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Unser individuell gefärbter Blick durch die Salmlerbrille


aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 04.08.2021

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Artikelbild für den Artikel "Unser individuell gefärbter Blick durch die Salmlerbrille" aus der Ausgabe 5/2021 von aquaristik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 5/2021

Die wohl bekanntesten blauen Salmer: Neonsalmler, hier ein Pärchen des Roten Neonsalmlers Paracheirodon axelrodi.

Die von der Redaktion an uns gerichtete Frage war, ob wir zum Thema „Blaue Salmler“ etwas beitragen könnten. Doch welches Blau sollte es sein? Hellblau, Blaugrau /-grün /-gelb /-rot oder /-schwarz, blaugestreift oder gepunktet? Da kommen sehr viele Varianten infrage. Daher ist die hier vorgestellte Auswahl auch nur ein individuell (blau) gefärbter Blick durch unsere Salmlerbrille.

Fast alle hier abgebildeten Arten haben wir vermehren können, manche eher problemlos, andere Arten verlangten uns einiges ab. Die Haltung aller blauen Salmler ist relativ einfach. Einige Arten sind recht klein (< 35mm), weshalb man natürlich auf entsprechend kleine Mitbewohner achten muss. Alle Arten sind friedlich gegenüber anderen Fischen, keine Art frisst Pflanzen.

DIE „NEONSALMLER“

Die vermutlich berühmtesten bzw. am häufigsten verkauften blauen Salmler sind die „Neonsalmler“. Dabei handelt es sich um ...

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... kleine schlanke Arten mit einem roten und einem blauen Streifen unterschiedlicher Intensität und Länge. Bisher sind drei Arten beschrieben, möglicherweise existieren jedoch mehr. Auch tauchen, wie bei anderen Salmlerarten auch, immer neue Zuchtformen (z.B. goldene Varianten, Schleierflossen etc.) im Handel auf.

Vom normalen Neonsalmler (Paracheirodon innesi) sind fast ausschließlich Nachzuchten zu erhalten, vom Blauen Neon (Paracheirodon simulans) vermutlich nur Wildfänge. Beim Roten Neon (Paracheirodon axelrodi) kann man in den letzten Jahren auch zunehmend Nachzuchten (aus Asien oder Osteuropa) antreffen.

Die Wildfänge gelangen aktuell überwiegend aus Kolumbien zu uns, während sie in früheren Jahren vor allem aus Brasilien, von wo die Art auch beschrieben worden ist, importiert wurden. Die Färbung weicht dabei ab. Ob es sich um eine eigene Art handelt, ist jedoch unklar. Die Nachzucht des „Roten Neon“ ist schon etwas anspruchsvoller, aber durchaus auch dem Hobbyaquarianer möglich.

ANGEBOT ERWEITERT

In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Salmlern mit blauer Färbung deutlich erweitert. Insbesondere in der Gattung Hyphessobrycon ist dort einiges zu entdecken. Den Anfang machte der Rot-Blaue Kolumbiensalmler, der 1995 erstmalig im Handel auftauchte und schließlich 2002 als Hyphessobrycon columbianus beschrieben worden ist. Die Art hat in den letzten Jahren durch jahrelange Inzucht oder falsche Zuchtauslese unseres Erachtens an Farbe und Größe verloren, vermutlich auch, da sie recht leicht und in großer Stückzahl vermehrt werden kann.

1 Beim Brombeersalmler Hyphessobrycon wadai sind auch die Weibchen äußerst hübsch anzuschauen.

2 Hier im Bild: ein Männchen des Sechsstreifensalmlers Hyphessobrycon hexastichos, 54 mm lang.

3 Der Lapis-Tetra Hyphessobrycon cyanotaenia, ein Männchen von 40 mm Länge.

4 Für Heterocharax virgulatus, hier ein Weibchen, gibt es keinen deutschen Namen.

Als weitere Attraktion kam der Rot-Blaue Perusalmler in den Handel, der inzwischen (2016) als H. margitae beschrieben wurde. Hier ist die Nachzucht recht mühsam und die Tiere sind anfällig für Degenerationserscheinungen an den Flossen.

Weitere imposante Salmler sind Hyphessobrycon cyanotaenia (Lapis-Tetra, beschrieben 2006), H. melanostichos (Blaustreifensalmler, wissenschaftliche Beschreibung ebenfalls 2006), H. hexastichos (2005) und H. wadai (Brombeersalmler, 2016), welche sich zum Teil gerade erst in der Aquaristik etablieren.

Daneben dürfte es, wenn man sich im Internet insbesondere auf asiatischen Seiten umsieht, noch zahlreiche ähnliche Hyphessobrycon-Arten geben. Diese sind aber entweder noch nicht wissenschaftlich beschrieben oder bisher nicht bei uns in der Aquaristik angelangt.

KONTRASTREICHE FLOSSEN

In den Gattungen Astyanax, Hemigrammus und Moenkhausia sind uns keine so richtig blauen Salmler bekannt, sicherlich gibt es diese aber auch. In anderen Gattungen wird man gelegentlich fündig: Heterocharax virgulatus mit einem imposanten grünlichen Blau, Bryconamericus diaphanus mit kontrastreichen roten Flossen (die korrekte Identifizierung ist allerdings nicht sicher).

Nicht zu vergessen sind zahlreiche vorratsbefruchtende Arten, welche allerdings in den letzten Jahren eher seltener anzutreffen sind. Hier ist ein Problem ihre „Unruhe“ und ständiges Umherschwimmen, vermutlich ein Grund, weshalb wir uns nie richtig mit diesen Arten anfreunden konnten.

Die berühmtesten Vertreter sind Boehlkea fredcochui und Knodus borki. Beide Arten werden häufig verwechselt. Daneben trifft man gelegentlich auf sehr kleinbleibende, blau schimmernde Arten aus der Gattung Tyttocharax.

Ein richtiger Exot der Vorratsbefruchter und vermutlich nie im Handel ist die Art Pterobrycon myrnae (Flügelschuppensalmler), die eine echte Herausforderung in der Vermehrung ist. Wir konnten diese Art vor einigen Jahren vermehren und spannende Beobachtungen bei der Paarung dokumentieren. Leider ist sie uns jedoch in der Zwischenzeit ausgestorben. Erst 2010 wurde der Kolibrisalmler (Trochilocharax ornatus) beschrieben, eine sehr kleine Art, die wir ebenfalls mit etwas Mühe vermehren konnten.

TOLLE BLAUTÖNE

Auch ein ausgewachsenes Männchen des Kaisertetras (Nemato– brycon palmeri) kann mit tollen Blautönen imponieren, ebenso wie die Männchen des Königssalmlers (Inpaichthys kerri), beide sind fester Bestandteil der Aquaristik seit Jahrzehnten.

Die Aufzählung ist definitiv noch nicht zu Ende, aber wir hoffen, dass der kurze Abriss zumindest beim einen oder anderen Leser etwas Interesse an Salmlern geweckt hat. Für alle, die an einer Farbsehschwäche leiden (ca. 9 Prozent aller Männer leiden an einer Rot-Grün-Sehschwäche!) und daher Arten wie Rote von Rio, Zitronen-, Erdbeer- oder Blutsalmler in unserem Artikel vermisst haben: Vielleicht schreiben wir zukünftig ja mal etwas über gelbe, grüne oder rote Salmler…

TEXT: PETER UND MARTIN HOFFMANN,

Peter Hoffmann (links), Jahrgang 1942 (Rentner), ist seit über 70 Jahren Aquarianer. Dr. med. Martin Hoffmann Jahrgang 1970 (Lungenfacharzt), wurde in die Aquaristik hineingeboren.

Spezialisiert haben sich Vater und Sohn im Laufe der Jahrzehnte auf die Zucht südamerikanischer Salmler, verschiedener Welsarten und Zwergbuntbarsche, über die in verschiedenen Publikationen berichtet wurde