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Veitshöchheimer Landespflegetage – Herausforderungen meistern: Wie setze ich den Wunsch nach einem naturnahen Garten um?


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 14.02.2020

Die drängendsten Herausforderungen im Garten- und Landschaftsbau standen während der Veitshöchheimer Landespflegetage Ende Januar auf dem Programm. Themen waren beispielsweise die Betriebsübergabe (siehe Kasten) oder naturnahe Gärten, die der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern diskutieren ließ


Artikelbild für den Artikel "Veitshöchheimer Landespflegetage – Herausforderungen meistern: Wie setze ich den Wunsch nach einem naturnahen Garten um?" aus der Ausgabe 7/2020 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 7/2020

Podiumsdiskussion mit Marc-Daniel Zink (v. l.), Mario Nast, Dieter Clonisch, Jörg Biegert (Biegert GaLaBau/Leingarten), Michael und Gerhard Zäh.


„Der GaLaBau in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten und Planern, Produktionsgartenbau, Baustoffindustrie und Handel wird zunehmend zur ...

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... Schlüsselbranche in der Bewahrung und Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen entwickelt – in Stadt und auf dem Land, resümierte Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern. Ein Thema dabei sind naturnahe Gärten, um etwa dem Artensterben entgegenzutreten. Worauf es bei der Gestaltung naturnaher Privatgärten, Außenanlagen im Wohnungsbau und gewerblicher Flächen ankommt, beschrieb Gärtnermeisterin Pia Präger, Präsidiumsmitglied des VGL Bayern. „Naturnah“ bedeutet nach Ansicht Prägers die Gestaltung und Pflege eines Gartens mit der Natur und den ihr eigenen Gesetzen und nicht gegen sie. Keineswegs sei gemeint, Pflanzen wild durcheinander wuchern zu lassen. „Man gibt der Natur jedoch Raum zur Entwicklung, ohne dabei auf lenkende Eingriffe zu verzichten. Diese Pflegemaßnahmen müssen sich am Charakter des jeweiligen Gartens und seiner Umgebung orientieren.

Naturnahe Gärten mit möglichst vielen Öko-Systemen und einer hohen Biodiversität sind daher sichtbarer Beweis eines ausgeprägten Umweltbewusstseins der Besitzer und beileibe kein Zeichen für deren Faulheit“, räumte Präger mit einem allerorts weitverbreiteten Missverständnis auf.

Ein Naturgarten gilt als pflegeleicht, denn viel wird der Natur überlassen. Bei der Erschaffung gibt es dennoch einiges zu beachten: Dies betrifft insbesondere die richtige Pflanzenauswahl, die Wahl geeigneter Standorte für die Pflanzgesellschaften, den Verzicht auf Torf und die Verwendung von natürlichem Dünger. Falllaub, verwelkte Blütenstände und abgestorbene Pflanzenteile bleiben im Herbst in den Pflanzflächen liegen. Sie schützten den Boden vor Austrocknung und führen ihm über die Verrottung der Blätter Nährstoffe zu.

Totholz, Reisighaufen aus Obstbaumoder Heckenschnitt sowie ausreichende Falllaubschichten bieten Unterschlupf, Deckung, Schlafplatz, Überwinterungsort und Brutgelegenheit für zahlreiche Tierarten. Ein naturnaher Garten benötigt in der Regel keine zusätzliche Bewässerung. Lediglich bei lang anhaltender Trockenheit kann dies erforderlich werden. Dazu wird gespeichertes Regenwasser verwendet. Begrünte Dächer und Fassadenbegrünungen bieten vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Zu den reizvollen Bauwerken gehören Trockenmauern. Sie ermöglichen das Abfangen von Höhenunterschieden, gliedern den Garten, sind für Pflanzen und Tiere Extremstandorte und schaffen dadurch unvergleichliche Lebensräume. Neben Mauern eignen sich Hecken und Zäune für Grundstückabgrenzungen. Hecken bleiben meist freiwachsend und müssen nur gelegentlich geschnitten, ausgelichtet oder „auf Stock gesetzt“ werden.

Gestalten mit Holzzäunen

Zäune aus Holz bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und können individuell aus Weidengeflecht, Knüppelholz, Brettern oder Ästen hergestellt werden. Bestehende Zäune aus Maschendraht oder Doppelstabgitter eignen sich als Kletterhilfe für viele Pflanzen. Parkplätze, Verkehrsflächen, Wege und Terrassen beanspruchen in der Grundstückserschließung viel Fläche.

Diese Flächen ökologisch zu gestalten, bedeutet laut Präger, den Flächenverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Abhilfe schaffen hier zum Beispiel wassergebundene Wegedecken aus mineralischen Baustoffen und wasserdurchlässige Pflasterbeläge.(jh/teba)

Mehr unter www.galabau-bayern.de

Vater-Sohn-Gespräche im GaLaBau-Betrieb

„Nach der Übergabe ändert sich dank Leitfaden bei uns im täglichen Ablauf nicht mehr viel. Mein Vater wird weiterhin seine Bestandskunden sowie Kontakte pflegen und sich um das Firmengelände kümmern“, berichtete Marc- Daniel Zink (Garten Zink, 97717 Euerdorf) zum Thema „Betriebsnachfolge“. Wolfgang und Sohn Marc-Daniel Zink beschäftigten sich seit Sommer 2017 mit der Übergabe und führten Gespräche mit Steuer- und Unternehmensberater. Durch die langjährige Zusammenarbeit waren wenige Belange zu klären. Beide entschieden sich für den Verkauf respektive den Kauf des Unternehmens, um eine Absicherung im Alter für den Übergeber zu gewährleisten. Bei der Ermittlung des Unternehmenswertes wurden Betriebsimmobilien, Grundstücke, Pflanzen- und Materialbestände, Maschinen und der Firmenwert berücksichtigt.

Erste Überlegungen stellte Gerhard Zäh, Geschäftsführer des Fachbetriebes Zäh Gartengestaltung (91717 Wassertrüdingen), bereits 2015 an. Mit seiner Bachelorarbeit „Umfirmierung mit integrierter Nachfolge“ setzte sich Sohn Michael intensiv mit dem Thema auseinander. Konkret wurde es ab ab März 2016. Zum Jahreswechsel 2016/17 stieg Michael Zäh in den Betrieb ein. Dies erfolgte im Zuge einer Umfirmierung beziehungsweise Neugründung der Firma in eine GmbH & Co. KG mit gleichzeitiger Überschreibung von Unternehmensanteilen des eingebrachten Einzelunternehmens. Im Rahmen der schrittweisen Übergabe gibt es momentan zwei Gesellschafter und zwei Geschäftsführer. „Als Übergeber sollte man sich ab dem 55. Lebensjahr Gedanken zur Nachfolge machen und in zeitliche Abschnitte splitten. Entscheidend war, zusammen mit meinem Sohn eine individuelle Planung zu erstellen“, berichtete Zäh. Es gilt der Grundsatz, zusammen am gleichen Strang zu ziehen und die Meinung des anderen zu respektieren – gerade bei unterschiedlichen Ansichten. Gerhard Zäh: „Dem Übergeber muss klar sein, dass er abgeben können muss und dem Übernehmer, dass die Erfahrungen des Übergebers viel wert sind.“ Michael Zäh ergänzte: „Wir glauben, ein gesundes Mittel gefunden zu haben, bei dem es auch gut ist, wenn der Übergeber den Übernehmer manchmal etwas einbremst. Dennoch gibt die Richtung im Grundsatz der Übernehmer vor.“ Dabei sollte sich der Einfluss des Übernehmers nicht schlagartig ab Tag X bemerkbar machen, sondern langsam eingepflegt werden. Dann wird die Umstellung, auch für Angestellte nicht so abrupt. Die formelle Übernahme des Unternehmens Die Gartenzwerge Garten- und Landschaftsbau (82131 Unterbrunn) durch Mario Nast von dem damaligen Inhaber Dieter Clonisch erfolgte 2015. Der zeitliche Vorlauf bis zum endgültigen Vertrag erstreckte sich über zwei Jahre. Während seiner mehrjährigen Tätigkeit für die Firma entwickelte Nast ein enges Vertrauensverhältnis zu Clonisch. Der Weg war für beide bereits früh vorgezeichnet. Für die Erstellung des Businessplans, die Vertragsgestaltung, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung holte sich Nast externe Hilfe.

Die Wertfeststellung des Unternehmens erfolgte über die Bilanzsumme. Der Kaufvertrag wurde als Asset Deal ausgestaltet. Für den Kaufpreis gab es Förderkredite über die LfA Förderbank Bayern; für den Kontokorrent wurde eine Grundschuld auf das Geschäftsgebäude bei der Hausbank hinterlegt. Das Eigenkapital für die Unterlegung der Kredite steuerte der Übernehmer bei. „Die Firma stand schon so da, wie ich mir das vorstellte. Die weitere Entwicklung seitdem ist super: Maschinenpark getauscht und erweitert, neue Branchen-Software und Digitalisierung integriert, Ausbildung auf ein Topniveau gebracht und weitere Mitarbeiter eingestellt“, so Nast zufrieden.(jh/teba)


Foto: J. Henning/VGL Bayern