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Unterwegs auf Felchen


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 28.02.2019

Es ist kühl an diesem Wintermorgen. Im Hafen Schmerikon lösen wir die Bootsblache mit klammen Fingern, verstauen unsere Ausrüstung und Verpflegung aber guten Mutes.


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Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 3/2019

Hohe Konzentration bringt mehr Bissverwertungen. Der Feumer ist übrigens nicht aus Österreich …


Schneeräumung ist Pflicht an diesem Februarmorgen.


Nume nid juffle», beruhigt Role in seinem waschechten Berner Oberländer Dialekt seinen fast vier Jahrzehnte älteren Fischerfreund Reini, der es kaum erwarten kann, die Hegene zu montieren.
Roland Fuhrer fischt erst seit drei Jahren am ...

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Nume nid juffle», beruhigt Role in seinem waschechten Berner Oberländer Dialekt seinen fast vier Jahrzehnte älteren Fischerfreund Reini, der es kaum erwarten kann, die Hegene zu montieren.
Roland Fuhrer fischt erst seit drei Jahren am Zürich-Obersee. Sein Felchen-Handwerk hat er am Brienzersee erlernt. «Seit ich zehn Jahre alt war, fischte ich mit meinem Vater, der über die Fänge Buch führte. Mit genauen Angaben zum Wetter, den Hotspots, den Köderfarben usw.» Und der Sohnemann fischte bald erfolgreich, auch hier am Obersee. Neben Felchen fängt er auch Egli, Brachsmen, Schwalen, Seeforellen – mit der Hegene wohlverstanden. «Nur ein Wels fehlt mir noch …», feixt er augenzwinkernd.
«Die altbewährte rote Nymphe Nr. 14 auf geradem Schenkel mit weissem Füdli aus feinstem Isolierdraht hat mir auch auf meinem neuen Gewässer Fänge gebracht!»

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis?

Role zuckt mit den Schultern nach unserer Frage. «Vielleicht, weil ich dem Fishfinder nicht alles glaube! », meint er lächelnd. Den Brienzersee hatte er damals noch ohne Echolot erkundet. Heute geht das leichter, vor allem was die Gewässertiefen und Bodenstrukturen angeht. Role sucht also mit dem Fishfinder die ihm zusagenden Tiefen. Meistens zwischen 14 und 16 Meter. «Und dann fische ich, auch wenn keine Fischsignale zu sehen sind. Die Felchen bleiben ja nicht stehen, sondern ziehen meistens langsam auf der Suche nach Futter umher», hält er mit unerschütterlicher Ruhe und Zuversicht fest.
«Er steht immer», bemerkt Reini. Das kann der Ältere wegen seines Rückens nicht mehr durchstehen. Aber ist das eine Erklärung für mehr verwertete Bisse? «Und mein ‹Dökti› ist detailbesessen», fügt Reini an. «Kein Wunder, er hat ja Chemie-Ingenieur studiert und promoviert. » Dann erzählt er vom letzten Herbst, als sie neben zwanzig Booten ankerten, die ohne Bisse auf dem Wasser schaukelten. Als Role acht Felchen im Boot hatte und Reini nur zwei, wechselten sie die Ruten. Es ging im gleichen Stil weiter bis zur «Vollpackung» …
Noch krasser war es, als sie einen Monat später vor der Bätzimatt lagen. Seit zwei Stunden keinen Biss mehr. Eines der beiden Nachbarboote fährt nach Hause. Aber Role bleibt zuversichtlich und sie fischen über 15 Meter weiter. Und tatsächlich bald darauf gehts los, obwohl keine Signale auf dem Fishfinder auftauchen. Sie fangen Felchen, die grösste misst 56 cm! «Ich probiere immer wieder etwas Neues aus. Letzten Herbst war Blau erfolgreich », kommentiert Role.

Role fischt immer stehend mit arretierter Laufrolle und der Schnur auf dem Finger.


Filetieren ist angesagt an diesem Februarnachmittag.


Ausrüstung und Köder

Auch heute fischt Role mit einer 2,4 m langen Poseidon-Rute von Bernhard. Sie ist leicht mit einer idealen parabolischen Aktion. Auf der Laufrolle hat er eine 0,18er-Geflochtene mit fünf Meter 0,20er-Nylon als Vorfach.
Er fischt mit arretierter Rolle und hält die Schnur auf dem Finger. «Ich muss den Biss spüren», und schon schlägt er wieder an. Auch heute fängts! «Was häsch dra?», kommt die Frage vom Nachbarboot. «Österreicher», meint Reini trocken. «Aha rot-weiss-rot», kapiert der Nachbar. Role und Reine platzen schier vor Lachen. Erklärend zeigen sie ihm das grüne Muster, das sie letztes Jahr in … Österreich erstanden hatten!