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Valentinstag im Visier


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 09.02.2019

Was lässt sich auch kurzzeitig noch tun, um Kunden ins Geschäft zu locken.


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Pink ist erlaubt am Valentinstag und rangiert hinter Rot auf Platz zwei der Lieblingsfarben.


Ein Valentinstag ohne Blumen wäre wie Romeo ohne Julia. Nicht für jedermann, aber doch für sehr viele Bundesbürger. Dass dies so bleibt, bedarf jedoch einiger Anstrengungen seitens der Blumenbranche. Schließlich ist der Valentinstag am 14. Februar eines jeden Jahres nach wie vor das erste Branchenhighlight. Ein erster aktueller Gradmesser für den Stellenwert, den Konsumenten Blumen im neuen Jahr wieder beimessen.

Vorweg: Der Valentinstag hat im Osten unserer Republik noch nicht die Bedeutung eines Frauentages, der am 8. März begangen wird. Dennoch liegt der Umsatz auch in den neuen Ländern an Valentin höher als an einem normalen Tag. Traditionell spielen dabei Blumen, zwischen Verliebten vor allem rote Rosen, eine besondere Rolle. Allerdings, der Valentinstag ist für die Branche, speziell für die Fachhändler, kein Selbstläufer mehr. Es gibt vielerlei Einflüsse und Entwicklungen, die als Bremse für den Blumenumsatz an Valentin wirken und sich möglicherweise sogar noch verstärken. Wert, sich Gedanken zu machen, wo die Reise hingeht. Dazu einige Aspekte:

Umsätze zu Valentin halten: für viele ein gutes Ergebnis

Zwar sind generelle Aussagen immer problematisch, jedoch trifft es in den meisten Fälle unter Gärtnern und Floristen zu, dass ein Halten der Umsätze an Valentin bereits mit der Note „gut” versehen werden kann. Das liegt zum einen an der zunehmenden Konkurrenz, aber auch daran, dass bei vielen Unternehmern die Meinung vorherrscht, ein zusätzliches Engagement in punkto Werbung und Verkaufsförderung sei an diesem Tag nicht notwendig. Die Lust, aktiv das Geschäft anzukurbeln, scheint auf breiter Front geringer zu werden.

Die Konkurrenz wie LEH und Discounter schläft nicht

Anders bei LEH-Märkten und Discountern. Hier ist zu beobachten, dass sie ihre Verkaufsaktivitäten zu Valentin eher noch hochfahren. Sei es am PoS durch in knalligem Rot gehaltene Zonen, mit traditionellen Herzen, mit Luftballons oder Displays oder durch entsprechende Anzeigen in Tageszeitungen, Beilagen oder Online-Angeboten. Oft stellen zugespitzte Medienberichte just in time mit „Giften” belastete Schnittblumen, vor allem Rosen, an den Pranger. Derartige Berichte sollen wach rütteln. Es geht auch nicht an, dass vertrauenswürdige Untersuchungen selbst an Ware, die in europäischen Ländern erzeugt wurde, überhöhte Rückstände von nicht zugelassenen Präparaten nachweisen. Dies kratzt in der Tat am Image der Schnittblume. Von daher ist der Thematik, selbst wenn es sich hier nicht um Nahrungsmittel handelt, vor allem seitens der Produzenten hohe Bedeutung beizumessen. Alles in allem führten bislang publizierte Berichte zu keiner spürbaren Kaufzurückhaltung, nicht zuletzt dank der Tatsache, dass es sich hier eben nicht um Produkte handelt, die der Ernährung dienen.

Um sensibilisierten, öko-affinen Kunden diesbezüglich ein gutes, besseres Gefühl beim Blumenkauf zu geben, können Händler inzwischen auf Schnittblumen aus zertifiziertem Anbau oder auf Fairtrade-Ware zurückgreifen. Leider steht ein Schnittblumenangebot, insbesondere was langstielige rote Rosen anbelangt, aus deutscher Produktion oder gar aus der Region an Valentinstag nicht zur Verfügung. Zu anderen Zeiten jedoch kann regionale Ware, sprich „Ware von Hier” um im Jargon der Blumengroßmärkte zu bleiben, für viele Konsumenten eine willkommene Kaufoption darstellen.

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Ein Klassiker: rote Rosen mit Herz.


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Innige Liebe signalisieren langstielige rote Rosen wie die Sorte ‘Red Naomi’ als Geschenk.


Überteuertem Preisgefühl mit Alternativen begegnen

In diesem Punkt steht das Gesicht des ehrbaren Kaufmanns auf dem Spiel. Häufig ist in Konsumentenkreisen die Rede vom profitgierigen Blumenhändler, der den Valentinstag nutzt, um Käufer abzuzocken. Hauptaugenmerk liegt auf dem Preis von langstieligen roten Rosen, etwa der Sorte ‘Red Naomi’ mit 4,50 Euro pro Stück und mehr. Nun regeln in der Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage den Preis. Da an Valentinstag die Nachfrage nach roten Rosen weltweit steigt, vielleicht Konsumenten in anderen Länder sogar bereit sind, noch mehr dafür zu bezahlen, wird der Markt dort zuerst bedient, was zu einer weiteren Verknappung hierzulande führen kann. Für Konsumenten ist die Preisgestaltung nicht nachvollziehbar. Sie wirkt infolgedessen schnell als Abzocke – mit einer entsprechenden Kaufverweigerung oder zumindest drastischen Reduzierung des Kaufwunsches – etwa auf eine symbolische rote Rose mit etwas Bindegrün. Für cleveres Fachpersonal besteht wenigstens noch die Chance, gleich eine schicke Vase mit anzubieten.

Um dem Eindruck der Abzocke entgegenzutreten, halten kluge Fachhändler genügend Alternativen zu roten Rosen bereit. Wie aber zu beobachten ist, fallen zu Valentin veredelte Topfpflanzen, Frühlingsboten in Körben oder Schalen kaum ins Gewicht. Dennoch ist es für den Impulskauf, aber auch als Alternative zu Schnittblumen wichtig, schön und liebevoll bepflanzte Gefäße bereitzuhalten und zwar in mindestens drei Preiskategorien, sodass der Kunde die Auswahl hat.

Last-Minute: zu Valentin gibt es Bedarf für Werbung

Der Valentinstag mit seiner hohen Kundenfrequenz bietet dem Unternehmen Chancen, sich im besten Lichte zu präsentieren, angefangen bei der Produktqualität, über Sortiment, Auswahl bis hin zum freundlichen Service, einschließlich verlängerter Öffnungszeiten. Attribute, die dem CI (Corporate Identity) der Firma dienlich sind. Das ist die eine Seite, die eigentlich jederzeit und ganzjährig gelten muss. Andererseits sind aber auch spezielle Maßnahmen wichtig. Wann, wenn nicht am Valentinstag, gibt es einen Anlass, auf den Sympathieträger Blumen werbewirksam hinzuweisen.

Grundsätzlich ist Werbung immer dann angesagt, wenn Bedarf besteht. In unserer Branche eben an Tagen wie dem Valentinstag. Offensichtlich wird dies von vielen Gärtnern und Floristen ignoriert. Während vor gut zehn Jahren Tageszeitungen zu Valentin noch ganze Sonderseiten mit Anzeigen von Unternehmen der Blumenbranche gestalten konnten, gibt es heute nur noch vereinzelt eine Anzeige eines Blumenladens zu entdecken.

Etliche nutzen allerdings verstärkt soziale Medien und sprechen so bevorzugt das jüngere Verbraucherpublikum an. Tatsächlich sollte schon kurz vor und zu Valentin das Geschäft ein anderes Gesicht zeigen. Wo möglich, sollten entsprechende Großplakate, Transparente oder Fahnen das Sonderereignis Valentinstag bereits von weitem ankündigen. Luftballons und Plakataufsteller direkt am Eingang sowie Deckenhänger und Themenaufbauten im Geschäft, am PoS, mit einer lukrativen Auswahl an frisch gebundenen Ideensträußen setzen den Valentinstag weiter frontal in Szene. Auch ein Flyer zum Thema Valentinstag, mit der ein oder anderen Besonderheit, was Kunden erwarten können, einschließlich eines Hinweises auf die Öffnungszeiten bietet sich zumindest als Thekenausleger an.


Fotos: Norbert Elgner

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