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VERSUNKENE HOTSPOTS: WIEGE DER WRACKS!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2018 vom 14.09.2018

Das Baltische Meer gilt als der größte Schiffsfriedhof der Welt. Hansekoggen aus dem Mittelalter, Kriegsschiffe aus den Weltkriegen, aber auch Frachter, Fischkutter, Schoner und Schuten fanden dort ihr nasses Grab. Übersät mit Muscheln und Seepocken dienen die stummen Zeugen zahlreicher Tragödien heute mit ihren Gerippen Meeresbewohnern als neue Heimat. GPS-Positionen? Häufig Fehlanzeige!Matthias Six bringt Licht ins Dunkel und präsentiert Ihnen einen Gewässeratlas mit 21 Wracks, GPS-Positionen und historischen Details.


Artikelbild für den Artikel "VERSUNKENE HOTSPOTS: WIEGE DER WRACKS!" aus der Ausgabe 100/2018 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 100/2018

Versunkene Schiffe sind absolute Hotspots. Sie stellen eine künstliche Struktur ...

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... dar, an der sich viele Fische aufhalten. Sie sind zwar nicht ganz risikolos zu beangeln, bringen aber immer reiche Fänge.


Der 21. Dezember 1926 war ein ungemütlicher, kalter Tag. Sturmböen peitschten über die Ostsee und brachten die See zum Schäumen. Mühsam kämpfte sich der Dreimastschoner Swiks aus Flensburg kommend nordöstlich in Richtung Heimathafen Mariehamn auf den Åland-Inseln – zwischen Schweden und Finnland gelegen. Die sieben Mann starke Besatzung hatte alle Hände voll zu tun, das 34 Meter lange Schiff bei dem aufkommenden Unwetter auf Kurs zu halten. Die eisige See rüttelte, riss und zerrte an den mit Eisenschrauben verarbeiteten Eichenplanken. Die schlechte Sicht, die hohen Wellen und der Sturm zwangen den Kapitän schließlich, seine geplante Route zu verändern und dicht unter Land, um die Nordspitze der schwedischen Insel Öland herumzufahren. Im Hafen von Kalmar an der schwedischen Festlandsküste wollte die Besatzung den Sturm abwettern. Doch dazu sollte es nicht kommen. Eine mannshohe See nach der anderen rollte über die Swiks hinweg und drückte den kleinen Dreimastschoner immer weiter unter Land. Gegen Mitternacht fraß sich der Rumpf in eine der langen Sandbänke, die Swiks drohte zu kentern und zerschlagen zu werden. Die Mannschaft gab den Schoner auf und verließ unter großen Mühen das Schiff. Durchnässt und halb erfroren konnte sie sich in einem Rettungsboot an den Strand von Trollskogen auf Nordöland retten. Das Wrack der Swiks jedoch lag wie ein Mahnmal auf der Sandbank und wurde wieder durch einen Wintersturm in den 1950er Jahren weiter auf den Strand gedrückt, wo es immer noch liegt. Sein hölzernes Gerippe ist heute ein wichtiges Wegmal, weist es doch zahlreichen Spinnanglern und Fliegenfischern die Route zu Ölands besten Meerforellen- und Hechtrevieren. Sie liegen direkt vor dem Wrack zwischen den zahlreichen Sandbänken am Trollskogenstrand. Und das ist immer noch ein echter Geheimtipp.
Das Schicksal der Swiks und ihrer Mannschaft hat viele namenlose Schiffe auf der Ostsee ereilt, doch die meisten von ihnen verschwanden spurlos in ihrem nassen Grab in der dunklen Tiefe und sind erst nach Jahrzehnten zufällig durch Taucher oder Berufsfischer entdeckt worden. Sie bieten heute Meeresbewohnern Schutz und Deckung.

EINE FRAGE DER LAGE

Tausende von Wracks zieren den Grund der Ostsee – nur die wenigsten von ihnen sind entdeckt und erforscht worden. Alleine vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns werden noch rund 2000 gesunkene Schiffe vermutet. Bei meiner Recherche wurde sehr schnell klar, dass GPS-Positionen von Schiffwracks selten gerne preisgegeben werden. Ich habe mit Tauchclubs, Behörden und professionellen Wracksuchern gesprochen, doch sobald es um die genaue Lage der Wracks ging, wurden die Lippen schmal und die Antworten einsilbig. Harald Bolten ist nicht nur ein bekannter amerikanischer Unterwasserfotograf und Taucher aus Florida, sondern auch ein Liebhaber von Schiffswracks. Er hat allein Tauchgänge an über 60 Wracks unternommen und eine Datenbank mit mehr als 35.000 Wracks weltweit erstellt. Auf meine Frage nach genauen Positionen von Wracks in der Nordund Ostsee schrieb er mir: „Dafür habe ich keine genauen Koordinaten, da diese von den Tauchbasen und Behörden unter Verschluss gehalten werden. Ich habe nur ungenaue Positionen für die Wracks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, da es damals noch keine GPS-Navigationshilfen gab.” Er gab mir den Tipp, für genaue Koordinaten lieber entsprechende Seekarten heranzuziehen. Doch dort sind nur wenige Wracks verzeichnet, die die Berufsschifffahrt behindern.
Durch einen reinen Zufall bin ich dann beim Surfen im Netz auf Peter Klink aus Altenhof in Schleswig-Holstein gestoßen, der noch bis letztes Jahr mit Gästen geführte Tauchsafaris zu Ostsee-Wracks durchführte. Nur ihm habe ich die genauen GPS-Positionen, historische Details und Geschichten rund um die bekanntesten Wracks der Ostsee zu verdanken. Seine Datenbank ist im Laufe der letzten 30 Jahre entstanden und hat extrem viel Arbeit und Herzblut erfordert. Viele Informationen über die Unglücksschiffe stammen von Augenzeugen, Angehörigen oder Beteiligten am Untergang der Schiffe. Diese Fakten findet man weder in Schifffahrtsämtern noch anderweitig im Netz. Viele Internetseiten beziehen oder haben ihr Wissen aus der Datenbank von Peter Klink bezogen. Ich möchte mich ganz herzlich für seine großzügige Unterstützung bedanken, kann aber trotzdem für die Positionen und Informationen keine Gewähr übernehmen. Stürme und Strömungen verändern nicht nur das Aussehen der Wracks, sondern häufig auch ihre Lage.

Die Überreste der Swiks liegen immer noch am Strand von Trollskogen.


DIE WRACKS

1 KLEINER EWER AN DER TONNE 2
Position: N 54°29‘16.2”, E 10°25‘25.2” Der kleine Frachter liegt am nördlichen Rand eines U-Boot-Übungsgebietes. Die Tonne 2 der Kiel/Fehmarnsund-Fahrrinne liegt nur 3,6 Kabel (rund 650 Meter) entfernt. Ein Ewer ist ein aus Friesland stammender Segelschiffstyp mit einem oder zwei Masten. Typische Merkmale sind der flache Boden und häufig Seitenschwerter. Die Wracklänge des kleinen Ewers beträgt rund 25 Meter und das Schiff liegt in 19 Metern Wassertiefe auf sandigem Grund. Das Schiff steht aufrecht und ist relativ gut erhalten. Der Hauptantrieb bestand aus Beseglung und Hilfsmotor. Das lässt die noch vorhandene ziemlich kleine Schraube und der gut sichtbare Mast vermuten. Im Wrackumfeld wurden Ziegelsteine und größere Kohlebrocken gesichtet, was vielleicht auf die ursprüngliche Ladung des Schiffes schließen lässt.

2 DOCKTOR FEHMARN
Position: N 54°26‘03.3”, E 11°19‘26.82” Das ursprüngliche Docktor war 100 Meter lang, hatte eine Höhe von 13 und eine Breite von sieben Metern. Das Dock ist auf dem Transportweg vom schwedischen Uddevalla nach Klaipeda in Litauen östlich von Fehmarn vor Katharinenhof gesunken. Das Wrack liegt in Wassertiefen zwischen vier bis 15 Metern auf hellem Sand und ist längs und quer gebrochen. Der Stahlrumpf und auch die Taue des Wracks sind mit kleinen Miesmuscheln und Seeanemonen bewachsen und beherbergen teilweise stattliche Dorsche.

3 TJALK MARIE/FALSHÖFT
Position: N 54°50‘00.0”, E 10°07‘00.0” Schon seit vielen Jahren war die Position des Schiffs bekannt, das im nordwestlichen Teil der Kieler Bucht in einer Wassertiefe von 24 Metern, rund vier Seemeilen vor der Ortschaft Falshöft, gesunken ist. Das Boot war eine motorbetriebene 25 Meter lange Eisentjalk, die am Ostseegrund aufrecht auf ihrem Kiel steht. Am Bug lässt sich an Steuerbordseite ein langer Riss im Vorschiff ausmachen, der vermutlich von einer verhängnisvollen Kollision stammt. Heute vermutet man, dass es sich bei diesem Schiff um den Motorsegler Marie handelt, der am 5. März 1933 nach einem Zusammenstoß sank.

4 SKANSEN
Position: N 54°52‘42.0”, E 10°50‘06.0” Die „Skansen” wurde 1937 in einer holländischen Werft für die dänische Regierung gebaut. Das Schiff hatte eine Länge von rund 35 Metern und eine Breite von sieben Metern. Am 30. September 1978 ging es bei Arbeiten an dem festen Seezeichen „Høbjerg E” im Großen Belt unter. Heute liegt das Wrack auf der westlichen Seite, am Fuße des Leuchtfeuers, in einer Wassertiefe von 17 bis 19 Metern. Da der Mast sowie andere Aufbauten nicht tief genug lagen, um die Schifffahrt nicht zu gefährden, wurden sie zum Teil 1979 weggesprengt.

5 DR. EICHELBAUM M-1108
Position: N 55°05‘51.0”, E 11°02‘30.6” Die Dr. Eichelbaum wurde 1937 von den Howaldtswerken in Hamburg Steinwerder als Fischkutter gebaut. Sie war 53 Meter lang und acht Meter breit. Später wurde das Schiff von der Kriegsmarine übernommen und zum Minenräumer M-1108 umbenannt. Am 22. April 1940 ist sie nach Kollision mit der SS „Scandia” vor der Nordspitze Langelands gesunken. Das Wrack liegt heute in einer Tiefe von 27 Metern, Aufbauten ragen bis 18 Meter herauf.

6 M 36
Position: N 54°43‘49.4”, E 10°46‘32.6” Das Schiff hatte eine Länge von 68,40 und eine Breite von über acht Metern. Bewaffnet war die M36 mit Flugabwehrkanonen, Flakgeschützen, vier Maschinengewehren, Wasserbomben- und Raketenwerfern. Die Besatzung bestand aus bis zu 120 Mann. Am 4. Mai 1945 wurde das Schiff östlich der Südspitze Langelands im Großen Belt von Tieffliegern versenkt. Die M36 liegt in einer Wassertiefe von rund 27 Metern, Aufbauten des Wracks reichen bis 19 Meter unter die Wasseroberfläche. Das Wrack ist noch sehr gut erhalten, beide Schrauben und die Ruder noch vorhanden. Auch einige Geschütze sollen noch erhalten sein. Das Schiff liegt mit Schlagseite auf der Backbordseite.

7 NORDLAND (NIELS JUEL)
Position: N 54°29‘16.2”, E 9°58‘00.6” Die Nordland gehört zu den größten Wracks in der Kieler Bucht. Sie hatte eine Länge von 90 Metern und war über 16 Meter breit. Ursprünglich hieß die Nordland Niels Juel und wurde am 3. Juli 1918 für die dänische Marine in Kopenhagen vom Stapel gelassen. Sie sollte als leichter Kreuzer eingesetzt werden. 1943 wurde das Schiff nach einem langen Gefecht am Ausgang des Isefjordes schwer beschädigt von der deutschen Kriegsmarine übernommen und erhielt später den Namen Nordland. Am 3. Mai 1945 wurde das Schiff von den Deutschen in der Nähe der heutigen Tonne 5 selbst versenkt. Im März 1952 wurde die Nordland vom Dänischen Staat abgewrackt. Heute liegt das Wrack in einer Tiefe von 27 Metern und ist kaum noch als Schiff zu erkennen. Die Wrackteile sind sehr stark bewachsen und bieten vielen Fischen Schutz und Deckung.

8 VOITJA
Position: N 54°29‘04.2”, E 10°17‘05.4” Das Schiff wurde im Jahre 1907 als Dreimast-Bark in Russland gebaut. Im Laufe des Unternehmens „Babarossa”, dem Ostfeldzug, fiel die Voitja im Jahre 1941 in die Hände der deutschen Kriegsmarine. Aus der ehemaligen Bark wurde ein Wachschiff. Die Masten wurden entfernt und stattdessen mit Flugabwehrgeschützen ausgestattet.

1945, kurz vorm Ende des 2. Weltkrieges, ist das Schiff in der Nähe des heutigen Kieler Leuchtturms auf eine Miene gelaufen und gesunken. Das Wrack liegt im südlichen Teil des Verkehrstrennungsgebiets des Kieler Leuchtturms auslaufend aus der Kieler Förde. Die Wassertiefe beträgt an der tiefsten Stelle des Wracks 21 und an der flachsten 16 Meter. Um das Wrack herum hat sich eine sehr große Miesmuschelkolonie angesiedelt. Schleppnetzfischer haben mit der Zeit den Bug auseinandergerissen, das Brückenhaus ist kaum noch zu erkennen. Auf dem Vorderdeck steht noch ein Zwillingsgeschütz.

9 TROMP
Position: N 54°41‘33.0”, E 10°45‘06.6” Das Schiff wurde 1932 unter der Baunummer 494 in Rotterdam gebaut. Es war 45 Meter lang und knapp acht Meter breit. Bis 1945 fuhr das Schiff für die Alliierten und nahm neben 400 weiteren Schiffen an der Operation „Dynamo“ teil, bei der bis zum 4. Juni 1940 über 300.000 alliierte Soldaten aus dem Kessel von Dünkirchen evakuiert werden konnten. Auf dem Weg nach Odense lief die Tromp am 9. Dezember 1946 auf eine Mine. Die Explosion war so stark, dass ein Motorschoner, der einige hundert Meter entfernt fuhr, ebenfalls leicht beschädigt wurde. Auch wenn die Tromp sofort sank, konnte die gesamte Mannschaft gerettet werden. Von dem relativ stark zerstörten Schiff existieren heute leider nur noch die Brücke und das aufrecht stehende Heck. Die maximale Wassertiefe liegt bei 30 Metern. Das Wrack hat immer noch eine Höhe von sechs Metern. Über den weit verstreuten Wrackteilen stehen immer wieder sehr große Fische.

10 SVENDBORGSUND
Position: N 54°37‘00.0”, E 10°08‘00.0” Die Svendborgsund wurde in Arhus gebaut und erhielt 1964 bei einer Taufe den Namen Kenitha. Sie hatte eine Länge von über 40 Metern und eine Breite von bis zu acht Metern. Im September 1977 wurde die Kenitha an den dänischen Kapitän Knud Olsen aus Svendborg verkauft, woraufhin sie ihren neuen Namen erhielt. Das Wrack liegt heute rund viereinhalb Seemeilen vom Ostseebad Damp entfernt in einer Wassertiefe von rund 24 Metern. Der Schiffskörper liegt kieloben – rund 30 Prozent sind zur Seite geneigt. Die hölzernen Lukenabdeckungen fehlen und geben so den gesamten Laderaum frei. Auf der höher gelegenen Backbordseite befindet sich die Brücke, der Zugang zur ehemaligen Kombüse und die Mannschaftsunterkünfte.

11 BETONSCHUTE
Position: N 54°29’12.0”, E 10°06‘08.4” Angeblich wurde dieses Schiff als Schleppkahn benutzt, der bei einem Oststurm in den fünfziger Jahren gesunken sein soll. Das Wrack liegt auf hellem Sandgrund und gleicht einem wahren Trümmerfeld. Es sind noch zwei alte Signalmasten vorhanden sowie einige Rumpfplanken, abgeknickte Masten und ein quadratischer Turm, der fast bis zur Wasseroberfläche reicht. Im Wrack hausen zahlreiche Aale und um den Turm herum schwimmen Tausende von Jungfischen. Zwischen März und Juni finden sich dort regelmäßig Seehasen zum Laichen ein.

12 EIMERKETTENBAGGER
Position: N 54°27’00.0”, E 10°40‘36.0” Bei dem erst 2001 entdeckten unbekannten Wrack handelt es sich in aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Eimerkettenbagger mit einer Länge von knapp 50 Metern. Das Gerippe aus Stahl ist stark mit Seenelken bewachsen und bietet vielen Meeresbewohnern Deckung und Schutz. Da die Fischer aus gutem Grund einen großen Bogen um diese Koordinaten machen, haben sich auch einige größere Dorsche zwischen den Baggerschaufeln und den anderen Trümmerteilen eingefunden.

13 PRAHM
Position: N 54°23’19.8”, E 11°16‘14.4” Die Prahm war etwa 25 Meter lang und acht Meter breit. Sie war ein antriebsloser Stahlkörper, der von Schleppern gezogen wurde, und liegt heute in einer Wassertiefe von 15 Metern vor Staberhuk/ Fehmarn. Die Bordwände und das Mitschiff sind in gutem Zustand, Bug und Heck stark zerstört.

14 MITTELGRUNDWRACK
Position: N 54°30’51.9”, E 10°5‘30.54” Am 24. Dezember 1914 sank ein kleiner Frachtensegler mit Hilfsmotor in einem Sturm. Das Wrack liegt am Ausgang der Eckernförder Bucht in der Nähe der Untiefe Mittelgrund. Da diese Untiefe als Ansteuerungspunkt dient und der Name des Schiffes unbekannt ist, hat sich im Volksmund der Name Mittelgrundwrack eingebürgert. Das Schiff liegt in 17 Metern Wassertiefe und ragt fünf Meter in die Höhe. Der Bug ist mit den Jahren und der Schleppnetzfischerei fast vollständig verschwunden, der Bewuchs am Wrack ist mäßig.

15 WALTRAUD BEHRMANN
Position: N 54°28’37.8”, E 11°49‘30.0”

16 SAUGBAGGER STEN-TRANS
Position: N 54°37’34.8”, E 10°25‘18.0” Die Sten-Trans wurde im Januar 1967 als Petro King in Budapest/Ungarn zu Wasser gelassen. Nach ihrem Verkauf im Dezember 1972 wurde das Schiff zu einem Kies- oder Saugbagger umfunktioniert und erhielt 1974 seinen künftigen Namen Sten-Trans. Am 13. März 1976 war die Sten-Trans mit schwerer Ladung auf dem Weg von der dänischen Insel Samsø nach Kiel. Die Fahrt verlief eigentlich problemlos, bis gegen drei Uhr morgens die Ladung in schwerer See anfing, sich zu verschieben. Um 04:53 Uhr meldete der Kapitän Morgan Christensen, dass das Schiff nicht mehr zu retten sei und aufgegeben werden müsse. Heute liegt das Wrack in einer Wassertiefe von 21 Metern. Da das Schiff sich nicht in der Nähe befahrener Schifffahrtswege befindet, wurde eine teure Bergung ausgeschlossen. Dieser Entscheidung verdanken wir eines der schönsten und größten Wracks in der westlichen Ostsee.

17 ISLAND
Position: N 54°43’54.0”, E 10°47‘48.0” Die Island, die vor Langeland auf den obengenannten Koordinaten liegt, hatte eine Länge von rund 45 Metern und eine Breite von über acht Metern. Gebaut wurde das Schiff von der Hamburger Reiherstiegwerft mit der Baunummer 541. Am 27. November 1939 lief die Island querab der Südspitze Langelands auf eine Seemine und sank schnell. Durch die Detonation wurde der Bug teilweise sehr stark zerstört und nach Steuerbord abgeknickt. Das Wrack liegt heute in einer Wassertiefe von 22 Metern auf sandigem Grund. Einige Teile der imposanten Aufbauten reichen noch weit ins Mittelwasser hinein.

18 STRASSENBAGGER
Position: N 54°24’30.0”, E 10°55‘18.0” Südwestlich vor Fehmarn liegt in 16 Metern Wassertiefe ein außergewöhnliches Objekt: ein Straßenbagger! Aus dem Steuerhaus ragt heute noch sein rund 15 Meter langer Arm ins dunkelgrüne Wasser. Anfang der 70er Jahre wurde dieser Bagger für den Molenbau eingesetzt. Bei einer Schleppfahrt von Kiel nach Heiligenhafen schlug der Ponton leck und der Bagger rutschte ins Meer. Da die Chancen den Bagger zu bergen fast aussichtslos waren, geriet er schnell in Vergessenheit. Erst rund 30 Jahre später wurde er zufällig durch das Sonargerät eines Minensuchbootes der Deutschen Marine wiederentdeckt.

19 DER ERZFRACHTER BRAGE
Position: N 54°28’27.0”, E 10°14‘13.8” Der Erzfrachter wurde am 5. Februar 1938 von den Nordseewerken in Emden fertiggestellt. Er hatte eine Länge von 131,50 Metern und eine Breite von 17,90 Meter. Das Schicksal ereilte das erste zwei Jahre alte Schiff bereits am 6. Mai 1940, als es auf der Fahrt von Norwegen nach Kiel in der Nähe des Kieler Feuerschiffes auf eine von den Alliierten ausgelegte Seemine lief. Der heutige Liegeplatz des Wracks ist nicht der Ort, an dem das Schiff auf die Mine lief. Die Explosion ereignete sich wahrscheinlich weiter östlich direkt im Fahrwasser. Durch den Treffer lief der Frachter aus dem Ruder und trieb dann Richtung Bülk, wo er anschließend sank. Da die 9000 Tonnen schwere Erzladung für das Deutsche Reich von größter Wichtigkeit war, wurden Teile der Ladung noch während des Krieges geborgen. Dabei wurden aufragende Aufbauten wie Schornstein und Brücke demontiert. Heute finden Sie das Wrack in einer Wassertiefe von 19 Metern. Die höchsten Wrackteile ragen nur noch rund vier Meter aus dem Grund hervor. Auf rund 40 Metern Länge befinden sich noch Teile der beiden Bordwände mit Spanten und Querschotten.

20 DIE VÄRING
Position: N 54°28’07.2”, E 11°33‘10.8” Die Väring aus dem schwedischen Högenäs wurde 1898 in England für die dänische Reederei Heimdal in Kopenhagen gebaut. Der genietete Frachter hatte eine Länge von 73 Metern und eine Breite rund elf Metern. Die Väring fand ihr Schicksal am 15. Dezember 1948, als sie nordöstlich von Fehmarn mit dem russischen Dampfer „Stephan Khaturin” zusammenstieß und sank. Das Wrack der Väring liegt in dem in Richtung Osten verlaufenden Fahrwasser des Fehmarnsundes. Das Schiff ist in drei Teile zerbrochen, der Mittschiffsbereich ist stark zerfallen, das Achterschiff ist unbeschädigt und noch recht gut erhalten. Die geringste Tiefe am Wrack wurde mit 17,4 Metern gemessen. Das Wrack ist besonders am Heck mit kleinen Polypen, Seenelken und Miesmuscheln bewachsen und bietet vielen Dorschen eine Heimat.

21 SCHNELLBOOT S 226
Position: N 54°39‘42.0”, E 11°11‘48.0” Das Schnellboot S 226 wurde unter dem Kommando seines letzten Kommandanten, Leutnant zur See Hans-Heinrich von Glasenapp, am 6. Mai 1945 aufgrund schwerer Schäden nach einem Luftangriff selbst versenkt. Durch den vorangegangenen schweren Tieffliegerangriff waren vier Tote und sechs Verletzte unter der 23 Mann starken Besatzung zu beklagen. S 226 wurde von der Schlichting Werft in Travemünde gebaut und liegt heute in einer Wassertiefe von rund 19 Metern aufrecht auf hellem Sandgrund nordwestlich von Rødbyhavn. Auf der Steuerbordseite im Bereich der Torpedomündung ist ein großer Schaden vorhanden. Die beiden Flakgeschütze sind nicht mehr vorhanden, aus dem Maschinenraum wurde der Motor geborgen. Um das Wrack herum finden sich noch zahlreiche Einzelteile wie Tampen oder Netze. Am Wrack leben zahlreiche Krebse und viele Fische.


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