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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 16.05.2018
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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 6/2018

Ein-Kilogramm-Kamera
Rund 1 kg bringt die K-1 Mark II auf die Waage, das lichtstarke Standardzoom 2,8/24-70 mm wiegt weitere 800 g. Dank der ergonomischem Formgebung lässt sich der „Brocken“ aber problemlos handhaben.


Pentax K-1 Mark II . Die neue Vollformatkamera von Pentax gleicht ihrer Vorgängerin wie ein Ei dem anderen. Jedoch hat der Hersteller den Bildprozessor überarbeitet. Dies verhilft dem 36-MP-Sensor unter anderem zu höherer Lichtempfindlichkeit. Zudem soll die Funktion „Pixel Shift Resolution II“ jetzt auch beim Fotografieren aus der Hand funktionieren. Grund genug für einen Kamerawechsel? ...

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Pentax K-1 Mark II . Die neue Vollformatkamera von Pentax gleicht ihrer Vorgängerin wie ein Ei dem anderen. Jedoch hat der Hersteller den Bildprozessor überarbeitet. Dies verhilft dem 36-MP-Sensor unter anderem zu höherer Lichtempfindlichkeit. Zudem soll die Funktion „Pixel Shift Resolution II“ jetzt auch beim Fotografieren aus der Hand funktionieren. Grund genug für einen Kamerawechsel?

Der richtige Dreh
Das rastende Drehrad oberhalb des Statusdisplays erlaubt in Kombination mit dem „Daumenrad“ (rechts) schnellen Zugriff auf insgesamt neun Funktionen. Bereits ein Klassiker ist das Moduswahlrad für Belichtungsprogramme auf der linken Seite.


Großes Kino
Belichtungszeit, Blende und ISOWert werden am 3,2-Zoll-Monitor angenehm groß dargestellt. Die Tasten des 4-Wege-Schalters sind doppelt belegt, weitere Tasten ermöglichen den Direktzugriff auf häufig gebrauchte Funktionen.


Vor zwei Jahren brachte Pentax mit der K-1 erstmals eine SLR-Kamera mit Vollformatsensor auf den Markt. Sie punktete mit umfangreicher Ausstattung und überzeugender Qualität. Zur Bildaufzeichnung verwendet die K-1 einen 36-Megapixel-CMOS, den die Mark II unverändert übernimmt. Auch hier verzichtet der Hersteller zugunsten der Bildschärfe auf einen Tiefpassfilter. Er lässt sich im Bedarfsfall – wenn Moiré-Effekte drohen – durch minimale Sensorschwingungen simulieren. Dem Prime-IV-Bildprozessor wurde ein Koprozessor als „Beschleunigereinheit“ zur Seite gestellt, um den neuen Bildverarbeitungsalgorithmen gerecht zu werden. Als Folge lassen sich jetzt ISO-Werte bis 819 200 einstellen; bei der K-1 waren es maximal 204 800. Mit einem Gehäusepreis von rund 2000 Euro kostet die K-1 II zur Markteinführung ebenso viel wie ihre Vorgängerin. Wer will, kann seine K-1 durch ein Hardware-Update (Platinentausch) für 500 Euro auf den Stand der Mark II bringen. Sensor-Shift-Funktionen

Zu den dicksten Pluspunkten der K-1- Reihe gehört der integrierte 5-Achsen-Bildstabilisator. Im Vollformatsegment bieten das nur spiegellose Sonys, nicht aber SLR-Modelle. Den dafür nötigen Sensor-Shift-Mechanismus nutzt Pentax nicht nur zur Bildstabilisierung, sondern unter anderem für die Astrotracer-Funktion. Der bewegliche Sensor kann die Erddrehung ausgleichen, damit Himmelskörper bei Langzeitbelichtung als Punkte und nicht als Streifen abge- bildet werden. Ebenfalls möglich ist eine Korrektur des Bildausschnitts, wenn vom Stativ mit Live-View fotografiert wird. In engen Grenzen lässt sich auch die Funktion eines Shift-Objektivs simulieren oder der Horizont gerade rücken.

WiFi und GPS

Wie bereits bei der Vorgängerin ist in der K-1 II eine GPS-Funktion integriert. Nachdem man diese mit der GPS-Taste aktiviert hat, zeichnet die Kamera Positionsdaten für jedes Bild auf, protokolliert Routen (GPS-Protokoll) oder stellt einen kalibrierbaren Kompass bereit. Die Verbindung zum Smartphone mittels WLAN ließ sich nach Installation der App „Image Sync“ schnell herstellen; der Bildaustausch zwischen Kamera und Smartphone klappte problemlos. Im Remote-Betrieb lassen sich die für die Aufnahme wichtigsten Einstellungen am Smartphone anzeigen und verändern; das Belichtungsprogramm ändert man am Moduswahlrad der Kamera. Auch Touch-AF soll möglich sein, was sich allerdings nicht überprüfen ließ, weil die Live-Bild-Anzeige zum Testzeitpunkt noch nicht möglich war. Dafür verwendet wurde ein Huawei P10.

Remote-Betrieb mit der K-1 Mark II : Leider funktionierte das Live-Bild am Smartphone während des Testzeitraums noch nicht.


Noch spannender ist die spezielle Serienbildfunktion „Pixel Shift Resolution“. Sie belichtet automatisch viermal, wobei der Bildsensor jeweils um ein Pixel nach oben, unten, links und rechts versetzt wird. Aus den Einzelaufnahmen wird ein 36-Megapixel-Bild errechnet, für das Farbinformationen nicht wie sonst aus benachbarten Pixeln interpoliert werden müssen. Das Ziel ist eine weiter verbesserte Feinzeichnung. Bei der K-1 gibt es Pixel Shift Resolution nur in Kombination mit elektronischem Verschluss und in zwei Varianten: mit und ohne Bewegungskorrektur. Beides beherrscht auch die Mark II. Man stellt die Kamera dafür auf ein Stativ. Auslösen aktiviert die Serienbelichtung mit Sensorversatz; der Monitor zeigt die vier Belichtungen nacheinander als Tableau an. Anschließend signalisiert ein Fortschrittsbalken, dass das Bild berechnet wird (als JPEG, RAW oder RAW+JPEG). Bei der Variante mit Bewegungskorrektur übernimmt die Kamera nur für die statischen Motiv elemente Bilddaten aus allen vier Einzelbelichtungen. Für bewegte Elemente zieht sie dagegen nur ein Einzelbild heran, um Geisterbilder zu verhindern. Das klappt erstaunlich gut. Die Mark II beherrscht die Pixel Shift Resolution in einer dritten Variante, die in Kombination mit dem mechanischen Verschluss funktioniert. Auch hier startet einmaliges Auslösen die Reihenaufnahme mit vier Bildern. Der Sensor-Shift-Mechanismus dient nicht nur zum Versetzen des Sensors, sondern auch zur Bildstabilisierung, sodass man aus der Hand fotografieren kann – eine rechenintensive Aufgabe für das System. Damit sei laut Pentax etwa 70 % der Qualität erreichbar, die mit der elek tronischen Variante möglich ist. In unseren Tests konnten wir allerdings dieses erwartete Plus bei der Bildqualität nicht feststellen. Aber vielleicht gibt es ja Motive oder Situationen, in denen es funktioniert?

Schwenkmonitor
Der Monitor lässt sich aus dem Gehäuse ziehen und am filigranen, aber belastbaren Gestänge in alle Richtungen drehen.


Gehäuse und Bedienung

Das voluminöse, aber ergonomisch geformte Gehäuse der K-1 ist eine solide Aluminiumkonstruktion, laut Hersteller mit 87 Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Der helle Pentaprismensucher deckt 100 % des Bildfelds ab und bietet eine 0,7-fache effektive Vergrößerung. Gitterlinien lassen sich einblenden, die Mattscheibe bei Bedarf wechseln. Zum Speichern stehen zwei Slots für SD-Karten bereit. Der 3,2-Zoll-Monitor lässt sich nach oben um 90 ° und in alle anderen Richtungen um bis zu 45 ° schwenken. Ein kleines LC-Display an der Oberseite informiert über ISO-Wert, Verschlusszeit, Blende, Belichtungskorrektur und Batteriestand. Aktiviert man die Display-Beleuchtung, werden auch das Kamerabajonett, das SD-Kartenfach und die Fernauslöserbuchse mittels kleiner LEDs beleuchtet. Für die Bedienfeldbeleuchtung muss man den Bildschirm aus dem Gehäuse ziehen, da sich die LEDs an der Monitor-Rückseite befinden.
Die Bedienung gefällt trotz fehlender Touchfunktion, da sie Bewährtes wie das Belichtungsprogrammrad mit Neuem verknüpft, z. B. mit dem Funktionsrad mit fest zugewiesenen Funktionen: Belichtungskorrektur, ISO, Einzel-/Serienbildschaltung, Bracketing, HDR, Grid (Gitterlinien), SR (Shake Reduction), Crop (Formatumschaltung) und WiFi. Für Einstellungen verwendet man das Funktionsrad in Kombination mit dem Daumenrad. Direktzugriffstasten für ISO, Belichtungskorrektur oder GPS findet man ebenso wie frei belegbare Funktionstasten. Weitere Einstellmöglichkeiten bietet der Info-Monitor mit insgesamt 20 Funktionsfeldern.

Belichtung und Autofokus

Für die Belichtungsmessung ist in der K-1-Reihe ein RGB-Sensor mit 86000 Pixeln zuständig. Neben den üblichen Belichtungsprogrammen bietet die Kamera als Besonderheiten die Modi Sv (ISO-Vorwahl) und TAv für kombinierte Zeit-/Blendenvorwahl. Der Lamellenschlitzverschluss ermöglicht Belichtungszeiten bis 1/8000 s und hat aufgrund der guten Dämpfung des Spiegelschlags eine angenehm weiche Auslösung.
Der Phasen-AF der K-1 II arbeitet unverändert mit 33 Messfeldern, darunter 25 Kreuzsensoren. Das System erlaubt Einzel-AF (AF-S) und kontinuierlichen AF (AF-C); die Ansprechschwelle liegt bei LW -3. Neben Messfeldautomatik sind Einzelpunkt-AF und Messfeldgruppierung (Zonen-AF) möglich. Dabei lässt sich die Lage der AF-Punkte im Sucher oder am Monitor in einer Grafik ablesen bzw.festlegen. Im Live-View-Modus kommt der Kontrast-AF zum Einsatz; dabei hat man die Wahl zwischen Messfeldautomatik, Einzelfeld-AF, Schärfenachführung und Gesichtserkennung.

JPEG vs. RAW
Bei ISO 100/400 sind die Unterschiede zwischen JPEG und RAW zumindest im Druck kaum wahrnehmbar, was Bildschärfe und Feinzeichnung anbelangt. Da die Pentax bei ISO 100 aber auch die Farbkontraste kräftig anhebt, ist der Wechsel zum RAW generell empfehlenswert. Bei ISO 800 und 1600 lässt sich im RAW-Modus eine deutlich verbesserte Wiedergabe von Texturen erreichen: Die feine Struktur der lackierten Metalloberfläche wird nur im RAW sichtbar. Im Test kam die universelle RAW-Variante DNG zum Einsatz, die von der K-1 Mark II alternativ zum Pentaxeigenen PEF bereitgestellt wird.

Laut Hersteller wurden die AF-Algorithmen optimiert, was die Messwerte aber nur bedingt belegen. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit mittels Phasen-AF betrug im Labor 0,60/0,60 s bei 300/30 Lux – eine kleine Verbesserung zumindest bei wenig Licht (K-1: 0,60/0,74 s). Im Serienbildmodus sind bis zu 4,5 B/s möglich. Bei Videos muss man auf kontinuierlichen AF verzichten und mit der AF-Taste nachfokussieren. Und auch die Beschränkung auf Full-HD-Videos legt nahe, dass Filmen nicht zu den Kernkompetenzen der K-1-Serie zählt.

Bildqualität

Mit 36-MP-Sensor ohne Tiefpassfilter schafft die K-1 II eine maximale Grenzauflösung von 2182 LP/BH, die erst ab ISO 3200 knapp unter die 2000er-Marke sinkt. Stärker ins Auge fallen die im Vergleich zur Vorgängerin hohen DL-Werte (HC/DC): 1538/1489 LP/BH gegenüber 1300/1301 (ISO 100). Erkauft werden die Höhenflüge mit einer kräftigen Anhebung des Farbkontrasts. Bei höheren ISO-Werten schmilzt der Vorsprung der Mark II; bei den DL-Werten für niedrigkontrastige Strukturen kann die K-1 ab ISO 1600 sogar wieder leichte Vorteile für sich verbuchen. Die höhere Empfindlichkeit der Mark II schlägt sich offenbar im geringeren Rauschen ab ISO 3200 nieder. Auch bei ISO 6400 wird noch ein passabler VN-Wert von 2,6 erreicht (K-1: VN 3,2). Wer etwas mehr Rauschen in Kauf nimmt, kann beim Wechsel in den RAW-Modus auf praktisch allen ISO-Stufen eine noch bessere Feinzeichnung erreichen. RAW bietet die Pentax wahlweise in einer eigenen PEF-Variante oder als DNG an. Letztere wurde in diesem Test verwendet, weil der Adobe-RAW-Konverter die PEF-Dateien der Mark II noch nicht öffnen konnte.

Karl Stechl, Autor


FAZIT Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor und Sensor-Shift-Bildstabilisator: Mit dieser Kombination hat die K-1-Reihe von Pentax ein Alleinstellungsmerkmal im Markt. Alles in allem lassen Ausstattung und Funktionalität der K-1 II nur wenige Wünsche offen. Was mancher vermissen könnte, ist Bluetooth LE für den stromsparenden Bildtransfer oder einen touchfähigen Monitor. Andererseits punktet die K-1 II mit integriertem GPS. Die Bildqualität überzeugt vor allem im RAW-Modus und – im Vergleich zur Vorgängerin – durch etwas weniger Rauschen bei höheren ISO-Einstellungen. Ein Umstieg auf die Mark II erscheint in dieser Hinsicht allerdings nicht zwingend. Wer will, kann auch das kostenpflichtige Hardware-Update des Herstellers in Anspruch nehmen, wenn er seine K-1 auf den neuesten Stand bringen möchte.


Fotos: Hersteller, Karl Stechl, Image Engineering

Bei Auflösung, DeadLeaves (DL) und Dynamik stehen hohe Zahlen für gute Messwerte. Das Rauschen (VN) sollte möglichst klein sein. In die Punktewertung fließen weitere Testergebnisse wie Over/Undershoot sowie die Kurvenverläufe mit ein.