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VERBESSERUNG EINER ERFOLGREICHEN STRATEGIE: Intraday Trading im DAX-Future


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 27.02.2020

Die hier vorgestellte Strategie ist eine erweiterte Fassung des in TRADERS´ 11/2018 vorgestellten Ansatzes. Im Wesentlichen basiert die kurzfristige Handelsstrategie auf Mean Reversion*, aber auch Trendtage werden gehandelt.


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Bildquelle: Traders, Ausgabe 3/2020

© m.mphoto–stock.adobe.com

Mit Stern* markierte Begriffe siehe Schlüsselkonzepte auf S. 76.

Im Vorgängerartikel wurde beschrieben, dass die Kurse des DAX-Future an bis zu 90 Prozent aller Handelstage über den Vortagesschlusskurs ansteigen, aber nur in 55 Prozent der Fälle tatsächlich darüber schließen.
Umgekehrt fällt der Kurs an rund 90 Prozent aller Handelstage unter den ...

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... Vortagesschlusskurs, aber schließt in weniger als der Hälfte der Fälle auch darunter. Daraus leitete der Autor seine Intraday-Handelsstrategie ab.

Handelszeiten

Der Handelstag beginnt um 8:00 Uhr und dauert bis 22:00 Uhr. Bei dieser Strategie werden die Handelszeiten in Vormittag (8:00 bis 14:30 Uhr) und Nachmittag (14:45 bis 22:00 Uhr) unterteilt, da die Handelsansätze in diesen beiden Zeitfenstern unterschiedlich sind.
Entsprechend können auch Teilzeit-Trader davon profitieren, die nur in einem der beiden Zeitfenster handeln. Wir beginnen mit der Beschreibung des Handels am Vormittag.

Aktionszonen

Es wird täglich ein Trading-Rahmen mit volatilitätsabhängigen Aktionszonen erstellt, die die Grundlage der Strategie bilden. Die Zonen basieren auf langjährigen Erfahrungswerten des Autors, die zeigen, wo sich innerhalb der Trading Range die meisten Korrekturen (Retracements) in Richtung Mittelkurs und darüber hinaus ausbilden. Entsprechend dienen die Zonen dazu, günstige Punkte zur Eröffnung von Long- oder Short-Positionen auszumachen.
Nach der ersten FDAX-Kursnotierung um 08:00 stehen vier Schlüsseldaten zur Verfügung, die für die Aktionszonen relevant sind:

• Schlusskurs Xetra-DAX um 17:30 Uhr am Vortag
• Schlusskurs FDAX um 22:00 Uhr am Vortag
• FDAX-Eröffnungskurs als Referenzkurs für den aktuellen Handelstag
• Kurs des VDAX NEW

Bild 1 zeigt schematisch, wie die Zoneneinteilung aussieht. Je nach Volatilität erweitert oder verengt sich die tägliche Handelsspanne. Es erfolgt eine flexible Anpassung der Zoneneinteilung je nach Stand des VDAX NEW:

• VDAX NEW unter 20 = 30 Punkte für erste und 35 für zweite Zone
• VDAX NEW zwischen 20 und 25 = jeweils 45 Punkte
• VDAX NEW zwischen 25 und 30 = jeweils 50 Punkte
• VDAX NEW zwischen 30 und 35 = jeweils 60 Punkte

• VDAX NEW über 35 = jeweils 60 Punkte, aber kein Einstieg an der ersten Long-Zone

Positionseröffnungen

Eine Position wird eröffnet, wenn der Kurs die erste Zonenlinie (short oder long) erreicht. Wird die erste Eröffnungsposition mit Verlust in die zweite Zone gehandelt, erfolgt dort eine einmalige Positionsverdopplung. Hier sei angemerkt, dass die Verbilligung an der zweiten Zone wesentlich zum Erfolg beiträgt. Das Verhältnis von Gewinn zu Verlust dieser Aktion beträgt 2:1.

Gewinnmitnahme

Die Gewinnmitnahme erfolgt, sofern die Position aus der ersten Zone den Eröffnungs- oder Schlusskurs des Vortages erreicht. Ebenso erfolgt die Glattstellung mit Gewinn, sofern eine Position aus der zweiten Zone wieder die erste Zonenlinie erreicht.

Risiko- und Money-Management

Gleichzeitig müssen in der Strategie natürlich auch mögliche Verluste begrenzt werden. Die Glattstellung einer Position mit Verlust erfolgt, wenn eine noch offene Position an die vorher festgelegte Verlustzone läuft. Diese befindet sich 35 Punkte über oder unter den zweiten Zonen. Sind um 22:00 Uhr noch Positionen offen, so werden sie am Ende des Tages entweder mit Gewinn oder Verlust glattgestellt.
Darüber hinaus arbeitet die Strategie mit Zeitstopps. Wurden vormittags Positionen eröffnet und notieren diese kurz vor 14:30 Uhr noch im Verlust, dann greift der Zeitstopp und die Positionen werden glattgestellt.
Im Money-Management wird mit dem Fixed Ratio Trading nach Ryan Jones gearbeitet. Das bedeutet sowohl Positionserhöhungen in Gewinnphasen als auch Positionsreduzierungen in Verlustphasen.

Neue Positionseröffnungen mit Gewinnsicherung

Wurden Gewinne aus der ersten oder zweiten Zone – beziehungsweise beiden – realisiert, können am selben Handelstag weitere neue Trades eröffnet werden. Allerdings werden Trades bei einem Reversal nur noch an der zweiten Zone eröffnet, wenn zuvor auf der unteren oder oberen Seite des Charts bereits Positionen aus der ersten und zweiten Aktionszone mit Erfolg geschlossen wurden.

Notierungslücken/Gaps

Gaps sind Bewegungen, durch die ein gewisser Kursbereich übersprungen wird, in dem kein Handel stattfindet. Normale Gaps werden nicht weiter berücksichtigt - es sei denn, es handelt sich um ein Doppel- oder Wide Gap. Ein solches liegt vor, wenn der FDAX zum Beispiel um 22:00 Uhr um 20 Punkte über oder unter dem Schlusskurs des Xetra-DAX notiert und am Folgetag mit einem weiteren Gap in gleicher Richtung eröffnet (um beispielsweise zusätzliche 50 Punkte). Insgesamt muss die Lücke mindestens 70 Punkte betragen. In diesem Fall wird direkt zur Eröffnung um 08:00 Uhr eine Gegenposition eröffnet. Tritt allerdings ein Monster-Gap von über 200 Punkten auf, dann wird an diesem Tag nicht gehandelt.

Nachrichtenabhängige Positionseröffnungen

Im Vorfeld wichtiger Veröffentlichungen wie US-Arbeits- marktdaten (am ersten Freitag des Monats um 14:30 Uhr MEZ) und FED- oder EZB-Zinsentscheidungen kommt es in einem bullischen Umfeld regelmäßig zu Kursgewinnen. An diesen Terminen werden Long-Positionen mittels Bestätigung einer 5-Minuten-Kerze eröffnet, sofern der Dow-Jones-Future nicht im Verlust notiert.

Intraday-Trendfolge

Notiert darüber hinaus der Dow-Jones-Future an normalen Handelstagen um 8:00 Uhr mit mindestens 0,5 Prozent im Plus (oder im Minus) und die Börsen in China und Japan haben ebenfalls mit mindestens 0,5 Prozent im Plus (oder im Minus) geschlossen, wird ein weiterer Einstieg in Erwägung gezogen. Dieser ist trendfolgender Natur in Long- oder Short-Richtung, wenn ein Katalysator in Form sehr positiver beziehungsweise negativer Nachrichten über Nacht vorliegt.

Handel am Nachmittag

Kommen wir zurück zum zweiten Zeitfenster des Ausgangs-Setups. Viele Handelstage haben bis 14:30 Uhr, wenn die US-Vorbörse beginnt, ihre Handelsspanne noch nicht ausgeschöpft. Zu diesem Zeitpunkt zeichnen wir zunächst die Handelsspanne bis 14:30 Uhr als Value-Zone ein. Voraussetzung für den Handel am Nachmittag (außer bei Setup 3) ist eine bisherige Intraday-Handelspanne vom Hoch zum Tief von mindestens 100 Punkten. Ausgehend davon wird gehandelt, wenn eines der folgenden vier Setups zur Positionseröffnung vorliegt:
1 Range-Erweiterung (long und short möglich)
2 Handel zum Mittelkurs, wenn Kurs die morgens definierte Stopp-Loss-Linie durchhandelt (long und short möglich)
3 Kurs kreuzt die Schlusskurslinie vom Vortrag von unten (nur long)
4 Handel in Richtung des Eröffnungskurses (long und short möglich)
Eine Auswertung des Handels am Nachmittag für 2019 ergab, dass insgesamt 116-mal eine Order ausgeführt wurde. An 105 Tagen wurde ein Gewinn erzielt, an fünf Tagen ein Verlust und sechs Tage endeten Break-Even.

Anpassungen zur Verringerung von Verlusten

Natürlich stellt sich die Frage, wann und wo Verluste entstehen und wie sie verhindert oder verringert werden können. Verluste entstehen keineswegs nur an Trendtagen. Signifikant bei typischen Verlust-Trades ist, dass eine oder beide Zonen mit hohem Volumen schnell und deutlich durchgehandelt werden. Trotz aller Sorgfalt können Verluste nicht gänzlich verhindert, aber durch eine Anpassung der Aktionszonen zumindest verringert werden. Wird eine Position an der ersten Zone eröffnet und wir stellen danach fest, dass sie durchgehandelt wurde und zwischen der ersten und der zweiten Zone keinerlei Korrektur erkennbar ist, erfolgt ein erneuter Einstieg erst nach einer Umkehrkerze. Schließt diese mehr als zehn Punkte unter der normalen zweiten Zone, wird nur noch die Hälfte der Kontrakte eröffnet und der Stopp-Loss neu definiert.

Handelstechnik und Orderausführungen

Ein systematischer Handelsansatz mit diskretionären Elementen verlangt Präsenz in Bildschirmnähe. Beispielsweise sollte nach Erstellung des Handelsrahmens etwa zehn bis 15 Punkte vor den Zonen ein Alarm gesetzt werden. Auch sind bereits im Vorfeld Limit-Orders mit Gewinnziel und Stopp-Loss aufzugeben.
Manchmal durchschreiten die Kurse die Zonen dynamisch, manchmal gibt es eine punktgenaue Berührung mit sofortigem Reversal. Auch das knappe Verfehlen der Marken um einen oder zwei Punkte kommt vor. Ein geübter Trader kann nach dem Alarm beispielsweise eine Limit-Order in Wartestellung halten, um einen sofortigen Rücksetzer ohne vorherige Orderausführung einzufangen. Das gilt auch für die Gewinnmitnahme.

Fazit

Die vorgestellte Strategie hat ein sehr hohes Ertragspotenzial und ist bei genauer Kenntnis des Regelwerks und nach einer Einarbeitungszeit von passionierten und erfahrenen Tradern recht einfach ohne Hektik umzusetzen. Sie hat diskretionäre Elemente, weshalb man darauf angewiesen ist, sich in der Nähe der Handelsplattform aufzuhalten.
Georg Mindermann dokumentiert seine Trades täglich auf seiner Webseite www.candletalk.de.

Georg Mindermann

Georg Mindermann war viele Jahre als Metallhändler tätig und wurde später Geschäftsführer eines Unternehmens für Investitionsgüter. Heute wohnt und handelt er von Spanien aus. Das ausführliche Strategieregelwerk kann beim Autor kostenlos angefragt werden: g.mindermann@gmx.de