Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 12 Min.

UNTERWEGS MIT LEIB UND SEELE:IDYLLISCHES NEANDERLAND


Meine gute Landküche - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.06.2019

Entdecken Sie kulturelle und kulinarische Schätze zwischen Düsseldorf und Wuppertal


Artikelbild für den Artikel "UNTERWEGS MIT LEIB UND SEELE:IDYLLISCHES NEANDERLAND" aus der Ausgabe 4/2019 von Meine gute Landküche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Meine gute Landküche, Ausgabe 4/2019

Autorin Gabriele Gugetzer mit „Mr. 4 %“, einem Neandertaler im modernen Dress. Ihn kann man im Neander thal Museum in Mettmann treffen. Mit ländlicher Idylle locken alte Gemäuer wie das „Haus zum Haus“ bei Ratingen (rechts), Bio-Bauernhöfe (unten rechts) und die Landschaft bei Velbert (großes Bild)


Mitte des 19. Jahrhunderts machte ein Zufallsfund eine kleine, idyllische Region nahe Düsseldorf weltberühmt: In einer Höhle in einem zwischen den Städten Erkrath und Mettmann gelegenen Talabschnitt der Düssel fanden Arbeiter ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Meine gute Landküche. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2019 von AUFGEGABELT: Für Sie entdeckt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUFGEGABELT: Für Sie entdeckt
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von SAISON-REZEPTE: ZUCKERSCHOTEN Die Königin der Erbsen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SAISON-REZEPTE: ZUCKERSCHOTEN Die Königin der Erbsen
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von SAISON-REZEPTE: Wir laden ein zum Sommerfest. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SAISON-REZEPTE: Wir laden ein zum Sommerfest
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von KREATIV-IDEEN :Herzlich willkommen, LIEBE GÄSTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KREATIV-IDEEN :Herzlich willkommen, LIEBE GÄSTE
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von TRADITION: AUS OMAS REICHEM Küchenerbe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRADITION: AUS OMAS REICHEM Küchenerbe
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von SAISON-REZEPTE :Herrlich bunter Reigen MIT PAPRIKA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SAISON-REZEPTE :Herrlich bunter Reigen MIT PAPRIKA
Vorheriger Artikel
SAISON-REZEPTE:DIE SAFTIGSTEN Sommerbraten
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Was Süßes zum Schluss
aus dieser Ausgabe

... Knochenreste. Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass es sich um Überreste einer ausgestor benen Menschenart handelte. Unseren bis dato völlig unbekannten Verwandten benannte man nach seinem Fundort Neandertaler.

Über 200 000 Jahre lebte der Neander taler in Europa, vor etwa 40 000 Jahren verdrängte ihn der Homo sapiens. Einst rankten sich Mythen um ihn, heute weiß man dank modernster Technik viel über den Steinzeitmenschen. Das Neanderthal Museum (davon später mehr) hat dieses Wissen aufbereitet, unterhaltsam und lehrreich. Dort erfährt man auch, was es mit der Paleo- oder Steinzeit- Ernährung auf sich hat, die sich an dem orientiert, was unsere Jäger-und-Sammler- Vorfahren aßen: Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und Nüsse. Ein großer Fan ist Horst Spaan. Der Koch vom „Land Gut Höhne“ bei Mettmann hat sich davon zu einem besonderen Menü in spirieren lassen. Nicht nur die Speisen sind dabei ungewöhnlich, etwa der Eierfladen rechts. Als Schneidwerkzeug dient eine Feuersteinklinge, getrunken wird aus einem Horn, serviert auf Schiefer und Holz. Erleben können Sie das in ländlicher Idylle hinter den historischen Mauern des „Land Gut Höhne“. Erstmals 1750 erwähnt, wurde der Bau ab Ende der 1960er-Jahre mit Ziegelbrandstein von Hand renoviert. Auch die Möbel für die 135 Zimmer werden in der haus eigenen Schreinerei gefertigt oder restauriert. Beate Sieben-Reucher, deren Familie das Hotel betreibt, bezeichnet es als Lebensprojekt. 150 Mitarbeiter verwöhnen die Gäste und pflegen 55 000 Quadratmeter Anwesen.

Noch etwas größer ist der „Schepershof“ im Windrather Tal nördlich von Wuppertal. Hof, Wald, Ackerland, landwirtschaftliche Nutzfläche, Tierhaltung und Käserei sind hier zu finden. Außerdem ein süßes Hofcafé und ein sehr gut sortierter Hofladen. Bio dynamik ist die Losung. Hier werden Menschen mit eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten beschäftigt, der Hof wird generationsübergreifend bewohnt. Karla Ulber, patent und fröhlich, ist die Seele des Betriebs, der sich über viele Schulklassenund Kindergartenbesuche freuen kann. Die Enkelin von Landwirten weiß genau, warum sie hier arbeitet.

„Viele der kleinen Besucher haben noch nie in ihrem Leben eine Kuh gesehen.“ Karla Ulber ist nicht nur für das Management des Hofcafés zuständig, sie backt die überaus köstlichen Kuchen, schmeißt den beliebten Hofladen und ist auch die Käserin des Hofes. Nur mit dem Käse ist hier ein nennenswerter Umsatz zu machen: „Von Milch allein kann man nicht leben.“ Mit anderen Biohöfen im Windrather Tal tauscht Karla Ulber Hofprodukte aus, damit Tagesausflügler und Stammkunden ein schönes Sortiment vorfinden. Und wenn an einem Sommertag um 15 Uhr das Café öffnet, steht meist schon eine Schlange von Kuchenkennern vor der Tür. Man sitzt an wackeligen Tischen und genießt leckeren Kuchen auf Flohmarktporzellan. Ganz so, als sei man bei Großmutter auf dem Lande im Kurzurlaub.

Ähnlich verwunschen kommt das Hexenhäuschen daher, in dem Rudolf Becker schon seit 1990 backt. Das Backhaus in Erkrath wurde 1748 gebaut, doch lange nicht mehr betrieben. Mit einem Mäzen an der Seite, der eigentlich Banker, überdies passionierter Koch ist, hat es Rudolf Becker, der mal im Fernmeldeamt tätig war, wieder zum Leben erwecken können. Auch hier wird spielerisch-spannend Wissen vermittelt. Zweimal im Monat, wenn Schul klassen kommen, backt Rudolf Becker am gemauerten Ofen blecheweise Backhausschnecken und Brote. Die Kinder können zuschauen und mitmachen. Und manche erleben zum ersten Mal, wie ein Teig geknetet und verarbeitet wird. Regionale Spezialitäten, darauf setzt man in der Region, die 10 Millionen Tagesgäste pro Jahr verzeichnen kann. Als kulinarischer Leuchtturm gilt das Restaurant „Hopmanns Olive“ in Erkrath. Die Location in einem ehemaligen Lokschuppen mit Bahnsteighalle ist sehr beeindruckend. Mit einem sechsteiligen Mini-Menü will Ingo Hopmann schon die jungen Gäste inspirieren, mal etwas Neues auszuprobieren.

Das hat er in seiner langen Kochkarriere auch selbst getan, „erst französisch, dann spanisch, dann mediterran, dann asiatisch“, erzählt er. Heute ist seine Küche eine Mischung aus seinen Kocherfahrungen, regionalen Produkten und den Ideen der wechselnden Jungköche. Auerochsenfleisch steht bei ihm auch auf der Speisekarte. Denn Ingo Hopmann findet, dass das Fleisch dieser Tiere, die hier in der Region artgerecht aufwachsen und ein langes, gutes Leben haben, allein deshalb ein Luxus ist. „Wir verarbeiten das ganze Tier und servieren nicht nur das Filet. Das ist für uns Tierschutz.“ Aber, Moment mal – Auerochse? Ist der nicht längst ausgestorben? Im Prinzip ja, aber im Neanderland stehen sie wieder auf den Weiden. Doch dazu später mehr. Erst einmal lassen wir uns von den Backkünsten von Marlene Rosendahl begeistern.

Ihr Streuselkuchen ist so beliebt, dass sie ihn jahreszeitlich immer neu variiert. Auf Gut Ellscheid, einem landwirtschaftlichen Betrieb mit 60 Milchkühen, betreibt die Landfrau und Ökotrophologin einen Hofladen, bestückt mit eigenen Milchprodukten, Brotaufstrichen, Chutneys und Sauerkonserven. Nach 20 Jahren weiß sie halt, was im Hofladen gut läuft, und gibt Backund Kochkünste überdies gern an jüngere Landfrauen weiter. Ihr Rezept für den leckeren Streuselkuchen hat sie uns natürlich auch verraten. Die Auerochsen treffen wir im eiszeitlichen Wildgehege bei Erkrath wieder. Dank der Rückzüchtungen der Brüder Heinz und Lutz Heck – weshalb die Tiere auch HeckRinder genannt werden – können sie in dem 21 Hektar großen Naturschutzgebiet wieder in kleinen Herden leben und von Besuchern bestaunt werden. Die Züchter orientierten sich an Beschreibungen der letzten exis tierenden Herden Ende des 30-jährigen Kriegs und kreuzten diverse Hausrind rassen. Schon aus der Ferne sind die Tiere beeindruckend. Kommen sie angetrottet, kribbelt’s dann zwischen den Ohren wegen ihrer Wucht und Größe, und wenn sie brüllen, ist eins klar: Auerochsen sind Wildtiere. Hervorragende Landschafts pfleger seien sie allerdings auch, begeistert sich die zuständige Hegemeisterin und Wildnispädagogin Sara Kajak, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen zurück an die Ursprünglichkeit zu führen. „Ich möchte Muße in der Tierbeobachtung vermitteln“, erklärt sie, als sie uns durch das Gehege führt.

Fasziniert von Wildheit ist auch Uta Wittekind. Und ihr früherer Beruf der Opernsängerin lässt sich bestens mit ihrer jetzigen Passion für die Falknerei verbinden. Denn Uhu, Wüstenbussard und Weißgesichtseule sind wie Operndiven für die große Bühne gedacht. Auch bei der Falknerin ist die Motivation, Kindern die Natur nahezubringen, der Schlüssel zu allem. Wenn sie ihre Greifvögel ausführt, geht es auf Walderlebnistouren durch die Natur. Die von der Wald-Forscher-Station am Zeit tunnel Wülfrath organisierten Touren sind begehrt und immer schnell ausgebucht. Und die begeisterte Waldpädagogin, die ihre Karriere als Opernsängerin der Familie wegen an den Nagel hing, freut sich stets auf ihre ehrenamtlichen Exkursionen.

In das tiefste Altertum führt die Erkundungsreise im sehenswerten Neanderthal Museum. Eingebettet in einen modernen Bau, ist das Museum nicht nur für Kinder ein Riesenspaß. Till Knechtges ist hier für Bildung und Vermittlung zuständig. Er hat sich erfolgreich am Nachbau eines Holmegaard- Bogens versucht, dem ältesten bekannten Bogen der Welt. Besuchergruppen danken es ihm, denn das Bogenschießen im eigens dafür eingerichteten Areal ist ein Heidenspaß, ebenso wie das Feuermachen mit Silikatkiesel, Pyrit und Zunder. Auch interessant: Die Neandertaler waren dunkelhäutig. Die helle Hautfarbe brachten übrigens erst Menschen aus dem heutigen Syrien nach Europa.

Im Museum wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch geforscht. Was heute mit modernen Methoden in steinalten Knochen ablesbar ist, ist einfach faszinierend. So ist der Nachweis von Stickstoff in Knochen das Indiz für einen hohen Eiweißgehalt in der Nahrung, erklärt Dr. Bärbel Auffermann, die stellvertretende Direktorin. Auch dass die Neandertaler durchaus Feinschmecker waren, konnte durch die Analyse der Knochen bewiesen werden. Sie aßen Geröstetes, Rohes und Eingelegtes, knabberten See- und Teich rosen und andere Pflanzen, worauf verkohlte Samen an Feuerstellen hinweisen. Und an diese Feinschmecker-Tradition knüpft heute die Paleo-Ernährung an.
Gabriele Gugetzer

Paleo-Menü und RITTER-ROMANTIK

Das „Land Gut Höhne“ betreibt Beate Sieben-Reucher (unten) mit ihrer Familie und sieht es als Lebensaufgabe. Gemütlich, traditions bewusst und gleichzeitig sehr modern – so lässt sich der Stil treffend beschreiben. Abends wird das romantische Anwesen von Fackeln erleuchtet und hat das Potenzial zur Kulisse für historische Ritterfilme


Steinzeit-Ernährung (heute Paleo- Food genannt) ist im Trend und wird auch im „Land Gut Höhne“ serviert. Früchte der Saison werden mit Nüssen gereicht und gehören ebenso zum Paleo-Menü des Hotels wie Gegrilltes, Gegartes und Eierspeisen. Gewürzt wird mit Kräutern. Auf fette Soßen, Zucker, Sahne und Brot wird verzichtet


Eierfladen

Für 1 Portion

• 2 Eier • 1 EL Fett • Kräuter nach Wunsch • 6 aromatische Pilze nach Belieben • 1 EL Butter

1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein feuerfestes kleines Behältnis einfetten. Die Eier verquirlen und in das Behältnis gießen. Dieses in ein größeres Behältnis stellen und heißes Wasser bis zur Höhe der Eimasse angießen. Die Eimasse ca. 10 Minuten im Ofen stocken lassen.
2. Inzwischen die Kräuter kalt abbrausen und trocken tupfen. Pilze putzen. Kräuter und Pilze fein hacken. Die Butter zerlassen, Pilze darin ca. 8 Minuten weich garen, die Kräuter kurz vor Garende zufügen.
3. Die Eiermasse mit einem scharfen Messer vom Rand lösen und stürzen. Die Pilze sowie nach Belieben weitere Kräuter und ganze Pilze dazu servieren.

Tipp von Koch Horst Spaan: „Der Neandertaler kannte weder Salz noch Pfeffer. Das Essen schmeckte also für unseren Geschmack recht fad. Wir geben deshalb gern saisonale Wildkräuter wie Giersch und Löwenzahn hinzu.“

Süßes und Herzhaftes AUS DEM OFEN

BACKEN macht gute Laune, findet Karla Ulber vom bio dynamischen „Schepershof“. Obstkuchen liebt sie besonders. Und die sind so lecker, dass die Gäste viele Kilometer Anfahrt gern in Kauf nehmen


Aprikosen-Tarte

Für 10–12 Stücke

Für den Teig:

• 200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen • 100 g weiche Butter + Butter für die Form • 1 TL Backpulver • 100 g Zucker • 1 Prise Salz • ½ TL Vanillearoma

Für den Belag:

• 700 g reife Aprikosen (oder anderes Obst nach Wunsch) • 200 g Schmand • 2 Eier • ½ TL Vanillearoma • 100 g Zucker

1. Für den Teig alle Zutaten mit den Knethaken eines Handrührers zu einem Teig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde ruhen lassen.
2. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine Tarteform (26–28 cm Ø) großzügig fetten.
3. Die Aprikosen abbrausen, halbieren, entsteinen und in 1–2 cm große Stücke schneiden. 2/3 des Teigs auf einer bemehlten Arbeitsfläche in der Größe der Form ausrollen und in die Form legen. Den übrigen Teig zu einem langen Strang ausrollen und damit den Rand auskleiden.
4. Den Schmand mit den Eiern verschlagen. Vanillearoma und Zucker verrühren und unter die Schmandcreme rühren. Die Aprikosen auf dem Teigboden verteilen. Die Schmandcreme daraufgießen. Den Kuchen in ca. 40 Minuten goldgelb backen. Anschließend den Kuchen einige Minuten in der Form abkühlen lassen. Dann aus der Form lösen.

Backhaus- Schnecken

Für 20 Stück

• 1 Würfel frische Hefe • 1 TL Zucker • 1 kg Mehl (Type 550) • 1 TL Salz • 200 ml Milch • 250 g Schmand • 200 g Speckwürfel

1. Die Hefe zerbröckeln. Mit dem Zucker in 200 ml lauwarmes Wasser rühren und ca. 10 Minuten stehen lassen, bis sie aktiv wird und Blasen wirft. 300 g Mehl hinzusieben und alles gut verrühren. Den Vorteig abdecken und an einem warmen Ort ca. 2 Stunden auf das doppelte Volumen aufgehen lassen.
2. Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
3. Übriges Mehl mit Salz und Milch unter den Teig kneten. Den Teig auf einer bemehlten Fläche auf die Größe des Blechs ausrollen. Schmand mit Speck verrühren und auf dem Teig verstreichen. Dann den Teig aufrollen. Die Rolle in ca. 20 Stücke schneiden. Die Schnecken auf das Blech legen und im Ofen in ca. 20 Minuten knusprig braun backen.

BROT ist die große Leidenschaft des einstigen Fernmeldetechnikers Rudolf Becker. Sein Backhaus in Erkrath ist auch bei Kindern sehr beliebt. Zweimal im Monat wirft er den Ofen an


Genussmensch Ingo Hopmann serviert in seinem Restaurant „Hopmanns Olive“ Saisonales aus der Region. Für Feste kann man seinen Catering-Service und den Lokschuppen buchen


Kalbsfilet mit Selleriecreme & Pfifferlingen

Für 4 Portionen

Für das Fleisch:

• 800 g Kalbsfilet • Salz, Pfeffer • 2 EL Butterschmalz

Für die Soße:

• 1 Zwiebel • 1 Möhre • 1/8 Sellerieknolle • 2 EL Butterschmalz • 1 EL Tomatenmark • 150 ml trockener Rotwein • 500 ml Kalbsfond • Salz, Pfeffer • 2 EL Crème fraîche

Für die Pfifferlinge:

• 200 g Pfifferlinge • 1 EL Butter • 1 Zweig Thymian • Salz, Pfeffer

Für die Selleriecreme:

• 1 Zwiebel • 1 Sellerieknolle • 50 g Butter • 100 ml Weißwein • 500 ml Gemüsebrühe • 100 g Sahne • Salz, Pfeffer • 1 Prise Muskat

Außerdem:

• 6 Aprikosen • 2 EL Butter • Salz, Pfeffer • 1 TL Zucker • 1 Prise Muskat

1. Den Ofen auf 80 Grad vorheizen. Das Fleisch abbrausen, trocken tupfen, von Sehnen und Fett befreien (für die Soße beiseitelegen) und rundum würzen. Im heißen Schmalz in einem Bräter von allen Seiten ca. 6 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Im Bräter 1 Stunde garen.
2. Für die Soße Zwiebel abziehen, Möhre und Sellerie schälen, alles fein hacken. Fleischreste fein hacken, dann im heißen Schmalz in einem Topf kurz scharf anbraten. Das Tomaten mark unterrühren. Das Gemüse zugeben, unter Rühren bei leichterer Hitze anbräunen. Mit Wein und Fond ablöschen, aufkochen, 30 Minuten bei leichter Hitze einköcheln. Durch ein Sieb passieren, würzen. Vor dem Servieren die Crème fraîche unterrühren.
3. Die Pfifferlinge putzen und vom Sand befreien. Butter in einer Pfanne erhitzen, Thymian zufügen, 2 Minuten köcheln. Pilze unterrühren, 10 Minuten köcheln, salzen und pfeffern
4. Die Zwiebel abziehen, den Sellerie schälen, beides fein hacken. Zwiebeln in der heißen Butter in einem Topf 6 Minuten bei leichter Hitze glasig dünsten. Sellerie unterrühren. Wein angießen, einige Minuten verkochen lassen. Mit Brühe ablöschen. Abgedeckt ca. 20 Minuten auf die Hälfte reduzieren lassen. Die Sahne unterrühren. Alles abschmecken und pürieren.
5. Die Aprikosen abbrausen, trocken tupfen, halbieren, entkernen und vierteln. Die Butter in einem Töpfchen erwärmen und die Aprikosen darin schwenken, dann würzen.
6. Das Fleisch in Scheiben schneiden. Mit Selleriecreme, Pfifferlingen und Aprikosen anrichten. Die Soße dazu reichen. Nach Belieben mit Kräutern und essbaren Blüten garnieren.

Ländlicher Genuss, DEFTIG ODER EDEL

Stachelbeerkuchen mit Streuseln

Für ca. 20 Stücke

Für den Teig:

• 80 g weiche Butter + Butter für die Form • 50 g Zucker • 1 Ei • 180 g Mehl • 1 TL Backpulver

Für den Belag:

• 125 ml Milch • 1 Ei • 40 g Vanillepuddingpulver • 400 g Quark • 150 g Zucker • 1 Pck. Vanillezucker • 400 g Stachelbeeren (frisch oder aus dem Glas)

Für die Streusel:

• 100 g weiche Butter • 150 g Mehl • 100 g Zucker

1. Für den Teig die Butter mit dem Zucker in einer Küchenmaschine oder mit einem Handrührer schaumig rühren. Das Ei gut unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver verrühren. Mit dem Knethaken einrühren. Den Teig in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kühlen.
2. Für den Belag die Milch in einem kleinen Topf erhitzen, bis sie kurz vor dem Aufkochen ist. Das Ei trennen. Den Topf vom Herd ziehen. Das Puddingpulver mit 3 EL Milch anrühren, mit dem Eigelb verquirlen und in die heiße Milch rühren. Die Creme etwas abkühlen lassen. Inzwischen das Eiweiß steif schlagen. Quark, Zucker und Vanillezucker verrühren.
3. Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Eine Springform (26 cm Ø) mit Butter fetten.
4. Den Teig ausrollen und in die Form einpassen. Den Teig am Boden gleichmäßig mit einer Gabel einstechen. Den Teig ca. 15 Minuten vorbacken. Die Stachelbeeren verlesen, putzen, abbrausen oder abgießen und abtropfen lassen.
5. Für die Streusel alle Zutaten mit einem Handrührer verrühren, bis sich Streusel bilden. Die Form aus dem Ofen nehmen. Die Quarkmasse unter die Puddingcreme rühren. Den Eischnee unterheben. Die Creme auf den vorgebackenen Teig geben und verstreichen, darüber die Stachelbeeren ver teilen. Die Streuseln darüberstreuen. Den Kuchen in weiteren ca. 40 Minuten goldgelb und knusprig backen.

Landfrau Marlene Rosendahl (rechts) verkauft im Hofladen von Gut Ellscheid auch selbst gemachte Köstlichkeiten wie den leckeren Brotaufstrich Schinkenschmaus (unten)


Wildgehege aus der Eiszeit NATUR(SCHUTZ) PUR

Achtung, Auerochsen im Anmarsch (oben)! Für den Besuch in ihrem Areal empfehlen sich Gummistiefel. Die Afrikanischen Weißgesichtseulen Elvis und Miss Silly auf dem Arm der Autorin (unten links) sind federleicht und zahm. Ein Prachtexemplar war Uhu Uwe (links). Die Falknerin Uta Wittekind (unten) war ganz vernarrt in ihn. Leider verstarb er unlängst. Jetzt ist ein Nachfolger gefunden, Uwe junior


Zu Besuch bei unseren Verwandten im Neanderthal Museum zur Ur- und Frühgeschichte des Menschen (rechts und unten). Museumsmitarbeiter Till Knechtges mit seinem selbst gebauten Bogen (ganz rechts), der dem Jagdbogen der mittelsteinzeitlichen Jäger nachempfunden ist


DAS NEANDERLAND

Gutshöfe, Auerochsen, Schumacher – und natürlich Neandertaler finden sich in dieser erstaunlich vielseitigen, ländlichen Idylle, die doch nur eine kurze Autofahrt von Düsseldorf entfernt liegt. Wer gern wandert, kann die Region auf dem 240 km langen Neandersteig erkunden und hübsche Täler, kleine Seen und malerische Dörfer entdecken. Geografisch gesehen ist das Neander land der Kreis Mettmann, der seit 2013 so vermarktet wird. Neben herzhafter Küche kann man hier auch Fine Dining ge nießen. Der Menschen schlag ist unkompliziert, der typische Singsang macht gute Laune, nichts liegt weit von einander entfernt. Für Familien ist das Neanderland ein Traum: Kinder können Auerochsen und Uhus bestaunen, Stunden im Neanderthal Museum verbringen, Steinbrüche erkunden, das Feuermachen oder Bogenschießen lernen. Das Schuhmacherhandwerk kann man ebenfalls erlernen und sich sein Schuh-Unikat entwerfen und schustern.

ADRESSEN

1Schepershof e. V., Windrather Straße 134, 42553 Velbert, 0 20 53/23 06, www.schepershof.de Demeter-Hofladen und süßes Café.

2Gut Hixholz, Im Hau 7, 42551 Velbert, www.gut-hixholz.de Lern- und Erlebnisbauernhof für kleine und große Kinder. Außerdem Verkauf von Milch, Kartoffeln und Brennholz.

3Falknerin Uta Wittekind, Zeittunnel, Hammerstein 5, 42489 Wülfrath, 0 20 58/89 46 44 www.wald-forscher-station.de Termine für die spannenden Führungen stehen auf der Website.

4Schuster Rolf Rainer, Johannes-Flintrop-Straße 29, 40822 Mettmann, 0 21 04/98 39 15, www.rolfrainer.de

5Land Gut Höhne, Düsseldorfer Straße 253, 40822 Mettmann, 0 21 04/77 80, www.guthoehne.de

6Neanderthal Museum, Talstraße 300, 40822 Mettmann, 0 21 04/9 79 70, www.neanderthal.de Hier kann man einen ganzen Tag verbringen.

7Eiszeitliches Wildgehege Neandertal, Thekhauser Quall 2, 40699 Erkrath, Wildhüterbüro: 01 73/2 81 73 52, www.wildgehege-neandertal.de Besuch nach Voranmeldung – und in Gummistiefeln.

8Landmetzgerei Hanten, Neanderstraße 20, 40699 Erkrath, 02 11/9 00 36 28, www.hanten-event.de

9Historisches Backhaus Erkrath, Neanderweg 10, 40699 Erkrath, 02 11/2 33 85 62, b-ecker@t-online.de Besuch nach Voranmeldung.

10 Hopmanns Olive, Ziegeleiweg 1–3, 40699 Erkrath, 0 21 04/80 36 32, www.hopmannsolive.de

11 Gut Ellscheid mit Hofladen, Ellscheid 2, 42781 Haan, 0 21 29/86 97, www.gut-ellscheid.de Schöner Hofladen mit eigenen Erzeugnissen.

Metzgermeister Dirk Hanten (oben) hat sich den Begriff Neanderthaler für Würste und Schinken schützen lassen. Hier wird alles selbst gemacht in dritter Generation.Schuhmacher Rolf Rainer (rechts) zeigt in Kursen, wie man Schuhe selbst macht. Bis zu 100 Jahre alt ist sein Maschinenpark. Er liebt die Tradition – und das Tüfteln.Tierisch gut: Ferien freizeit für Kinder auf dem Erlebnisbauernhof Gut Hixholz (unten)


Fotos: KME/Reusch, MLK/Uwe Tölle, neanderland/Martina Chardin

Fotos: MLK/Uwe Tölle, Illustrationen: MLK/Claudine Panagopoulos