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►USA NEUENGLAND: Die Küste derHummer


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REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 09.04.2019

Die traditionsreichsten Städte der USA, 10.000 Kilometer Küste und ein bergiges, bewaldetes Hinterland – auf ihrem Roadtrip durch die fünf Küstenstaaten hat unsere Autorin Andrea Bonder die schönsten Ecken Neuenglands für Sie erkundet.


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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 2/2019

Typisch Neuengland: gepflegte Holzhäuser und fotogene Leuchttürme, hier auf der Insel Cape Cod


Der Wind weht über den Dünenstrand, das Meer trägt Schaumkronen und die Sonne taucht die Szenerie in ein traumhaftes sanftes Licht. Es ist Spätnachmittag auf Cap Cod, einer Insel, die auffallend an Sylt erinnert. Ebenso schön – und mindestens genauso teuer. Eine Fahrt durch den ...

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... Nordosten der USA liefert jede Menge Bilderbuchmotive: die raue Atlantikküste mit ihren Leuchttürmen und Hafenstädtchen. Weiße Gartenstühle auf gepflegten Rasenflächen mit Blick auf Dünen, einsame Strände und das Meer. Weiße Kirchen und pastellfarbene, viktorianische Holzhäuser mit liebevoll angelegten Vorgärten in alten Dörfern, eingerahmt von bewaldeten Hügeln. Und natürlich Boston, die attraktive Metropole am Wasser mit ihrer liberalen Lebensart und vielen jungen Leuten, die an den 60 (!) Universitäten und Colleges studieren.

Neuengland ist ein Traumziel – nicht nur für USA-Reisende, sondern auch für die Reichen und Schönen aus Boston und New York. Jeder der fünf Küstenstaaten Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire und Maine hat seinen ganz eigenen Charme. Klein, aber sehr fein ist »Little Rhody« mit den Herrenhäusern des Geldadels und den Segeljachten desAmerica‘s Cup . Maine hingegen ist größer als alle anderen Neuengland-Staaten zusammen und ein ganzes Stück authentischer; statt fanciger Ferienhäuser bevorzugt man dasCabin in the Woods , und den begehrtenMaine Lobster isst man an einem der zahllosen Hummer-Imbisse im Brötchen aus der Hand.

Neuengland ist stolz auf seine Geschichte. Hier finden sich jahrhundertealte britische Pubs und traditionsreiche Lokale. In Boston spaziert man auf dem »Freedom Trail« durch die wechselvolle Historie. Das geschichtsträchtige Küstenstädtchen Plymouth, wo 1620 die ersten Pilger an Land gingen, um sich den Traum von Freiheit zu erfüllen, rüstet sich gerade für die 400-Jahr-Feier im nächsten Jahr. Die zwei Dutzend historischen Dampfeisenbahnen locken besonders viele Deutsche und Schweizer. Daneben gibt es auch das Moderne: die aufstrebende Weinszene, coole Mikrobrauereien, Kunstgalerien und Manufakturen. Und das Schräge, wie Provincetown auf Cape Cod: früher Hippie-Mekka, heute Schwulen- und Lesben-Hochburg mit hippen Bars und Karneval.

Wer in kurzer Zeit viel sehen und erleben möchte, ohne jeden Tag stundenlang im Auto zu sitzen, der ist hier richtig. Neuengland ist kompakt, vom südwestlichsten Zipfel Connecticuts bis zum nordöstlichsten Ende von Maine sind es nur 850 Kilometer. Auf geht’s!

Tradition und Moderne: Schön für eine Pause ist der Brunnen am Copley Square in Bostons schickem Viertel Back Bay. Die 1877 erbaute Trinity Church steht im Kontrast zur gläsernen Hochhauskulisse


Hier lässt sich’s leben: Häuserzeile in Bostons Stadtteil Beacon Hill


Zwei Freundinnen posieren für den Fotografen in einer Dorfstraße in Menemsha auf der Insel Martha’s Vineyard


Fotos: iStock.com/KenWiedemann; Alamy Stock Foto/steve bly/Jorge Salcedo/Cultura Creative (RF); Shutterstock/Jerome LABOUYRIE

BOSTON IST DAS TOR ZU NEUENGLAND: Die europäischste Stadt Nordamerikas

Ist das hier Amerika? Die Reihenhäuser haben rote Ziegelfronten, opulente Eingangsportale, gusseiserne Balkone und Sprossenfenster. Die Straßenlaternen sehen noch aus wie zu der Zeit der Gasbeleuchtung. Boston, 1630 gegründet, ist die älteste Großstadt der USA. Das spürt man nirgendwo deutlicher als im Stadtteil Beacon Hill. Die schönsten Fotomotive bieten die malerische Mt. Vernon Street und die Kopfsteinpflastergasse Acorn Street. In den engen Straßen ist Autofahren schwierig, Parken oftmals unmöglich. Gut, dass man Boston problemlos zu Fuß erobern kann! Zwei, drei Tage Zeit sollte man sich nehmen.

Die historischen Stätten im Stadtkern verbindet der vier Kilometer lange »Freedom Trail«. Wer an einerWalking Tour teilnimmt, erfährt so manche Geschichte aus der Zeit der Revolution (Freedom Trail Foundation , 90 Min., US$ 13). Letzter Stopp dabei ist die pulsierende Markthalle Faneuil Hall, umgeben von einer Fußgängerzone mit Restaurants, Geschäften und Straßenkünstlern. Für eine Pause im Grünen bietet sich der Boston Public Garden an, in den 1860ern als botanischer Garten angelegt. Hier kann man sich in alten Schwanenbooten gemütlich über einen kleinen See schippern lassen (15 Min., US$ 4). Nebendran liegt das teure viktorianische Wohnviertel Back Bay mit seinen typischenBrownstone -Häusern, wo es sich um die Commonwealth Avenue herrlich bummeln lässt. In der Newbury Street haben sich die teuersten Designer niedergelassen.

Einen Tag sollte man für die Waterfront reservieren. Südlich der Altstadt liegt der schicke neue »Seaport District« samt Kreuzfahrtterminal und Fischmarkt. Auf einem Spaziergang über den »Harbor Walk« entlang zum North End sieht man Segelschulen, den Jachthafen, die Boston-Tea-Party-Schiffe (auf denen Besucher die »Tea Party« von 1773 nachspielen, US$ 30). Am Anleger Long Wharf liegt das das exzellente Aquarium (US$ 28). Wer zum Dinner einen Platz im »State Street Provisions« findet, kann sich freuen, denn hier stimmen Atmosphäre und Preis (Austern US$ 3/Stück, Clam Chowder US$ 9, Fish & Chips US$ 19). Nebenan starten Hafenrundfahrten (90 Min. US$ 35) und die Fähren in die »Hexenstadt« Salem (US$ 45 return, je Mai–Okt.) und zur Partymeile Provincetown auf der Insel Cape Cod (US$ 93 return).

Ein Panoramablick auf Boston bietet sich vom 228 m hohenPrudential Tower (US$ 20): auf die Segelboote auf dem Charles River, das Univiertel Cambridge am anderen Ufer und auf die Hochhäuser des Bankenviertels.

TIPP DerCityPass enthält die Hafenrundfahrt und Eintritt ins Aquarium, zur Aussichtsplattform im 50. Stock desPrudential -Towers und ins Wissenschaftsmuseum (US$ 64, www.de.citypass.com).

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Rhode Islands Küstenlinie aus der Vogelperspektive


Die Insel ist ein Segler-Mekka, im Bild Bowens Wharf in Newport


TOUR 1 : Die südliche Küste entdecken

Eine spektakuläre Route führt von Boston nach Cape Cod und Rhode Island, zu malerisch-schicken Orten und Inseln, die auf eine lange Tradition als Sommerfrische der Schönen und Reichen der Ostküste zurückblicken. Den Schlusspunkt setzt das Museums-Walfängerdorf »Mystic Seaport« an der Küste von Connecticut.

CAPE COD: Das Sylt von Massachusetts

Rund 90 Kilometer südlich von Boston beginnt Cape Cod, eine schmale, fast 100 Kilometer lange, bogenförmige Halbinsel. Von den ersten warmen Tagen bis in den September strömen Sonnenhungrige an die 115 ellenlangen Strände. Allein der National Shore bietet 65 Kilometer unberührten Strand. Dann wird es schnell eng auf den Parkplätzen an den Dünen, Fisch- und Eisbuden haben Hochsaison. Die malerischen alten Dörfer Sandwich (1637), Wellfleet (1650) und Chatham (1656) haben Kunst- und Handwerksgalerien sowie traditionelle Bed&Breakfasts. Wer den Wind nicht scheut, macht Radtouren durch die Dünen: Cape Cod hat 185 Kilometer asphaltierte Radwege. Von Hyannis und Provincetown lassen sich Wal- und Delfinbeobachtungsfahrten unternehmen (ideal: Juni– Sept., US$ 53).

Wer einen Extra-Tag hat, sollte die Fähre von Woods Hole nach Martha’s Vineyard nehmen (US$ 17 return), die Lieblingsinsel der Reichen und Schönen (Radmiete US$ 30/Tag).

TIPP Auf dem Weg in Plymouth Halt machen. Hier gingen 1620 die ersten Siedler an Land. 2020 finden 400-Jahr-Feierlichkeiten statt (Programm: www.plymouth400inc.org). Das Freilichtdorf »Plimoth Plantation« (US$ 30) versetzt Besucher ins 17. Jahrhundert.

RHODE ISLAND: Segelhauptstadt der Welt

In Newport, Austragungsort des weltberühmten »America’s Cup«, kann man auf einem Segler aus der 12-Meter-Ära mitsegeln (2 Std., US$ 88) oder auf einem historischen Schoner (z.B. der »Madeleine«, 90 Min., ab US$ 30, zum Sonnenuntergang mit Sekt US$ 48). Jetset-Party-Atmosphäre herrscht abends am Bannister’s Wharf, wo sich das gutbetuchte Publikum in den stets vollen Open-Air-Terrassen am Wasser an Austern und Champagner labt.

Newports »Goldenes Zeitalter« war das ausgehende 19. Jh., als die High Society die Sommer in ihren palastartigen »Mansions« verbrachte. Zehn davon sind für Besichtigungen geöffnet. Am beeindruckendsten ist das 70-Zimmer-Haus »Breakers« des Eisenbahnmoguls Vanderbuilt (US$ 24; 5-Häuser-Ticket US$ 35). Auf einem Spaziergang am Cliff Walk kann man in die Gartenanlagen blicken.

Wale-Wachting-Touren starten von Provincetown auf der Halbinsel Cape Cod


Farbenfrohe hölzerne Fassaden im Zentrum von Provincetown, dem Hauptort auf Cape Cod


CONNECTICUT: Die Highlights am Meer

Rhode Island isnew money , Connecticut istold money . An Connecticuts Küste gibt es einiges zu entdecken: In Norwalk servieren 25 Restaurants superfrische Austern direkt von den Bänken vor Ort (Austernfestival im September). New Haven hat die Elite-Universität Yale (tägliche Gratis-Führungen), kostenfreie Kunstmuseen, eine lebendige Studenten- und Kneipenszene und »Frank Pepe«, eine der ältesten Pizzerien der USA (mittlere Pizza ab US$ 14,50). In Essex lohnt sich die Dampfeisenbahn- und Riverboat-Fahrt im Connecticut Valley.

Das Highlight an der Küste ist »Mystic Seaport«, ein Museums-Walfängerdorf (US$ 29, 60 Gebäude, 17 Schiffe, darunter der letzte hölzerne Walfänger von 1841). Mit dem Schoner »Argia« kann man rausfahren (2 Std., US$ 52).

Fotos: Shutterstock/solepsizm/James Kirkikis/Rolf_52; Alamy Stock Foto/Marianne Lee

Gemütlich und weltoffen zugleich präsentiert sich die hübsche Kleinstadt Portsmouth in New Hampshire


TOUR 2 : Die nördliche Küste entdecken

Nicht ganz so geleckt wie im Süden zeigt sich Neuenglands Küste nördlich von Boston. 150 Meilen sind es bis Portland, der Hauptstadt von Maine. Unterwegs liegen entspannte Küstenorte, man genießt Fisch und Meeresfrüchte und macht den einen oder anderen Bootsausflug.

PORTSMOUTH: New Hampshires Küstenperle

New Hampshire hat nur 30 Kilometer Meeresküste, aber ein Stopp lohnt sich: Portsmouth hat eine hübsche, fast schon elegante kleine Innenstadt. Die roten Klinkerbauten in der Market Street sowie am Hafen zeugen vom Wohlstand des 18. Jh. Die Stadt hat viele hübsche Boutiquen und eine Restaurantmeile mit Terrassen zum Fluss Piscataqua. Auf einer Hafenrundfahrt (75 Min., US$ 19) sieht man, dass Portsmouth immer noch ein Hafen- und Marinewerftstandort ist. In den Restaurants und Bars tummeln sich Touristen und junge Mitarbeiter der örtlichen Tech-Companies.

OGUNQUIT & KENNEBUNKPORT: Hafenstädtchen im Süden

Ogunquit war ein Schiffbau-Hafenstädtchen, bevor es Ende des 19. Jh. zur Künstlerkolonie avancierte und seitdem Touristen anzieht, seit einigen Jahren besonders LGBT. Der kilometerlange Strand liegt auf einer vorgelagerten Landzunge. Der »Marginal Way« führt an der zerklüfteten Küste entlang, vorbei an schicken Hotels und Privathäusern zur Oarweed und Perkins Cove. Dort legen die Ausflugsboote ab zu einer Fahrt mit dem Hummerfischer (50 Min., US$ 20) oder zum Nubble Lighthouse (90 Min. US$ 30), einem der über 60 Leuchttürme an der Küste von Maine (nur Michigan hat mehr!).

20 Kilometer weiter liegtKennebunkport , ein lebendiger Urlaubsort am Fluss Kennebunk, der hier in den Atlantik mündet. Es gibt Bootsanleger, Meeresfrüchte-Restaurants, Eisdielen, Souvenirshops, Galerien, Fahrrad- und Kanuverleihs, urige Inns und Motels. Der ideale Ort, um ein paar Tage auszuspannen. Wer auf dem Holzschiff »Rugosa« mitfährt, erfährt viel über Hummer – und sieht den Sommersitz von George W. Bush (90 Min., US$ 35).

PORTLAND: Maines hippe Künstlerstadt

Portland ist zwar mit Abstand Maines größte Stadt, hat aber nur knapp 70.000 Einwohner. In der Innenstadt mit Klinkergebäuden aus dem 19. Jahrhundert finden sich reihenweise Restaurants, Boutiquen und Geschäfte, vom Hippieladen bis zu kunstvollen Töpfereien (Tipp:Edgecomb Potters , 145 Commercial St.). Der Tipp für einen Snack zwischendurch:The Holy Donut backt Donuts aus Kartoffelteig in 20 Geschmacksrichtungen (Stück US$ 2,50–3, 7 Exchange St., oft schon gegen 15 Uhr ausverkauft). Am Hafen mit seinen Lagerhallen liegen althergebrachte Fischläden und Terrassen-Kneipen wie das »Porthole« neben hippen Adressen wie der TaschenmanufakturSea Bags (Taschen aus Segeltuch ab US$ 30, 25 Custom House Wharf) und der BrauereiLiquid Riot (Bier US$ 7, 250 Commercial St., tolle Terrasse am Wasser). Auf der fast zweistündigen »City & Lighthouse Trolley Tour« sieht man Wohnviertel aus viktorianischer Zeit bis in die 1930er, das Observatorium und den ältesten Leuchtturm von Maine (Portland Discovery , US$ 29).

Mit dem Roller in Portland unterwegs


Diana’s Baths, malerische kleine Wasserfälle in den White Mountains von New Hampshire


TOUR 3 : Das Hinterland erkunden

Nicht nur Neuenglands Küste ist schön. Vor allem zum Indian Summer Ende September, wenn die Laubbäume die Landschaft in ein wahres Farbenmeer verwandeln, lohnt sich eine Rundtour in die White Mountains im Hinterland und in den Arcadia National Park >> s. Routenvorschlag S.26.

KANCAMAGUS HIGHWAY: Neuenglands schönste Straße

Auf dem Kancamagus Highway in New Hampshire sieht man denWhite Mountain National Forest von seiner schönsten Seite. Zwischen Lincoln und Conway schlängelt sich die 55 Kilometer lange Panoramastraße mit der Nummer 112 den Kancamagus-Pass bis zur Wasserscheide hinauf und dann abwärts ins Saco-Tal. Mehr als 40 Kilometer fährt man am Fluss Swift entlang, der immer wieder von überdachten Brücken überspannt wird. Unterwegs gibt es Aussichtspunkte und Picknickplätze. Wanderwege führen in den Wald und zu Wasserfällen.

LAKE WINNIPESAUKEE: Im Land der vielen Seen

Südlich der White Mountains liegt die Lakes Region mehr über 300 Seen. Herzstück ist der Lake Winnipesaukee, mit 450 Uferkilometern einer der größten Seen der USA, mit mehr als 300 Inseln. An seinem Ostufer liegt der malerische Ort Wolfeboro mit charmanten Geschäften, B&Bs und Restaurants sowie Stränden und Badestellen. Wolfeboro, die älteste Sommerfrische der USA, gibt es seit 1770. Der alte Bahnhof ist heute das Fremdenverkehrsbüro, Teile der Bahnstrecke wurden zum »Cotton Valley Rail Trail« ausgebaut, einem 20-Kilometer-Radweg. Nicht versäumen: die Fahrt mit den historischen Ausflugsschiffen »Winnipesaukee Belle« (90 Min., US$ 16) und »Mount Washington« (ab Weirs Beach und Wolfeboro, 2,5 Std., US$ 33).

TIPP In New Hampshire ist Shopping steuerfrei. Die größten Einkaufszentren sind dasMerrimack Premium Outlet in Merrimack (100 Geschäfte, www.premiumoutlets.com), dasSettlers Green in Conway (80 Geschäfte, www.settlersgreen.com) und dieTanger Outlets in Tilton (50 Geschäfte, www.tangeroutlet.com).

Blick vom Gipfel des Mount Major auf den Lake Winnipesaukee


Unser Autor erzählt: Unterwegs in den Weißen Berge von New Hampshire

Der »Appalachian Trail« ist einer der beliebtesten Wanderwege der USA


Fotos: iStock.com/SeanPavone; Shutterstock/Chase Stubblefield/Allard One/Helioscribe/Nico Schueler

Mit 1.917 Metern ist der Mt. Washington der höchste Berg Neuenglands. Wer auf seinem Gipfel steht, dem liegen die schier endlosen, bewaldeten Berge der White Mountains zu Füßen. Zur Zeit desIndian Summer ist das ein orange-gelbgrünes Blättermeer. Doch das ist nicht alles, man sieht Skigebiete und Wanderer, die auf dem 3.500 Kilometer langen Fernwanderweg zwischen Georgia und Maine unterwegs sind. Der »Appalachian Trail« ist so beliebt ist wie der Jakobsweg, aber nicht so überlaufen. Der Mount Washington war eine der ersten Touristenattraktionen der USA, schon 1852 eröffnete das erste Gipfelhotel. Das »Omni Mount Washington Resort« ist eines der letzten alten Grandhotels. Die »Mt. Washington Auto Road« kann man mit dem eigenen Auto hochfahren (ab US$ 31, Mai–Okt. geöffnet, www.mtwashingtonautoroad.com). Seit exakt 150 Jahren zuckelt die weltweit erste Zahnradbahn »Mt. Washington Cog Railway« auf einer 4,8 Kilometer langen Strecke mit bis zu 37 Prozent (!) Steigung hinauf (Mai–Okt. mehrmals tägl., ab US$ 72 return, www.thecog.com).

Der Herbst ist für einen Trip in die White Mountains die ideale Zeit


Foto: Alamy Stock Foto/Mira

TOUR 3 : GOLDENER HERBST : Die Indian-Summer-Tour

Nirgendwo auf der Welt ist die Verfärbung der Laubbäume im Herbst spektakulärer als in den Neuengland-Staaten – ein wahres Laubfeuerwerk in Grün, Gelb, Orange und Rot. Hier unser Routenvorschlag für alle, die den Indian Summer ab Ende September in den USA in besonderer Intensität erleben möchten: Boston – Arcadia National Park (Maine) – Kancamagus High way – White Mountains (New Hampshire) – Mount Washington – Mohawk Trail (Greenfield nach North Adams, Massachusetts) – Berkshire Mountains – Kent (Connecticut) – Sturtbridge (Massachusetts) – Boston. Der 1.800 Kilometer lange Trip ist gut in zwei Wochen machbar (siehe Route 3 in der Karte unten).

INFO Neuengland

EINREISE
Deutsche, Österreicher und Schweizer können visumfrei 90 Tage bleiben. Erforderlich sind Reisepass und eine elektronische Einreisegenehmigung (esta.cbp.dhs.gov, US$ 14).

REISEZEIT
Beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober, danach kann es kalt werden. Die Temperaturen ändern sich innerhalb eines Tages oft schnell, auch im Sommer. Die Laubverfärbung findet in den nördlichen Staaten ab Mitte September bis Ende Oktober statt, im Süden 1–2 Wochen später.

VERKEHRSMITTEL
In Boston: Das U-Bahn-Ticket vom/zum Airport kostet US$ 2,75. In der Stadt ist man zu Fuß unterwegs, mit der U-Bahn (US$ 2,75/Fahrt) oder mit dem Taxi (Innenstadtfahrt US$ 10–15). Außerdem gibt es Mietfahrräder (US$ 2,50/30 Min. bzw. US$ 10/24 Std., www.bluebikes.com).
Mietwagen: Kleinwagen ab Airport Boston kosten vorausgebucht ab € 200/Woche (Cars&Camper , Metapreisvergleich www.REISEPREISE.de/mietwagen). In Boston selbst braucht man kein Auto. Straßen sind oft eng, Parkplätze knapp.

UNTERKUNFT
Für eine Unterkunft in guter Lage muss man tief in die Tasche greifen. Innenstadthotels, Küstenresorts und individuelle Inns und B&Bs sind teuer (Boston ab US$ 350, Küstenorte ab US$ 250, Orte im Binnenland ab US$ 120). Rund 50 Prozent günstiger sind Kettenhotels an Autobahnausfahrten. Das Hotel in Boston besser vorbuchen, denn bezahlbare Zimmer sind oft knapp.

ESSEN & TRINKEN
Bei Inns ist das Frühstück i. d. R. inklusive, wird aber selten vor 8 oder 8:30 Uhr serviert. Alternativ im Hotel Kaffee oder Tee trinken (meist Maschine im Zimmer oder in der Lobby) und sich später einen belegten Bagel holen. An zahllosenLobster Shacks gibt’s Hummer-Brötchen (ab US$ 17), Fish & Chips (ab US$ 16) und Austern (roh, frittiert, überbacken, ab US$ 12). Eine Delikatesse ist derMaine Lobster (im Restaurant ab US$ 35). Günstig sind Lunch- und Early-Dinner-Specials (bis 17:30 Uhr). Es gibt 550Craft Beer -Mikrobrauereien, vom gemütlichen Pub bis zur stylischen Neueröffnung (Bier ab US$ 6–7) sowie Weingüter, vor allem an der Südküste und in New Hampshire.

AUSKÜNFTE
Deutsche Broschüren und Kartenmaterial gibt es beiDiscover New England , 0221-47671211, discovernewengland@getitacross.de, www.neuenglandusa.de, www.discovernewengland.org. Connecticut: www.ctvisit.com, Maine: www.visitmaine.com, Massachusetts: www.massvacation.com, New Hampshire: www.visitnh.gov, Rhode Island: www.visitrhodeisland.com

REISEFÜHRER
»Boston & Neuengland«,Dumont Reise-Taschenbuch 2017, € 17,99; »New Englands Best Trips«,Lonely Planet , 2017, € 15,99; »New England Fall Foliage Road Trips«,Lonely Planet , 2016, € 8,38.

DAS KOSTET DER FLUG

Die beste Umsteigverbindung nach Boston hatIcelandair über Reykjavik (ab € 507). Schneller ist nur nochLufthansa (ab € 733). Wer dasLH Ticket überSwiss bucht, spart mitunter ein paar Euro (ab € 703). Günstig fliegtSAS (ab € 414), gute Flugzeiten hatKLM (ab € 526). MitAir Lingus via Dublin zahlt man ab € 450.

Flug ab € 414

Preise ermittelt über World-of-Flights.de

NEBENKOSTENDas kostet der Urlaub

Mindestausgaben bei einfachen bis mittleren Ansprüchen inkl. ½ DoppelzimmerTagesetat US$ 130