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Unsere Zukunft liegt in Europa


FFussball Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 08.07.2021

UEFA Women‘s Champions League 2021/22

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Bildquelle: FFussball Magazin, Ausgabe 4/2021

Der Kader von UD Levante kann sich sehen lassen: Claudia Zornoza, Estefanía Banini (jetzt Atlético), Andreea Paraluta, María Alharilla Casado und Nata?a Andonova.

1 Levante - Das Land der aufgehenden Sonne

Der Erstligist UD Levante wird in Spaniens Eliteliga oft als die „graue Maus“ schlicht missachtet – zu grell strahlen die Lichter in Madrid, Barcelona, Valencia oder Sevilla. Unwissende mögen gar auf den Gedanken kommen, den Ort auf der Landkarte zu suchen. Doch Levante ist viel mehr als das. In Spanien bezeichnet der Begriff (spanisch für die Himmelsrichtung „Osten“, abgeleitet vom Sonnenaufgang) die Ostküste der Iberischen Halbinsel und ihr Hinterland. Der Fußballverein UD Levante hat seinen Sitz in Valencia und besteht seit 1909.

Die Frauenfußballabteilung des Vereins, der offiziell Levante Unión Deportiva heißt, besteht seit 1998 nach der Eingliederung des San Vicente Valencia CFF.

Tatsächlich durften die Kickerinnen des Klubs schon einmal Europapokal-Luft schnuppern: Zuletzt in der Saison 2008/09, als die Giganten ...

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... des spanischen Fußballs bei den Frauen noch keine Rolle spielten und Levante mit Rayo Vallecano die Meisterschaft unter sich ausmachten. Seit dem Einstieg des FC Barcelona, Real Madrid und Co. ist es für die Konkurrenz aber unmöglich geworden, am Champions League-Spektakel teilzunehmen. Dank der Europapokal-Reform folgt in diesem Jahr die Rückkehr Levantes auf die große Bühne – und das Team hat durchaus Ambitionen: Francisca Ordega (Nigeria), Nataša Andonova (Nordmazedonien), Tatiana Pinto (Portugal), Viola Calligaris (Schweiz) oder Sandie Toletti (Frankreich) sind keine Unbekannten im Weltfußball.

Genau zehn Jahre nach dem größten Jahr in Levante‘s langer Historie wollen auch die Frauen des Klubs Europa erobern.Damals qualifizierten sich die Männer erstmals für die Europa League und drangen bis ins Achtelfinale vor.

2 Trondheim - Norwegischer Fußball-Mythos

Im Gleichschritt, Marsch. Seit dem Start von Rosenborg Trondheim geht es in Norwegens Toppserien so eng zu wie nie zuvor. In der aktuellen Spielzeit liegen Vålerenga und Rosenborg punktgleich an der Spitze und auch in der letzten Saison entschied nur die Tordifferenz den norwegischen Meister. Weil auch der zweite Platz in den Europapokal führt, schaffte es Trondheim als Rosenborg BV gleich in seiner ersten Saison in die Champions League. Im reformierten Wettbewerb wollen Kristine Nøstmo, Lisa-Marie Utland und Co. genauso für Furore sorgen wie einst die Mannen um Vereinslegende Roar Strand in der Champions League der Neunzigerjahre. Damals galten die Norweger als Angstgegner der europäischen Fußball- Elite – die überraschenden Siege gegen Vereine wie AC Mailand oder Real Madrid markieren die Hochphase des norwegischen Vereinsfußballs.

Und genau aus diesem Grund ist der Verein auch in den Frauenfußball eingestiegen. Man will in Trondheim die besten norwegischen Fußballerinnen vereinen und auf die europäische Elite „loslassen“.

Bereits in der ersten Ausspielung eines europäischen Meisterwettbewerbs für Frauenfußballvereine ist das bereits sehr gut gelungen. Als Trondheims-Ørn zogen die Norwegerinnen 2002 ins Viertelfinale ein (2:1, 0:2), wenngleich die Gegnerinnen damals bei weitem nicht so namhaft waren wie in der kommenden Spielzeit.

3 1. FC Slovácko - Als ewiger Dritter nach Europa

Uherské Hradište sagt wohl kaum einen was. Die 25.000-Einwohner-Stadt im Südosten Tschechiens in der Mährischen Slowakei gelegen, ist, wenn überhaupt, Geschichtsfreunden ein Begriff:

Die Stadt wurde von 1469 bis 1473 durch Matthias Corvinus von Ungarn vergeblich belagert.Heute ist der historische Kern der Stadt vollständig denkmalgeschützt. Einer der bekanntesten Söhne von Uherské Hradište ist der ehemalige tschechische Nationalspieler Miroslav Kadlec,

Rosenborgs Spielerinnen bejubeln das 2:0 gegen Stabaek in der Toppserien 2020.Slovácko-Linksverteidigerin Kristyna Janku.der 1998 als einer der Schlüsselspieler des 1. FC Kaiserslautern das Kunststück fertigbrachte, als Bundesliga-Aufsteiger Meister zu werden.

Den 1. FC Slovácko gab es damals noch gar nicht. Der Verein wurde erst im Juli 2000 gegründet – und 21 Jahre später feiern die Fußballerinnen mit der Europapokalqualifikation den größten Vereinserfolg. Zwar gab Slovácko bereits Anfang der 2000er sein Europapokal-Debüt im UEFA Intertoto Cup, einen Platz unter die Top drei der ersten Liga konnten aber bislang nur die Frauen erringen.

2021 darf das Team um Spielführerin Eliška Janíková also erstmals in der Champions League antreten. Zusammen mit den beiden Hauptstadt-Klubs Slavia und Sparta ist Tschechien damit erstmals dreifach international vertreten.

4 Mailand - Rossoneri betreten die große Bühne

Der AC Mailand gehört zu den großen Fußball-Giganten Europas! Sieben Champions League bzw. Europapokal der Landesmeister-Titel haben die Norditaliener bereits gesammelt und gehören damit gemeinsam mit Real Madrid, dem FC Liverpool oder Bayern München zu den erfolgreichsten Vereinen Europas.

Dass die „Rossoneri“ diese glorreiche Geschichte auch im Frauenfußball weiterschreiben wollen, haben die Verantwortlichen des Vereins bereits zur Gründung der Abteilung vor drei Jahren bekräftigt. Dank hochklassiger Einkäufe –darunter die Deutsche Julia Šimić, die Britin Natasha Dowie oder die Spanierin Verónica Boquete – konnte sich Milan den zweiten Rang der Serie A ergattern und darf sich ab kommender Saison im „Konzert der Großen“ beweisen.

Einen Vorgeschmack könnten die Fans bereits im August bekommen, wenn der AC Mailand gegen den FC Chelsea, Real Madrid oder Turbine Potsdam in Österreich um die „Kaif Trophy“ spielen wird.

Ende der Dolce vita: Julia Šimić hat nach einem Jahr beim AC Mailand ihre Karriere beendet.Mit 23 Treffern schoss Hoffenheims Torjägerin die TSG in die Champions League.

5 TSG Hoffenheim: Mit neuem Gesicht Europa erobern

In Deutschland war es besonders spannend, wer den begehrten dritten Tabellenplatz und damit das letzte Ticket für Europa ergattern wird. Am Ende haben sich die Sinsheimerinnen dank starker Leistungen von Nicole Billa, Tabea Waßmuth und Co. durchgesetzt.

In Deutschland stellt man sich nun die Frage, was die TSG 2021/22 zu leisten im Stande ist. Angesichts zahlreicher hochrangiger Abgänge in Richtung Wolfsburg und München muss Trainer Gabor Gallai, dessen Vertrag bis 2025 verlängert wurde, schnell ein schlagkräftiges Team formieren, um in der kommenden Spielzeit nicht auf der Strecke zu bleiben. Die Hoffnungen der TSG-Fans ruhen besonders auf die neue Offensive. Neben Top-Torjägerin Nicole Billa soll Belgiens Nationalspielerin Tine De Caigny für Furore sorgen. Mit Essen-Neuzugang Jana Feldkamp ist aber auch im zentralen Mittelfeld ein echtes Upgrade gelungen.

So ein kleiner Umbruch sei auch eine Möglichkeit für Neues, so Gallai und das neue „Gesicht“ der TSG macht schon weit vor dem Ende der Transferperiode Lust auf mehr. Was Julian Nagelsmann mit den Männern 2017 und 2018 nicht gelang – nämlich mit der TSG in der Champions League erfolgreich zu sein – das will nun Gallai mit den Frauen nachholen. Eine Gemeinsamkeit zum Männer-Team von damals lässt sich dabei nicht verleugnen: Das TSG-Konzept besticht durch Offensivfußball! Nicole Billa ist als Bundesliga-Torschützenkönigin 2020/21 (23 Treffer) förmlich explodiert und wie stark Neuzugang de Caigny ist, unterstrich sie mit zwölf Toren in der EM-Qualifikation, in der sie mit den „Red Flames“ das Ticket für die Teilnahme an der EM 2022 löste.

6 Girondins Bordeaux: Ein Denkmal in Gefahr!

Girondins Bordeaux gehört zu den bedeutenden Traditionsvereinen im französischen Fußball. Der Klub aus der südwestfranzösischen Stadt, die am Gironde genannten Mündungstrichter des Flusses Garonne liegt – daher hat der Verein seinen Namen – wurde bereits 1881 gegründet und ist damit älter als das ebenfalls traditionsreiche Olympique Marseille (1899).

2015 erhielt der Frauenfußball Einzug in Bordeaux und sechs Jahre später folgt das lang ersehnte Debüt in der Champions League. Dabei ist es fast schon ein Wunder, das Girondins in der kommenden Saison überhaupt antreten darf – denn der Verein steht am Abgrund und die Zukunft ist ausgerechnet im Jahr des 140. Geburtstag ungewisser denn je. Hintergrund der dramatischen Entwicklung ist die Ankündigung des amerikanischen Investmentfonds King Street, seit November 2018 Mehrheitseigner des Vereins, zum Saisonende sein Engagement einzustellen.

Bordeaux-Bürgermeister Pierre Hurmic hat die Angelegenheit zur Chefsache erklärt und will sich selbst bemühen, neue Investoren an Land zu ziehen, um eine Insolvenz abzuwenden: „Die

Die Fußballerinnen von Girondins Bordeaux bangen – wie der Gesamtverein – um ihre Existenz.

Girondins sind Teil unseres Erbes, Teil der Seele der Stadt Bordeaux. Das Rathaus hat eine Vision davon, wie der Klub in Zukunft aufgestellt sein soll.“ Der neueste Plan: Eine Gruppe lokaler Unternehmer will unter Einbindung der Fans, die über eine digitale Finanzplattform Aktionäre des Klubs werden können, einen Rettungsschirm aufspannen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Frauenabteilung um Top-Stars wie Claire Lavogez, Sisca Folkertsma oder Ève Périsset diese schwere Krise übersteht. Es wäre nicht der erste Verein, der bei finanziellen Kürzungen genau da ansetzt.

7 Madrid und die größtmögliche Erwartungshaltung

Die Zeit ist gekommen: Real Madrid, der erfolgreichste Verein im Weltfußball und mit 13 Titeln Champions League-Rekordsieger, tritt erstmals auch im Europapokalwettbewerb der Frauen an.

Bereits im Juni 2019 verkündete Real Madrid die Absicht, eine Frauenfußballsektion zu gründen. In jener Saison wurden bereits mehrere namhafte Spielerinnen verpflichtet, darunter die Schwedinnen Kosovare Asllani und Sofia Jakobsson, die Britin Chioma Ubogagu, die Brasilianerinnen Thaisa und Daiane oder die Deutsche Babett Peter.

Genau zwei Jahre später qualifiziert sich der Verein als Vizemeister erstmals für die Champions League und verleiht dem Europapokal der Frauen allein mit seiner Anwesenheit einen gewissen Glanz. Die Mannschaft selbst musste zuletzt aber so manch hochkarätigen Abgang verkraften. So haben auch die Schwedin Sofia Jakobsson und die Brasilianerin Thaisa die „Königlichen“ verlassen. Mit Torfrau Méline Gérard und Stürmerin Esther González standen bis Redaktionsschluss erst zwei namhafte Neuzugänge fest. Angesichts des Vereins-Selbstverständnisses, um jeden Titel mitspielen zu wollen, muss hier also noch etwas passieren.