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VERSPERRTE WEGE, WILDEPFERDE


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Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 11.10.2022

PYRENÄEN TEIL 2

Artikelbild für den Artikel "VERSPERRTE WEGE, WILDEPFERDE" aus der Ausgabe 11/2022 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 11/2022

Wie verabredet fanden sich am 29. Mai alle Teilnehmer – diesmal waren es zwei Teams und vier Einzelfahrer – und ich, der Guide, mit insgesamt sieben Autos (ein Defender, zwei Jeep Wrangler, ein Suzuki Jimny I, ein Ford Ranger, ein VW Amarok sowie ein weiterer Ford Ranger als Guide-Fahrzeug) pünktlich auf dem Parkplatz vor dem ABBA Xalet Suites Hotel ein.

Auf dem Plan für den nächsten Tag, den ersten Tourtag, stand die schon im Oktober 2021 von uns erkundete „Schmugglertour Nord“. Allerdings wollten wir – auch aus Rücksicht auf Teilnehmer Folker, der die Reise ja schon zum zweiten Mal machte – den Schmugglerpfad jetzt zur Abwechslung in umgekehrter Richtung befahren. Denkste! Schon nach 33 Kilometern hieß es „Konvoi stopp!“ Und wir mussten lernen, dass vom 1. November bis einschließlich 31. Mai hier nicht mit motorisierten Fahrzeugen geschmuggelt wird. Eine nagelneue, robuste Schranke ...

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... samt einem Trumm von Eisenschloss ist an einer nicht umfahrbaren Stelle ein absolut überzeugendes Argument. Das zugehörige Hinweisschild stand, wie wir feststellten, offenbar schon länger da. Ich hat-te es aber bei der Premieren-Tour im Oktober – vermutlich weil wir damals aus der anderen Richtung kamen – leider nicht wahrgenommen. Tja, was nun? Nach einer nicht gerade einfachen Wendeaktion auf der engen Piste musste eine Lösung für den Rest des Tages her. Zum Glück hatte ich ja für alle Strecken (außer eben für diese eine) die Sperrzeiten im Roadbook notiert. Also wurde umdisponiert und der Col de Jou angesteuert. Fernab aller Routen und Roadbooks ging es nun auf dem kürzesten Weg zum Einstieg in die Tour nach La Seu d’Urgell. Überraschung zwei ließ dort nicht lange auf sich warten: Mitten auf einer Trainingsstrecke für Mountainbikes trafen wir auf eine neue Kette, die allerdings nicht verschlossen war. So „schlichen“ wir uns nun von der ersten zur zweiten Kette, die wir selbstverständlich wieder schlossen, und erreichten wie geplant die Straße. (Der Ketten-Abschnitt ist inzwischen aus dem Roadbook gestrichen). Im weiteren Verlauf der Tour mussten wir dann – wegen der vorangegangenen Sperrungen etwas unter Zeitdruck geraten – auf die eigentlich geplante Durchfahrung des Skigebiets Port del Comte verzichten und erneut ein wenig improvisieren. Am Ende des Tages blickten wir zurück auf einen ungewollten Scouttag, aus dem aber immerhin eine neue, interessante, wenngleich noch optimierungsbedürftige Tour entstanden ist.

Da es noch immer Mai war und auch der Pic Negre zu den in diesem Monat noch gesperrten Bereichen gehört, mussten wir am zweiten Tourtag unser Glück anderswo suchen und starteten gleich auf den Weg nach Sort, denn die dorthin führende „Go West“-Strecke verläuft durch keine Sperrgebiete. Weil wir jahreszeitbedingt ohnehin schon etwas früher am Tag unterwegs sein wollten und erwarteten, den Rückweg diesmal nicht wieder neu erfinden zu müssen, bot sich an, in die Fahrt nach Sort noch eine Extratour einzubauen: Wir durchfuhren eine steppenartige Landschaft, in der ich selbst vor Jahren schon einmal unterwegs gewesen bin und die nicht nur unseren Reise-Wiederholer und Co-Guide Folker, sondern auch den Rest der Gruppe begeisterte. Trotz des neuen Abstechers erreichten wir Sort nun sogar so früh, dass wir diesmal in der berühmten Lottoannahmestelle „Die Goldhexe“ (La Bruixa d‘Or) locker noch Lose hätten kaufen können – wenn wir gewollt hätten. Statt unsere Chancen auf einen Millionengewinn bei der nächsten Weihnachtslotterie wahrzunehmen, gönnten wir uns aber lieber ein kräftiges Mahl und machten uns dann wieder auf den Rückweg, der keine neuen Überraschungen für uns bereithielt.

Juni! Die Schmugglerpfade standen jetzt auch für Abenteuer auf vier Rädern wieder offen – und so konnten wir am dritten Tag unserer Pyrenäen-Woche endlich zu der ursprünglich für den ersten Tourtag geplanten „Schmugglertour Nord“ aufbrechen. Diesmal unternahmen wir jedoch keine Experimente in Sachen Fahrtrich-tung, sondern starteten in Originalrichtung und hielten uns genau an das Roadbook. Zwar versperrten uns bei diesem zweiten Versuch keine Schranken, Schilder oder Ketten den Weg – aber Überraschungen gab es doch: So kreuzte beim Abstieg von Andorra nach Spanien ganz plötzlich eine Herde wilder Pferde unseren Pfad und brachte uns vorübergehend zum Stillstand, der uns Gelegenheit gab, den Anblick der schönen Tiere zu genießen. Bald darauf begegneten uns zwei Autos, deren Fahrer kopfschüttelnd hinterm Steuer saßen. Wie sich herausstellte, galt dieses Kopfschütteln aber nicht etwa uns bzw. unserem Fahrstil, sondern vielmehr einem Belgier, der mit einem heckgetriebenen Lkw-Wohnmobil den steilen Aufstieg nach Andorra wagte. Später erfuhren wir von anderen Offroadern, dass er sein Ziel tatsächlich erreichte, dort aber seine leichtsinnige Unternehmung beendete. Abgesehen von einer kleinen Planabweichung (die Bar am Ende des Schmugglerpfades war diesmal geschlossen, sodass wir unseren Kaffee selbst bruzzeln mussten) verlief der Rest dieses Tourtags nun wirklich ganz „normal“.

Unsere vierte Tour in den Pyrenäen führte uns dann auf den Gipfel des Pic Negre. Außer einigen Schneefeldern, die allerdings abseits des Weges lagen, gab es bei dem Aufstieg auf 2592 Meter keine Besonderheiten. Nach der obligatorischen, fast schon traditionellen Foto- und Kaffeepause an einem alten VW-Bus folgte der Abstieg vom höchsten Punkt unserer Reise über die Piste bis zum katalanischen Dorf Bescaran, wo wir einen weiteren Kaffeestopp einlegten. Wenige Kilometer hinter dem Dorf verließen wir die Straße, die nach La Seu d’Urgell führt, wieder, um Asphalt zu meiden und stattdessen eine lange nicht mehr genutzte Piste unter die Räder zu nehmen, die unmittelbar vor dem offiziellen Grenzübergang von Spanien nach Andorra endet.

Wenngleich der Scouttag bei der Premieren-Tour im Oktober nicht gerade sehr erfolgreich verlaufen war, stand am fünften Pyrenäen-Tag der jetzigen OFF ROAD-Reise abermals Scouten auf dem Programm. Wir hatte ja vom Montag noch Teile der Col-de-Jou-Tour offen und es war klar, dass wir uns nicht mehr mit den zwei Ketten auf dem Mountainbike-Trail beschäftigen wollten. Also wurde ein neuer Weg zum Col de Jou gesucht – und auch gefunden. Folker konnte nun, anders als im Oktober, bei der Überquerung des Skigebiets Port del Comte die Aussicht ohne Bodennebel in vollen Zügen genießen. Und nachdem diesmal keiner den ausgewaschenen Hohlweg am Col de Jou fahren wollte, blieb uns genügend Zeit für eine Variation auf dem Rückweg. Nach einer Kaffeepause trennte sich die Gruppe. Einige nahmen die Asphaltstraße zurück zum Hotel, die anderen begaben sich auf eine von mir schon lange nicht mehr befahre- ne Piste. Nachdem die Pistengruppe unter meiner Führung den Abstieg bis zum Rio Segre ohne Überraschungen und Probleme geschafft hatte, endete der vorletzte Tag wieder mit dem gemeinsamen Abendessen.

Zum Abschluss unserer Woche in den Pyrenäen musste ein weiteres Mal auf Schmugglerpfaden gewandelt werden. Mit einer Variante der Tour „Schmuggler plus“ verließen wir Andorra noch einmal auf den Spuren der „Contrabandistas“ über die grüne Grenze und erreichten an der Ermita de Santa Magdalena wieder den ursprünglichen Tourverlauf. Es folgten zwei Wasserdurchfahrungen, die für Spannung und Spaß sorgten, bevor wir unsere ausgedehnte Mittagspause dann im Naherholungsgebiet an der Ermita de Sant Joan de l’Erm verbrachten. Der letzte Pistenabschnitt dieser Woche führte uns über aufregend schmale Wege an steilen Hängen wieder auf die Straße am Rio Segre, von der aus wir die letzte Etappe des Tages bis zum Hotel zurücklegten.

AUF ZUR COSTA AZAHAR!

Auch diesmal sprachen sich alle Teilnehmer dafür aus, die Fahrt zur Finca, unserer neuen Unterkunft an der Orangenblütenküste, nicht im Konvoi, sondern einzeln anzutreten, sodass jeder die Möglichkeit hatte, diesen Reiseabschnitt ganz nach seinem Gusto zu gestalten und zum Beispiel kleine Abstecher von der Hauptroute zu machen. Aus der Oktober-Tour hatte ich die Erfahrung mitgenommen, dass es für die Teilnehmer offensichtlich einfacher ist, die Finca auf eigene Faust zu finden, als sich zuvor an einem verabredeten Punkt zu einer bestimmten Zeit zu treffen, um dann gemeinsam die Unterkunft aufzusuchen. Trotz dieser Erfahrung gab ich jedem Teilnehmer beim Frühstück am Sonntagmorgen meine Visitenkarte, auf deren Rückseite die Koordinaten unseres Zielortes in den drei gängigsten Formaten aufgeführt waren. Die Frage, ob jemand Unterstützung bei der Eingabe dieser Daten in das Navi benötige, wurde von allen verneint – und so machten wir uns bald mit den unterschiedlichsten Zwischenzielen auf den Weg nach Süden.

Alle erreichten problemlos die Unterkunft – bis auf drei Mitreisende, die gemeinsam unterwegs waren. Von diesen kam kurz vor dem Abendessen der telefonische Hilferuf: „Wir finden die Finca nicht! Wir kreisen schon ewig hier herum, haben Leute gefragt, aber keiner kennt diese Finca …“ Nach einer kurzen Suchaktion, bei der uns der Zufall zu Hilfe kam, konnten aber auch die drei „verlorenen Schäfchen“, die sich zeitweise auch noch getrennt hatten, gefunden und zum Ziel gelotst werden. Wie sich im weiteren Verlauf des Abends herausstellte, war es (vermutlich aus technischen Gründen) keinem der drei gelungen, die Koordinaten in sein Navigationsgerät einzugeben. Nachdem die Gruppe nun wieder komplett war, konnte das Abendessen auf den Tisch kommen – und wir freuten uns auf eine weitere gemeinsame Tourwoche.

Wie schon bei der Premierentour stand auch jetzt für den ersten Tourtag wieder eine Fahrt ans Meer auf dem Programm. Weil wir auf dem Weg dorthin einmal falsch abbogen (mea culpa), mussten wir außerplanmäßig einen kleinen Berg umrunden, der uns jedoch mit einer phantastischen Aussicht für den Umweg entschädigte. Bald stießen wir wieder auf die Originalroute und nahmen nun Kurs auf Mexico (gemeint ist hier eine Bar an der Plaza Mexico in dem für seine Kirsch-Fiesta bekannten Dorf La Salzadella). Wenn der Guide mal falsch abbiegt, bemerken das die Mitreisenden nur selten, weil er die Region im Prinzip kennt und – geübt im Improvisieren – rasch eine Alternativroute findet. Verpasst jedoch ein Fahrer aus der nachfolgenden Gruppe den richtigen Abzweig, dann ist Chaos vorprogrammiert und selbst eine gute Funkverbindung wenig hilfreich. Was soll man mitten im Wald auf die Frage „Wo seid ihr denn?“ antworten? Genau vor diesem Problem standen wir kurz nach der Einfahrt in einen Wald. Was tun? Nach ein paar Hundert Metern Rückwärtsfahrt auf engem Weg kam es glücklicherweise zu einer „Zufallsbegegnung“ mit den versprengten Gruppenteilen – und der Fortsetzung unserer Reise ans Meer standen keine weiteren Hindernisse im Weg. Auf die Frage „Wer war schuld: Der, der nicht auf seinen Hintermann geachtet hat, oder der, der sich zu weit hat zurückfallen lassen, oder schlicht der Guide?“ haben wir weder beim gemeinsamen Abendessen noch beim Beisammensein danach eine abschließende Antwort gefunden.

Der zweite Tourtag an der Costa Azahar führte wieder in die Berge nach Morella und wäre ohne Zwischenfall verlaufen – hätte sich nicht mitten auf dem Weg zum Olivenbaum-Freiluftmuseum eine große, dunkle Lache befunden. In der festen Überzeugung, er sei das Ergebnis einer illegalen Altöl-Entsorgung, durchfuhr ich (gedanklich eine Anzeige bei der örtlichen Naturschutzbehörde erwägend) diesen großen schwarzen Fleck – und alle folgten mir brav. Am Freiluftmuseum angekommen, stieg uns dann beim Verlassen unserer Fahrzeuge ein übler Geruch in die Nasen, der uns rasch die Erkenntnis bescherte, dass es sich bei der zuvor durchquerten dunklen Lache um Gülle und nicht um Altöl gehandelt hatte. Natürlich konnten wir mit dieser „Duftnote“ keinesfalls in die Bergstadt Morella einfahren. Eine Unterbodenwäsche war dringend erforderlich. Also machten wir einen Abstecher, der uns in ein Gebiet führte, wo – wie ich dank guter Ortskenntnisse wusste – fast immer durchfahrbares Gewässer zu finden ist. Nach mehrmaligem „Fußbad“ in stehendem Brackwasser waren unsere Autos keine rollenden Stinkbomben mehr und wir konnten beruhigt unseren Weg auf der geplanten Route fortsetzen.

Unser dritter Tourtag verlief völlig reibungslos. Auf vier Rädern erklommen wir den 1441 Meter hohen Mont Caro. Über die Landschaft wabernde Dunstschwaden behinderten allerdings den eigentlich spektakulären Ausblick auf das Ebro-Delta, die Küste und den Parc Natural dels Ports. Just in diesem wunderschönen Naturpark fanden wir dann nach dem Abstieg um die Mittagszeit einen geeigneten Platz für ein ausgiebiges Picknick. Letzteres ließ in unseren Mägen aber doch noch genug Platz für die köstlichen Tapas, die wir am Abend – ausnahmsweise in einem Restaurant – in Vinaròs genossen.

Am Donnerstag, dem vierten Tourtag, war Wochenmarkt in Vinaròs – und den kombinierten wir mit unserer planmäßigen Tour ins Ebrodelta. Nach dem Marktund Stadtbesuch versammelten wir uns alle wieder am vereinbarten Treffpunkt und starteten am Mittag Richtung Delta. Als wir an dessen Sandstrand ankamen, standen – wie schon im Jahr davor – wieder Flamingos im Wasser der Lagunen und schienen uns und unsere Kameras zu erwarten. Diesmal waren aber weder ein Wächter noch die großen Wasserlachen zu sehen, die uns seinerzeit im Oktober ausgebremst hatten. Nach einer letzten Runde über den befahrbaren Teil des Strandes machten wir uns langsam wieder auf den Heimweg, den wir dann nur noch für einen Kaffeestopp am Dünenstrand von Riumar unterbrachen.

Den Abschluss der Woche an der Orangenblütenküste bildete wieder eine Tour durch den Naturpark dels Ports und die Puertos de Beceite. Die inzwischen wieder befestigte Piste im katalanischen Teil des Naturparks war gut befahrbar und Folker und ich freuten uns schon auf die Einkehr in der kleinen Bar in Beceite, die wir im Herbst entdeckt hatten. Zu unserer großen Überraschung wurden wir jedoch bei diesem zweiten Besuch so unfreundlich behandelt, dass wir auf weitere Stopps dort verzichten werden. Umso mehr freuten wir uns dann auf die letzten Strecken, die noch vor uns lagen, und auf die Kaffeepause in der urigen Dorfkneipe von Xerta. Mit dem obligatorischen gemeinsamen Paella-Essen ging sie am Abend zu Ende, die zweite Auflage der OFF ROAD-Erlebnistour „Pyrenäen und Orangenblütenküste“, die insgesamt nicht minder spannend war als ihre Premiere. ■

T | F Jörg Gienapp

Wichtig zu wissen:

• Viele Strecken in den Pyrenäen sind von Ende November bis Anfang Mai gesperrt, damit sich Flora und Fauna erholen können. Bei Missachtung drohen erhebliche Geldstrafen.

• Wir befahren ausschließlich offizielle Wege (caminos rurales, caminos forestals), auf denen meist ein generelles Tempolimit von 30 km/h gilt, oder untergeordnete Straßen.

• In Naturparks gilt für Gruppenfahrten fast überall eine Begrenzung auf 4 Fahrzeuge und ein Verbot für Quads und Motorräder. Je nach Region muss ein Mindestabstand zwischen Gruppen eingehalten werden.

• Die Fincas, die wir ausgewählt haben, sind keine Hotels. Sie werden familiär betrieben, verfügen über Zulassungen durch die Tourismusbehörden und werden von diesen kontrolliert.

• Die Zeiten für Mittag- und Abendessen unterscheiden sich in Spanien deutlich von denen in Deutschland. Außerhalb von Touristenzentren ist es kaum möglich, vor 20:00 Uhr ein Abendessen zu bekommen.

• Die Adressen außerhalb von Ortschaften sind oftmals Katasterdaten wie Poligono XX, Parcela Y oder Partida Z und daher mit dem Navigationsgerät nicht zu orten. Oft können Einheimische den Weg weisen. Nach Möglichkeit sollte man konkrete GPS-Daten erfragen und ins Navi eingeben oder den „Wegweiser“ bitten, eine Anfahrtsskizze zu zeichnen.