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UNTERWEGS WÜRSTCHEN GRILLEN


IMTEST - Das Verbraucher Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 05.06.2021

Artikelbild für den Artikel "UNTERWEGS WÜRSTCHEN GRILLEN" aus der Ausgabe 6/2021 von IMTEST - Das Verbraucher Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IMTEST - Das Verbraucher Magazin, Ausgabe 6/2021

Tragbare Grills sind keine neue Erfindung. Die meisten Hersteller bieten mindestens ein besonders kleines Modell an, das sich mehr oder weniger zum Mitnehmen eignet. Dazu kommen zwei, drei Klassiker aus dem Camping-Bereich, die so eine Mischung aus Grill und Kocher sind. Aber fast alle diese Grills sind so groß wie eben das eigentliche Grillgerät; bestenfalls lassen sich die Beine abziehen oder wegklappen.

Von Flachmännern & Co.

Seit einiger Zeit gibt es nun auch Exemplare, die mit der Fähigkeit aufwarten können, den Grill selbst zu verkleinern. Sei es durch ein Stecksystem wie beim Skotti oder beim Fennek, durch Zusammenschieben wie beim Knister oder durch Zusammenfalten wie beim Sollig. Der grundsätzliche Vorteil ist, dass sich so der Platzbedarf auf etwa den einer flachen Aktentasche bzw. auf den einer Tupperdose (Knister) reduzieren lässt. Das scheint praktisch, hat aber auf den zweiten Blick ...

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... einen oder zwei kleine Haken.

Wer trägt das Ding?

Durchweg alle portablen Grills im Test sind aus wertigem Material und gut verarbeitet. Das sorgt aber auch für ein gewisses Gewicht. Selbst der vergleichsweise kleine Skotti bringt schon drei Kilogramm auf die Waage. Wenn man einen Kilometer in den Park schlendert, ist das kein Problem, auf längeren Touren schon. Immerhin passen Skotti, Bruzz Willi und Fennek in einen 30-Liter-Rucksack oder in eine entsprechende Fahrradtasche. Beim Sollig wird das schwierig. Hier ist auch das Format nur noch bedingt für einen Gepäckträger tauglich; allerdings gibt es dafür die größte Grillfläche. Clever beim Knister: Er lässt sich wie ein Fahrradkorb an den Lenker hängen. Ist man ohne Fahrrad unterwegs, trägt man ihn wie einen Einkaufskorb. Aber trotz aller Eleganz beim Transport hat man bei allen Grills das Extra-Gewicht zwischen drei und sechs Kilogramm zu tragen. Zum Vergleich: Die bisherigen, tragbaren Grills wie etwa ein Cobb Premier Compact oder ein Cadac Safari Chef 2 (inklusive diverser Aufsätze) liegen in derselben Gewichtsklasse. Der Vorteil der neuen portablen Modelle hier im Test ist also ganz klar der geringere Platzbedarf. Wobei es ja nicht alleine beim Grill bleibt, denn zumindest für das Picknick müssen auch Grillgut sowie Getränke mit. Geschirr in irgendeiner Form ist ebenfalls ganz hilfreich. Zudem gibt es da noch einen weiteren, ganz wichtigen Punkt, der dann auch die Platzersparnis bei den Grills wieder etwas relativiert.

Ohne Brennstoff geht nichts

Grills benötigen nun einmal Feuer bzw. Glut, um zu funktionieren. Natürlich könnte man bei allen Grills versuchen, Holz zu sammeln, das herunterzubrennen und dann auf der verbleibenden Glut zu grillen. Vor allem der Sollig, der von Eifel auch als Feuerschale deklariert wird, ist dafür gut geeignet. Aber letztlich arbeiten die Geräte am besten mit Holzkohle oder im Falle des Skotti und des Bruzz Willi mit Gas. Auch vom Knister ist eine Gasvariante in Planung; die war aber bei Entstehung dieses Artikels noch nicht verfügbar. So oder so muss also der Brennstoff auch noch mit. Und das relativiert den Platzvorteil wieder etwas. Einzige Ausnahme ist der Knister, den man einfach schon mit Kohle und Anzünder befüllt mitnehmen kann. Es bleibt allerdings noch die Frage nach dem sinnvolleren Brennstoff, Gas oder Kohle. Der Vorteil der Kohle ist, dass sie immer und überall funktioniert. Kartuschen hingegen liefern, anders als die großen Flaschen, bei Temperaturen um null Grad oder darunter nahezu kein Gas mehr. Für das Winterpicknick oder beim Eisangeln ist Gas also nichts. Dafür ist es sauberer, es gibt kein Problem mit Asche oder Restglut. Und aufgrund der trockenen letzten Jahre ist zumindest im Sommer das Grillen mit offenem Feuer in vielen Gegenden mittlerweile untersagt. Wenn man sich für Kohle entscheidet, sollte man auf Briketts setzen, denn die brennen länger und gleichmäßiger. Der Nachteil: Im Vergleich zu guter Holzkohle produzieren sie mehr Asche. Kann die nicht nach unten weg, ersticken die Briketts langsam. Das Problem hat der Knister. Hier wäre ein Kohlerost etwa zwei Zentimeter über dem Boden sinnvoll.

Handhabung

Alle Grills lassen sich gut aufbauen. Am schnellsten sind der Knister und der Sollig einsatzbereit. Beim Bruzz Willi und noch mehr beim Skotti muss sich erst eine gewisse Routine entwickeln, während der Fennek recht intuitiv zusammensteckbar ist. Das Anzünden stellt bei keinem Grill ein Problem dar; die Holzkohlemodelle lassen sich mittels Holzwolle-Anzünder gut starten und sind durchweg nach 15 bis 20 Minuten einsatzbereit. Bei den Gasgrills geht es naturgemäß schneller.

Praxistest: einfach grillen!

Das Grillen funktioniert auf allen Grills recht gut, zumindest solange genug glühende Kohle vorhanden ist. Bei den Gasgrills erstaunt, dass der Bruzz Willi zwar über dem Brenner mehr Hitze hat, am Rost aber beim Skotti effektiv mehr ankommt. Skotti, Bruzz Willi und der Knister Small haben keine verstellbaren Roste; bei den beiden Gasgrills kann man immerhin die Gaszufuhr herunterregeln, sollte es zu heiß werden. Ansonsten hilft nur häufiges Wenden. Beim Sollig und beim Fennek kann der Rost auf verschiedenen Höhen platziert werden, der Fennek bietet sogar genug Platz, um die Hitze auch über die Kohleverteilung zu regulieren. Aber am Ende bleibt es bei allen Grills zunächst einmal klassisches Grillen, wie man es seit jeher kennt. Als einziger Hersteller bietet Skotti einen ebenfalls zusammensteckbaren Deckel an; Rippchen wird man mit dem Grill dennoch nicht smoken wollen. Fennek und Bruzz Willi können immerhin noch als Mangal (Spießgrill) verwendet werden; für den Fennek gibt es dazu optional einen Aufsatz, der Bruzz Willi verfügt schon werksseitig über die Spießaufnahmen. Dafür bekommt man für den Knister eine Balkonhalterung.

Und danach?

Am Ende müssen die erloschenen und erkalteten Grills auch irgendwie wieder mit nach Hause. Außerdem sollte auch der Grillplatz sauber verlassen werden. Beim Skotti ist das alles ziemlich einfach, weil die auseinanderfaltbare Tasche aus Lkw-Planen-Material als großzügige Unterlage dienen kann und man schlussendlich auch alle Teile schmutzig darin einpacken kann. Die Tasche ist leicht zu reinigen, der Rest bis auf den Brenner ein Fall für Spüle oder Spülmaschine. Das gilt auf für den Bruzz Willi. Er hat ebenfalls eine gut waschbare Tasche und noch einen Rucksack mit „Schmutzfach“ Der Fennek besitzt zwar ebenfalls eine Tasche aus Planenmaterial. Aber die ist eben nicht aufklappbar. Praktisch ist auch der Knister. Ihn hängt man einfach wieder an den Fahrradlenker. Nur die Asche sollte man vorher entsorgen.

Alle Grills sind so gebaut, dass sie ihre Umgebung sauber hinterlassen können. Zudem heizt keiner so kräftig nach unten, dass man sich auf einem Picknicktisch im Wald mit einem Branding verabschieden würde. Trotzdem ist eine Unterlage sinnvoll. Das kann, wie beim Skotti, die aufgeklappte Tasche sein oder wie etwa beim Fennek oder Sollig eine Platte.

FAZIT

Das beste und konstanteste Grillergebnis liefert der Skotti. Er ist wertig, durchdacht, aber von der Größe her eher für das romantische Picknick zu zweit geeignet. Der Fennek im Stil eines klassischen Kohlegrills bietet bei gleicher Packgröße mehr Fläche und mehr Variabilität. Der Knister mit seinen optionalen Halterungen für Balkon und Fahrrad ist ein durchaus hippes Produkt für den urbanen Lebensstil. Der Sollig wiederum gefällt durch den Klappmechanismus und durch die Feuerschalen-Funktion; ideal für gemütliche Abende vorm Zelt. Der Bruzz Willi kann als Skotti-Klon diesem nicht ganz das Wasser reichen, weiß aber durch die Spießhalterung und den recht günstigen Preis zu gefallen.

Tipps zum Grillen unterwegs

Unterwegs grillen ist wie zu Hause, nur woanders? Das ist nicht ganz richtig, ein paar Unterschiede gibt es schon. Mobiles Grillvergnügen wird mit diesen Tipps einfacher, schöner und auch sicherer:

■ Sicherheit gerade bei Holzkohle: Zum Anzünden sollten feste Anzünder benutzt werden und keine Flüssigkeiten. Außerdem ist ein feuerfester Untergrund sinnvoll. Der Grill sollte windgeschützt stehen, sodass es möglichst keinen Funkenflug gibt. Gerade im Sommer ist eine Löschdecke nicht verkehrt. Die kostet nicht viel und braucht wenig Platz, kann aber im Falle eines Falles Schlimmeres verhindern. Zum Ablöschen der Kohle nach dem Ende des Grillens bietet sich Wasser an. Entweder gibt es das vor Ort, oder man nimmt eine Flasche mit. Das ist zwar etwas Sauerei, aber sicher.

■ Das Grillgut muss zum Grill passen: Würstchen, Spieße, kleinere Steaks, mäßig dicke Burger oder Gemüsescheiben funktionieren super. Natürlich bekommt man zumindest theoretisch auch ein kiloschweres T-Bone-Steak gar, solange es auf den Rost passt. Aber dafür benötigt man viel Erfahrung und Zeit; wirklich entspanntes Grillen ist das dann aber nicht. Außerdem sollte das Grillgut mit „leichtem Gerät“ handhabbar sein. Die XXL-Grillzange, Schneidbrett und das große Kochmesser müssen ja nicht unbedingt mit auf die Radtour. Besonders praktisch ist Fingerfood. Das erspart einem auch noch das Geschirr.