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USA \\ ARIZONA: Eldorado in der Wüste


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 121/2020 vom 30.11.2020

Im Großraum PHOENIX locken rund 100 Plätze Golfer aus aller Welt. GM erlebte die Stadt vor Corona noch als ein großes Golf- und Spaßparadies. Arizona ist aber auch ohne Party jede Golfreise wert.


Artikelbild für den Artikel "USA \\ ARIZONA: Eldorado in der Wüste" aus der Ausgabe 121/2020 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 121/2020

GRÜNE OASEN: Golfplätze wie Sand in der Wüste rund um Phoenix. Hier der Stadium Course des TPC Scottsdale.


GROSSE PARTY: Vor Corona war die Phoenix Open ein Spektakel. An Loch 16 im TPC Scottsdale waren 20.000 Fans.


Während der Phoenix Open werden an der 16. Bahn des Stadium Course auf dem TPC Scottsdale bis zu 90 Dezibel gemessen; das entspricht ungefähr der Lautstärke einer Kreissäge. Heutzutage ist es in ...

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... diesen besonderen Zeiten kaum mehr vorstellbar, dass derartige Menschenmassen und XXL-Parties bei dem berühmt-berüchtigten PGA-Tour-Turnier noch vor einem Jahr die Normalität waren. Dabei ist normal bei der »greatest show on earth« wohl nichts. Die »Quiet Please«- Schilder der freiwilligen Helfer und Platzrichter sind das wohl sinnbefreiteste Utensil der Waste Management Phoenix Open, die normalerweise im Februar in Scottsdale ausgetragen wird. Bei der verrücktesten Golf-Party des Jahres wird die Etikette der sonst so zugeknüpften Golfer ad acta gelegt: Alkohol fließt in rauen Mengen, die Zuschauer und vor allem Zuschauerinnen zeigen viel Haut. Und leise ist hier schon mal niemand. Und dieses Jahr: Geisterspiel statt Party.

Auch wenn diesmal keine Sause steigt und die riesige, das 16. Loch umgebende Tribüne 2021 nicht aufgebaut wird, sollten Sie hier unbedingt einmal abschlagen. Außerhalb der Phoenix Open zeigt sich der TPC Scottsdale ohnehin von einer ganz anderen und viel ruhigeren Seite. Ihr Eisen vom Tee der 16 wird Ihnen aber so oder so im Gedächtnis hängenbleiben. Auch der weniger bekannte Nachbarplatz, der Champions Course, ist sein Greenfee wert und in top gepflegtem Zustand.

Phoenix ist zwar nach dem Vogel aus der griechischen Mythologie benannt, erhob sich aber nicht aus der Asche, sondern aus den Überbleibseln der Indianerkultur der alten Hohokam-Indianer, die vor ungefähr 400 Jahren aus unerklärlichen Gründen verschwunden waren. 1865 war Phoenix ein bescheidener Armeeposten. Später wurde das Gebiet von Landvermessern aufgeteilt, was heute noch am Schachbrettmuster der Straßenpläne zu erkennen ist.

Phoenix liegt etwa in der Mitte des golferisch gesprochenen »Swing-States« und ist die größte nicht an der Küste gelegene Stadt im amerikanischen Westen. Sie bildet mit ein paar Nachbarstädten wie Scottsdale, Mesa und Tempe das Valley of the Sun, das gleichbedeutend mit dem Großraum Phoenix ist. Hier gibt es knapp 100 Golfplätze, und in ganz Arizona sind es gleich dreimal so viele.

Scottsdale ist die bekannteste Touristenadresse im Tal der Sonne. Hier reihen sich Luxusresorts und Superhotels mit dazugehörigen Golfplätzen wie die Perlen eines Indianerschmucks aneinander. Besonders angenehm: Es gibt keine himmelstürmenden Wolkenkratzer. Die Straßenzüge sind von niedrigen Häusern, teilweise im Westernstil, gesäumt. So bleibt der Blick meist frei in Richtung der östlich gelegenen Superstition Mountains, einem geheimnisumwitterten Gebirge, um das sich bis heute Geschichten von legendären Goldfunden ranken.

VOLLE RANGE UM SECHS UHR FRÜH

Die artifiziell, aber hübsch designten drei 9-Löcher-Plätze Arroyo, Lakes und Dunes von Gainey Ranch sind grundsätzlich Mitgliedern vorbehalten; es sei denn, man ist Gast des unbedingt empfehlenswerten 5-Sterne-Hotels mit dem langen Namen Hyatt Regency Scottsdale Resort & Spa at Gainey Ranch. Das Luxushotel verfügt nicht nur über einen Concierge, der ausschließlich für den Bereich Golf arbeitet, sondern bietet mehrmals in der Woche Live-Konzerte von namhaften Bands an. Meine Abschlagzeit ist morgens um 7.10 Uhr, was mir bei meinem Jetlag sehr entgegenkommt. In der naiven Einbildung, ganz bestimmt die Range für mich allein zu haben, kurve ich schneidig in meinem Cart um sechs Uhr auf die Range. Und die ist… überfüllt! In Scottsdale möchten offensichtlich alle vernunftgesteuerten Golfer vor der sengenden Mittagshitze wieder im Clubhaus sein.

LUXUSBLEIBE: Unterm Nachthimmel leuchtet das Hyatt Regency Scottsdale Resort & Spa Gainey Ranch


Arryo ist mit 3.193 Meter der längste und anspruchsvollste Platz mit teilweise schmalen Bahnverläufen. Auf dem Lakes dominieren großflächige Wasserhindernisse samt farbenfroher Vegetation und blühenden Orangenbäumen. Ich werde von fischenden Graureihern abgelenkt und greife immer wieder zur Kamera anstatt zum Golfschläger. Der granulatartige sogenannte »Masters Sand« erschwert das Spiel aus den Bunkern. Auf dem Dunes lauern gelbe Grasdünen, von denen es nicht einfach ist, den Ball wieder zurück auf das Fairway zu spielen.

Der Short Course Mountain Shadows liegt zwölf Autominuten südwestlich von Gainey Ranch. Als ich erfahre, dass es sich »nur« um einen Par-3-Platz handelt, bin ich skeptisch. Doch spätestens nach zwei Bahnen muss ich zugeben, dass Vorurteile widerlegt werden können. Und ich kann jetzt behaupten, schon mal im Paradies abgeschlagen zu haben, denn Mountain Shadows liegt im »Paradise Valley«. 2015 wurde der Platz wiedereröffnet. Das Clubhaus ist im Stil der 50er- Jahre gehalten. 1959 stand hier schon mal ein Resort für VIPs. 1961 folgte ein Golfplatz, der aber wieder geschlosssen wurde. Obwohl die Bahn 8 mit nur 160 Metern das längste Loch ist, fahren die meisten Spieler im Cart, wohl der Hitze wegen. Die ersten Bahnen führen Richtung Camelback Mountain, der seinen Namen seiner Form – einem Kamelrücken – zu verdanken hat.

Es gibt sowohl kleine, gut verteidigte Grüns als auch große ondulierte mit einem Durchmesser von knapp 40 Metern. Putten stellt hier definitiv eine Herausforderung dar. Dass dieser Platz erst knapp drei Jahre alt ist, lässt er sich aber nicht anmerken. Die Bahnen sind gut eingewachsen und abwechslungsreich. Vor dem siebten Grün, auf dem die Distanz vom hinteren Abschlag 68 Meter bis zur Fahne bemisst, lauert ein Bälle verschlingender Teich.

Zwischen den Bahnen 16 und 17 steht rechtsseitig ein mindestens 200 Jahre alter Saguaro. Diese Gattung des Riesenkaktus ist eine Art Wahrzeichen von Arizona, da er vornehmlich in diesem Bundesstaat gedeiht. Es dauert ungefähr 40 Jahre, bis diese Kakteenart einen Meter gewachsen ist, und erst nach 80 Jahren wächst ihnen der erste Arm. Zu Tausenden wachsen sie im Saguaro National Park bei Tucson südlich in Arizona. Durch den Wüstenstaat verstreut sieht man die alten Riesen immer wieder herrschaftlich herumstehen – und so auch auf Golfplätzen. Der Saguaro in Mountain Shadows steht weit von den Fairways entfernt, ist dennoch regelrecht von Golfbällen ge- und durchlöchert. Die Furchen dienen später nistenden Vögeln.

WÜSTE, FELSEN UND KAKTEEN

Weniger als 30 Minuten dauert die Autofahrt von Scottsdale in Richtung Osten nach Mesa in den Las Sendas Golf Club. Noch auf dem Parkplatz werden mir bereits die Schläger abgenommen. Alles, was ich tun muss, ist mich in das Golf- Cart zu schwingen und das Ambiente zu genießen.

Das Clubhaus fügt sich gefällig in die Umgebung des Valley of the Sun ein, und der erhöhte Übungsbereich gibt den Blick über das Tal frei. Eigentlich wollte ich trainieren, doch immer wieder halte ich inne und starre auf Wüste, Felssteine und Kakteen. Auf der Range liegen Übungsbälle bereit, und am ersten Tee erklären zwei Starter, welche Vor- schriften zu beachten sind: Erstens gilt für das Cart die 90-Grad-Regel, die bedeutet, dass die Carts so lange wie möglich auf dem asphaltierten Pfad bleiben sollen, bevor man aufs Fairway und zu seinem Ball abbiegt.

LIGHTSHOW: Sonnenaufgang über dem Sedona Valley.


WILD WEST-FEELING: Cowboys bei der Rodeo-Show in Wickeburg.


Zweitens empfiehlt Volunteer George Henry: »We have six tees, choose wisely!« Man solle also weise wählen, welcher der sechs Abschläge der beste für das eigene Spielvermögen ist. Wer einen schlechten Tag erwischt hat, solle sich keine Sorgen machen (»don´t worry«) und auf einen kürzeren Abschlag gehen, erklärt George. Die Farbpalette reicht von Silber bis zu Kupfer, dem kürzesten Abschlag.

Der Kurs ist anspruchsvoll. Bereits an Tee 1 lauert ein Wasserhindernis rechts des Fairways. Und mit bis zu 6.404 Meter gehört dieser Platz zu den Längeren. Die Bahnen sind optisch und spielerisch eindrucksvoll. An Loch 4 habe ich keine Sicht zur Fahne und muss blind Richtung Grün schlagen. Als Ausrichtung erweist sich der rötlich changierende Berg direkt hinterm Grün als hilfreich.

Nachdem der Ball im Loch versenkt ist, genieße ich den Ausblick ins Tal, vorbei am Saguaro. Bahn 6 ist ein bis zu 488 Meter langes Par 5 und schlängelt sich geschickt genau auf der Grenze zwischen Tal und den steinigen Hügeln entlang. Wieder kann ich meinen Blick nicht von den Weiten der steinigen Wüste lösen. Auch an dieser Bahn wird deutlich: Hier hatte ein großer Designer seine Hände im Spiel – niemand Geringerer als Robert Trent Jones Jr.!

Am siebten Abschlag muss ich auf den Vor-Flight warten, der noch nicht das Grün des Par 3 verlassen hat. Im Geäst höre ich es rascheln: Häschen und Wachteln hoppeln durch die Gegend. Und sogar einen Roadrunner, den Wegekuckuck, bekomme ich zu Gesicht. Bisher kannte ich den nur aus Comics. Und was ist mit Schlangen, auch den klappernden? Es gibt sie, ohne ein wirkliches Problem darzustellen; die Tiere sind ja auch froh, wenn sie ihre Ruhe haben. Fragen Sie am besten vor der Runde im Pro-Shop, worauf Sie achten sollten.

Aus der Ferne erklingt leise Jazz-Musik. Irritiert gucke ich hoch. Meine Mitspielerin erläutert, dass es üblich sei, Musik im Cart laufen zu lassen. Hier scheint alles »easy« und entspannter. Nach der Runde lockt mich der Klang einer gefühlvoll gespielten Gitarre auf die Clubterrasse des The Patio. Neben der Live-Musik gibt es ein reichhaltiges Buffet mit mexikanischer Note – die Nähe zur Landesgrenze schlägt sich kulinarisch nieder. Als dann die Sonne den Horizont in ein Orange-Rot färbt, wird es kitschig-schön.

Wer kein Fan eines Roadtrips ist und lieber kürzere Strecken fährt, sollte den Schlenker über Wickenburg machen. Das Wild-West-Städtchen liegt 120 Kilometer nordwestlich von Scottsdale. Bei der Durchfahrt von Wickenburg erwische ich mich, wie ich auf die Bremse trete und neugierig die Leute beobachte. Zunächst vermute ich, versehentlich auf dem Set eines Westernfilms gelandet zu sein. Alle tragen Karohemden, Gürtel mit auffällig großen Schnallen und Cowboyhüte. Was ich für Verkleidung halte, ist allerdings kein Accessoire, sondern Alltag.

PLÖTZLICH WILD-WEST-GEFÜHL

Auch zwischen Cowboys kann nach Herzenslust Golf gespielt werden. Wickenburg Ranch ist fast ein Privatclub, in dem zu ausgewählten Tageszeiten auch Gäste auf die Anlage dürfen. Die Anfahrt auf dem Maverick Drive führt durch ein Tor, das herrschaftlich signalisiert: Hier kommt nicht jeder rein. Drinnen angekommen zeigt sich, dass Wickenburg Ranch nicht nur ein Golf-, sondern auch ein »Social«-Club ist. Vorbei an Poolund Wellness-Bereich geht es zum Clubhaus, hinter dem sich die Plätze Big Wick und Li‘l Wick erstrecken. Die Anlage ist sehr grün und hügelig. Auf Big Wik, dem 18-Löcher-Platz, gibt es ein paar herausfordernde und vor allem lange Bahnen. Viele Abschläge sind erhöht und bieten einen überaus eindrucksvollen Blick über die Anlage.

Li’l Wick ist ein 9-Löcher-Kurzplatz für Jedermann. Aus Lautsprechern schallt Musik über die Anlage, und im Zentrum befindet sich, umgeben von den Spielbahnen, ein Restaurant. Ich gönne mir ein Kaltgetränk und verfolge auf einem der Fernseher ein Basketballspiel. Bei Dunkelheit sind die Bahnen 1, 7, 8 und 9 mit Flutlicht ausgeleuchtet; eine perfekte Lösung nach zu heißen Sommertagen.

Nur 12 Kilometer entfernt liegt der Los Caballeros Golf Club. Wer hier eine Runde drehen möchte, sollte sich auf der Anlage einmieten. Los Caballeros ist eine sogenannte »Dude Ranch«; eine Art Resort, das viele Freizeitmöglichkeiten bietet, einem aber auch den Freiraum für Ruhe lässt. Als ich zu meinem Apartment gehe, kommt mir ein Mann in Cowboystiefeln und mit klirrenden Sporen entgegen. Wer früher gerne Karl May gelesen hat, wird Los Caballeros lieben! Und wenn man mal keine Lust auf Golf hat, kann man zu Pferd auf und abseits des Platzes im Western- Stil das Gelände erkunden.

»YOU‘LL LOVE THE RED ROCKS«

Gut 200 Kilometer nordöstlich von Wickenburg liegt das Sedona Golf Resort. Ich fahre durch den Prescott National Forest, das 20 Minuten länger dauert als die Strecke auf der Route 17, dafür aber mit eindrucksvoller Landschaft belohnt wird. Becky Blaine vom Tourismusbüro Arizona prophezeite mir: »You´ll love the red rocks of Sedona« – und sie hatte recht. Die Sedona umgebene rote Bergwelt ist imposant. Über Kilometer leuchten einem die Felsen mit dem 1.514 Meter hohen Cathedral Rock entgegen. Diese Kulisse bildet auch das Panorama der 18-Löcher- Anlage des Sedona Golf Resorts.

Sedona machte als mystisches und spirituelles Zentrum Karriere. Optisch verschmelzen Häuser und Landschaft miteinander. Selbst Fastfoodketten dürfen ihren Firmennamen hier nur in den vorgegebenen Farben der Stadt – Terracottarot und Grün – platzieren. Obwohl ich nicht an spirituellen Hokuspokus glaube, verspüre ich eine ungemeine Ruhe, die sich offensichtlich auf mein Golfspiel überträgt. An Bahn 3, dem ersten Par 5, gelingt mir ein Eagle. Zwei Löcher später nimmt mein Höhenflug ein jähes Ende: Ich verziehe meinen Abschlag nach rechts, wo ein dumpfes »Plock« erklingt – der Ball ist an den Dachziegeln eines Privathauses abgeprallt. Am Tatort erwartet mich die lächelnde Eigentümerin mit dem Corpus delicti in der Hand. Sie nimmt es erfreulich entspannt. Vielleicht gehen doch geheimnisvolle Kräfte von Sedonas Felsen aus?

Der Schlag ist mir auf den Magen geschlagen. Wie gerufen kommt Susan im Catering-Buggy über den Platz geglitten. Neben belegten Sandwiches und Burritos gibt es »booze«, also Alkohol. Bei 30 Grad Hitze auf dem Golfplatz Gin Tonic oder Wodka Grapefruit zu trinken, ist in den USA normal. Da schwingt es sich doch gleich entspannter. Es liegt aber nicht nur am »booze« und der Musik: Das Benehmen auf amerikanischen Golfplätzen ist lockerer. Vielleicht auch ein Konzept für uns in Deutschland, denn so hat Golf nicht nur einen Spaß-, sondern auch einen großen Erholungsfaktor.

RED ROCKS OF SEDONA: Fast schon kitschig, der in der Abendsonne leuchtende Cathedral Rock.


TPC Scottsdale

• Scottsdale • tpc.com/scottsdale

Die beiden 18-Löcher-Plätze Stadium Course und Champions Course (beide Par 71) sind um es kurz zu machen: einmal im Leben ein Muss! Startzeiten sind online buchbar. Auf Sonderangebote einschließlich Buggy, Freigetränke und Verpflegung achten.

Gainey Ranch Golf Club

• Scottsdale • clubcorp.com/Clubs/Gainey-Ranch-Golf-Club

Die drei schicken und abwechslungsreiche 9-Löcher-Plätze Arroyo, Lakes und Dunes sind nur für Gäste des Hotels zu spielen.

Las Sendas Golf Club

• Mesa • lassendas.com

Anspruchsvoller Platz (18 Löcher, Par 72) mit sechs verschiedenen Abschlagboxen. Startzeiten sind online direkt buchbar. Bei Sommer-Specials (von Mai bis September) gibt es das Greenfee inklusive Lunch auch mal für unter 40 Euro. Im perfekt in die Umgebung integrierten Clubhaus lockt das Restaurant The Patio mit Buffett und Life-Musik. Tipp: Von der Terrasse den Sonnenuntergang erleben.

The Short Course Mountain Shadows

• Paradise Valley • shortcoursepv.com

Ein abwechslungsreicher Platz für alle Spielstärken. 18 Löcher plus Zusatzloch. Par 54. Länge: von 1.586 Meter bis 2.112 Meter. Startzeiten sind online buchbar. Achtung auf Vergünstigungen (»Promos«).

Wickenburg Ranch Golf & Social Club

• Wickenburg • wickenburgranch.com

Big Wick (18 Löcher, Par 71) ist ein Top-Golfplatz mit ausgesprochen lässigem Ambiente. Außerdem: Li’L Wick mit 9 Löchern. Tipp: Es gibt immer mal wieder Aktionsangebote.

Los Caballeros Golf Club

• Wickenburg • loscaballerosgolf.com

Golf mit Wild-West-Gefühl (18 Löcher, Par 72). Im Greenfee sind Cart, Range-Bälle und Lunch enthalten.

Sedona Golf Resort

• Sedona • sedonagolfresort.com

Das Panorama des Platzes (18 Löcher, Par 72) schlägt jeden schlechten Score. Die Felsen leuchten besonders intensiv bei Sonnenuntergang.

Infos

Reisezeit: In den Sommermonaten Mai bis September wird es in Phoenix bis zu 40 Grad heiß. Ein Urlaub mit Sonnengarantie, weil es im Sommer maximal vier Tage regnet.
Anreise: Normalerweise fliegt z.B. Condor ohne Zwischenstopp von Frankfurt nach Phoenix .
Ausflug: Touristisches Pflichtziel ist der bis zu 1.800 Meter tiefe Grand Canyon. Von Scottsdale bis zum South Rim, dem südlichen Eingang des Nationalparks, sind es 380 Kilometer. Die Fahrt dauert weniger als vier Stunden. Übernachten: Z.B. im Grand Canyon Village Tusayon im Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn.
• visitarizona.com


Fotos: Shutterstock (6); Getty (1); von Wilcke (5); Visit Phoenix (1)