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Verbraucher: Achtung, Einbrecher! Vorsicht, Diebe! So schützen Sie, was Ihnen gehört


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 24.01.2020

100 000-mal wird in Deutschland jedes Jahr eingebrochen, 16 000 Autos und 600 000 Fahrräder geklaut. Zwar wachsen die Zahlen nicht – aber die Gauner werden immer dreister. Geben Sie ihnen keine Chance!


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HAUS


„Einbrecher kennen auch die originellsten Verstecke“


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Maren Gorski ist Leiterin der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Hamburg


Frau Gorski, was mache ich, wenn ich einen Gaunerzinken (siehe oben rechts) entdecke?
Entfernen! Oft ist es aber schwer, sie von belanglosen Schmierereien (z.B. von Paketdiensten oder Kindern) zu unterscheiden. Im Zweifel die Polizei informieren und wachsam sein. Wichtig: Die Nachbarn warnen. Eine aufmerksame Nachbarschaft ist ein wirksamer Schutz gegen Einbrecher.
Was verhindert Einbrüche?
Das Wichtigste ist die mechanische Sicherung. Wir empfehlen Fenster und Türen der Widerstandsklasse RC2 oder entsprechende Nachrüstprodukte. Als Mieter muss man das Nachrüsten vorher mit den Vermieter absprechen.
Welche Fehler sollte man unbedingt vermeiden?
Oft werden vorhandene Sicherungen nicht genutzt. Fenster und Türen sollten auch bei kurzer Abwesenheit immer ver- bzw. abgeschlossen werden, sonst sind die besten Sicherungen wirkungslos. Die meisten Einbrüche finden nämlich tagsüber, häufig bei Dämmerung statt und dauern nur wenige Minuten.
Tipp: Die Anwesenheit mit automatisch einstellbaren Beleuchtungen am und im Haus simulieren.
Sind Smart-Home-Anlagen dafür sinnvoll?
Licht oder Rollläden kann man gut damit steuern und Anwesenheit vortäuschen. Allgemein wäre ich bei diesen Systemen aber zurückhaltend: Eine Kamera zum Beispiel, die bei Bewegungen eine Handy- App alarmiert, bringt oft nichts, weil man gar nicht schnell genug reagieren kann. Smart-Home-Systeme können allerdings mit einer geprüften und zertifizierten Alarmanlage kombiniert werden. Bitte von einer Fachfirma installieren lassen.
Wo bewahre ich meine Wertsachen am besten auf?
Was man nicht ständig braucht, in ein Bankschließfach legen. Auch ein zertifizierter und fachgerecht montierter Safe schützt. Vermeintlich gute Verstecke finden die Einbrecher schneller als man denkt.

FAHRRAD


„Ein Zehntel des Radpreises ins Schloss investieren“


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Roland Huhn ist Sicherheitsexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V.


Herr Huhn, gibt es wirklich diebstahlsichere Fahrradschlösser überhaupt?
Absoluten Schutz kann kein Schloss bieten. Aber generell brauchen Diebe bei Bügelschlössern und massiven Ketten länger und größere Werkzeuge, um sie zu knacken.
Mein Tipp: Fahrräder nachts mit zwei verschiedenen Schlössern schützen.

Woran erkenne ich ein gutes Schloss?
Es gibt leider keine einheitliche Zertifizierung. Testergebnisse und die Beratung des Fachhändlers helfen bei der Auswahl. Als Faustregel gilt: 10 Prozent des Fahrradpreises in das Schloss investieren.
Wie und wo sollte ich mein Rad vor allem nachts befestigen?
Idealerweise im Gebäude. Ansonsten Rahmen und Vorderrad an einen massiven Gegenstand anschließen, je beleuchteter, desto besser. Und bei E-Bikes immer den Akku mitnehmen.
Was halten Sie von GPS-Trackern, die das geklaute Rad orten können?
Eher wenig. Die Tracker müssen so gut versteckt sein, dass die Diebe sie nicht finden. Und wenn das Rad zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus geortet wird, wird die Polizei keinen Durchsuchungsbeschluss für alle Wohnungen bekommen. Sinnvoller ist eine Codierung der Rahmen durch unseren Club oder die Polizei, denn das macht die Räder für Diebe oft unverkäuflich.

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AUTO


„Achten Sie auf Leute mit Aktenkoffern neben Ihrem Auto“


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Harald Schmidt ist Kriminaloberrat und Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes


Herr Schmidt, wie schütze ich mein Auto zusätzlich zur integrierten Wegfahrsperre?
Eine Diebstahlschutzanlage, eine Parkkralle und eine Gangschaltungssperre schrecken ab und erschweren den Diebstahl. Besonders wirksam ist eine Kombination aus mechanischen und elektrischen Sicherungen.
Unser Tipp: Lassen Sie ein Ortungssystem einbauen. So erhöht sich die Chance, Ihr Fahrzeug nach einem Diebstahl wiederzubekommen.
Wo sollte ich meine Autoschlüssel aufbewahren?
Legen Sie sie nie in der Nähe der Haustür ab bzw. versuchen Sie, das Funksignal bei „Keyless Go“-Systemen z. B. durch Aluminiumhüllen abzuschirmen. Machen Sie unbedingt den Selbsttest. Das Fahrzeug darf sich nicht öffnen, auch dann nicht, wenn Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben das Schloss halten. Und Achtung: Ersatzschlüssel nie am oder im Fahrzeug verstecken, sonst verlieren Sie den Versicherungsschutz.
Welche Risiken bergen „Keyless Go“-Systeme, bei denen man den Schlüssel nur ans Auto hält, um es zu entriegeln?
Autodiebe können Funkblocker nutzen, die das Funksignal dieser Systeme stören und damit das Verschließen verhindern. Hören Sie deshalb, ob Ihr Fahrzeug das Verriegeln mit der Funkfernbedienung durch ein optisches Signal quittiert. Achtung bei Menschen mit Aktenkoffern neben Ihrem Auto. Darin könnte eine Funkstreckenverlängerungen stecken, die das Funksignal stört. Extra-Tipp: Sie können auch bei dem Autohersteller nachfragen, ob die „Keyless“ Funktion ausgeschaltet werden kann.
Wo stelle ich mein Auto im Urlaub am besten ab?
Möglichst in einer abschließbaren Garage, auf bewachten Parkplätzen oder zumindest an gut beleuchteten und belebten Straßen. Achten Sie auf Personen, die Ihr Fahrzeug fotografieren. Das kann die Vorbereitung für einen Diebstahl sein. Schließen Sie grundsätzlich immer alle Fenster, Türen, den Kofferraum, Schiebedach und Tankdeckel.


Text: Monika Kaußen; Fotos: Shutterstock, PR (3), privat (6)

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