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Verbraucher: 7 spannende Urteile zum Fest: „Hilfe, der Kranz brennt“


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 52/2019 vom 19.12.2019

Wir hoffen, dass Sie Weihnachten friedlich und glücklich feiern. Aber wer muss eigentlich den Schaden zahlen, wenn doch etwas passiert? Das haben Richter entschieden – und in einem Fall ein Arbeitsverbot ausgesprochen


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 52/2019

1 Kerzen kann man kurz allein lassen
Drei Kerzen am Adventskranz waren schon an, da musste eine Nürnbergerin auf die Toilette. Als es dann noch an der Tür klingelte, nahm das Unheil seinen Lauf: Sie ging zur Haustür, lehnte die Wohnungstür nur an. Als sie zurückkam, war die Tür ins Schloss gefallen, ...

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... einen Schlüssel hatte sie nicht dabei. Als sie endlich den Ersatzschlüssel hatte, brannte es in der Wohnung bereits. Schaden: rund 22 000 Euro. Die Richter am Landgericht Nürnberg-Fürth waren milde: Die Mieterin hat nicht grob fahrlässig gehandelt. Ein Toilettengang muss sein. Und als sie die Wohnung verließ, um die Haustür zu öffnen, habe sie die Kerzen schlicht vergessen (Az. 7 S 4333/01).

2 Leuchten erlaubt
Die Wohnung von außen mit Lichtern schmücken, damit es richtig weihnachtlich ist? Das hat einem Berliner Vermieter gar nicht gefallen – er schickte die Kündigung. Das Landgericht Berlin sah das anders: Schmücken ist erlaubt! Denn es ist gängig, in der Zeit vor und nach Weihnachten Fenster und Balkone mit Lichterketten zu schmücken (Az. 65 S 390/09).

3 Nadeln auf dem Weg müssen hingenommen werden
Ein Paar kaufte sich einen Weihnachtsbaum und wollte diesen vom Auto ins Haus tragen. Dafür mussten sie über das Grundstück des Nachbarn und nadelten dabei den Weg voll. Der andere Eigentümer wollte, dass sie putzen. Nein, sagte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Denn die Nachbarn haben ein Wege recht. Das beinhaltet allerdings nicht, dass sie den Weg auch reinigen müssen (Az. 19 U 273/08).

4 Duftsprays im Treppenhaus? Nein!
Bei Ihnen soll es im ganzen Haus weihnachtlich duften? Trotzdem Finger weg von Duftsprays! Das Amtsgericht Münster entschied: Duft darf nicht im ganzen Haus versprüht werden. Der beeinträchtigt und stört nämlich die anderen Bewohner (Az. 38 C 1858/08).

5 Keine Sonntagsarbeit vor Weihnachten
Der Internet-Versandhändler Amazon darf auch im Weihnachtsgeschäft keine Sonntagsarbeit anordnen. Es handele sich um ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis, auf das sich das Unternehmen rechtzeitig einstellen könne, entschied das Verwaltungsgericht Augsburg (Az. 5 K 15.1834)

6 Kleiner Junge darf Wunderkerze halten
Ein fünfjähriger Junge bekam von seinen Eltern eine Wunderkerze. Als er damit umherschwenkte und an den Baum kam, fing der Feuer, das Wohnhaus brannte ab. Die Versicherung weigerte sich zu zahlen: Die Eltern hätten grob fahrlässig gehandelt. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sah das anders: keine grobe Fahrlässigkeit. Laut Verpackung sei „die Abgabe an Personen unter 18 Jahren erlaubt“. Und die Eltern konnten nicht wissen, dass eine angezündete Wunderkerze den Baum explosionsartig in Brand setzt (Az. 3 U 104/05).

7 Feiern mit dem Chef ist besser
Je später der Abend, desto höher der Pegel. Das wurde einem Arbeitnehmer zum Verhängnis: Gegen 3 Uhr nachts stürzte er auf der Weihnachtsfeier. Der Arbeitgeber fand: kein Arbeitsunfall! War es doch, sagt das Sozialgericht Frankfurt am Main: Wer auf einer Weihnachtsfeier stürzt, auch alkoholisiert oder zu später Stunde, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn der Vorgesetzte noch anwesend ist (Az. 10 SU 2623/03).


Fotos: Getty, Imago Images