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UNTERWEGS: IM SPREEWALD: Immer der Gurke nach


Weck LandJournal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 14.07.2020
Artikelbild für den Artikel "UNTERWEGS: IM SPREEWALD: Immer der Gurke nach" aus der Ausgabe 4/2020 von Weck LandJournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Weck LandJournal, Ausgabe 4/2020

60 Kilometer lang ist der Gurkenradweg, dabei führt er auf fünf bis acht Etappen durch die gesamte Spreewaldregion. Renate Heß und Heidi Deutschmann haben ihn besucht und die Region rund um Burg im Oberspreewald per Rad, Kahn und zu Fuß erobert

Kurz vor Straupitz: Fotostopp und Mückenplage


Der Spreewald soll ein missglücktes Werk des Teufels sein: Als er mit einem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte, wollten zwei der Zugtiere nicht mehr so recht weiterarbeiten. Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an: „Dass euch verdammtes faules ...

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... Vieh doch meine Großmutter hole!” Diese Aussicht muss die Tiere sehr erschreckt haben.Jedenfalls ergriffen sie die Flucht und rannten kreuz und quer davon, mit dem Pflug hinterdrein. Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge.Diese Sage wird gerne auch heute noch erzählt. Wahrscheinlicher als der teuflische Fluch aber ist bei der Entstehung des Spreewaldes der Einfluss der letzten Eiszeit: Gesteinsablagerungen in Form von Grundmoränen unter dem Eis und Endmoränen am Eisrand formten die Landschaft.Dazwischen strömten mindestens tausend Jahre lang die Schmelzwasser der Eiszeitgletscher und bildeten ein feines Netz aus Fließen, zwischen denen durch Sandablagerungen kleine Inseln entstanden. Auf diesen sogenannten Kaupen entwickelten sich im 17. Jahrhundert die ersten Siedlungen im Spreewald.

Die radelnde Gurke

Eine dieser spreewaldtypischen Streusiedlungen ist Burg. Und hier in Burg ist auch der Ausgangspunkt unserer Radtour auf dem Gurkenradweg. Am Hafen mieten wir uns Fahrräder, bekommen eine kleine Einweisung und eine Land - karte mit auf den Weg. Und schon geht es los, der radelnden Gurke nach, dem Logo des Gurkenradwegs.
Wir überqueren die Straße und fahren auf der Hauptstraße Richtung Norden. Nach kurzer Strecke biegen wir auf den Fahrradweg ein, der uns mit einigen Metern Abstand parallel zur Straße bis zum Bismarckturm führt. Leider können wir den Turm nur aus der Ferne betrachten, denn das Areal ist für eine Veranstaltung großflächig abgesperrt. So radeln wir gleich weiter, wechseln die Straßenseite an der Ampel und folgen der L51 bis zur Einmündung des Willischzaweges. Hier lassen wir nun endlich den Autolärm und touristischen Trubel hinter uns und biegen in eine idyllische Landschaft ab.
Die schmale Teerstraße führt uns durch kleine Wäldchen und an einem Freizeitsee vorbei. Rechts und links liegen immer wieder Ansammlungen von einigen Häusern, dazwischen Bachläufe, die beidseits von Büschen und Bäumen flankiert werden.
Am Mauergraben machen wir einen kurzen Fotohalt und bekommen auf einer Tafel Informationen über das dichte Gewässernetz. Auf den Feldern neben der Straße wächst Gras, es ist wunderbar grün, aber wo sind die Gurken, die unserem Radweg seinen Namen gegeben haben? Aber wir sind ja erst am Anfang der Tour, wir radeln weiter!

Spreewälder Originale Gewürzgurken, Senfgurken, Salz-Dill-Gurken, Pfeffergurken und Knoblauchgurken

Flämische Tuchmacher brachten im 16. Jahrhundert die Gurkensamen aus ihrer Heimat mit in den Spreewald. Der dunkle, humusreiche Boden, die besonderen Wasserverhältnisse und zahlreichen Sonnenstunden sind ideal für den Anbau und das Wachstum der Gurken. Um die Gurken längerfristig haltbar zu machen und auch in den Wintermonaten einen ausreichenden Vorrat zu haben, wurden sie schließlich durch die Zugabe von Essig konserviert. Die traditionellen Rezepturen der Spreewälder Gurken sind meist streng gehütete Familienrezepte, die lediglich von Generation zu Generation vererbt werden.
Spreewälder Gurken werden bis heute handverlesen und mit frischen Kräutern und Gewürzen eingelegt. Spreewälder Gurken-Erzeugnisse sind mit dem blaugelben Qualitätssiegel „geschützte geographische Angabe” der Europäischen Union gekennzeichnet. Sie werden zu 100 Prozent aus regionaler Rohware und ausschließlich in regionalen Einlegereien und Konservenbetrieben hergestellt.
Jährlich werden die Spreewälder Gurken auf Einhaltung von Qualitätskriterien strengstens kontrolliert.

Idyllischer Fontaneweg


Über Nordweg, Ringchaussee und Buschmühle erreichen wir den Nordumfluter, überqueren diesen Kanal über eine kleine Brücke. Zwischen Feldern nähern wir uns Straupitz im Norden des Biosphärenreservats Oberspreewald. Kurz davor müssen wir aber eine abrupte Bremsung vornehmen: Rechter Hand liegt im Wald ein kleiner Tümpel, umrandet von Schwarzerlen, ein kleiner Pfad führt an ihm vorbei zu einer Holzbrücke über den Ablauf.
Also Fahrrad abstellen und mit der Kamera zur kleinen Brücke vorlaufen. Ein wunderschönes Fotomotiv, das Tausenden Mücken ebenso gefällt. Dass wir uns am Morgen vorsorglich mit Mückenschutz eingerieben haben, ist ihnen egal …

Hollanderwindmuhle in Straupitz


Muhlenmuseum: Dreifachmuhle fur Korn


Ol


und Holz


Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl

Dieses Spreewaldgericht aus ärmeren Tagen wird auch heute noch gern gegessen: Quark mit Zwiebeln und Kräutern würzen, in die Mitte eine Kuhle drücken und Leinöl hineingeben. Die Pellkartoffeln hineindippen und genießen.

Kaum kommen wir aus dem Wäldchen, sind wir auch schon in Straupitz, fahren an der klassizistischen Schinkelkirche vorbei und machen bei der historischen Holländerwindmühle einen Stopp.
Sie ist die letzte produzierende Dreifachwindmühe Europas. Hier wird Korn gemahlen, man kann dem Ölmüller bei der Leinölherstellung über die Schulter schauen. Am Schluss des Rundganges durch die Mühle liegt ein Holzstamm bereit, um durch ein Horizontal- und Vertikalgatter in Bretter oder Balken gesägt zu werden. Wir sind noch ganz nach oben in die Mühlenkappe gestiegen, auf einer engen, knarrenden Holztreppe, um durch das Fenster einen der Flügel betrachten zu können. Der Besuch dieser Mühle lohnt sich allemal, und zum Schluss sollten Sie das frisch gepresste Leinöl mit einem Stückchen Brot unbedingt probieren. Im Mühlenladen im Müllerhaus gegenüber wird es zum Verkauf angeboten. Die kleine Speisekarte mit spreewaldtypischen Gerichten verleitet uns zu einer kurzen Pause, bevor wir wieder in die Pedale treten. Auf der Straße radeln wir nach Neu-Zauche, wo wir vor der Kirche links abbiegen. Es geht nun geradeaus weiter, wir kommen erneut zum Nordumfluter und überqueren ihn wieder. Bis hierher hatten wir nur Teerstraßen, es war flott zu radeln, ideal, um große Strecken zu absolvieren.
Jetzt ändert sich der Belag, wir radeln am Ufer des Kanals auf einem sandigen Schotterweg. Leider ist der Boden sehr trocken, sodass uns das erste Auto, das uns zügig überholt, in eine dicke Staubwolke hüllt. Wir flüchten an den Waldrand, um abzuwarten, bis sich der Staub gelegt hat.

Schlangenkopfe zieren die Giebel vieler Spreewaldhauser


Hier geht’s auf den Fontane-Weg


Hoppla, was ist denn das? Hier ist ein Wegweiser zum Theodor-Fontane-Weg, der Pfad führt weg von dieser staubigen Straße, auf der in der Ferne auch noch ein Bus rangiert. Wir schauen uns an: Sollen wir es wagen und uns auf „Abwege” begeben? Klar, machen wir.

Auf dem Theodor-Fontane-Weg

Jetzt kommen wir in eine Region, die genau so aussieht, wie wir uns den Spreewald vorgestellt haben. An einem Fließ ankern einige Kähne und warten auf ihren Einsatz, eine Rundfahrt. Nach kurzer Fahrstrecke schickt uns der Wegweiser über eine Holzbrücke, 14 hohe Stufen auf der einen Seite hoch, dabei das Fahrrad auf der steilen Rampe hochschieben, auf der anderen Seite 12 Stufen runter und das Fahrrad runterbremsen. Puh, geschafft. Aber für das, was uns nun erwartet, hat sich dieser körperliche Einsatz auf jeden Fall gelohn. Jetzt sind wir wirklich mitten im Spreewald angekommen.

Wir stiegen ein und die Fahrt begann. Gleich die erste halbe Meile ist ein landschaftliches Kabinettstück und wird insoweit durch nichts Folgendes übertroffen, als es die Besonderheit des Spreewaldes: seinen Netz- und Inselcharakter, am deutlichsten zeigt. Dieser Netz- und Inselcharakter ist freilich überall vorhanden, aber er verbirgt sich vielfach, und nur derjenige, der in einem Luftballon über das vieldurchschnittene Terrain hinwegflöge, würde die zu Maschen geschlungenen Flußfäden allerorten in ähnlicher Deutlichkeit wie zwischen Lübbenau und Lehde zu seinen Füßen sehen.

Aus: Wanderungen durch die Mark Brandenburg “(1862-1889)von Theodor Fontane (1819 − 1898)

Schon Fontane genoss die Gegend


Infotafel am Gurkenradweg


Ein schmaler Weg schlängelt sich entlang der Fließe, es ist schattig, die Sonnenstrahlen brechen durch das Laubdach der Bäume. Wir sind fast allein, treffen nur noch zwei weitere Fahrradfahrer. Und auf den Fließen paddeln einige größere und kleinere Gruppen in Kanus. Es ist ruhig hier, wir hören Vögel zwitschern, das Wasser plätschert leise.
Es ist ein schmaler Pfad, den wir hier befahren. Zwischendurch müssen wir Pfützen umrunden oder über größere Wurzeln, die sich aus der Erde hervorgearbeitet haben, balancieren. Eine gewisse Radbeherrschung ist hier wirklich angebracht.
Aber schnell fahren wir ja nicht, wir wollen viel sehen und genießen. An einem Brückchen machen wir noch einen kurzen Fotostopp, dann radeln wir weiter, müssen wieder eine Fahrradtreppe über- winden. Mittlerweile haben wir fast das Gasthaus Eiche erreicht, in dem auch Theodor Fontane schon gegessen hat.
Aber jetzt werden wir nochmals ausgebremst: Ein dicker Nutria versperrt uns den Weg, frisst seelenruhig weiter und lässt sich durch uns nicht vertreiben. Das Tier ist wirklich riesig, bestimmt einen halber Meter lang, den Schwanz nicht mit eingerechnet. Wir können ihn fotografieren, er hält wunderbar still. Doch irgendwann wollen wir weiter und er verschwindet, als wir ihm klingelnd und stampfend näherkommen. Er taucht in den Fließ ab.
Wir sind hier wirklich in einer unberührten Natur!

Dieser Nutria versperrt uns den Weg


Vorbei am Gasthaus fahren wir nun wieder auf Teerstraßen an Streuobstwiesen entlang, vorbei an traditionellen Blockbohlenhäusern und nähern uns langsam unserem Ausgangspunkt in Burg. Insgesamt war unsere Radtour auf dem Gurkenradweg mit dem Abstecher auf dem Theodor-Fontane-Weg etwa 35 km lang, eine genüssliche Tour, auf der wir viel gesehen haben. Wenn Sie nicht radeln wollen, können Sie den Fontane-Weg auch zu Fuß erobern. Gurkenfelder haben wir auf unserer Strecke leider keine entdeckt, aber vermutlich haben wir uns dafür den falschen Abschnitt des Gurkenradweges ausgesucht. Wobei: Es war absolut richtig, es war eine wunderschöne Tour.

Mit dem Rudel staken

Nachdem wir unsere Fahrräder zurückgegeben haben, bleibt gerade noch Zeit für eine schnelle Tasse Kaffee, bevor die Kahnfahrt startet, eine andere, sehr angenehme Art, den Spreewald zu erkunden.
Die Spreewaldkähne waren früher das Hauptverkehrsmittel im Spreewald.
Routiniert schiebt der Fährmann unseren Kahn mit dem Rudel, einer über vier Meter langen Holzstange, durch die kleine Wasserstraße.
Schon nach wenigen Metern tauchen wir in den Schatten von Weiden, Akazien und Robinien, die rechts und links der kleinen Wasserstraße stehen und den Flusslauf wie einen Tunnel überwachsen.
Wir sind unterwegs auf der Hauptspree, die auf Berlin zufließt. Hier ist sie noch ziemlich klein, etwa 6 − 8 Meter breit und mit einer Durchschnittstiefe von 1,5 Meter. Die hölzerne Uferbefestigung ist schon über 50 Jahre alt, der Zahn der Zeit hat genagt und an manchen Stellen seine Spuren hinterlassen. Fast lautlos gleitet der Kahn durch den grünen Tunnel.
In dem langsam fließenden Gewässer sind viele Fischarten wie Wels, Aal, Karpfen, Zander, Hecht, Barbe, Schleie, Aland Quappe und Rapfen zu Hause.
Wir kommen auf unserer gemächlichen Fahrt an schmucken Häusern und Bauernhöfen vorbei. „Jeder Hof in Burg hat eine Land- und eine Flussseite und ist mit dem Auto zu erreichen”, erfahren wir vom Fährmann.

Fischkasten am Anleger


Runterkommen: Kahnfahrt auf der Spree


Leben am Wasser

Die stattlichen Bauernhöfe bestehen aus einem Wohn-Stallgebäude und sind teilweise noch oder auch wieder mit Schilfrohr gedeckt. Spreewaldtypisch sind die gekreuzten Windlatten an den Dachgiebeln mit Schlangenköpfen. Sie stellen den Schlangenkönig dar und sollen die Bewohner vor Sturm und Unwetter schützen. An den Anlegestellen der Häuser fallen uns große Holzkisten auf, die halb im Wasser stehen. Das sind Fischkästen, in denen die gefangenen Fische frisch gehalten werden. Glücklich kann der sein, der direkt an einem Fließ wohnt, denn er hat das Privileg, kostenlos Wasser zum Bewässern entnehmen zu dürfen.
Die einzigen Geräusche, die wir während der Fahrt hören, sind das Gluckern der Spree, wenn das Rudel durch das Wasser gezogen wird, und das Zwitschern der Vögel aus dem Blätterdach. Wir beobachten dunkelblaue Prachtlibellen, die am Uferrand schwirren, und zwischendurch taucht ein Fisch an der Wasseroberfläche auf, auch Wasserläufer sehen wir.
Im Wasser leben zudem Flusskrebse und Süßwassermuscheln. Es ist heute wenig Bootsverkehr auf der Spree. Ab und zu kommen uns Paare in Paddelbooten entgegen.
Aber selbst auf dieser Wasser - straße gelten Verkehrsregeln: „Um einen Spreewald-Kahn zu fahren, braucht man einen Führerschein”, erfahren wir von unserem Fährmann. „Es herrscht Rechtsverkehr und die Gegenstrom-Fahrer haben Vorfahrt.”

Kanutour in Lehde


Auch für die Verpflegung ist gesorgt.
Manche Fließanwohner haben an ihren Anlegestellen Tische aufgebaut, an denen sie die eingelegten Spreewaldgurken verkaufen. Die Gurkenfelder, die wir so vermisst haben, befinden sich rund um die Nachbarorte Golzen und Lübbenau, erzählt uns der Fährmann über die landestypische Spezialität. Inzwischen werden Gurken nur noch von vier Bauern kommerziell angebaut, die in einem normalen Erntejahr etwa 50 Tonnen einbringen.
Zurück im Hafen erstehen wir an einem Stand noch eingelegte Spreewaldgurken und genießen sie gleich „aus der Hand”. Was uns anschließend veranlasst, einige dieser Spreewald-Spezialitäten im Glas für zu Hause mitzunehmen.

Lehde: Leben wie im 19. Jahrhundert


Venedig im Westentaschenformat

Unsere Tour durch den Oberspreewald ist noch nicht zu Ende. Am letzten Tag besuchen wir das Freilandmuseum Lehde.
Fontane nannte den Ort „Venedig im Westentaschenformat”. Im bekanntesten Spreewalddorf haben auch heute die meisten Gebäude noch keinen Straßenanschluss, der Kahn war, ist und bleibt hier das wichtigste Fortbewegungsmittel.
Offiziell ist Lehde ein Ortsteil von Lübbenau, hat aber seinen eigenen Charakter und Charme. Das Freilandmuseum Lehde birgt ein ganzes Dorf: Mit seinen originalen, altwendischen Bauernhöfen gibt es Einblicke in die Wohn- und Lebensweise der Spreewaldbewohner im 19. Jahrhundert.
Eine historische Trachtenausstellung, Kunstgalerie, Töpferei und Blaudruckwerkstatt vermitteln Wissenswertes über das traditionelle Handwerk und die sorbischen Wurzeln der Spreewälder.
Unser Tipp: Kommen Sie wie wir zeitig am Morgen nach Lehde, dann klappt’s auch mit dem Parkplatz! Viele Motive und Impressionen warten auf Sie und vielleicht nicht so viele Besucher, denn Lehde ist ein sehenswerter Magnet.
Überzeugen Sie sich selbst! Egal, ob Sie nun im Spreewald wandern, Rad fahren oder eine Tour mit dem Kahn unternehmen, Sie werden die abwechslungsreiche Landschaft genießen. Und natürlich auch die typischen Produkte der Gegend, die Gurken, probieren. Damit Sie sich schon mal Appetit holen können: ab Seite 38 finden Sie köstliche Gurkenrezepte!

Bauernhofmuseum Lehde


Gurkenradweg

Auf etwa 260 km führt der Gurkenradweg durch die gesamte Spreewaldregion. Angelegt als Rundtour können Sie Start und Ziel selbst bestimmen und in 5 − 8 Etappen den Spreewald erradeln. Folgen Sie einfach der Beschilderung, der radelnden Gurke. Der Tourismusverband Spreewald bietet Pauschal - angebote.

Weitere Infos:

Tourismusverband Spreewald Raddusch Lindenstraße 1 03226 Vetschau/Spreewald www.spreewald.de

Touristinformation Burg im Spreewald Am Hafen 6, 03096 Burg www.BurgimSpreewald.de

Spreewald-Touristinformation Lübbenau e.V. Ehm-Welk-Straße 15 03222 Lübbenau/Spreewald www.luebbenau-spreewald.com

Freilandmuseum Lehde An der Giglitza 1a 03222 Lübbenau OT Lehde www.spreewald-info.de