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VERGLEICHSTEST: Die feinen Kompakten


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

Nobelmarken sind in Mode – das gilt für Kleidung wie für Autos. Audi, BMW und Volvo sind teurer als bürgerliche Marken. Aber bieten sie auch mehr fürs Geld?


Artikelbild für den Artikel "VERGLEICHSTEST: Die feinen Kompakten" aus der Ausgabe 4/2019 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 4/2019

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Das ist eigentlich ganz schön, denn dann hat man die Qual der Wahl. Man könnte statt unserer feinen Kompaktallradler von drei Nobelmarken ja auch einen Image-losen Dacia Duster nehmen, der mit 115 PS starkem Euro-6d-Temp-Diesel nicht einmal 18 000 Euro kostet. Oder Allradler bürgerlicher Marken wählen wie VW Tiguan oder Ford Kuga. Dann sind wir aber schon bei 32 000 Euro angelangt. Die drei Nobelmarken Audi, ...

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... BMW und Volvo verlangen aber selbstredend noch einen Nobelaufschlag. 39 000 Euro kostet der Volvo XC40 D3 mit 150-PS-Diesel, die gleichartig motorisierten Audi Q3 und BMW X1 sind ausstattungsbereinigt sogar noch mal rund 2000 Euro teurer.

Geld darf bei der Anschaffung von Q3, X1 oder XC40 also nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wer nur der Ratio folgt, ist mit Ford Kuga oder VW Tiguan besser bedient. Unsere noblen drei wollen etwas anderes: Sie locken mit Image, mit Design und mit Ausstattungsfinesse.

Doch Vorsicht: Wer sich den Lockungen der Preislisten hingibt, landet statt bei knapp 40 000 Euro am Ende schnell bei 50 000 Euro und mehr. Beispiel Audi: Für den brandneuen Q3 gibt es neben nützlichen Dingen wie Einparkhilfe samt Rückkamera für insgesamt 1160 Euro auch teure Schminke wie ein Soundsystem für 790 Euro, ein Sportlenkrad für 375 Euro, elektrisch einstellbare Ledersitze für 1650 Euro, Alcantaradekor für 390 Euro, ein schwarzes Optikpaket für 550 Euro, 20-Zoll-Räder für 2700 Euro, lackierte Stoßfänger für 250 Euro oder auch tolle Sonderlackierungen für 2300 Euro.

Audi Q3


1 Das unten abgeflachte Lenkrad kostet Aufpreis, muss man also nicht hinnehmen. Bildschirm-Instrumente sind Serie.


2 Sitze mit 640 mm Höhe über der Fahrbahn.


3 Im Fond mehr als ausreichend Platz und Kniefreiheit.


4 Den 150-PS-TDI gibt es derzeit nur mit manueller Schaltung; Doppelkupplungsautomatik nur für 190-PS-TDI.


5 Der Laderaum ist etwas kürzer als bei BMW und Volvo.


6 2.0 TDI mit 150 PS und 340 Nm Drehmoment


Aber auch technisch hat der neue Audi Q3 aufgeholt. Er basiert jetzt auf dem aktuellen MQB-Baukasten für Quermotorautos des VW-Konzerns und übernimmt die Abmessungen und die Technik des 2015 vorgestellten VW Tiguan II. Der Q3 will somit – typisch Audi – der schickere Bruder des volkstümlichen Tiguan sein. Besser muss er dazu nicht sein. Kann er auch kaum, denn er übernimmt ja die komplette VW-Technik und kann auch wegen der niedrigeren Dachlinie und des schrägeren Hecks weder die Innenraumgröße noch das Ladevolumen des Volks-Tiguan erreichen.

Mehr Luxusgefühl soll der Audi Q3 also vermitteln, wozu aber weniger gut passt, dass er – statt im deutschen Stammwerk von Audi in Ingolstadt – preisgünstig in Ungarn produziert wird. Dafür fährt der neue Q3 ausgesprochen angenehm. Tadellose Lenkung, guter Geradeauslauf und vor allem etwas mehr Federungskomfort als in der Konkurrenz. Hier und im jetzt deutlich größeren Innenund Kofferraum liegen die spür-barsten Fortschritte des neuen Q3 gegenüber seinem zehn Zentimeter kürzeren Vorgänger. Vier Erwachsene reisen jetzt richtig bequem.

1 Als 18d gibt es den X1 auch mit Handschaltung; das hier ist die Achtstufen-Wandlerautomatik für 2250 Euro Aufpreis.


2 Der Laderaum fällt 8 cm länger aus als beim Audi.


3 Er heißt zwar 18d, hat aber zwei Liter Hubraum, 150 PS und 350 Nm Drehmoment.


4 Instrumente mit echten Zeigern, einwandfrei ablesbar.


5 Sitze mit 645 mm Höhe über der Fahrbahn.


6 Besonders angenehmes Sitzen im Fond, weil besonders viel Kniefreiheit


BMW X1


Der seit vier Jahren produzierte BMW X1 der zweiten Generation setzt die Akzente auf anderen Gebieten. Vor allem beim Antrieb: Während der 2.0 TDI des Audi einfach da ist und den Q3 auch anständig voranbringt, will der BMW hier mehr: Sein Dieselmotor knurrt tatendurstig, reagiert mit weniger Verzögerung auf Gaspedalbewegungen und ermöglicht dem X1 die im Vergleich besten Beschleunigungswerte. Obendrein ist der BMW mit seinem Testverbrauch von 6,8 Liter/100 km auch noch 0,4 Liter sparsamer als Audi und Volvo. Der Vorsprung des BMW schmilzt bei sparsamer Fahrweise jedoch dahin; da verbrauchen alle knapp unter 6 Liter/100 km. Bei schneller Autobahnfahrt dagegen wächst der Sparsamkeitsvorsprung des BMW X1 wieder, dann auf einen ganzen Liter: 8,5 Liter/100 km konsumiert hier der BMW, jeweils 9,5 Liter die beiden Konkurrenten.

Temperament zeigt der BMW auch bei der Fahrwerksabstimmung. Er federt nicht hart, aber straffer als der Audi, lenkt betont zackig ein. Dafür ähnelt er dem nun größeren Audi in puncto Raumangebot. Vorn bietet er etwas weniger Platz als dieser, im Fond dafür etwas mehr.

Deutlich knapper ist da der Volvo geschnitten, obwohl au1 ßen kaum kürzer als der BMW. Das merkt man am kleineren Kofferraum des Volvo. Aber man hockt im Fond des Schweden auch deutlich tiefer und mit weniger Kniefreiheit. Das ist aber auch der einzige Komfortmakel des Volvo. Sonst vermittelt er beim Fahren die typisch-gelassene Entspanntheit eines Skandinaviers. Mit Anstand schwingt der Volvo über Bodenwellen hinweg, lenkt brav und animiert erst gar nicht zu rasanter Fahrweise.

Volvo XC40


1 Der riesige Hochkant-Bildschirm mit Berührsteuerung ist ebenso Serie wie die Bildschirm-Instrumente.


2 Sitze mit 685 mm Höhe über der Fahrbahn.


3 Im Fond deutlich weniger Kniefreiheit als bei Audi und BMW.


4 Serienmäßig mit Achtstufen-Wandlerautomatik und Wippwählhebel.


5 Der Laderaum des Volvo ist der längste im Vergleich, aber niedriger.


6 D3 bedeutet Diesel mit zwei Liter Hubraum, 150 PS und 320 Nm Drehmoment


Der Motor des Schweden muss rund zwei Zentner mehr schleppen als die leistungsgleichen Diesel von Audi und BMW. Zusammen mit dem ein wenig schläfrigeren, aber serienmäßigen Automatikgetriebe im XC40 D3 sorgt das für etwas schlechtere Fahrleistungen. Wirklich lahm wirkt der Volvo aber auch mit diesem D3 genannten Diesel nicht. Seinen etwas höheren Kraftstoffverbrauch könnte man noch verschmerzen, aber Volvo gönnt dem XC40 nur einen 54 Liter kleinen Tank, was ihn in der Praxis rund 100 Kilometer weniger weit kommen lässt als seine Konkurrenten. Wirklich nervtötend ist aber der Automatik-Wipphebel, der zum Vorwärts-Rückwärts-Umschalten stets doppeltes Betätigen des Wählhebels verlangt – nichts für Bankräuber und andere eilige Gesellen.

Vielleicht versteht Volvo dies als zusätzliche Sicherung gegen Fehlbedienung bei der Wahl der Fahrtrichtung. Sicherheit liegt den Schweden ja traditionell am Herzen, und so geizt der Volvo nicht mit Sicherheitsassistenten. Für die ist man manchmal dankbar, wenn man wieder einmal durch die Bedienung des großen Berührbildschirms abgelenkt ist. Durch Ertasten lässt sich hier nichts steuern – man muss schon genau hinsehen.

3. Volvo XC40 D3

+ Größte Bodenfreiheit • günstigere Karosseriewinkel • großzügige Sicherheitsausstattung • komfortabler Innenraum

-Höchste Versicherungskosten • jährliche Wartung vorgeschrieben • schlechtere Fahrleistungen • weniger Platz • kleinerer Laderaum

521 Punkte

1. Audi Q3 35 TDI

+ Niedrigste Kosten für Steuer und Versicherung • im Vergleich bester Komforteindruck • größter Kofferraum • höchste Zuladung

-Nur zwei Jahre Garantie • besonders tiefe Frontschürze • hohe Ladekante • kürzerer Laderaum • kein Automatikgetriebe lieferbar

533 Punkte

2. BMW X1 18d

+ Bester bei den Fahrleistungen • niedrigster Testverbrauch • immerhin drei Jahre Gewährleistung • kleinster Wendekreis • agiles Handling

-Weniger stabiler Geradeauslauf • niedrigere Sitzposition • tiefe Frontschürze • größerer Tank nur gegen Aufpreis • dürftige Wattiefe

532 Punkte

Dafür hat Volvo bei anderen Details auf die Alltagstauglichkeit seines XC40 geachtet. Mit einer Bodenfreiheit von gemessenen 215 mm setzt er deutlich seltener in Schneewehen oder auf Forstwegen auf als Audi und BMW, die sich hier mit 190 mm bescheiden. Beim Audi darf dies freilich als Fortschritt gelten, denn dies sind immerhin 15 mm mehr als bei seinem immer arg tief liegenden Vorgänger.

Volvo verzichtet beim XC40 auch auf allzu weit herabgezogene Stoßfänger und Schürzen. Das kostet vielleicht ein paar km/h auf der Autobahn, erspart aber teure Beschädigungen im Winter und beim Parken.

Beim Allradantrieb greifen dagegen alle drei Marken zum gleichen Konstruktionsprinzip. Alle drei sind vornehmlich als Fronttriebler unterwegs und nutzen den zusätzlichen Hinterradantrieb beim kräftigen Beschleunigen und natürlich als Anschub- und Stabilisierungshilfe auf rutschiger Fahrbahn. Das klappt bei allen drei Kadidaten annähernd gleich gut. Beim Volvo beteiligt sich der zusätzliche Hinterachsantrieb aber mit etwas mehr Verzögerung als in Audi und BMW.


FUNKTIONSLOSE AUSPUFFBLENDEN HAT NUR DER AUDI


Durch seine größere Bodenfreiheit und die günstigeren Karosseriewinkel reicht es für den Volvo im Allradund Geländekapitel zum Sieg. Damit reduziert er den Vorsprung, den seine schnelleren, geräumigeren und im Unterhalt günstigeren Konkurrenten von Audi und BMW in anderen Kapiteln aufgebaut haben. Den Geldbeutel des VolvoBesitzers belasten aber besonders die höhere VollkaskoTypklasse der Versicherung, die zwangsweise jährlichen Wartungen sowie der höhere Wertverlust. Hier gilt also erst recht, dass man sich den Unterhalt eines Autos einer Nobelmarke leisten können muss und auch leisten will.

Fazit

Man muss einen Sinn für die feinen Details dieser drei kompakten Nobel-Allradler haben, sonst hadert man mit ihren Preisen. Der neue Audi Q3 und der BMW X1 liegen praktisch gleichauf, der Volvo XC40 fällt lediglich aufgrund noch höherer Kosten und ein wenig knapperem Raumangebot etwas ab.[Martin Braun]

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