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Unterricht auf Abstand


didacta - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 09.09.2020

Corona sorgte ab März für die landesweiten Schließungen von Schulen. Lehrkräfte berichten, wie sie das Unterrichten auf Abstand empfanden.


Lehrkräfte begannen, Unterricht neu zu denken und zu gestalten: Das Klassenzimmer verlegten sie ins Virtuelle, sie lösten Tafel und Kreide durch kollaborative Text- Editoren ab – also Textverarbeitungsprogramme, die ein Zusammenarbeiten auf Distanz möglich machen – denn jeder Schüler kann gleichzeitig daran arbeiten. Auch wenn die Schulen inzwischen, mit Einschränkungen, wieder geöffnet sind, stellt sich die Frage: Wie sieht der Unterricht nach Corona aus und wie ...

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Bildquelle: didacta, Ausgabe 3/2020

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... viele der digitalen Tools und Formate werden weiterhin genutzt? Um Einblick in die Unterrichtspraxis nach Corona zu erhalten, befragte die Universität des Saarlandes vier Lehrkräfte verschiedener Schulformen.

RENATE S., 48 JAHRE, LEHRERIN AN EINER GRUNDSCHULE

„Vor den Schulschließungen habe ich, abgesehen von Erklärvideos, kaum digitale Medien im Unterricht eingesetzt. Neben Arbeitsblättern habe ich mit Tafelbildern gearbeitet, um Unterrichtsergebnisse an der Tafel zu strukturieren und festzuhalten. Als der Beschluss der Schulschließungen kam, habe ich mich verstärkt mit digitalen Formaten beschäftigt, die ich zuvor nicht kannte und mit denen ich noch nicht gearbeitet habe. Mit der kostenlosen Plattform Learningapps habe ich Lern-Apps selbst erstellt, die für meine Klasse motivierend waren. Ich sehe einen großen Vorteil darin, dass man mithilfe digitaler Tools Lerninhalte erstellen kann, die dem Lern- und Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler gerecht werden. Ich möchte, wenn es in den geplanten Unterrichtsverlauf passt, auch nach Corona weiterhin mit digitalen Tools wie Learningapps arbeiten.“

Auch wenn in an den meisten Schulen wieder ein eingeschränkter Präsenzunterricht stattfindet, betonen viele Lehrkräfte den Mehrwert der digitalen Mediennutzung im Unterricht:

›Individualisierung und DifferenzierungDrei der befragten Lehrkräfte betonten in den Gesprächen den erhöhten Grad der Individualisierung und Differenzierung, den digitale Medien mit sich bringen. Lernende können gemäß ihres eigenen Lernfortschritts arbeiten und bestimmen selbst ihr Lerntempo.

›Flexibilisierung des Unterrichts Mithilfe digitaler Medien lassen sich Unterrichtsphasen auf das Fernlernen verlegen. Ob ein erstes Brainstorming oder eine vertiefende Auseinandersetzung mit Unterrichtsgegenständen – digitale Formate und Tools tragen zu einer Steigerung der Lernzeit im Präsenzunterricht bei.

›Rückmeldung und FeedbackViele digitale Aufgabenformate verfügen über eine individuelle Rückmeldefunktion. In Echtzeit erhalten die Lernenden Feedback zu ihrem Lernstand.

PETRA T., 41 JAHRE, LEHRERIN AN EINER GEMEINSCHAFTSSCHULE

„Das Unterrichten wie vor Corona ist nach der erneuten Schulöffnung nicht möglich. Lerngruppen sind anders zusammengesetzt und auch der Schulalltag ist angesichts der Hygiene- und Sicherheitsauflagen neu strukturiert. Um den Schülern einen halbwegs geregelten Unterricht zu ermöglichen, arbeiten wir im Kollegium weiterhin mit den digitalen Tools, die wir in Zeiten der Schulschließung eingesetzt haben. Je nach Unterricht nutzen wir auch digitale Angebote von Lernplattformen, wie Duden Learnattack oder School to go. Die Ergebnisse der Aufgaben senden mir die Schülerinnen und Schüler per E-Mail zu. Die Arbeitsergebnisse besprechen wir dann im Präsenzunterricht.“

Foto/Illustration: © Natasha Pankina; Halfpoint/Shutterstock.com

THORSTEN S., 33 JAHRE, LEHRER AN EINEM GYMNASIUM

„Schon vor den Schulschließungen habe ich im Unterricht digitale Medien eingesetzt. Als Geschichtslehrer habe ich mit der App Actionbound interaktive Führungen gemacht. Das hat den Schülerinnen und Schülern immer große Freude bereitet und motivierte sie. In Zeiten von Corona war ich dankbar, bereits Vorerfahrungen mit digitalen Tools zu haben. Die Zukunft des Lehrens und Lernens wird digital sein. Aus meiner Sicht ist es nicht sinnvoll, den gesamten Unterricht ins Digitale zu verlegen. Der reale Austausch zwischen Schülern und Lehrern ist und bleibt nach wie vor ein wichtiges Argument. Die Digitalisierung kann helfen, Lernen zu unterstützen und jeden da abzuholen, wo er oder sie steht. Daher werde ich auch weiterhin gezielt Formate wie ein digitales Quiz verwenden.“

KATJA M., 39 JAHRE, LEHRERIN AN EINER BERUFSSCHULE

„Ein Großteil des Unterrichtgeschehens verlief über Microsoft Teams. Ich habe zuvor nicht mit Microsoft Teams gearbeitet, empfand die Eingewöhnung aber als wenig problematisch. Als Herausforderung würde ich die mangelnde digitale Ausstattung der Schülerschaft nennen. Zwar verfügten fast alle Schülerinnen und Schüler über ein Smartphone, aber ein Laptop, auf denen ein Textverarbeitungsprogramm installiert ist, war nicht immer gegeben. Einen Vorteil der Digitalisierung sehe ich in der Flexibilität des Lerners. Ich habe Arbeitsphasen in die Nachbereitung des Unterrichts ausgelagert. Nachdem wir also gemeinsam ein Thema in der Videokonferenz erarbeitet haben, teilte ich im Chat einen Link zu einem selbst erstellten Quiz, den die Schülerinnen und Schüler aufrufen mussten. Danach haben sie sich eigenständig mit dem Thema auseinandergesetzt – das hat erstaunlich gut funktioniert. Auch wenn ich froh bin, wieder vor Ort unterrichten zu dürfen, verlagere ich inzwischen gewisse Unterrichtsphasen ins Digitale. Gibt es Erklärvideos zu Unterrichtsthemen, integriere ich diese in meinen Unterricht. Oder ich lasse erste Brainstormings mit Pinup, einer digitalen Pinnwand erstellen. Das spart Zeit und macht es mir möglich, im Unterricht auf Fragen der Lernenden gezielter eingehen zu können.“


Illustration: © Natasha Pankina/Shutterstock.com