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Unsere schönsten Bindungs-Spiele


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Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 10.08.2022
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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 9/2022

Nicole Röder

Die Diplom-Pädagogin lebt in Trier und beschäftigt sich mit Lern- und Lehrprozessen bei Mensch und Hund. Alltagstaugliches Trick- und Denktraining, kreative Beschäftigung und bindungsfördernde Auslastung sind ihre Schwerpunkte. Die Neuauflage ihres Buches „Bindungsspiele für Hunde“ erscheint ab 16.9.2022 im Cadmos Verlag und kostet 18,99 €. Erhältlich unter anderem bei www.cadmos.de

D ie Bindung zwischen Mensch und Hund kann man sich wie ein unsichtbares Seil vorstellen, das beide Partner miteinander verbindet. Je mehr innige Zeit Mensch und Hund miteinander verbringen, je mehr Abenteuer sie gemeinsam erleben und je größer das Vertrauen zueinander wird, desto stärker wird die Bindung. Besonders das gemeinsame Spiel fördert die Verbindung von Mensch und Hund. Vor allem sind hier die Spielvarianten hervorzuheben, bei denen Zwei- und Vierbeiner im Team zusammenarbeiten. In meinem Buch ...

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... „Bindungsspiele für Hunde. Beziehung und Vertrauen spielend vertiefen“, das im September im Cadmos Verlag erscheint, ist eine Fülle an bindungsfördernden Spielideen zu finden. Ein paar dieser Beschäftigungsvorschläge habe ich Ihnen hier zusammengefasst – viel Spaß beim Nachspielen.

▶ Wichtig vorab: Bei allen genannten Spielen gibt es kein Richtig oder Falsch. Der Spaß an der gemeinsamen Beschäftigung steht im Vordergrund und jeder kann die Spielidee so abwandeln, dass sie für den eigenen Hund passt. Die Freude an der Teamarbeit sollte immer im Vordergrund stehen – nur so wächst man zusammen und lernt sich besser kennen, verstehen und aufeinander zu bauen.

Alle hier vorgestellten Spiele können ab- oder angeleint (dann bitte mit Schleppleine und Brustgeschirr) ausprobiert werden und sind für junge bis alte Hunde gleichermaßen geeignet.

Zerrspiele – aber richtig

Körpernahe Spiele eignen sind immer besonders gut, um die Bindung zu festigen. Bei klassischen Wegwerfspielen kann es nicht nur zu einer Überlastung der Gelenke kommen – vor allem steht hier in der Regel nicht der Mensch für den Hund im Vordergrund, sondern das Spielzeug. Wer ihm dieses wirft, ist in der Regel egal. Also: Lieber mal eine ordentliche Tobe- und Zerrsession einlegen – denn die funktioniert nur gemeinschaftlich. Außerdem: Wann sonst kann man sich auch als Erwachsener mal wieder übermütig über den Rasen rollen und unartikulierte Laute von sich geben?

▶ Kleiner Tipp: Vorab das Hergeben des Spielzeugs einüben. Hierzu den Hund zum Festhalten und Zerren animieren und gleichzeitig mit dem Signal zum Hergeben ein Leckerchen oder anderes Spielzeug eintauschen. Dabei immer darauf achten, gleich- oder höherwertig einzutauschen. Sobald das gut funktioniert, nur auf Signal das Hergeben üben. Sobald der Vierbeiner loslässt, loben und sofort weiterspielen. Merke: Loslassen macht Spaß und es geht einem als Hund dabei nichts verloren!

„Beim Spielen gibt es kein Richtig oder Falsch, der Spaß steht im Vordergrund.“

Mit einem relativ langen, zerrgeeigneten Spielzeug den Hund zum Zupacken und Ziehen animieren. Hierzu das Zergel im Zickzack über den Boden ziehen, in die Luft werfen und selber auffangen, ein Stück wegschleudern und selber hinsprinten, um es aufzunehmen usw. – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sobald der Hund zupackt, ruhig kräftig mit ihm ziehen, dann wieder nachgeben und so weiter.

Und ganz wichtig: Jeder darf mal Sieger sein! Wer ständig der Verlierer ist, hat bald keine Lust mehr auf das Spiel – das gilt auch für unsere Hunde. Und eines ist klar: Gemeinsames Zerren soll immer Freude machen – denn so kann man den Hund auch im Erziehungstraining prima belohnen, ihn ablenken, wenn der Lieblingsfeind kommt und nach einem Moment der Anspannung aktiv mit ihm daran arbeiten, die angestaute Energie abzulassen.

Die Stärke, mit der gezerrt wird, immer der Größe und dem Alter des Hundes anpassen. Kleine Milchzähnchen wollen nicht so fest gezergelt werden wie das erwachsene Gebiss eines Schäferhundes.

▶ Kleiner Tipp: Auch vermeintlich spielfaule Hunde haben irgendetwas, dass sie gerne zerrend und reißend bearbeiten wollen. Also gerne einiges ausprobieren. Von T-Shirts über Seile mit falschem Fell bis hin zu mit Leckerchen gefüllten Socken oder Filzzöpfen – probieren Sie sich einfach durch, bis das richtige Spielzeug gefunden ist.

Wenn der Hund das Zupacken und Zerren richtig gut beherrscht, kann man darauf aufbauend sogar kleine Tricks üben.

Das Öffnen einer Tür oder Schublade, indem man ein Seil so festknotet, dass der Hund es zum Aufziehen nutzen kann, ist nämlich für gekonnte Zerrer ein Klacks.

Abenteuerspaziergang

Die Basis einer guten Bindung ist Vertrauen. Und das Vertrauen vom Hund zum Menschen kann man sehr gut dadurch stärken, indem man gemeinsame Abenteuer besteht. Solche Abenteuer gibt es aber nicht nur draußen, sondern man kann sie sogar im heimischen Wohnzimmer gestalten.

Unterwegs in der Natur gibt es beinahe überall etwas zu entdecken, das man zu einem gemeinsamen Abenteuer nutzen kann. Ein Wegstein am Rand? Prima. Rufen Sie den Hund zu sich, zeigen Sie ihm den Stein und lassen Sie diesen antippen, umrunden oder legen Sie ein Leckerchen darauf, das er sich herunterangeln darf. Auch das Spielzeug hinter dem Stein, einem Baum oder unter einer Hecke zu verstecken und den Vierbeiner suchen zu lassen, ist ein toller Zeitvertreib. Vorzugsweise zeigen Sie ihm, dass Sie mit ihm gemeinsam suchen , und freuen sich natürlich tierisch, wenn er die Beute gefunden hat. Der Effekt ist nicht nur, dass Sie zukünftig mit offeneren Augen durch die Welt gehen, stets auf der Suche nach einem schönen Abenteuer. Auch Ihr Hund wird sehr viel mehr Fokus auf Sie legen – schließlich könnte es jederzeit wieder so weit sein, dass Sie seine Hilfe beim Auffinden von Futter oder Spielzeug benötigen.

Auch das Erklettern oder darunter Durchkrabbeln von Bänken, Baumstämmen und Ähnlichem hilft, den Spaziergang auf ein neues Level zu heben.

Ihr Hund ist eher ängstlich? Loben Sie ihn kräftig für jeden kleinen Schritt auf die vermeintliche Gefahr hin und zeigen Sie ihm, dass Sie an seiner Seite stehen.

Jedes bestandene Abenteuer fördert das Selbstbewusstsein des Hundes und verhilft Ihnen beiden zu einer noch engeren Bindung.

Und auch Abenteuer zu Hause sind schnell generiert: Mit ein paar Stühlen und einer Wolldecke haben Sie ruckzuck einen Tunnel gebastelt, durch den der Hund laufen kann. Oder Sie verstecken einfach seine Futterschüssel auf der anderen Seite des Tunnels, legen sein Lieblingsspielzeug hinein oder rufen ihn schlichtweg hindurch. Auch große Tischdecken, Folien oder Kartons lassen sich ganz einfach nutzen, um die Abenteuerlust zu befriedigen. Drüberlaufen, etwas darunter suchen oder sogar die Knisterfolie bringen lassen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, den Hund mit wenig Aufwand sehr erfolgreich zum Teamplayer zu machen.

„Jeder darf mal Sieger sein, wer ständig verliert, hat bald keine Lust mehr ”

Achtung, fertig … los!

Rennen ist für fast alle Hunde ein riesiger Spaß und gehört unbedingt dazu, damit sich der Vierbeiner mal so richtig auspowert. Besonders schön und bindungsfördernd ist es, wenn das Rennspiel nicht nur aus unerwünschtem Jagdverhalten resultiert, weil der Hund eine Horde Krähen aufmischen will, sondern es gemeinsam mit dem Menschen stattfindet. Mit einem verbindenden Ziel vor Augen wird der Spaziergang noch mal aufregender und gemeinschaftlicher.

Schnappen Sie sich also das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes (das kann auch ein gefüllter Futterbeutel oder der bevorzugte Futterbrocken sein) und suchen Sie sich eine schöne, übersichtliche Stelle, bei der weder Sie noch der Vierbeiner in ein Loch treten oder sich anderweitig verletzen können, wenn es gleich übermütig zur Sache geht. Nehmen Sie den Hund neben sich und ziehen Sie verschwörerisch murmelnd das begehrte Objekt aus der Tasche.

Wichtig ist, dass der Hund seine absolute Aufmerksamkeit auf Spielzeug oder Futter richtet – also auch hier ruhig wieder richtig den Clown raushängen lassen und alles geben, damit der Hund nichts sehnlicher möchte, als endlich an diese tolle Beute zu gelangen. Nehmen Sie nun den Hund ins Sitz und halten Sie ihn wahlweise am Brustgeschirr fest oder lassen ihn im Bleib (falls das tatsächlich schon gut auch unter Ablenkung funktioniert).

Dann werfen Sie das Spiel- oder Fressobjekt von sich, spannen sich läuferisch an und geben mit den Worten „Achtung, fertig … los!“ das Signal zum Losrennen.

Und dann heißt es: Gas geben – bitte nicht über die Schleppleine fallen oder dem Hund ungünstig in den Weg springen – Verletzungen sind natürlich nie gewollt und trüben den Spaß eindeutig.

Dass der Hund in den allermeisten Fällen der Erste am Ziel ist, dürfte wohl ohne Frage sein. Hier freuen Sie sich einfach ganz besonders mit ihm und legen eine Zerr-Session mit der Beute ein (oder lassen sich den Futterbeutel geben und füttern den Hund daraus bzw. werfen ihm direkt noch ein Leckerchen zu, weil das andere ja sicherlich aufgefuttert ist). Hunde, die noch in der Phase stecken, kennenzulernen, dass das gemeinsame Zerren mit dem Menschen eine wunderbare Beschäftigung ist, sollten nach dem Gerenne umgehend zum Zerren aufgefordert werden. Eine kurze, gemeinsame Renneinheit setzt Adrenalin frei, das selbst eher ruhige Gemüter kurz in Tobestimmung versetzen kann. Nutzen Sie solche Chancen!

“Herausfordernde Spiele, in denen man als Team arbeiten muss, fördern die Bindung ”

DIY-Geschicklichkeitsspiele

Es gibt eine ganze Fülle an Intelligenzund Geschicklichkeitsspielen, die man im Fachhandel erstehen kann. Auch diese Beschäftigungen können so gespielt werden, dass sie dabei helfen, das Band zwischen Mensch und Hund enger zu knüpfen. Nämlich genau dann, wenn sie nicht dazu genutzt werden, den Vierbeiner damit alleine zu lassen, damit er sich beschäftigt, während Mensch anderes zu tun hat. Besonders die herausfordernden Spielideen, bei denen man im Team arbeiten muss, um zum Ziel zu kommen, sind natürlich perfekt für die Kategorie Bindungsspiele. Denn genau wie bei den größeren Abenteuern, die man unterwegs erleben und bestehen kann, sind die kleinen Herausforderungen und Denksportaufgaben sehr gut für die Beziehung, wenn man sie gemeinsam meistert. Besonders schön an solchen Spielvarianten ist, dass man sie nicht zwangsläufig einkaufen muss, sondern auch prima selbst basteln kann.

Alles, was man hierzu braucht, sind leere Toilettenpapierrollen. Diese kann man nun mit Leckereien befüllen, an beiden Enden mit Zeitung zustopfen und schon hat man einen prima Suchund Schleckspaß. Die befüllten Rollen können in Haus, Hof und Garten versteckt werden, sodass man daraus ein müde machendes Suchspiel gestalten kann. Hierbei gerne mit dem Vierbeiner gemeinsam auf Suche gehen und ihm ab und an mal zeigen, dass man selber was gefunden hat. Machen Sie sich zum perfekten Kameraden für zukünftige Suchabenteuer.

“Sicherheit und Spaß stehen immer an erster Stelle! ”

Auch beim Rauspuhlen der Leckereien kann man hilfreich sein, indem man das ein oder andere Stück Papier entfernt oder die Rolle einfach festhält.

Generell empfiehlt es sich, bei solchen Beschäftigungen immer ein Auge darauf zu halten, was Hund gerade anstellt, um ans Innere und damit zum Futter zu gelangen. Wer sieht, dass der Hund am liebsten das Leckerchen samt Umverpackung inhalieren möchte, sollte lieber auf etwas anderes ausweichen (und die Leckereien lieber unter Plastikschüsseln verstecken, die gemeinsam mit und für den Hund umgestülpt werden). Sicherheit und Spaß stehen immer an erster Stelle!

Und nun: Ihnen und Ihrem Hund viel Freude beim Nachspielen, modifizieren und gemeinsam Zeit verbringen!

NICOLE RÖDER