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VERGLEICH: REISECARAVANS HÄNGT UNS AN, WIR WOLLEN LOS!


Auto Bild caravan - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 17.08.2018

Der Wohnwagen-Markt ist bunt wie nie – bestes Beispiel: diese drei Hübschen hier. Welcher bietet das ausgewogenste Konzept?


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LAUERSTELLUNG Drei ganz unterschiedliche Testwohnwagen, ungeduldig, uns von ihren Vorzügen zu überzeugen. Na dann mal los!


FOTO: C. BITTMANN

Ahlhorn, ein kleiner Ort in Niedersachsen, Ende Juni. Die Sonne knallt, Hitze flimmert über dem Asphalt. Auf der Teststrecke kauert ein weißer Mercedes CLS, die Nüstern gebläht, Anhängerkupplung ausgefahren. Dahinter: gleich drei Wohnwagen, ungestüm, blutjung, 2019er-Jahrgang. Jeder von ihnen will der erste sein, der die 286 Sechszylinder-PS ...

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... spüren darf. Die Spannung in der Luft ist kaum auszuhalten. Da schnappt die erste Klinke zu. Der Caravelair hat sich den Benz an die Deichsel genommen, jagt ihn in geringstem Abstand vor sich her. Der versucht mit allen Mitteln, ihn loszuwerden: mehrmals Vollbremsung aus 100 Sachen, dazwischen volles Durchbeschleunigen. Dann der Slalom-Parcours. Immer schneller wedeln die Kämpfer um die Hütchen, doch der Benz hat keine Chance, der Caravelair hängt ihm unerschütterlich im Genick. Der Hobby hat das ganze Spiel beobachtet, wittert nun seine Chance. Klink! Und alles von vorn. Und dann ist da ja noch der Sprite …

Tja, so ähnlich war das wirklich. Nur dass wir kein Gerangel zwischen Wohnund Zugwagen aushalten mussten, sondern schlicht nach AUTO BILD-Art hart getestet haben. Der Wohn-und Reisealltag, der unseren Testkandidaten begegnen wird, wenn sie demnächst auf den Markt kommen, ist schließlich auch nur für uns Caravaner entspannend. Schauen wir mal, wer sich als Bester durchsetzt – auch bei den Grundrissen, die wir zum Vergleich möglichst unterschiedlich gewählt haben.

Der mit den frischen Ideen

ZACKIG Mit seinem Dekor gibt er den Herausforderer. Alufelgen, Deichselabdeckung und Fliegengittertür gehören zum Sporting Paket für 590 Euro


DAS IST ER : Ein Erfolgsmodell aus dem französischen Trigano-Konzern. Schon 1962 wurde der erste Caravelair entwickelt – vom Flugzeughersteller Sud Aviation (gehört heute zu Airbus). Wie bei Eriba floss damals Leichtbauwissen aus der Luftfahrt in die Wohnwagenentwicklung ein. Und das bewährt sich bis heute: Der Caravelair ist der Leichteste im Test. Sein Tragwerk ist nicht holzfrei (für optimale Stabilität, sagt der Hersteller), aber durch die GFK-Außenhaut perfekt geschützt. Die Isolierung besorgt das wasserunempfindliche XPS.

UMGEBAUT Das Gästebett ist groß, aber nicht sonderlich bequem – ein Lattenrost fehlt


PRIVAT Der Bugbereich inklusive Waschbecken lässt sich per Faltvorhang separieren


GENIAL Der Schubladen-Kühlschrank liegt griffgünstig und hat ein ausklappbares Flaschenfach


U-SITZGRUPPE Die einzige im Vergleich. Gut für kurzweilige Spieleabende und durch gleich drei umliegende Fenster angenehm hell – wie das ganze Interieur, das mit modern schimmerndem Dekor ein gutes Raumgefühl schafft


DAS HAT ER: Einen gemütlichen, familienfreundlichen Grundriss. Die zum Bett umbaubare U-Sitzgruppe im Heck lädt zu Geselligkeit ein, ist zumindest auf der Querbank aber etwas hart gepolstert. Toll im Küchenblock mit angenehmen 96 Zentimetern Arbeitshöhe: die geräumige Kühlschrankschublade. Gegenüber befindet sich ein großer Kleiderschrank mit ausschiebbarer SAT-Halterung. Daneben schließt sich das Waschbecken an, dahinter die Nasszelle. Sie ist riesig und hat eine Duschwanne, aber die Duschausstattung (Haltesäule etc.) kostet schlanke 290 Euro extra. Dafür gibt’s am Waschbecken eine ausziehbare Armatur, die locker aus dem Fenster dahinter herausreicht – praktisch! Das bequeme Doppelbett hat mächtig viel Stauraum im Bettkasten, an den man von außen (Aufbauklappe) und innen rankommt. Allerdings sind die Gasdruckfedern des Hublattenrosts zu schwach: Mit Bettzeug drauf sackt er ab. Angenehm ist das unauffällige Bedienpanel über der Tür, pfiffig die Rafffunktion der Gardinen mit Magnetstangen. Insgesamt besticht das Interieur durch seine moderne Klarheit mit heller Farbgebung und ordentlicher Verarbeitung. Was uns nicht gefallen hat, sind Deichselabdeckung (optional) und -kastenklappe aus dünnem Plastik.

SO FÄHRT ER : Unauffällig! Beim Bremstest liegt er auch nach mehreren Anläufen stabil. Antischlingerkupplung und Stoßdämpfer sind Serie, so bleiben auch Slalom und Spurwechsel sicher.

GROSSZÜGIG Ins Bad hätte locker eine Dusche gepasst. Waschbecken davor, viele Ablagen


DURCHLADE Der große Stauraum unterm Lattenrost bietet sich besonders für Schweres an


GETEILT Der obere, ausklappbare Einfüllstutzen ist für den Spülwassertank der Toilette


AUFGERÄUMT Der Deichselkasten ist gut zugänglich und sichert das optionale Ersatzrad mit


Hobby Excellent 460 SFF : Der mit ganz viel Stauraum

SICHER Antischlingerkupplung, elektrisches Stabilisierungssystem und selbstnachstellende Bremsen bieten ein sicheres Fahrverhalten in jeder Situation


DAS IST ER : 1967 begann die Erfolgsgeschichte aus Fockbeck: Hobby-Firmengründer Harald Striewski baute in der eigenen Garage den ersten Wohnwagen. Saubere Handwerksarbeit und Verarbeitungsqualität waren ihm wichtig. Und das spürt man bis heute. Jede Schraube sitzt am richtigen Platz. Jede Kante ist ordentlich abgeschliffen. Bei der Qualität macht Hobby keiner hier etwas vor. Das Design dagegen ist, hm, etwas konservativ. Nussholz und ein beleuchtetes Weinglasregal am Eingang wirken fast schon wieder retro.

NÜTZLICH Bei einem spontanen Schlafgast ist die Sitzgruppe schnell zur Liegefläche umgebaut


ORDENTLICH Die Küchenschubladen sind groß. Beim Bremstest riss jedoch die oberste aus


RIESIG Der Slimtower-Kühlschrank hat ein Volumen von 150 Litern und ein Frosterfach (15 L)


ABGETRENNT Für mehr Privatsphäre lässt sich beim Hobby ein Plisseevorhang zwischen Wohn-und Schlafbereich ziehen. Die Sitzecke ist zu schmal und die Rückenlehne zu steil. Die Polster sind dagegen pflegeleicht und bequem


DAS HAT ER: Genügend Platz zum Schlafen und Wohnen für zwei Personen. Genächtigt wird im großen Queensbett (1,98 mal 1,48 Meter), welches sehr gut von beiden Seiten zugänglich ist. An Stauraum mangelt es im Schlafbereich nicht: riesiger Staukasten unterm Bett und Regale und Staufächer jeweils daneben. Das Bugfenster über dem Kopfteil sorgt für zusätzliche Romantik beim Sterneschauen. Mit ganz viel Platz geht es auch im Bad weiter. Die Stehhöhe und das großzügige Raumgefühl sind super. Zusätzlich gibt es genügend Staufächer. Etwas enger wird es dagegen in der Sitzecke. Beim Testsitzen fallen die enge Sitzbank sowie die steile Rückenlehne negativ auf. Der Küchenblock ist mit Schwammablage und separaten Glasabdeckungen praxisgerecht, die Arbeitsfläche dagegen etwas zu niedrig. Von der Höhe ideal ist der große Slim-Tower-Kühlschrank (150 l mit 15-l-Froster). Auch wenn der Hobby mit seiner gewissenhaften Verarbeitung begeistert – einen kleinen Makel gibt es doch: Die Schlösser zeigen nach mehrmaligem Benutzen bereits kleine Dellen.

SO FÄHRT ER : Antischlingerkupplung und elektrisches Stabilisierungssystem sind an Bord. Wie sich’s gehört, gibt’s weder bei Spurwechsel noch bei Slalomfahrt ein Problem, auch bei den Vollbremsungen bleibt das Gespann spurstabil. Ganz ohne Schaden bleibt der Bremstest dennoch nicht: Es reißt dabei die obere Küchenschublade heraus.

KUSCHELIG Das Queensbett ist von beiden Seiten gut zugänglich. Rechts und links vom Bett gibt es genügend Ablagen und Leselampen mit USB


GERÄUMIG Die Nasszelle ist groß, hell und hat reichlich Ablagen und Verstaumöglichkeiten


VERSTECKT Unterm großen Queensbett im Heck befindet sich ein geräumiges Staufach


AUFGERÄUMT Der Deichselkasten bietet Platz für zwei 11-Kilo-Gasflaschen und Zubehör


Sprite Alpine Sport 470 CF : Der mit den kuscheligen Sofas

SPORTLICH gerundet ist der Bug bei allen Kandidaten, der Sprite trägt am Heck zusätzlich eine Windabrisskante. Das hilft der Aerodynamik


DAS IST ER : Eine Elfe? Ein Kobold? Ein Wicht? Hm, all diese Übersetzungen des Begriffs „Sprite“ liefert das Wörterbuch. Wir nehmen die Elfe – das klingt am sympathischsten und passt perfekt, denn der Brite in unserem Vergleich zeigt wirklich feinste Manieren. Allein die Polster: Memoryschaum-Matratze im Heckbett und Federkern-Längssofas in der Sitzgruppe, mit Lattenrosten unterfedert – paradiesisch! Die Panoramafenster im Bug lassen viel Licht rein, der Zweiraumgrundriss wirkt großzügig, und die angenehmen Dekore ergeben ein stimmiges Bild.

KOMMOD Lattenrost mittig rausziehen, Rückenpolster auflegen, fertig ist das große Doppelbett


KOMPLETT bis auf die Dusche: der Nassbereich. Generell sinnvoll: großes Fenster am WC


SCHONGANG Die Küchen-Arbeitsfläche ist 96,5 Zentimeter hoch, das Rollo sauber verkleidet


LOGENPLATZ Gute Aussichten dank vieler Fenster. Der Sekretär im Bug ist ausziehbar (falls der große Klapptisch mal nicht aufgebaut werden soll) und hält eine Steckdosenleiste sowie Stauraum parat. Darunter: der Wassertank


DAS HAT ER : Eine holzfreie Konstruktion aus PU, EPS und XPS mit GFK-Wandungen innen und außen. Das ergibt hohe Stabilität und Verrottungsfreiheit. Interessant: Auch die Tragstruktur der Schränke besteht aus Kunststoffprofilen. Die Truhen der tollen Sitzgruppe im Bug beherbergen die Zentralelektrik mit Wechselrichter und 25-Ah-Ladegerät und viel Stauraum – das alles dank aufstellbarer Lattenroste und Frontklappen gut zugänglich. Die Küche bietet viel Arbeitsfläche, zahlreiche Dachschränke ordentlich Stauraum. Dafür ist der Kleiderschrank etwas schmaler, hat aber einen definierten Platz für den Tisch. Daneben finden sich Waschbecken und WC-Raum. Beides ist recht knapp geschnitten, lässt sich aber mitsamt Bett und Schrank durch einen Faltvorhang separieren – so entsteht ein Ankleideraum. Mit 1,98 x 1,37 Meter ist das Bett nicht sonderlich breit und im Fußbereich wegen des Durchgangs auch noch eingezogen. Die Tür bietet Fliegengitter, einen robusten Griff und hält den Mülleimer. Das überzeugt ebenso wie die Ambientebeleuchtung, die Armaturen in Haushaltsstandard und der separate Leitungswasseranschluss außen.

SO FÄHRT ER : Auch hier sorgt eine Antischlingerkupplung für Sicherheit. Sie gehört wie Stoßdämpfer, Alufelgen usw. zur Serienausstattung, mit der der Sprite hierzulande angeboten wird. Ausweichund Bremstests besteht er unauffällig, bleibt stets sicher in der Spur.

RAUMTEILER Das Sideboard links ist eine willkommene Ablagefläche. Sehr bequemes Bett


ZUGANG Durch eine Außenklappe oder den Lattenrost-Lift verschwindet Sperriges unterm Bett


SAUBER Großer WC-Tank und separater Einfülldeckel fürs Spülungswasser weiter oben


KLEIN Die Öffnung des Deichselkastens erfordert Vorsicht beim Beladen. Platz darin ist genug


Unser Zugwagen: Mercedes-Benz CLS 350 D 4 Matic

FAKTEN Sechszylinder-Turbodiesel-Reihenmotor, 2925 cm3, 210 kW/286 PS, Neunstufen-Wandlerautomatik, permanenter Allradantrieb, 250 km/h Spitze, 0–100 km/h in 5,7 s, 5,9 l D und 156 g CO2/100 km, Euro 6d-TEMP. Ab 68 128 Euro, Anhängerkupplung (gebremst/ungebr. 1900/750 Kilo) 1143 Euro

EASY Ist der CLS per Luftfederung hochgepumpt, gelingt das Ankuppeln noch einfacher. Beim Ausrichten hilft die tolle 360-Grad-Kamera (rechts)


DAS IST ER: Der fliegende Teppich aus Sindelfingen! Auch wenn er durch seine coupéhafte Form nicht wie der optimale Zugwagen erscheint: Mit Klimaautomatik, Massagesitzen, Luftfederung, Neunstufenautomatik und Abstandsregeltempomat eignet er sich bestens für entspannte Langstreckenfahrten.
DAS HAT ER : Eine automatisch ausfahrende Anhängerkupplung und ein Rundumsichtsystem mit großem Bildschirm, das Rangiermanövern den Schrecken nimmt. Es gibt sogar einen animierten Zeiger, der den Winkel der Anhängerkupplung zur Deichsel darstellt. Doof: Beim Hantieren mit dem Stecker ging öfter ungewollt die sensorgesteuerte Heckklappe automatisch auf oder zu.
SO FÄHRT ER : Mit Allrad und dem laufruhigen Sechszylinder-Diesel einfach souverän. Die Bremsen sind sehr standfest, das Fahrwerk ist überaus komfortabel, die Automatik schaltet unmerklich. Nur die Übersicht könnte besser sein.