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VERGLEICHSTEST | Kompakt-SUV: Konzeptkampf


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 25.09.2019

So groß und stark wie nötig, so sparsam wie möglich. An Familien-SUV werden hohe Anforderungen gestellt. Im Vergleich: zwei Hybride gegen zwei Benziner


Artikelbild für den Artikel "VERGLEICHSTEST | Kompakt-SUV: Konzeptkampf" aus der Ausgabe 10/2019 von auto Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto Test, Ausgabe 10/2019

Citroën 181 PS • 7,8 l/100 km • ab 30340 Euro

Honda 145 PS 135 kW (184 PS Systemleistung) • 7,3 l/100 km • ab 37690 Euro

Mazda 194 PS • 7,9 l/100 km • ab 34690 Euro

Toyota 178 PS 88 kW (218 PS Systemleistung) • 5,6 l/100 km • ab 32990 Euro

Alle reden vom E-Auto, aber keiner kennt einen genauen Fahrplan. Wie geht es weiter mit den Akkus, wann steht eine vernünftige Ladeinfrastruktur, und wo soll der ganze Strom herkommen? Verdammt gute Fragen, die wir ...

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... – ganz ehrlich – auch nicht wirklich beantworten können. Aber wir haben da einen Vorschlag.

Da die Verkehrswende hin zum rein elektrischen Auto wohl doch noch ein bisschen Zeit braucht, versuchen wir es neben den klassischen Verbrennern doch erst mal mit Hybriden. Sie wissen schon, jene Doppelherz-Fraktion, die neben Benziner oder Diesel auch noch ein E-Kraftwerk inklusive kleiner Speicherbatterie an Bord hat. Und die zumindest in den schönen Hochglanzprospekten meist mit unverschämt niedrigen Verbräuchen lockt.

Zu unserem aktuellen SUV-Vergleich laden wir also neben zwei herkömmlichen Hochsitzen auch gleich zwei Hybride mit ein. Mal sehen, was die gegen die Vertreter der guten alten Verbrennerwelt ausrichten können. Fangen wir mit den konventionell angetriebenen SUV an. Noch ganz frisch auf der Straße, rollt der Citroën C5 Aircross ins Rampenlicht. Unter der modernen Blechhülle verrichtet ein klassischer Downsizing-Vierzylinder seine Arbeit. Mittels Turbo holt er aus 1,6 Liter Hubraum 181 PS, die er über eine Achtstufenautomatik an die Vorderräder weiterleitet. Klingt nach Kraft und Komfort, wie wir es uns wünschen. Doch kann der fesche Franzose seinen Durst zügeln? Der nächste Kandidat kommt aus Japan zu uns. Und im Mazda CX-5 erwarten uns schon die ersten Besonderheiten. Die Mazda-Macher schenken ihrem Vierzylinder nämlich satte zweieinhalb Liter Hubraum, verzichten aber auf die Zwangsbeatmung per Turbo. Macht unterm Strich 194 PS. Um den Verbrauch angesichts dieser Daten nicht ausufern zu lassen, kommt neben der für Benziner untypisch hohen Verdichtung von 13:1 auch noch das i-Eloop-System zum Einsatz. Diese Technik speichert beim Bremsen entstehende Energie in einem Kondensator, der dann Nebenaggregate mit Strom versorgt.

Womit wir zu den Hybriden kommen. Mit dem Honda CR-V treffen wir gleich auf einen der interessantesten Vertreter aus dem Hybrid-Lager. Der Zweiliter-Vierzylinder muss nämlich nur äußerst selten direkt dafür sorgen, dass sich die Räder drehen. Und das kommt so: Am Benziner hängt ein Generator, der Strom produziert. Einerseits, um ihn im Akku zu speichern. Andererseits, um damit einen Elek tromotor zu versorgen, der dann tatsächlich den Radantrieb übernimmt. Dieser Trick soll die immerhin 184 PS Systemleistung daran hindern, allzu ungehemmt den Tank zu leeren. Zudem reicht dem CR-V ein Reduktionsgetriebe mit Zahnradpaar, um Vortrieb zu erzeugen. Wenn es um Hybrid geht, darf Toyota natürlich nicht fehlen. So auch hier. Am Start: der neue RAV4. Im dritten Japaner steckt die bekannte und bewährte Doppelherz-Technik. Den 2,5-Liter-Vierzylinder unterstützt also wie gewohnt ein E-Motor. Über Planetengetriebe gelangt die Kraft an die Vorderräder (in der Allradversion treibt eine zweite E-Maschine die Hinterräder an). Als Systemleistung nennt Toyota imposante 218 PS, die den neuen RAV4 nach Papierform erstaunlich flott in Schwung bringen sollen. Klingt ziemlich spannend, was da zum Vergleichstest auf unserem Hof vorgefahren ist. Klar, dass bei dieser Konstellation eine Frage im Mittelpunkt steht. Erweisen sich die Hybrid-SUV gegenüber ihren konventionell angetriebenen Benziner-Brüdern tatsächlich als sparsamer?

Nummer fünf lebt!

Die inzwischen fünfte Auflage des RAV4, der immerhin vor 25 Jahren als einer der Ersten auf die SUV-Schiene setzte, macht richtig Eindruck. Unterm bulligen Blech bleibt ordentlich Platz. Vorn wie hinten müssen sich auch Erwachsene nicht verbiegen, der Kofferraum schluckt von Umzug bis Urlaub fast alles. Besonders freundlich: die nur 68 Zentimeter niedrige Ladekante. Zweischneidig dagegen der Antrieb. Die 218 System-PS lassen den Fronttriebler einerseits richtig flott loslegen, nerven andererseits mit ein paar Schrullen. Das stufenlose Getriebe, das zumindest keine Schaltrucke kennt, lässt den Motor erst mal nur gequält aufjaulen – der Wagen folgt mit leichter Verspätung. Und die Japaner erlauben nicht mehr als 180 km/h. Dagegen top: der Hybrid-SUV verbraucht nur 6,5 Liter. Zwiespältig die Fahrwerksauslegung. Was auf gutem Pflaster noch komfortabel wirkt, erweist sich auf löchrigem Terrain als unausgewogen und stolperanfällig. Sportliches Handling kennt der Toyota dabei nicht mal vom Hörensagen. Doch es hilft, dem Hybriden grundsätzlich mit Gemütlichkeit zu begegnen.

Geräumiger Franzose

Der C5 Aircross könnte gut als Beinamen „Pro Familia“ tragen. Erstens sehen die Airbumps (ab Feel) kindlich-fröhlich aus, zweitens trifft das Raumkonzept die Ansprüche von Leuten mit Kindern perfekt. Vorn bietet der Citroën nämlich tatsächlich am meisten Platz, da fühlen sich auch Eltern mit langen Beinen wohl.

Fehlen eigentlich nur noch besser unterstützende Sitze. In Reihe zwei dann der Clou: drei einzeln verschiebbare Plätze für den Nachwuchs. Die fühlen sich hier richtig wohl, Erwachsene eher nicht. Die Sitze sind alle gleich – und zu schmal. Außerdem wird es vor allem um die Knie eng, es fehlen auch sonst ein paar Zentimeter auf die Konkurrenz. Wiedergutmachung betreibt der große Kofferraum, der üppige 580 bis 1630 Liter schluckt.

Auf Reisen macht der Aircross überwiegend Spaß. Die flauschigweiche Federung mag nur krasse Kanten nicht. Der kleine Turbo macht ausreichend Druck, allerdings leistet sich die Achtstufenautomatik hin und wieder ein leichtes Schaltrucken. Und der Verbrauch von 8,6 Litern könnte familienfreundlicher sein.

Platz 4 Toyota RAV4 Hybrid 2.5 4x2

Gesamtpunkte538

+ Niedrigster Verbrauch · ordentliches Raumangebot · gute Beschleunigungswerte · fairer Preis

- Mäßiger Federungskomfort · teure Versicherung · wenig agil · geringe Anhängelast (800 Kilogramm)

Außenbreite*: 185Außenbreite*: 1855 / 2155 Innenbreite v. / h.: 1505 / 1490 Kofferraum: 580–1690 l

Strukturiertes Toyota-Cockpit mit gut erreichbarer Klimasteuerung. Dazu teildigitale Instrumente


Der RAV4 bietet trotz platzraubender Hybrid-Technologie sehr viel Platz in Kofferraum und Fond


Platz 4 Citroën C5 Aircr. PureTech 180

Gesamtpunkte540

+ Hohe Variabilität · großer Kofferraum · auf langen Wellen sehr geschmeidige Federung · kraftvoller Turbomotor · günstigster Preis

- Geringstes Platzangebot im Fond · nur zwei Jahre Garantie · geringer Wiederverkaufswert · wenig unterstützende Sitze

Außenbreite*: 185Außenbreite*: 1859 / 2099
Innenbreite v. / h.: 1500 / 1485
Kofferraum: 580–1630 l

Abmessungen in Millimetern; * Breite ohne / mit Außenspiegeln; ** Norm bei 1 Meter Beinfreiheit vorn

Digitale Anzeigen und ein Monitor in Sichthöhe. Das Cockpit gibt sich eigen, aber durchaus gut gemacht


Der Kofferraum ist groß und dank einzeln umlegbarer Rücksitze auch variabel. Lediglich im Fond wird‘s schneller knapp


Platz 2: Honda CR-V 2.0 Hybrid AWD

Gesamtpunkte541

+ Angenehm laufruhig · bestes Platzangebot · beste Traktion dank Allrad · guter Qualitätseindruck

- Mäßige Fahrleistungen · vergleichsweise hoher Preis · träges Handling · nur 750 Kilogramm Anhängelast

Außenbreite*: 1855 / 2117, Innenbreite v. / h.: 1525 / 1495
Kofferraum: 497–1638 l

Verspieltes Cockpit mit Wippen am Lenkrad zur Einstellung von Rekuperationsintensität und Digitalcockpit


Vor allem im Fond glänzt der CR-V mit dem besten Platzangebot im Vergleich. Der Kofferraum schluckt bis zu 1638 Liter


Honda und Hybrid?

Gibt’s schon seit 20 Jahren. Jetzt auch im CR-V – und zwar mit technischen Besonderheiten. Der Verbrenner treibt nur selten direkt die Räder an. Meist bewegt der Zweiliter einen Generator, der Strom für den Antriebs-E-Motor liefert. Dabei geht der CR-V leise, aber auch langsam zu Werke. Trotz 184 PS Systemleistung verliert der CR-V bis 160 km/h 7,5 Sekunden auf den RAV4, schafft wie dieser maximal Tempo 180. Und trotz dieses Phlegmas schlürft der Honda 1,2 Liter mehr als sein Toyota-Kollege, den er auch im Preis um gut 5000 Euro überbietet. Unterm üppig geschneiderten Blechkleid bleibt aber viel Platz für die Gäste, besonders hinten lümmelt es sich nirgendwo entspannter als im CR-V. Chillen mag der Honda ohnehin am liebsten – indifferente Lenkung und schaukeliger Aufbau taugen nicht zum Heizen. Was auch für die weiche – die Amerikaner lieben so was –, bei engagierter Fahrweise und holprigen Strecken aber störrische Federung gilt.

Platz 1: Mazda CX-5 Skya.-G 194 FWD

Gesamtpunkte546

+ Flotter Motor · agiles Handling · gutes Raumangebot · beste Bremse · akzeptable Preisgestaltung

- Vergleichsweise durstig (9,1 Liter Testverbrauch) · Sitze mit schwacher Polsterung · hohe Versicherungseinstufung

Außenbreite*: 1840 / 2115
Innenbreite v. / h.: 1510 / 1490
Kofferraum: 506–1620 l

Angenehm hoch platzierter Monitor mit recht kleinem Durchmesser und langsamem Infotainment


Das Platzangebot ist gut, setzt aber keine Maßstäbe, weder im Kofferraum noch im Fond. Die Übersichtlichkeit ist eher mäßig


Wenig Schwächen, viele Stärken

Auf diese vier Worte lässt sich der Erfolg des CX-5 verdichten. Im eleganten Japaner geht es angenehm luftig zu, verhindern straffe Dämpfer wilde Rodeo-Einlagen, werden Kurven auch wegen der mitteilsamen Lenkung zum Vergnügen. Fahrdynamik gehört ohnehin zu den Paradedisziplinen des Mazda. Keiner beschleunigt schneller und wirkt lebendiger, zusammen mit der wachen Automatik kommt hier keine Langeweile auf. Und keiner kommt schneller wieder zum Stehen. Egal ob kalte oder warme Bremsanlage: mehr als 35,5 m braucht der CX-5 nicht. Sehr gut! Weniger erfreulich: Der Saugbenziner mit 194 PS kennt auch an der Tankstelle mit 9,1 Litern wenig Zurückhaltung. Außerdem gehört das Navigationssystem weder zu den besten noch zu den schnellsten und mangelt es den Sitzen an Stützkraft.

Fazit

Vier kompakte SUV mit einem Ergebnis innerhalb von wenigen Punkten - top! Vor allem der Mazda wirkt angenehm reif und ausgewogen, der Citroën originell und komfortabel. Die geringen Abstände beweisen: Auch wenn die Hybride hinten landen, Honda CR-V und Toyota RAV4 sind durchaus konkurrenzfähig.

carl.nowak@autobild.de

Preis-Leistungs-Sieger: Mazda CX-5

Ganz knapp behauptet sich auch hier der Japaner. Mit 69,43 Euro liegt der Citroën dahinter, dann folgen Toyota (70,78 Euro) und mit Respektabstand der Honda (81,87 Euro).

Preis pro Wertungspunkt: 69,03 €


Fotos: S. Krieger