis 17 Uhr zur Anbetung ausgestellt gewesen, sie bleibt sonst die meiste Zeit weggesperrt. Aber woraus speist sich der Schauder vor einem solchen Objekt heutzutage? Nur aus alter Frömmigkeit? Aus der sagenhaften Prominenz? Oder sind derlei Reliquien nur noch Requisiten in jener gotisch möblierten Welt der Fiktion, die Dan Brown, J. K. Rowling und Kollegen so schaurigschön in Szene setzen?

Augenzeugen des Brands am 15. April in Paris: Immaterielle, womöglich global gültige Werte


STÉPHANE LAGOUTTE / MYOP / LAIF

Das »finstere« Mittelalter, der graue Stein, das Pathos, der Weihrauch, die bes - tialischen Wasserspeier, die teuflischen Fratzen: Man darf vermuten, dass heutige Kirchenbesucher darin keine spirituellen Ermahnungen mehr erkennen. Nicht wenige Paris-Touristen werden bis zum großen Feuer die Türme und das alte Gebälk von Notre-Dame mit dem Gefühl betrachtet haben, eine wirklich gut gemachte Geisterbahn zu erleben. Und der Blick von dort oben ist ja wirklich sehr schön, das könnten Pixar, Disney, Netflix und HBO kaum besser machen.

Was also sahen all die unterschiedlichen, diversen Menschen, was verband sie am Montag, als »la flèche«, der prachtvolle Dachreiter, glühend in die Tiefe rauschte? Ein Zeichen der Niederlage? Einen Wink Gottes? Ein Kichern des Teufels? Ein statisches Problem? Eine Szene »wie im Film«? Mischten sich Eindrücke vom 11. September 2001 hinein, Gefühle der Ohnmacht im Angesicht stürzender Trümmer?

Überhöhungen helfen, die Welt begreiflich zu machen und sie mit den Mustern zu verknüpfen, mythologischen oder anthropologischen, die jeder Mensch mit sich herumträgt. Am Tag nach dem Unglück bedienten sich viele Medien aus dem großen Fundus der religiösen Metaphern. Die Zeitungen dichteten ihre Schlagzeilen mit frömmelnder Inbrunst. »Frankreich blutet Flammen«, titelten sie, »Flammen mitten ins Herz«, »Oh mein Gott« oder, voll auf die Zwölf, der »Berliner Kurier« mit der barocken Seite-eins-Aufmachung: »Die Hölle holt Notre-Dame«.

Wenn der Teufel die Finger im Spiel gehabt haben sollte, hat er wieder einmal eine Partie verloren. Die TV-Teams auf der Pont de la Tournelle waren bereits am Dienstag arbeitslos, denn das Feuer war aus. Die bauliche Substanz der Kirche war erhalten geblieben. Es erschienen erste Fotos aus dem Inneren der Kirche wie Metaphern eines göttlichen, eines öster lichen Triumphs. Sie zeigten den un versehrten Hochaltar und ein großes, aufrechtes Kreuz, das golden im Licht glänzte.

ARINA LEBEDEVA / TASS / ACTION PRESS

Schaulustige, Zerstörungen im Altarraum und am Dach des Kirchenschiffs: Verrußt, verwüstet, aber gerettet


GIGARAMA.RU / AP

THE NEW YORK TIMES / REDUX / LAIF / CRISTOPHE PETIT TESSON

Die Fotos konterkarierten die Live - berichterstattung des Montags, die die Furcht schürte, es könnte alles ein Raub der Flammen werden. Stundenlang wirkte es so, als wütete das Feuer im Inneren der Kirche wie in einem Hochofen. Als auch in den bis dahin schwarzen Bögen des Nordturms Flammen züngelten, sank alle Hoffnung. Es konnte ja niemand sehen, dass der Chef der Feuerwehr, ein Mann im Rang eines Generals, zehn seiner Leute hinauf in die Türme schickte, die das Feuer unter Einsatz ihres Lebens direkt löschten. Das dauerte, aber sie hatten Erfolg, was draußen um die Kirche lange nicht zu sehen war.

Eine morose Stimmung ergriff Journalisten und Passanten, die sich um Informationen bemühten, aber keine bekamen. Wer am Fernseher saß oder den Geschehnissen via Twitter oder auf aktuellen Websites folgte, bekam neuerlich eine Idee davon, wie hysterisch das Geschäft mit Nachrichten heutzutage geworden ist. Nicht erst seit Massenmörder die Livevideos ihrer Taten selbst streamen, gehören bewegte Bilder von egal welchen Ereignissen zur selbstverständlichen Vollversorgung. Wir wollen Anschauung, sofort, kaum dass eine Eilmeldung aufs Handy »gepusht« worden ist. Aber dadurch kursieren auch ständig Fehlschlüsse und irrige Mutmaßungen, und falsche Informationen fluteten auch am Montag ungefiltert und unwidersprochen viel zu lang alle Kanäle.

Die Pariser Feuerwehr, die ihre Arbeit offenbar mustergültig verrichtete, fand sich in wütenden Beiträgen bald als augenscheinlich inkompetent hingestellt. Auch der weltberühmte Brandschutzexperte Donald Trump schaltete sich zu und empfahl den Einsatz von Löschflugzeugen. Andere Erklärungslücken, die fürs Erste nicht zu schlie ßen waren, wurden von Journalisten und Experten mit hergeholter Tatsachen - fantasie gefüllt. In einer Liveschaltung der britischen BBC äußerte der Schriftsteller Ken Follett die – falsche – Gewissheit, dass alle Gewölbe des Hauptschiffs durchschlagen seien. Verzweifelte TV-Reporter fanden im Getümmel vor Ort »ehemalige« Feuerwehrleute, die sogleich als Experten vernommen wurden, und viele weitere Augenzeugen ohne jeden Augenschein kamen zu Wort. Stunden später war alles Schall und Rauch.

Im Verlauf der Karwoche kletterte Victor Hugos dicker, alter Notre-Dame- Roman in Frankreich auf Platz eins der Amazon-Buchverkäufe. Darin finden sich all die Zitate, die seit Montag ständig zu hören sind, wenn es um »die alte Königin unserer Kathedralen« geht und die Kirche als »Sinfonie aus Stein«. Nun sprechen die Steine auch zur Politik.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der eine für Montag angesetzte, wichtige Fernsehansprache ans Volk wegen des Brands absagte, hielt stattdessen eine ganz andere am Tag darauf. So viel Pathos war selten, selbst für französische Verhältnisse, selbst für ihn. Aber der durch die »Gelbwesten « gebeutelte Präsident hofft offenbar darauf, dass sich auf den Trümmern der Kirche auch eine neue Legende seiner eigenen Legitimität basteln ließe.

Solche Operationen sind in der Geschichte immer wieder gelungen, auch diese geheimnisvolle Kraft ruht in den alten Kathedralen. Der Wiederaufbau des Wiener Stephansdoms nach einem Großbrand 1945 gehört zu den Gründungsmythen des heutigen Österreichs. Die Heilung der Brandschäden an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar hat in Deutschland Bürgersinn geweckt weit über die Stadt hinaus. Wird die Reparatur von Notre-Dame nun dabei helfen, auch die sozialen Risse in der französischen Gesellschaft zu kitten? Ein neues Wir zu begründen? Forcieren lässt sich das nicht. Die zarten Bande, die sich zwischen den Menschen knüpften, als der Feuerschein über die Gesichter flackerte, lassen sich nicht von oben planen. Gefühle der Zusammengehörigkeit erkalten schnell, wenn sie sich nicht frei entfalten dürfen, sondern von interessierter Seite eingefordert werden.

Es hat auch nicht geholfen, dass sich unverzüglich Frankreichs Milliardäre mit Spendenzusagen von 100 oder 200 Millionen Euro wie bei einer eitlen Auktion gegenseitig übertrumpften. Sie mögen es gut gemeint haben, aber als sich abzeichnete, dass bald 1 Milliarde Euro im Spendentopf sein werden, in großen Tranchen eingezahlt, waren gleich bissige Fragen danach zu hören, ob das Volk beim Wiederaufbau von Notre-Dame überhaupt gebraucht werde.

Das sind nationale Kleinigkeiten. Bedeutsamer ist, zuerst, dass die Kathedrale steht. Verrußt, verwüstet, entkernt, gewässert. Aber gerettet. Und die Geschichte über »neun Jahrhunderte Liebe« kann weiter - gehen, wie das Magazin »Le Point« titelte. Noch bedeutsamer ist womöglich, dass sich die unterschiedlichsten Menschen miteinander verbanden in der Sorge um ein Bauwerk, im Gefühl eines gemeinsamen Erbes.

Eine Kirche wurde am Montag ein analoger Fixpunkt aus Stein und Holz und Blei in unserem fortschreitend digitalisierten Leben. Es ging die Angst um, dass dieses authentische Stück Welt verschwinden könnte, mit ihm wäre ein Stück verbürgte Wirklichkeit verschwunden. Vielleicht ist es das: So wie früher echte Goldbarren gehortet wurden, um den Wert des Geldes zu begründen, braucht es heute die weltweit bekannten, historischen Bauwerke, um all die Bilder, Filme, Postkarten, die zugehörigen Erinnerungen und Gefühle zu beglaubigen. Notre-Dame de Paris gehört, das konnte man ahnen, aber erst seit Montag steht es fest, zu den Quellen, aus denen die Menschheit Kraft und Gewissheit schöpft.

Das geschichtsträchtige Herz Frankreichs

Die Kathedrale Notre-Dame von Paris wurde von 1163 bis 1345 erbaut. Sie ist ein frühes Beispiel des gotischen Baustils, bei dem die Architekten danach strebten, eindrucksvoll hohe Innenräume zu schaffen. Im 130 Meter langen Kirchenschiff können sich bis zu 10000 Menschen versammeln. 1793, während der Französischen Revolution, wurde die Kirche von einer fanatischen Menge gestürmt und die Inneneinrichtung mit dem damaligen Bilderschmuck weitestgehend zerstört.

Schmuckhülle mit der »Dornenkrone Christi«


REMY DE LA MAUVINIERE / DPA