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Unverhofftes Liebesglück


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Sieben Tage - epaper ⋅ Ausgabe 46/2022 vom 12.11.2022

Liebesroman der Woche

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Eine Schale Traube für nur noch eine Euro!“, erscholl es über den gut besuchten Marktplatz, „als eine Sonderpreise so kurz vor die Feierabend!“ Hinreißend, dieser südländische Akzent!

Sich schon fast mit einer großen Einkaufstasche durch die Menschenmenge gekämpft und das lauschige Café im Visier, blieb Sandra nun vor dem bunt gefüllten Obststand stehen.

„Eine Schale köstliche Traube für nur eine Euro!“, wiederholte der junge Mann. Es war gar nicht möglich, diesem gewinnenden Lächeln zu widerstehen. Ja, dachte sie, und ihr Herz machte einen Sprung. Ein kurzer, geübter Griff in ihre Tragetasche, sie ertastete den Knopf, drückte ihn routiniert, ohne den Mann aus den Augen zu lassen. Er war groß, breitschultrig, hatte dunkles, volles Haar. Genau, ...

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... der würde es sein.

Wozu erst ziellos im Café herumsuchen zwischen all diesen Pseudo-Intellektuellen, die wichtig und ernst über ihren Laptops und Latte Macchiato sitzen, wenn man hier auf so ein Prachtexemplar von Mann stößt?

„Gerne!“, gab sie also munter zur Antwort und suchte eine Euromünze aus dem Portemonnaie. Für das Obst hatte sie keinen Blick übrig, dafür umso mehr für die sonnengebräunten Hände, die ihr die Schale mit Trauben reichten. Ein strahlendes: „Prego!“, und Sandra wurde heiß bis über beide Ohren bei dem Gedanken, wie unendlich zärtlich diese Hände wohl sein konnten.

Vorsichtig verstaute sie die Schale in ihrer Tasche und erkannte, dass die feurigen Augen noch eine Sekunde länger an ihr hingen als nötig, und sie kam zu dem angenehmen Schluss, dass sie ihm ebenfalls gefiel.

Los, Sandra!, sprach sie sich innerlich Mut zu, jetzt oder nie! Und denk dran, worauf es ankommt: Gleich mit der Tür ins Haus fallen, alles andere gilt nicht.

„Sie gefallen mir!“, sagte sie folglich geradeheraus mit rasendem Puls. Der junge Mann lachte auf. „Grazie, Signorina!“ Sie legte den Kopf kokett schief, schmunzelte: „Hätten Sie Lust, heute Abend mit mir was trinken zu gehen?“

„Scusi??“

Die Berührung ist wie ein Stromstoß

„Das ist mir noch nie passiert“, lachte Luigi später in der nahe gelegenen Weinstube, „dass eine Frau so rangeht wie Sie, Sandra.“ „Salute, Bella!“, lächelte er, und sie stießen an. Später schwärmte er ihr mit großen, ausladenden Gesten von seiner Heimat Italien vor, und sie tauchte ein in dieses herbe, männliche Gesicht und fragte sich, ob es vielleicht doch ei Fehler war, sich ausgerechnet diesen fantastisch aussehenden Burschen ausgeguckt zu haben. Wäre es nicht viel einfacher gewesen mit einem jener blassnasigen Kaffeehausbesucher? Luigis Hand suchte nach ihrer. Es ging ihr wie ein Stromstoß unter die Haut.

„Erzähl mir von dir, Bella“, säuselte er. Sandra spürte, wie ihr schon wieder die Röte in die Wangen schoss. Sie senkte ihren Blick auf das weiße Tischtuch, und wusste im selben Moment, dass sie sich ihre Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten musste.

Ja, es war ein Fehler gewesen. Schließlich war es wichtig, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.

„Sandra, was ist? Du wirkst auf einmal so verstört!“, brach Luigi in ihr schlechtes Gewissen ein. Der Druck seiner wunderbar warmen Hand wurde fester, seine Stimme noch leiser: „Habe ich etwas Falsches gesagt?“

„Aber nein, Luigi. Es ist nur … ich bin ein bisschen müde. Es ist ja schon spät, und deshalb ...“ „Dann lass uns gehen.“ Im Taxi versuchte sie weiter, gegen ihre Gefühle anzukämpfen, aber als er seinen Arm um sie legte, ließ sie es geschehen, und sie wehrte ihn auch nicht ab, als er sie dicht zu sich heranzog. Ganz im Gegenteil: Sandra genoss Luigis Nähe. Wohlig schnurrte sie vor sich hin, während seine Finger zärtlich durch ihr Haar fuhren. Wie musste es erst sein, wenn diese Zauberhände ihren ganzen Körper verwöhnten!

Nein!, ermahnte sie sich, nein und nochmals nein!, so war das nicht geplant, Luigi, dachte es in ihr, zähflüssig wie Likör, ich muss dir erst die Wahrheit sagen. Sein Gesicht kam näher, Ende immer näher, die weichen Lippen … Die Wahrheit, Luigi, ich hätte sie dir längst sagen sollen, die Wahrheit, die … oh, Luigi …! Der Wagen stoppte und der Taxifahrer grinste vielsagend nach hinten.

Ende

„Da wär’n wa, junge Frau. Taunusstraße sieben. Und wohin soll ick Sie jetze fahr‘n, junger Mann?“ Noch ehe Luigi antworten konnte, sagte sie:

„Danke, wir steigen beide aus“ und zwinkerte ihrem schönen Italiener zu.

Irgendwann würde sie es Luigi erzählen

Als Sandra am nächsten Morgen in seinen Armen erwachte, fühlte sie sich so glücklich und geborgen wie schon lange nicht mehr.

Bald würde Meike anrufen, fiel ihr ein. Sie schmunzelte gegen die Zimmerdecke. Ob alles geklappt hätte, würde Meike fragen, und ob der Typ damit einverstanden sei, dass man den kurzen Film vom Marktplatz morgen Abend im Regionalfernsehen ausstrahlen würde. Kategorie: „Wie schnell lassen sich Männer von einer fremden Frau herumkriegen?“

Nein, würde Sandra ihr sagen, denn als sie ihm später offenbart hätte, zu dem Team der versteckten Kamera dazuzugehören, hätte er ein wütendes Veto eingelegt und sei zornig aus dem Lokal gestürmt.

Irgendwann würde sie es ihm vielleicht erzählen, aber das hatte noch viel Zeit.