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UNSICHTBAR UNTERSTUTZT


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IMTEST - Das Test-Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 01.04.2022

10 Urban- Pedelecs IMTEST

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IM TEST: BZEN AMSTERDAM, COWBOY C4 ST, GEERO GEERO 2 CITY-CLASSIC , RIESE & MÜL-LER SWING VARIO, ROSE BIKES SNEAK BELT EQ, SCHINDELHAUER EMIL IX, SPECIALIZED TURBO VADO SL 4.0 ST EQ, URWAHN PLATZHIRSCH, VANMOOF X3, VELO DE VILLE VEF 400

City-Pedelec, Urban-oder Inkognito-Bike: Schicke Stadtflitzer mit E-Unterstützung, denen man teils noch nicht einmal auf den zweiten Blick ansieht, dass sie ein E-Bike sind, tragen die unterschiedlichsten Bezeichnungen. Gemeinsam ist ihnen, dass ihr Akku in der Regel im Rahmen fest eingebaut und wie der Motor nicht oder nur kaum zu sehen ist. Wer mit einem Urban-E-Bike fährt, ist also unsichtbar unterwegs – jedenfalls was die elektronische Unterstützung anbelangt. Wohl auch ein Grund dafür, warum sich diese Räder großer Beliebtheit erfreuen – nicht nur in Pandemie-Zeiten oder während Benzin-und Dieselpreise stetig ...

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... steigen. Lässt es sich damit doch bequem und flott bei Wind und Wetter ins Büro, zur Uni, zur Familie oder zu Freunden radeln – verschwitzt kommt man dort jedenfalls nicht an. Auch wenn die Reichweite, im Vergleich zu Trekking-E-Bikes (siehe ab Seite 28), vergleichsweise begrenzt ist, haben die Bikes Vorteile: Sie sind wendig, antrittsschnell und leicht. Ideal für Städte, größere Ansiedlungen und Ballungsgebiete. Nicht zu vergessen, dass dank solcher Räder mit E-Unterstützung auch eine beachtliche Anzahl an Autofahrern bereit ist, ihr Fortbewegungsmittel zu wechseln. Positive Nebenwirkungen dabei: Es gibt staufreies Fahren an frischer Luft. IMTEST hat zehn aktuelle Urban-E-Bikes im Labor und in der Praxis getestet. Welches Rad dabei das beste Gesamtkonzept für Sie bietet, lesen Sie hier.

Wie für die Stadt und gemacht

Klare Sache: Urban-Bikes oder City-Pedelecs sind für die Stadt gemacht – also eher für kürzere Strecken. Nicht unbedingt für lange Urlaubstouren oder für Fahrten abseits befestigter Wege (auch wenn das durchaus möglich ist). Wer aber eine Federgabel sucht, wird meist enttäuscht.

Die Räder bieten vielfach eine aufrechte Sitzposition, die für hohen Komfort auf kurzen Strecken sorgt. Beispielsweise für den Weg zum Supermarkt oder zur nahe gelegenen Arbeitsstelle. Beliebt sind auch Modelle, die als Tiefeinsteiger (Wave oder Trapez) konstruiert sind – im Test sind das die Räder von Specialized, Cowboy, Riese & Müller sowie Bzen. Die anderen Testkandidaten besitzen einen Diamant-Rahmen mit klassischer Mittelstange. Da aber keines von ihnen mehr als 20 Kilogramm wiegt, sind nicht nur Männer hier die Zielgruppe. Die sehr schlank gefertigten Räder von Rose, Urwahn oder Schindelhauer wissen auch Frauen zu schätzen. Um problemlos auf-und abzusteigen, ist aber eine gewisse Beweglichkeit Voraussetzung. Ein City-Pedelec ist für alle das richtige, die sich ein E-Bike für den Alltag in der Stadt wünschen. Damit ist auch das Transportieren von Einkäufen oder dem Arbeits-Notebook gemeint. Damit diese Unterfangen aber nicht zum Balanceakt werden, bieten Urban-E-Bikes zum Teil bereits auch schon in der Grundausstattung Gepäckträger an. Im Testfeld ist jedes Rad damit ausgestattet – entweder fürs Hinter-oder Vorderrad.

Leicht und dennoch StVZO-konform

Trotz ihrer schlanken Bauweise sind die Urban-Bikes aus dem Test jeweils mit einer StVZO-konformen Lichtanlage ausgestattet (weitere Informationen dazu finden Sie im Fahrradlicht-Ratgeber ab Seite 92). Einzig beim Cowboy C4 ST müssen das eingebaute Vorder-und Rücklicht durch zusätzliche Leuchten ergänzt werden. Der Hersteller liefert diese allerdings mit. Sie müssen dann nur noch an Lenker und Sattel befestigt werden. Darüber hinaus bieten die Räder von Bzen (Amsterdam) sowie das von Riese & Müller Vollausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger, Klingel und Ständer. Beim VanMoof X3, Rose Sneak +, Cowboy C4 ST und dem Urwahn Platzhirsch fehlt zumindest ein Ständer. Das kann im Alltag schon nervig sein. Wen das stört, kann aber bei allen Bikes eine Abstellhilfe nachrüsten.

Dieben keine Chance geben

Schlank, leicht, schick. Gerade City-Pedelecs liegen bei Fahrraddieben hoch im Kurs. Besitzerinnen und Besitzer tun also gut daran, ihr E-Bike verlässlich zu sichern. Nur wenige Hersteller wie Riese & Müller oder Velo de Ville haben die Problematik offenbar im Blick. Jedenfalls haben sie ihre Räder zumindest mit einem Rahmenschloss ausgestattet. Zum Testbike Swing Vario von Riese & Müller wurde zudem noch eine Verlängerungskette mitgeliefert, um das Rad rundum sicher an einen Radständer anzuschließen zu können. Für alle anderen Bikes empfiehlt sich der Kauf eines Ketten-, Bügel-oder Faltschlosses. Bei einem Gewicht von 14 kg lässt sich beispielsweise das Platzhirsch von Urwahn oder Sneak+ von Rose Bikes (15,2 kg) ohne großen Aufwand über Nacht ins Haus oder die Wohnung tragen. Wo es möglich ist, kann auch der Akku entnommen werden, wenn das Rad für eine längere Zeit im öffentlichen Raum angeschlossen wird.

Eher sparsame Akku-& Motorleistung

Die Akkus in den Urban-Bikes liegen bei gemessenen Kapazitäten (jedenfalls dort, wo es möglich ist) zwischen 500 und 250 Wh. Das ist im Schnitt im Vergleich weniger als bei den Akkus beispielsweise in Trekking E-Bikes. Daher werden die Leistung und die Reichweite der Urban-Bikes im Test selbstverständlich auch anhand von niedrigeren Grenzwerten bewertet. Bei Akkus, die fest im Rahmen verbaut sind, wie es bei VanMoof, Rose, Schindelhauer und Urwahn der Fall ist, wurden für die Bewertungen die Angaben der Hersteller verwendet. Darauf basierend, lässt sich dann mit der im genormten „R200“-Test gemessenen Reichweite auch der Energieverbrauch der Akkus praxisgerecht berechnen. Neben den Motoren, die bei den Bikes aus dem Testfeld sowohl am Tretlager (Mittelmotoren) als auch in der Hinter-und beim VanMoof auch in der Vorderradnabe stecken, unterscheiden sich die Urban-Bikes bei der Ausgestaltung der Schaltung. Im Testfeld reicht das vom simplen Riemenantrieb ohne die Möglichkeit, „einen Gang höher zu schalten“ (Singlespeed), über stufenlos schaltbare Nabenschaltung („NuVinci“) bis hin zur Kettenschaltung mit zwölf Gängen. Bei den meisten Rädern im Test mit Schaltung ist es möglich, ohne große Anstrengung über die Motordrosselung (ab 25 km/h) hinaus bei Bedarf noch weiteres Tempo mit dem Rad aufzunehmen.

1 RIESE & MÜLLER SWING VARIO Urban-Bike, 3.949 Euro

Viel Rad für viel Ladung: Ein kraftvolles Urban-Bike für die Stadt, gibt es das? Der deutsche Hersteller Riese & Müller schafft es mit dem Swing Vario im Stil eines Hollandrads, ein solches zu bauen. Auch wenn es mit 27,2 kg das schwerste Rad im Testfeld ist, kaschiert es seine E-Funktionalität doch gut: Der entnehmbare Akku ist unter dem Gepäckträger angebracht. Dort wird er rechts und links von zwei Gepäckkörben verdeckt. Das Bike wird von einem Bosch-Mittelmotor (Performance Line) angetrieben. Dieser sorgt dafür, dass das Rad auch schwer beladen noch einen kraftvollen Antritt bietet. Bei Bergauffahrten muss er dem hohen Gewicht des Rads aber Tribut zollen und treibt das Rad über 20 Minuten nur mit gleichbleibenden 18,5 km/h an. Der Bosch-PowerPack-Rack-Akku sorgt für eine sehr hohe Reichweite: Bei Fahrten mit maximaler Unterstützung schafft das Swing Vario knapp 49 Kilometer mit einer Akku-Ladung. Gebremst wird das Rad übrigens von verlässlich reagierenden hydraulischen Felgenbremsen. Einschätzung Fahrkomfort: Das Swing Vario fühlt sich auf befestigten Wegen und gleichsam auf Kopfsteinpflaster-Pisten und Feldwegen wohl. Es beansprucht aber einen zu großen Wendekreis und tut sich in engen Kurven etwas schwer.

+ Mit knapp 49 Kilometern im Reichweitentest schneidet das Urban-Bike sehr gut ab.

- Mit 27,2 Kilogramm Gesamtgewicht ist das Swing Vario ein (zu) schwerer Brocken.

ERGEBNIS: gut 2,0

2 GEERO GEERO 2 CIT Y-CL ASSIC +

Urban-Bike, 3.290 Euro

Elegant durch die Stadt: Mit dem City-Classic + hat der österreichische Hersteller Geero ein Urban-Bike mit Diamantrahmen (mit klassischer Mittelstange) im Sortiment. Das Äquivalent für Damen finden Sie im Test ab Seite 50. Sein Hinterradnaben-Motor (BOS – Bike Open Speed mit 40 Nm) überzeugte im Labor mit einem hohen Tempo, mit dem er das 20 Kilogramm schwere Rad während einer sechsprozentigen Steigungsfahrt gleichbleibend mit 23 km/h über 20 Minuten hinweg antrieb. Auch die Ausdauer des fest in den Rahmen eingebauten Akkus (gemessene Kapazität: 409 Wh) ist hoch: Eine Ladung reicht für sehr weite 49 Kilometer, bei einer Fahrt mit voller Unterstützung. Gut reagieren auch die Bremsen des Geero. Bei den Funktionstests im trockenen und feuchten Zustand der Scheibenbremsen reichte eine mittlere Handkraft (60 N) für sicheres Bremsen.

Einschätzung Fahrkomfort: Auch wenn das Aufund Absteigen über die Mittelstange nicht jedem leichtfällt, hat sie aber ihre Vorteile: Das Rad liegt gut auf der Straße und schafft auch engere Kurven problemlos. Auf Kopfsteinpflaster und auf Feldwegen merkt man dem Geero aber die fehlende Federung an. Jeder Huckel ist deutlich spürbar, zumal auch der Sattel eher von der härteren Sorte ist.

+ Angenehmes Zutreten für mehr Tempo über die Motordrosselung hinaus.

- Der Heck-Motor reagiert nicht immer sofort beim Hoch-oder Runterschalten.

ERGEBNIS: gut 2,1

3 VANMOOF X3 Urban-Bike, 2.198 Euro

Design-Rad: Beim VanMoof X3 scheiden sich die Geister: Für die einen ist es ein Hingucker, die anderen winken ab, wenn sie die extravagante Bauweise des Urban-E-Bikes zu Gesicht bekommen. Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen: Das Urban-Bike mit der höchsten Reichweite im Test (59 km bei Fahrten mit maximaler Unterstützung) besitzt statt der üblichen 26 bis 28 Zoll großen Laufräder nur 24 Zoll große Reifen. Das bedeutet, dass Fahrerin und Fahrer einen tieferen Schwerpunkt bei ihren Touren haben. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, macht sich der Praxis aber gut. Das Rad an sich bietet kein Display (die jeweils aktivierte Unterstützungsstufe (vier sind möglich) lässt sich nur über eine LED-Anzeige auf der Mittelstange ablesen (alternativ auch per Smartphone, das muss dafür aber am Lenker angebracht werden). Das X3 besitzt auch keine Gangschaltung. Bergab tritt man daher schnell ins Leere. Praktisch ist der Booster-Knopf am Lenker– wird er dauerhaft gedrückt, prescht das X3 mit Volldampf los. Einschätzung Fahrkomfort: Gute Straßen-und Kurvenlage, akzeptables Fahren über Kopfsteinpflaster und Feldwege. An Steigungen müht sich das Urban-Bike aber – hier fehlt es etwas an Tempo. Dafür „sitzt“ es sich auf dem X3 aber angenehm.

+ 59 km: Sehr hohe Reichweite mit einer Akkuladung bei maximaler Unterstützung.

- Die integrierte LED-Beleuchtung leuchtet bei Kurvenfahrten starr geradeaus.

ERGEBNIS: gut 2,3

4 BZEN AMSTERDAM Urban-Bike, 2.890 Euro

Holland-Rad 2.0: Wie Riese & Müller beim Testsieger setzt auch der belgische E-Bike-Hersteller Bzen bei seinem Modell Amsterdam auf Anleihen beim klassischen Hollandrad. Das Urban-Bike mit Trapez-Rahmen (die Mittelstange ist dabei im 45-Grad-Winkel abgeneigt) bietet angenehmes Auf-und Absteigen, Fahren und mit 41 km bei höchster Unterstützung eine hohe Reichweite. Sein Hinterradnabenmotor (Bafang RM G 120.250, 45 Nm) ist jedoch nicht sehr leistungsstark. Bemerkbar macht sich das bei Steigungsfahrten (6 Prozent bergauf). Dort wird das Amsterdam mit etwas langsamen 17 km/h angetrieben. Generell ist der Antritt auch nur moderat und nicht kraftvoll oder gar sportlich, was bei einem 19-kg-E-Bike zu vermuten wäre. Auch die Funktion der Scheibenbremsen zeigt sich eher bei hoher Handkraft, die deutlich über 60 N hinausgeht. Bei Bremsungen mit mittlerer Handkraft bleibt das Rad nicht prompt stehen.

Einschätzung Fahrkomfort: Das Bzen ist ein durchweg gemütliches Rad, mit dem es sich auch abseits befestigter Wege noch gut fahren lässt. Dank angenehmer Sitz-und Fahrposition kann man auch länger auf dem Rad unterwegs sein, ohne einen schmerzenden Nacken zu riskieren.

+Das Amsterdam bietet eine gute Hand-habung und einfache Bedienung.

- Keine zusätzliche Gangschaltung vorhan-den (Singlespeed per Riemenantrieb).

ERGEBNIS: befriedigend 2,6

5 SPECIALIZED TURBO VADO SL 4.0 ST EQ Urban-Bike, 3.900 Euro

Sportliches Fahrrad für die Stadt: Das Specialized Turbo Vado SL 4.0 ST EQ ist mit einem vom Hersteller selbst gefertigten Mittelmotor (Specialized SL 1.1) ausgestattet. Dieser sorgt zwar für einen sportlichen Antritt beim Anfahren, ist aber mit einem Drehmoment von nur 35 N etwas zu schwach für eine kraftvolle Unterstützung etwa im hügeligen Gelände. Dort schafft er es beispielsweise nur das 16,6 kg leichte Urban-Bike, eine sechsprozentige Steigung über einen Zeitraum von 20 Minuten mit gleichbleibenden 16,6 km/h anzutreiben – das ist vergleichsweise langsam. Etwas zu kurz ist auch die Reichweite, die das Specialized bei Fahrten in höchster Unterstützungsstufe erzielt. Für nur 34 km reicht eine Ladung des fest eingebauten Akkus (gemessene Kapazität: 283 Wh) aus, bis dieser komplett entleert ist und wieder geladen werden muss.

Einschätzung Fahrkomfort: Einen durchweg guten Eindruck hinterlässt das Specialized Turbo Vado SL 4.0 ST EQ bei Fahrten auf Asphalt und auch auf Strecken mit engen Kurvenpassagen. Aber auch im unebenen Gelände und auf Kopfsteinpflaster hat es Qualitäten. Auch Handling, sitzen, lenken, aufund absteigen – alles klappt gut beim Specialized.

+ Sehr lange Garantiezeit („lebenslang“) auf Rahmen und weitere Teile.

- Zu langsam bei Bergauffahrten sowie eine zu geringe Reichweite.

ERGEBNIS: befriedigend 2,8

5 VELO DE VILLE VEF 400 Urban-Bike, 3.985 Euro

E-Bike und Fahrrad in einem: Hersteller Velo de Ville nennt es ein Hybrid-Antriebssystem, das er beim VEF 400 einsetzt. Bedeutet: Akku und Mittelmotor lassen sich entnehmen, und das schicke Urban-Bike wird im Handumdrehen zu einem herkömmlichen Fahrrad. Wer lieber auf den E-Motor setzt, bekommt mit dem Fazua Ride 50 (55 Nm) einen zwar sportlichen, aber im hügeligen Gelände offenbar nicht sehr leistungsstarken Mittelmotor zur Hand. Er schafft es etwa gerade einmal, das 20-Kiologramm-Rad mit zu langsamen 12,8 km/h einen leicht ansteigenden Hang hochzubugsieren – da bietet es sich doch gleich an, selbst in die Pedale zu treten. Das stellt dank der richtig guten 12-Gang-Kettenschaltung überhaupt kein Problem dar. Wer lieber mit voller E-Unterstützung Strecke machen möchte, muss den 252-Wh-Akku aber bereits nach 33,4 km wieder aufladen.

Einschätzung Fahrkomfort: Wie es sich für ein praxistaugliches E-Bike/-Fahrrad für die Stadt gehört, bietet auch das Velo de Ville eine rundum solide Ausstattung: mit sportlichem Sattel, einer angenehm aufrechten Sitz-und Fahrposition, guten und verlässlichen Bremsen und natürlich mit einem ausreichend großen Lenker inklusive gut handzuhabender Griffe.

+ Angenehmes Mittreten auch bei Abfahrten dank 12-Gang-Schaltung möglich.

- Bedienung etwas umständlich per Knopf (iWoc One) auf der Rahmenstange.

ERGEBNIS: befriedigend 2,8

7 ROSE BIKES SNEAK+ BELT EQ Urban-Bike, 2.599 Euro

Hingucker: Das 2022er-Modell Sneak+ belt EQ von der Rose Bikes GmbH aus dem nordrheinwestfälischen Bocholt legt einen blank geputzten Auftritt hin: Die gesamte Radfertigung wirkt dabei wie aus einem Guss. Mit seinem sportlichen Antritt reiht sich das Sneak+ bei den ebenfalls sehr schlanken Modellen von Schindelhauer und Urwahn aus dem Testfeld ein. Nicht verwunderlich, dass es ebenfalls kein Display bietet und die Bedienung des Rades auf einen Knopf am Rahmen verlegt. Der iWoc-One-Mechanismus ist aber gewöhnungsbedürftig: Ein Farbsystem (weiß, grün, orange, rot) zeigt an, in welcher Unterstützungsstufe sich das Rad gerade befindet – dazu kommt noch Länger-Drücken für Licht-Ein-und-Ausschalten (gelb). Trotz seiner knapp 15 kg ist das Sneak+ keine Bergziege. Sein Hinterradnaben-Motor (Mahle ebikemotion) bringt es nur mit gleichbleibenden

16,6 km/h bergan. Sein 250-Wh-Akku reicht für etwas kurze 32 km bei voller Fahrt. Einschätzung Fahrkomfort: Das Rose bietet eine gute Straßen-und Kurvenlage sowie eine noch einfache Handhabung. Außerhalb von Stadt und Ballungsgebiet fremdelt es mit aber: Auf Kopfsteinpflaster oder Feldwegen spürt die Fahrerin oder der Fahrer jede Unebenheit direkt.

+ Leicht, schick und sportlich – ein tolles Urban-Bike. Eigentlich …

- … denn es fehlen Ständer, Gepäckträger und Klingel. Schutzbleche sind aber dabei.

ERGEBNIS: befriedigend 2,9

8 COWBOY C4 ST Urban-Bike, 2.590 Euro

Losfahren nur per App: Das C4 ST ist das erste Modell mit tiefem Einstieg vom belgischen E-Bike-Hersteller Cowboy. Wie das C3 (siehe ab Seite 40) besitzt auch das neue Cowboy kein Display. Nutzer können ihr Smartphone an die integrierte Quad-Lock-Halterung am Vorbau andocken. Dafür ist aber eine entsprechende Hülle (25 Euro) erforderlich. Das Smartphone spielt eine wichtige Rolle beim C4 ST: Ohne Cowboys Electric-Bikes-App lässt es sich nicht an-und ausschalten. Das C4 ST setzt auf ein Singlespeed-System (der eigens dafür entwickelte Motor steckt in der Hinterradnabe und bietet 45 Nm). Beim Anfahren an der Ampel sorgt er für einen sportlichen und direkten Antritt. Ist aber das Maximaltempo erreicht, kurbelt man aber schnell ins Leere. Bergauf sorgt der Motor für flotte 20 km/h. Die Reichweite des C4 ST ist aber etwas begrenzt. Sein herausnehmbarer Akku (gemessene Kapazität: 350 Wh) schafft mit einer Ladung bei maximaler Unterstützung nur etwas zu kurze 30 km.

Einschätzung Fahrkomfort: Die aufrechte Sitzposition sorgt für komfortables Fahren. Der Tiefeinsteiger spricht Fahrerinnen und Fahrer gleichermaßen an. Gemütlich ist es auf dem Bike aber nur, wenn auf festem Untergrund gefahren wird.

+ Sportlicher Antritt und entnehmbarer Akku – zum Laden ohne Rad.

- Losfahren nur per App möglich; Zubehör (Ständer und Gepäckträger) kosten extra.

ERGEBNIS: befriedigend 3,0

9 SCHINDELHAUER EMIL IX Urban-Bike, 4.695 Euro

Schick aber …: Der Berliner E-Bike-Hersteller Schindelhauer ist bekannt dafür, elegante Bikes zu fertigen (siehe auch den Test des Arthur ab Seite 40). Das Emil IX macht hier ebenfalls keine Ausnahme – es ist ein rundum sehr ansprechend gestaltetes Urban-Bike. Im Test konnte es aber nicht voll überzeugen. Das liegt unter anderem daran, dass es ohne ein Display auskommt. Die Bedienung des nicht sehr kraftvollen Mittelmotors (Mahle ebikemotion) erfolgt wie beim Rose und beim Urwahn über einen Knopf (iWoc One), der sich auf der Mittelstange befindet und die zugeschalteten Unterstützungsstufen farbig darstellt. Alternativ lässt sich ein Smartphone als Display verwenden. Dafür wird es am Lenker befestigt. Die Rad-Infos lassen sich dann über eine App beobachten. Im genormten R200-Reichweitentest kam das Emil IX nur auf 28 Kilometer. Dann musste sein 250-Wh-

Akku wieder geladen werden. Bei Bergauffahrten (6 Prozent Steigung) ist das Bike mit 16,9 km/h zudem nur etwas langsam unterwegs. Einschätzung Fahrkomfort: Das Emil IX lässt sich mit seinen 18,6 kg gut handhaben. Es bietet einen angenehmen Sitz und kommt an der Ampel zudem sportlich in Fahrt und ist selbst abseits befestigter Wege passabel unterwegs.

+Das 9-Gang-Pinion-C-Line-Getriebe sorgt für automatisches Schalten.

- Gewöhnungsbedürftig: In Kurven folgt der Frontgepäckträger nicht dem Radlauf.

ERGEBNIS: befriedigend 3,1

10 URWAHN PL ATZHIRSCH Urban-Bike, 4.499 Euro

Urban-Bike „Made in Germany“: Das Leichtgewicht (14 kg) im Test stammt aus dem 3-D-Drucker – teilweise. Hersteller Urwahn versichert für das Platzhirsch, dass „Verbindungsstücke“ zwischen den Rahmenrohren im 3-D-Druck entstehen. Der Stahlrahmen an sich wird ausschließlich in Deutschland gefertigt. Im Unterrohr steckt ein fest eingebauter Akku von Mahle ebikemotion (Kapazität: 250 Wh). Eine Füllung reicht bei einer Fahrt mit maximaler Unterstützung für 23,6 km („kurz“). Jedoch macht es einem die 11-Gang-Kettenschaltung sehr einfach, tüchtig bei Fahrten mitzutreten. Und auch ein Tempo jenseits der 25-km/h-Drosselung lässt sich angenehm „ertreten“. Der Antrieb des Platzhirsch befindet sich in der Hinterradnabe (Mahle ebikemotion X35). Er treibt das Urban-E-Bike sportlich an – etwa beim Anfahren an der Ampel. Im hügeligen Gelände ist er aber nicht kraftvoll genug und sorgt nur für ein gleichbleibendes Tempo von 18,3 km/h bei einer sechsprozentigen Steigungsfahrt über 20 Minuten. Einschätzung Fahrkomfort: Das Platzhirsch bietet eine sehr gute Straßen-und Kurvenlage. Es ist damit richtig gut für Fahrten in der Stadt geeignet. Fahrerin und Fahrer müssen sich aber auf eine eher sportliche Sitzposition einstellen.

+ Made in Germany. Seine sehr leichte Bauweise sorgt für einen sportlichen Antritt.

- Keine Schutzbleche im Lieferumfang inbegriffen.

ERGEBNIS: befriedigend 3,2

DAS -FAZIT

Der Testsieger Swing Vario vom deutschen Hersteller Riese & Müller aus dem hessischen Mühltal versteckt seinen leistungsstarken Akku geschickt auf dem Gepäckträger. Dort wird er von zwei abnehmbaren Körben verdeckt. Zusammen mit dem Lenkerkorb kann das Bike, das mit einem kraftvollen Mittel-motor von Bosch (Performance Line) ausgestattet ist, als Urban-Bike auch einige Aufgaben eines Lastenrades in der Stadt und auch auf dem Land übernehmen. Der schwere, aber auch sehr solide gefertigte Tiefeinsteiger (27,2 kg) fährt problemlos auch größere Einkäufe verlässlich nach Hause. Sein zulässiges Gesamtgewicht gibt der Hersteller mit 140 kg an. Bei einem durchschnittlichen Fahrergewicht von 75 Kilogramm darf das Gepäck also noch etwas über 37 kg wiegen. Ganz gleich, wohin der Weg mit dem Riese & Müller führt, auf seinem sehr gemütlichen Sattel sitzen und fahren Frauen und Männer gleichsam sehr gemütlich. Der angenehm geschwungene Lenker mit Ledergriffen und die Federgabel tun ein Übriges. Für knapp 4.000 Euro ist das Riese & Müller zwar kein Schnäppchen – bietet aber bei Reichweite und Fahrkomfort das beste Gesamtpaket. Für knapp 2.200 Euro ist das X3 vom niederländischen Hersteller VanMoof wesentlich günstiger. Es hat eine sehr außergewöhnliche Bauform. Design-Fans werden daran aber durchaus ihre Freude finden. Da man bekanntlich über Geschmack nicht streiten kann, sind es die inneren und äußeren Werte, die zusammen mit dem günstigen Preis überzeugen können. Das Urban-E-Bike bietet neben einer hohen Reichweite auch eine angenehme Sitzhaltung. Praktisch ist auch, dass es sich mit einer optionalen PowerBank, die am Rahmen angebracht wird, ein deutliches Plus an Akkuleistung sichern kann. Wie beim VanMoof S3 (siehe Test ab Seite 40) lässt sich auch beim X3 per Tastendruck des Fahrers der Gang wechseln.

Horst Schröder IMTEST-Experte

»ICH BIN UN-ENTSCHIEDEN: FLITZER WIE DAS ROSE BRINGEN SPASS AUF DER STRASSE, EIN BIKE MIT STÄNDER UND GEPÄCKTRÄ-GER ERLEICH-TERT ABER DEN ALLTAG.«