Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Unterwegs mit dem Felchenzapfen


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 23.12.2019

Du willst Felchen fangen, hast aber kein Boot zur Verfügung? Kein Problem – der Felchenzapfen fängt zuverlässig vom Ufer aus.


Artikelbild für den Artikel "Unterwegs mit dem Felchenzapfen" aus der Ausgabe 1/2020 von Petri-Heil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 1/2020

Scheinbar harmlos dümpelt der Felchenzapfen vor sich hin. Dabei gibt es wenige Techniken, die vom Ufer aus so häufig zum Erfolg führen, wie die Fischerei mit dem Felchenzapfen.


Mit Felchen wie dieser darf beim Fischen mit dem Felchenzapfen regelmässig gerechnet werden.


Ist der Stopper nach ein paar Würfen auf die richtige Tiefe eingestellt, steht dem Felchenfang mit dem Zapfen nichts mehr im Weg.


Über die Jahre hat sich in meinem Keller eine so grosse Menge an Fischereiartikeln ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 8,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Petri-Heil. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Fischen im 2020. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fischen im 2020
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Was läuft im #PetriJanuar. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Was läuft im #PetriJanuar
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Die BOSoeeed foerenllseee. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die BOSoeeed foerenllseee
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Freiangel-Freiheit auf Trüschen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Freiangel-Freiheit auf Trüschen
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Äschenfischen: Zum Beispiel Felsenau. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Äschenfischen: Zum Beispiel Felsenau
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Alles für einen guten Fang. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alles für einen guten Fang
Vorheriger Artikel
Schleppen auf Seeforellen:Auf die Details kommt es an
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel So viel frisst ein Raubfisch:Intelligente Kleinwüchsige und …
aus dieser Ausgabe

... angehäuft, dass man ihn getrost in einen kleinen Fischerladen umwandeln könnte. Irgendwann ist mein kleiner Fischerladen derart unübersichtlich geworden, dass ich die Dinge nicht mehr finden kann. Ich muss das Unvermeidliche angehen und endlich Ordnung schaffen. In einer verstaubten Kiste stosse ich auf einen alten Felchenzapfen und frage mich: Wieso fische ich den eigentlich nicht mehr? Wenn ich mich recht erinnere, waren doch die Erfahrungen damit vor allem positiv. Warum also nicht dem Felchenzapfen eine neue Chance geben? Da ich am Zürichsee mit zwei Ruten fischen darf, muss noch ein zweiter Felchenzapfen her, oder aber einfach ein gewöhnlicher Laufzapfen mit 40 Gramm Auftrieb – das müsste doch auch gehen.

Felchen ganz in der Nähe

An der einen Rute hängt die klassische Felchenzapfen-Montage mit Schnurstopper, Perle, original Felchenzapfen, Hegene und der vorgegebenen 30-Gramm-Bebleiung, während an der anderen Rute der grosse, aber gewöhnliche Laufzapfen mit 40 Gramm Auftrieb und derselben Montage montiert ist. Ich wähle eine Stelle aus, an der ich vom Ufer aus ziemlich schnell auf meine gewünschte Tiefe von um die 20 Meter komme. Es müssen aber gar nicht 20 Meter Tiefe mit einem besonders weiten Wurf sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich auf 10 bis 15 Meter Tiefe tendenziell etwas weniger Felchen, dafür eher die grösseren Exemplare fangen lassen, wobei das natürlich auch von der Jahreszeit abhängt. Zugegeben, es braucht ein paar Würfe, bis ich den Stopper so präzis eingestellt habe, dass die Montage knapp über Grund präsentiert wird. Ist das jedoch vollbracht, steht dem Felchenfang nichts mehr im Weg. Wenn ich Fischer vom Ufer aus auf Felchen fischen sehe, so kommt fast ausschliesslich die geworfene Hegene mit dem 25- bis 40-Gramm-Blei zum Einsatz. Diese Hegene bleibt am Grund und wird auf Spannung gehalten, allenfalls noch mit einem vorgeschalteten Unterwasser- Kleinzapfen. Dies ist natürlich weniger aufwändig als die mehrmalige Tiefeneinstellung eines Schwimmzapfens und deshalb wohl auch verbreiteter.

Schnelle Bestätigung

Ich muss wohl gleich einen Schwarm getroffen haben – es dauert jedenfalls keine zehn Minuten, bis mein Felchenzapfen ein kleines Tänzchen mit Auf- und Abbewegungen beginnt und ich die Montage «süferli» einholen kann. Ein Anhieb ist bei dieser Technik ja gar nicht nötig. An der untersten Nymphe hängt eine schöne Felche von etwa 35 cm. Ihre Kampfkraft im Verhältnis zu ihrer Grösse beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue, insbesondere mit ihren Kopfschlägen auf den letzten Metern. Nachdem der Fisch verstaut ist, geht es wenige Minuten später auf der anderen Rute mit dem gewöhnlichen Laufzapfen los. Weil ich an dieser Rute die Rolle aber etwas zu hart eingestellt habe, verabschiedet sich die Felche leider so schnell wieder, wie sie gekommen ist. Ich bin nur kurz enttäuscht. Die Freude darüber, dass die verstaubt anmutende Technik derart schnell zum Erfolg geführt hat, überwiegt haus- hoch. Das bleibt auch so, nachdem sich an diesem Nachmittag keine weitere Felche mehr verführen lässt.

Muss es unbedingt der Original-Felchenzapfen sein? Mitnichten, ein gewöhnlicher grosser Laufzapfen bringt mindestens so zuverlässig Fische.


Der antiquiert anmutende Felchenzapfen bringt den Redaktor aus guten Gründen zum Strahlen.


Als Beifang gesellen sich bei der Fischerei mit dem Felchenzapfen oft auch Egli neben die Felchen.


«Gratisfische»

An den nächsten Fischertagen wird eine Rute mit Felchenzapfen oder «Möchtegern- Felchenzapfen» zu meinem ständigen Begleiter. Während ich am Spinnfischen bin, lasse ich jeweils stets auch eine Hegene am Zapfen knapp über Grund streifen, mal mit dem Original- Felchenzapfen, mal mit der Imitation. Die Resultate sprechen für sich: Bei jedem Gang ans Wasser fange ich damit mindestens eine Felche oder einen Egli. Weil ich mich, abgesehen vom Einstellen der richtigen Tiefe, nicht gross für den Fang dieser Fische bemühen muss, kann von eigentlichen «Gratisfischen» gesprochen werden. Betrachte ich die Fangzahlen, hat am Ende der «Möchte-gern-Felchenzapfen » die Nase in der Statistik sogar leicht vorn. Ich will damit nicht behaupten, dass sich mit dem gewöhnlichen, grossen Laufzapfen generell mehr Fische fangen lassen, aber es bedeutet schlicht, dass nicht «Coregone» draufstehen muss, was als Felchenfänger durchgehen will.

Erfolgsrezept Felchenzapfen

Was macht den Felchenzapfen eigentlich so erfolgreich? Die Vorteile der Technik zeigen sich beim Fischen vom Ufer aus sowohl in der Horizontalen wie auch in der Vertikalen. In der Horizontalen liegt der Vorteil vor allem darin, dass die Montage einen grösseren Bereich abfischt als die Felchenhegene, die einfach auf Grund gespannt wird. Weil fast immer eine, wenn auch nur leichte, Strömung herrscht, kommt der Zapfen einfach weiter herum und kann damit die Felchen quasi suchen. In der Vertikalen sorgt der Felchenzapfen dafür, dass die Hegene aufgrund der Wellenbewegungen stets in leichten Auf- und Abbewegungen am Fischen ist. Und herrschen – selten genug – trotzdem einmal Ententeich-Bedingungen, so ist dies dem Fang nicht weiter abträglich. Genau bei solchen Bedingungen habe ich damit, zu meiner grossen Überraschung, meinen bisher grössten Brachsmen fangen können. Natürlich möchte ich beim Felchenfischen meine Nymphen möglichst grundnah anbieten, aber immer unmittelbar am Grund zu sein, ist gar nicht nötig. Sollte meine Hegene aufgrund des Umherziehens einmal nicht knapp über Grund stehen, muss das gar kein Nachteil sein – im Gegenteil: Felchenschwärme ziehen ihre Kreise auch einige Meter über dem Grund. Mit dem Felchenzapfen erreiche ich diese sich auf Wanderung befindenden Fische besser, zumal ich, im Gegensatz zur Grundmontage mit ihrem geneigten Winkel, die ganze Vertikale meiner Hegene ausnütze.

Auch vom Boot aus

Als Vorteil gegenüber dem vertikalen Felchenfischen ohne Zapfen vom Boot aus ist zudem erwähnenswert, dass die Bisserkennung mit dem Zapfen deutlich einfacher ist, insbesondere bei windigen Bedingungen: Hat eine Felche die Nymphe genommen, liegt der Zapfen häufig auf einmal flach, weil sie nach oben flüchtet. Flüchtet sie zum Grund, ist der Biss ebenso einfach zu erkennen, weil sich der Zapfen dann nervös auf- und abbewegt. Das sind mitunter auch die guten Gründe, warum selbst Bootsfischer ab und zu auf den Felchenzapfen zurückgreifen. Der Fischerei mit dem Felchenzapfen haftet wohl ein Image des Antiquierten an, zum Glück aber interessieren sich die Felchen nicht für Trends unter Fischern.