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Unsere Besten


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tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 121/2022 vom 14.11.2022

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Artikelbild für den Artikel "Unsere Besten" aus der Ausgabe 121/2022 von tennisMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: tennisMAGAZIN, Ausgabe 121/2022

DRILL AM MORGEN: Josy Daems, 16, (im Vordergrund re.) und die anderen Mädchen vom Porsche Junior Team schlagen Bälle in der Halle des Württembergischen Tennis Bundes in Stuttgart- Stammheim.

SERVE & DRIVE

Der große Roadtrip tennis MAGAZIN fährt zu den besten Tennisspots

Stockduster ist es, als der Reporter vor dem Sportlerhaus des Württembergischen Tennis Verbandes in Stuttgart-Stammheim vorfährt. Eigentlich sollte der Trip von Hamburg ins Ländle schneller gehen. Aber die rund 650 Kilometer gen Süden ziehen sich wie Kaugummi. Die Staus und Baustellen auf der A7 sind legendär. Auch an diesem Dienstagnachmittag, einem goldenen Oktobertag mit reichlich Sonne. Auf dem Navi-Display blinken die zeitlichen Verzögerungen im Sekundentakt auf. Ein Trost: tennis MAGAZIN genießt das Privileg per Porsche Panamera anzureisen. Herrlich satt liegt die stylische Fünf-Meter-Limousine auf der Straße. Wenn man dann mal beschleunigen kann, ist das so mühelos wie der Aufschlag von Roger Federer. Der blubbernde Sound im Sport-Modus entschädigt für die Warterei in Blechkolonnen.

„Serve-and-Drive“ ...

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... heißt die Serie, die wir in Zusammenarbeit mit Porsche vor fünf Jahren ins Leben gerufen haben. Diesmal geht die Reise zu den Wurzeln des Stuttgarter Automobilherstellers. Seit mehr als 40 Jahren ist der Porsche Tennis Grand Prix in der baden-württembergischen Landeshauptstadt das Herzstück im Tennis-Portfolio der Luxusautomarke. Seit mehr als zehn Jahren pumpt Porsche Geld in die Förderung des deutschen Damentennis. Was passiert damit? Wer sind die Kerbers und Petkovics von morgen? Wie trainieren die Talente? Und was lernen sie, um es in ein paar Jahren mit den Besten der Welt aufzunehmen? All diese Fragen schwirren einem im Kopf vor dem Besuch beim PJT-Lehrgang.

PJT? Steht für Porsche Junior Team. Es gibt auch das Porsche Talent Team, das sind die älteren Spielerinnen. Sie haben die Schule schon beendet, sind wie Nastasja Schunk oder Noma Noha Akugue Vollprofis. Die besten Deutschen wie etwa Jule Niemeier bilden das Porsche Team Deutschland. Es ist der Kader für den Fed Cup, der mittlerweile Billie Jean King Cup heißt.

Zurück zu den Juniorinnen, den 14- bis 18-jährigen Talenten. Acht Tage dauert ihr Intensivkurs. Caro, Josy, Ella und die anderen sind durchgetaktet wie Manager. Wer es bis in eines der vier Bundesleistungszentren des DTB geschafft hat, gehört zur Elite, hat Hunderttausende von Bällen geschlagen, weltweit Juniorenturniere gespielt, mit Topcoaches trainiert, Sichtungen und verschiedene Kader durchlaufen.

Wenn man so will, ist die Woche in Stuttgart die Essenz all dessen. Die Toptalente, die aus allen Teilen Deutschlands zusammenkommen, unterm Brennglas. Sie messen sich gegenseitig in Tiebreak-Turnieren.

Sie absolvieren Fitness-Parcours. Sie joggen im Wald, prügeln Filzkugeln in der Drei-Felder-Halle mit US Open-Belag und Playsight-Technologie. Sie durchlaufen verschiedene Schulungen: vom Social Media-Training bis zum Interview vor laufender Kamera mit Tennisexperte Matthias Stach. Wer ein paar Tage hineinschnuppert in diese Welt, bekommt einen Eindruck davon, wie groß der Aufwand ist.

Enge Taktung, kurze Wege

Am nächsten Morgen textet Barbara Rittner das Progamm für den Vormittag: „Kondi 8.45 - 9.30, Tennis 9.30 - 11.30.“ Anschließend Mittagessen – Pasta und Salat – in der Gastronomie des Württembergischen Tennis Bundes direkt neben den Plätzen. Die hochmoderne Fitnesshalle befindet sich eine Treppe tiefer. Das Sportlerhaus, in dem die Mädchen im Doppelzimmer untergebracht sind, liegt keine hundert Schritte im Nachbargebäude. Kurze Wege. Zeit zum Reden gibt es trotzdem erstmal nicht. Nach dem Lunch geht es für den ganzen Tross samt Betreuerteam, DTB-Mitarbeitern und Social Media-Mann, direkt ins Porsche-Werk ins sechs Kilometer entfernte Zuffenhausen. Die Botschaft des Trips: Wer hart arbeitet und erfolgreich ist, erntet die Früchte – so wie die Porsche Tennis Grand Prix-Siegerinnen Angelique Kerber, Julia Görges und Laura Siegemund, die zur Siegergage das Traumauto dazubekamen.

1. Joelle Steur

Alter: 18 (Jg. 2004) Verein: Tennispark Versmold Schlagarm: Rechtshänderin WTA-Ranking: 571 ITF-Juniorranking: 54 Erfolge: Viertelfinale Roland Garros Juniors, Deutsche Meisterin U14 Besonderheit: spricht vier Sprachen

2. Marie Vogt

Alter: 17 (Jg. 2005) Verein: TC Bernhausen Schlagarm: Linkshänderin WTA-Ranking: -ITF-Juniorranking: 158 Erfolge: Deutsche Hallenmeisterin U16 Besonderheit: Eigengewächs des Württembergischen Tennis Bundes

3. Julia Stusek

Alter: 14 (Jg. 2008) Verein: Heidelberger TC Schlagarm: Rechtshänderin WTA-Ranking: 1014 ITF-Juniorranking: 183 Erfolge: Siegerin bei der inoffiziellen U14-WM („Les Petits As“), erster Profisieg mit 14 Besonderheit: trainiert bei der Mutter von Martina Hingis

4. Tea Lukic

Alter: 18 (Jg. 2004) Verein: TC GW Gifhorn Schlagarm: Rechtshänderin WTA-Ranking: 571 ITF-Juniorranking: -Erfolge: Deutsche Meisterin U16, sieben Doppeltitel bei den Juniorinnen Besonderheit: trainierte bei Star-Coach Riccardo Piatti

5. Carolina Kuhl

Alter: 17 (Jg. 2005) Verein: TV Fürth 1860 Schlagarm: Linkshänderin WTA-Ranking: -ITF-Juniorranking: 47 Erfolge: neun Juniorentitel, ein Profititel im Doppel auf der ITF-Tour Besonderheit: zweifache Bayerische Meisterin (U14, U16)

6. Josy Daems

Alter: 16 (Jg. 2006) Verein: Heidelberger TC Schlagarm: Linkshänderin WTA-Ranking: -ITF-Juniorranking: 170 Erfolge: Deutsche Meisterin U14, Deutsche Meisterin im Doppel U16 Besonderheit: Junior Billie Jean King-Cup-Teilnehmerin

7. Ella Seidel

Alter: 17 (Jg. 2005) Verein: Der Club an der Alster Schlagarm: Rechtshänderin WTA-Ranking: 588 ITF-Juniorranking: 22 Erfolge: Deutsche Meisterin U14 und U16, Finale Junioren-Doppel US Open Besonderheit: Abi schon mit 17 Jahren

„Wir reden später“, ruft Rittner, die nachmittags schon wieder auf dem Platz steht und Bälle füttert, dem Reporter zu. Neben ihr, auf den Courts vier und fünf, üben die DTB-Trainer Dirk Dier, 50, und Jasmin Wöhr, 42, mit dem Nachwuchs. Physiotherapeut Matthias Breunig, 40, und Fitnesscoach Martin Brenner, 35, komplettieren das Trainerteam. Beide sind festangestellte Kräfte im DTB mit toller Vita. Breunig arbeitete fünf Jahre in der berühmten Klaus Eder-Rehaklinik in Donaueschingen, behandelte Fußballstars wie Per Mertesacker und Mario Götze. Brenner machte die Volleyball-Nationalmannschaft für Olympia fit und verantwortet inzwischen das komplette deutsche Damentennis als Bundestrainer Athletik.

Über allen thront Rittner als Head of Women‘s Tennis. „Wir haben hochqualifizierte Trainer“, sagt die 49-Jährige. Rittner sitzt am nächsten Morgen im Frühstücksraum auf einem Holzstuhl und zieht nach fast einer Woche Bilanz. „Die Mädels bekommen hier ein absolutes Luxuspaket“, sagt sie. Ein paar Tage war der ehe- malige Kerber-Coach Benjamin Ebrahimzadeh vor Ort – „mit dem Blick von außen“ (Rittner). Als Sparringspartner fungierte der frühere Top 100-Profi Yannick Maden. Es gab Ernährungsberatung von Experten des Olympia-Stützpunktes, Leistungsdiagnostik mit kompletter Analyse der Ausdauerfähigkeit und der Muskulatur.

Rundumsorglos-Paket

Man könnte auch sagen: Vielmehr geht nicht für eine im Schnitt 16-Jährige, die ins Abenteuer Profitennis startet. Rittner formuliert es so: „Man kann das Pferd nur zur Wasserstelle bringen, trinken muss es selbst.“ Zum Rundumsorglos-Paket inklusive zwei dieser Premium-Lehrgänge (der andere findet als Sandplatzvorbereitung im April statt) sowie zwei bis drei reine Kondi-Veranstaltungen gehört auch die permanente Abstimmung mit den Heimtrainern.

Die Frage ist, ob das, „was geboten wird und man sicher selten so professionell vorfindet“ (Rittner), am Ende zum Ziel führt. Das da lautet: Top 100 der Welt für jede. Mindestens. Auf der einen Seite hilft das Geld von Porsche (genaue Summen werden nicht genannt), um Trainer, Physios, Kondi-Blöcke, Reisen und Lehrgänge zu bezahlen. Geld fließt übrigens nicht. „Das Budget ist zweckgebunden“, sagt Rittner.

Auf der anderen Seite – und das weiß niemand besser als Rittner – ist es keine Garantie für späteren Erfolg. Was Rittner, früher Juniorensiegerin in Wimbledon und die Nummer 24 der Welt, bei der jungen Generation teilweise vermisst, sind „Eigenverantwortung und Durchhaltevermögen“. Ihr Credo: Die Mädchen heute sind verwöhnter, als es bei ihrer Generation der Fall war. Kinder mit Migrationshintergrund sind oft bissiger und durchsetzungsfähiger. „Sie brennen mehr“, sagt Rittner.

15 Wochen pro Jahr wird das Porsche Junior Team vom DTB betreut. Dazu kom-men als Unterstützung eine Jahresplanung und viele Einzelgespräche mit Eltern, Heimtrainern und Spielerinnen. Die angestrebte Internatslösung gibt es bundesweit noch nicht. Ob sich die Neustrukturierung der Bundesstützpunkte auf die Leistung auswirkt, wird man sehen. Bislang trainierten die besten U13-Mädchen in Kamen und die U14 bis U18-Spielerinnen in Stuttgart, künftig üben alle Mädchen und Jungen in allen DTB-Eliteschmieden inklusive Oberhaching und Hannover.

DER TESTWAGEN IM CHECK

Innenleben des Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo, mit dem tennis MAGAZIN die 655 Kilometer von Hamburg nach Stuttgart zurücklegte. 440 Pferdestärken wummern beim 2,9-Liter-V6-Biturbo-Motor unter der stylischen Haube. In 3,7 Sekunden beschleunigt der Flitzer von 0 auf 100. Rasanter ist nur die Durchzugsbeschleunigung mit 2,4 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Höchstgeschwindigkeit laut Hersteller: 293 km/h. Für den entspannteren Fahrspaß beträgt die elektrische Reichweite innerorts rund 50 Kilometer. Ein Traum ist der Komfort drinnen: Beinfreiheit ohne Ende und Sitze vom Allerfeinsten. Preis: ab 138.000 Euro. Mehr Infos:

Training bei der Mutter von Hingis

Was in jedem Fall Hoffnung macht, sind Geschichten wie diese: Julia Stusek aus Heidelberg, erst 14 Jahre alt, trainiert in der Schweiz bei Melanie Molitor, der Mutter von Martina Hingis und hat bereits „Les Petits As“, das prestigeträchtigste Juniorenturnier bei den U14 in Tarbes, Frankreich, gewonnen. Die Hamburgerin Ella Seidel, 17, hat zwei Klassen übersprungen, bereits das Abitur gemacht und kann schon jetzt als Profi durchstarten. Intern hat sie die nächste Stufe schon erklommen, wird demnächst im Porsche Talent Team geführt. Es ist Freitag, Abreisetag. Die Mädchen packen ihre Taschen, herzen sich zum Abschied. Es ist ein bisschen wie am Ende einer Klassenfahrt. Und es wird interessant sein zu beobachten, wo die Reise für Joelle, Marie, Julia, Tea, Carolina, Josy und Ella von Stuttgart in die Welt noch hinführt. ?