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UNTERSCHÄTZTE: Muscle Cars


Gasoline - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 14.03.2019

Welches Auto war das erste Muscle Car? Einige behaupten, dass bereits der 1949er Oldsmobile Rocket 88 viele Merkmale dieser Gattung hatte. Eine gar nicht so kleine Gruppe beweist, dass der 1955er Chrysler C-300 einen Anspruch auf diesen Titel hat. Oder begann diese interessante Ära vielleicht 1957 mit dem Rambler Rebel? Schließlich war es das erste Mal, dass ein großer V8-Motor in einen Mid-Size-Wagen eingebaut wurde, während General Motors, Ford und Chrysler noch keine Fahrzeuge mit solchen Eigenschaften anboten.


Diese Diskussion dauert schon seit Jahren an. Glücklicherweise sind sich die meisten ...

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... darüber einig, dass das erste Muscle Car entstand, als John Z. DeLorean und sein Team, die damals für Pontiac arbeiteten, geschickt eine Lücke in General Motors’ Modellpolitik ausnutzten und den GTO entwickelten. Er wurde zum Verkaufsschlager des Jahres 1964. Ein aus dem Pontiac Tempest „transplantierter“ V8 mit 389 ci Hubraum war für die hervorragenden Fahrleistungen verantwortlich. Auf diese Weise entstand nicht nur das erste Muscle Car, sondern es begann auch eine neue Automobilära. Zweitürige Sportwagen mit leistungsstarken Achtzylindermotoren schossen wie Pilze aus dem Erdboden. Obwohl sie nur einen kleinen Prozentsatz aller in den USA verkauften Fahrzeuge ausmachten, waren sie aus Marketinggründen sehr wichtig. Dank ihnen gelang es, junge Menschen in die Autohäuser zu locken. Auch wenn diese keine Kohle für ihr Traum-Muscle-Car hatten, wählten sie eine Version mit schwächerem Motor.

Durch den starken Wettbewerb wuchs die Leistung der Antriebe ständig. 1970 erreichte das Wettrüsten seinen Höhepunkt, als der Chevrolet Chevelle SS 454 mit 450 PS erschien. Es besteht kein Zweifel daran, dass in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre Muscle Cars die amerikanischen Straßen beherrschten. Leider ging gute Leistung nicht mit effektiven Bremsen und gutem Handling einher. Trotzdem waren sie universell einsetzbar, an Arbeitstagen dienten sie als Pendlerfahrzeuge und an Wochenenden verwandelten sie sich in brüllende Monster, die bei Drag-Races um Sekundenbruchteile kämpften.

Ein großer Vorteil der Muscle Cars war ihr Preis – sie waren viel günstiger als europäische Sportwagen, die ähnliche (oder schlechtere) Fahrleistungen boten. Während man 1968 für den Porsche 911S ganze 6.790 Dollar bezahlen musste, der BMW 2800CS für 8.022 Dollar erhältlich war und der italienische Grand Tourer Maserati Ghibli bis zu 16.900 Bucks kostete, reichten nur 3.506 Dollar, um ein Besitzer des Dodge Charger R/T zu werden.

Es ist schwierig, nur einen einzigen Grund für das Verschwinden der Muscle Cars vom Markt zu nennen. Die Ölkrise im Jahr 1973, der Anstieg der Versicherungsprämien, die Einführung restriktiver Abgasnormen (Clean Air Act) und eine veränderte Einstellung der Amerikaner führten zum starken Rückgang ihrer Beliebtheit. Auf einmal waren sie unpraktisch und für einen großen Teil der Gesellschaft schwer zu akzeptieren. Die Hersteller konzentrierten sich auf das Segment der Personal Luxury Cars und ließen dabei die legendären Muscle Cars aussterben. Die Zeit ihrer Popularität war kurz, aber reich an Modellen, die sich für immer in die Automobilgeschichte eingeschrieben haben.

Wenn wir über sie sprechen, denken wir in der Regel an die berühmtesten: Pontiac GTO, Chevrolet Camaro SS, Ford Mustang Mach 1 oder Dodge Charger R/T. Aber es gibt doch noch andere Modelle dieser Gattung, an die sich heute leider kaum jemand noch erinnert.

1964er Studebaker Avanti R3

Der Studebaker Avanti debütierte im April 1962 auf der New York International Auto Show. Sein Hersteller bewarb ihn als „Amerikas einzigen viersitzigen Wagen mit sportlichen Fahrleistungen“ und „Amerikas fortschrittlichstes Fahrzeug“. Als Konkurrent des Buick Riviera und Ford Thunderbird entwickelt, wurde er durch das Publikum sehr gut empfangen. Seine Fiberglas-Karosserie war ein wahres Meisterwerk mit einem auf dem amerikanischen Markt einzigartigen Stil. Selbst einige italienische Designmeister waren von der Eleganz, welche der Avanti ausstrahlte, weit entfernt. Für dieses „personal luxury coupe” waren die Preise nicht niedrig. In der Basisversion R1 kostete es 4.445 Dollar, also 300 mehr als die Corvette Sting Ray. Unter der Haube des Studebaker steckte ein V8-Motor mit 240 PS, während die stärkere Variante R2 einen 290 PS starken Antrieb hatte, aber am interessantesten war der Avanti R3. Fasziniert von seinem einzigartigen Stil, beschloss der Paxton-Präsident Andy Granatelli, ihn zu einem echten Muscle Car zu verwandeln. 1964 bohrte man mehrere Motoren auf 304 ci (5,0 l) und baute Kompressoren ein, wodurch ihre Leistung auf 335 PS stieg. Der speziell vorbereitete Avanti R3 konnte auf 171 mph (275 km/h) beschleunigen und brach auf dem Salzsee Bonneville 29 Geschwindigkeitsrekorde für Serienfahrzeuge. Ebenso spannend waren die experimentellen R4 und R5 – der erste hatte einen V8 mit zwei Vierfachvergasern, während der letzte zwei Kompressoren erhielt, sodass er 575 PS leistete. Leider war es schon zu spät für einen Erfolg. Durch die Eile, in der man den Avanti in die Produktion einführte, war er nicht ausgereift. Auch die Tatsache, dass der Karosseriebauer Molded Fiberglass die Lieferungen um mehrere Monate hinauszögerte und Studebaker gezwungen wurde, die Produktion der Karosserie in Eigenregie aufzunehmen, war keine Hilfe. Entmutigte Kunden verzichteten auf den Kauf und wählten andere Sportwagen. Durch Studebakers finanzielle Probleme verbreitete sich ein Gerücht über die Schließung des Unternehmens. Wegen Krankheit trat der bisherige Präsident Sherwood Egbert zurück, und sein Posten wurde von Byers Burlingame übernommen, der die Produktion nach Kanada verlagerte.

Es entstanden nur neun Exemplare des Avanti R3, und 1966 schloss die Firma ihre Pforten. Im Jahr 2010 wechselte einer der wenigen noch existierenden R3 den Besitzer für 96.250 Dollar.

1964er Mercury Comet Cyclone

Seit Anfang der 1960er-Jahre war Mercury auf der Suche nach seiner eigenen Identität. 1962 entdeckte die Führung der Marke ein großes Werbepotenzial im Motorsport. Mercurys wurden auf NASCAR-Strecken sichtbar und schnitten bei Dragster-Rennen gut ab. 1964 debütierte die zweite Comet-Generation auf Basis des Ford Falcon. Dieses mittelgroße Auto mit einem V8 schien ein idealer Kandidat für den Rennsport zu sein. Sechs Comets Caliente wurden sogar für die Teilnahme an der legendären Safari Rallye in Afrika vorbereitet. Das Fahrzeug bot gute Fahrleistungen, aber das Firmenmanagement dachte auch an diejenigen, für die „gute Fahrleistungen“ viel zu wenig waren. 1964 erschien eine auf 50 Exemplare limitierte Comet-Cyclone-Serie auf dem Markt. Um das Gewicht auf ein Minimum zu reduzieren, stattete man sie mit einer Motorhaube, Frontstoßstange, Kotflügeln sowie Türen aus Fiberglas aus und die Seitenfenster ersetzten Pendants aus Plexiglas. Unter die Haube gelangte ein aus dem Shelby Cobra bekannter leistungsstarker V8-Motor mit 427 ci (7,0 l) und 425 PS. So vorbereitete Exemplare waren für Drag-Races bestimmt, bei denen sie ihre Gegner deklassierten.

1965er Pontiac 2+2

Aufgrund der Popularität des GTO entschied sich Pontiac, die Gunst der Stunde zu nutzen und brachte den 2+2 auf den Markt. Das zweitürige Coupé, basierend auf dem Full-Size-Modell Catalina, erhielt einen V8-Motor mit 338 PS. Für weitere 410 Dollar konnte ein High-Output-Paket bestellt werden, welches die Leistung auf 376 PS erhöhte. Im Vergleich zum normalen Catalina hatte der Pontiac 2+2 eine straffere Federung und effizientere Bremsen. Journalisten der Zeitschrift „Motor Trend“, die dieses Modell getestet hatten, bezeichneten es als „ein Alltags-Transportmittel für einen wahren Mann“. Das klare, harmonische Design unterstrich seine guten Konstruktionsmerkmale. Obwohl er 500 Bucks weniger als der GTO kostete, erreichte er nie dessen Popularität. Im Jahr 1965 wurden nur knapp mehr als 11.000 Exemplare verkauft.

1965er Rambler Marlin

Einzigartig – so kann man den mittelgroßen Fastback am einfachsten beschreiben. Sein Design stammt von Richard A. Teague, der u. a. für die Karosserie des Showcars Packard Balboa aus dem Jahr 1953 verantwortlich ist. Auf dem Chassis des Classic-Modells aufbauend, kam der Marlin im März 1965 auf den Markt. Der damalige American-Motors-Präsident sagte: „Wir haben ihn kreiert, um junge Leute in unsere Showrooms zu locken.“ Tatsächlich erfreute sich das Auto großer Beliebtheit bei Käufern aus der „Babyboomer“-Generation, die einen aktiven Lebensstil führten, schöne, harmonische Linien liebten und Luxus sowie komfortable Reisebedingungen schätzten. Dank des hohen Dachs bot der Fahrgastraum viel Platz und nahm problemlos fünf Erwachsene auf. Die lange Sonderausstattungsliste umfasste u. a. eine Klimaanlage, ein AM/ FM-Radio und elektrische Fensterheber. Es standen drei Motoren zur Auswahl; der stärkste von ihnen holte 270 PS aus 327 ci (5,4 l) Hubraum raus. Sobald der Marlin auf den Markt kam, bekamen die Redakteure des Magazins „Motor Trend“ die Gelegenheit, ihn zu fahren. Der Test fand im Winter in Wisconsin statt, „in den schlimmsten Witterungsbedingungen, in denen wir jemals ein neues Auto testeten“. Trotz der extremen Kälte und des schneereichen Wetters beeindruckten sie die Leistung, das Handling und die Effizienz der optionalen Scheibenbremsen, welche sie für ausgezeichnet erklärten.

1968er Ford Ranchero 500

Obwohl er im Schatten des populäreren Chevrolet El Camino stand, war der Ranchero der erste amerikanische Pick-up, der auf einem Pkw basierte. Die vierte Generation dieses interessanten Modells entstand auf der Basis des mittelgroßen Coupés Ford Torino. Es gab mehrere verschiedene Motoren zur Auswahl, aber das i-Tüpfelchen war die Version 500. Die 335 PS starke Cobra-Jet-Antriebseinheit konnte diesen unauffälligen Pick-up in ein echtes Geschoss verwandeln. Aber es war nicht ein Auto für jedermann. Durch das leichte Heck konnte der Ranchero 500 auf der Straße nervös sein und verlangte dem ambitionierten Fahrer viel Können ab.

1969er Ford Torino Talladega

Als „aero warriors” bezeichnete man aerodynamisch optimierte NASCAR-Rennwagen der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Am berühmtesten waren der Dodge Charger Daytona und der Plymouth Roadrunner Superbird, aber Ford war der erste Hersteller, der bemerkte, dass schon eine leichte Verringerung des Luftwiderstands beim Gewinnen helfen kann. Auf Basis des Torino Sportsroof und in Zusammenarbeit mit der Firma Holman-Moody baute man das Modell Talladega. Das im Windkanal getestete Auto hatte eine aerodynamische Front und einen verlängerten hinteren Teil der Karosserie. Obwohl der Torino Talladega mit dem neuen Boss-429-Motor homologiert wurde, erhielten „zivile“ Varianten das Cobra-Jet-Triebwerk mit 428 ci (7,0 l) Hubraum und vom Hersteller angegebenen 335 PS. Tatsächlich waren diese Motoren viel stärker – sie sollten rund 400 PS erreicht haben, aber der Produzent gab zu niedrige Werte an, um die Versicherungsgesellschaften zu beruhigen. In der Saison 1969 dominierten Fords auf der NASCAR-Strecke – sie gewannen ganze 29 Rennen. Das Blatt wendete sich erst ein Jahr später, als der Superbird, der atemberaubende 200 Meilen pro Stunde (322 km/h) erreichte, zum Wettstreit hinzukam. Obwohl nur 754 Exemplare des Talladega und seines Zwillings Mercury Cyclone Spoiler II entstanden sind, können sie heute eine günstigere Alternative zu den „scharfnasigen“ Konkurrenten von Chrysler sein.

1970er Oldsmobile Rallye 350

Wenn wir an Muscle Cars vom Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre denken, steht der berühmte Pontiac GTO Judge normalerweise ganz oben auf der Liste. Und obwohl der „Richter“ zu einer wahren Legende geworden ist, wird sein Zwilling Oldsmobile Rallye 350 in solchen Zusammenstellungen meistens außer Acht gelassen. Er debütierte im Februar 1970 auf der Chicago Auto Show. Jedes der 3.547 produzierten Exemplare zeichnete sich durch den grellen Sebring-Yellow-Lack aus, mit dem sogar Spoiler, Felgen und Stoßstangen bedeckt wurden. Das war dermaßen schockierend, dass Händler manchmal die originalen Elemente mit eigenen Chromäquivalenten ersetzten. Man sollte dies im Hinterkopf behalten, wenn man einen Rallye 350 mit nicht originalen Stoßstangen zum Verkauf findet. Es muss nicht unbedingt bedeuten, dass es sich bei dem Exemplar um eine Replik handelt. Eine Anleitung für Oldsmobile-Händler informierte: „Der Rallye 350 wird bei denen am beliebtesten sein, die sich mit sportlichem Stil identifizieren wollen.“ Die Karre wurde mit einem 310 PS starken V8-Motor angeboten, der Sprints auf 60 mph (97 km/h) in 7 Sekunden ermöglichte und der Tachozeiger blieb erst bei 122 mph (196 km/h) stehen.

1970er Chrysler Hurst 300

Von einigen als das erste Muscle Car bezeichnet, galt der 1955er C-300 als Vorläufer der sogenannten „Buchstaben-Chrysler“ („letter series“), welche die nächsten zehn Jahre ein Synonym für Luxus, Kraft und Geschwindigkeit waren. Sinkende Verkaufszahlen führten dazu, dass 1965 die Produktion eingestellt wurde, aber fünf Jahre später entschied sich die Konzernführung, an die legendären Modelle der „letter series“ anzuknüpfen. 1970 kam eine auf 500 Exemplare limitierte Sonderedition Hurst 300 auf den Markt. Deren Produktion sah ungewöhnlich aus – fertige Coupés, welche die Tore des Chrysler-Werks in Detroit verließen, wurden zu Hurst Performance in Warminster geschickt, anstatt in die Autohäuser zu gelangen. Dort installierte man den charakteristischen „Buckel“ auf der Haube und den Lufteinlass aus Fiberglas. Auf die Heckklappe gelangte ein kleiner Spoiler aus dem gleichen Material. Als Antrieb diente der aus dem Imperial bekannte gewaltige Big Block mit 440 ci (7,2 l), und eine straffere Federung sorgte für gutes Handling. Der Hurst 300 war nur in Spinnaker White mit orangefarbenen oder braunen Motiven erhältlich. Es war der letzte Versuch, einen einzigartigen Sportwagen auf Basis des Modells 300 zu entwickeln.

1971er AMC SC/360 Hornet

Der AMC Hornet debütierte als Nachfolger des ausgedienten Rambler. Als kompaktes Coupé schien er ein perfekter Kandidat für ein Muscle Car zu sein, zumal seine Markteinführung für American Motors nicht besonders kostspielig war. Sein Motorraum wurde konzipiert, damit er problemlos einen V8-Motor aufnehmen kann. Die Ingenieure stellten fest, dass es ausreicht, einen Motor mit 360 ci (5,9 l) aus dem Jeep Wagoneer einzubauen, ein Borg-Warner-Schaltgetriebe anzuwenden, einen Lufteinlass an der Motorhaube zu montieren, ein paar dekorative Streifen an der Karosserie anzubringen, und es entstand ein waschechter Sportwagen. 1971 rollte der Hornet SC/360 in die Showrooms, beworben als „eine Alternative gegenüber teuer zu unterhaltenden Muscle Cars“. Obwohl er um 40 Dollar billiger war als sein Konkurrent Plymouth Duster 340, wurde er nicht zu einem Hit. Seine Produktion lief nur wenige Monate, und er fand gerade einmal 784 Käufer. Bis heute sind etwa 120 Exemplare erhalten geblieben.

1978er Dodge Lil’ Red Express

Auf den ersten Blick passt der Lil’ Red Express nicht zu dieser Liste?. Kann ein Pick-up als Muscle Car klassifiziert werden? Na klar, wenn er mit einem starken Motor und einem guten Fahrwerk ausgestattet ist. Als Basis diente das gewöhnliche D100-Modell. Da für Pick-ups nicht so strenge Abgasvorschriften galten, wurde ein modifizierter, aus Streifenwagen bekannter V8 mit 360 ci (5,9 l) Hubraum unter der Haube montiert. Das reichte aus, um den 225 PS starken Pick-up in diesen für Muscle Cars schwierigen Zeiten zu einem sehr begehrten Auto zu machen. Journalisten des Magazins „Car and Driver“ überprüften die Beschleunigung, und es stellte sich heraus, dass er im Bereich von 0 bis 100 mph (161 km/h) seinen Wettbewerbern haushoch überlegen ist. Der schnelle D100 war mit keinem anderen Auto zu verwechseln – dafür sorgten Chromfelgen, die hölzerne Laderaumverkleidung, die Canyon-Red-Lackierung und mächtige „Schornsteine“ der katalysatorfreien Abgasanlage, die über den Fahrgastraum hinausgeführt waren. Während der zweijährigen Produktion rollten insgesamt 7.376 Exemplare dieses schnellen Pick-ups auf die Straßen.

1989er Pontiac Firebird Trans Am Turbo

Die 1970er-Jahre waren in den Vereinigten Staaten von zwei Ölkrisen (1973 und 1979) geprägt, und die Verschärfung der Federal-Abgasnormen erschwerte es den Herstellern deutlich, aufregende und schnelle Muscle Cars zu bauen. Die Ära leistungsstarker Motoren ging zu Ende, und an ihre Stelle traten viel „bravere“ Autos, deren Leistung selten 200 PS überstieg. Bisherige Vertreter dieser Art erhielten immer schwächere Antriebseinheiten und wurden zu luxuriösen Coupés oder verschwanden ganz vom Markt. Viele behaupteten, dass echte Muscle Cars für immer ausgestorben seien. Wirklich? Das auf 1.555 Exemplare limitierte Sondermodell des Trans Am scheint dem zu widersprechen. Er wurde zum 20-jährigen Jubiläum des Firebirds gebaut und basierte auf dem GTA. Unter der Haube befand sich ein turbogeladener V6-Motor mit 231 ci (3,8 l) Hubraum aus dem Buick GNX, der nach offiziellen Angaben 250 PS leistete. Man sagt, dass es eigentlich ca. 300 PS waren, was die hervorragenden Fahrleistungen erklärt, die auch heute noch beeindruckend sind. Dem Pontiac reichten 4,9 Sekunden, um 60 mph (97 km/h) zu erreichen, und die Höchstgeschwindigkeit betrug 153 mph (246 km/h).


Fotos: Chrysler, GM, Ford, Studebaker