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VESTERHAVET: Der Dorschstrand


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 74/2018 vom 07.12.2018

Wenn auf dem Wunschzettel vorwiegend Dorsch steht, sind Brandungsangler am Strand von Vesterhavet an der richtigen Adresse. Aber auch Wolfsbarsch, Flunder, Wittling und sogar mal ein Steinbutt gehen an die Haken.


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Traumstimmung, die Sonne versinkt. Da geht noch was in Vesterhavet!


FOTOS: S. ROSE

Der Strand Vesterhavet ist ein Mix aus Sand, Kies und Steinen. Ähnlich ist auch die Grundstruktur in der tiefen Rinne. Die können Brandungsangler bequem mit Würfen zwischen 20 und 120 Meter erreichen. Über die dahinterliegende Sandbank ziehen die Fische meist nur flott rüber. Wer richtig klotzt, erreicht mit ...

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... Gewaltwürfen dann wieder tieferes Wasser mit strukturreichem Grund. Das geht aber nur bei ruhiger See. Richtung Süden am Strand ist hinter einer kleinen Landzunge die Rinne etwas tiefer und steiniger. Hänger sind aber ganz selten, denn die Steine sind flach. Direkt vorm Abgang lohnt es sich jedoch auch aufzubauen. Eine top Stelle finden Brandungsangler etwa 100 Meter Richtung Norden. Viel weiter sollte man aber nicht gen Norden, denn dann wird die Rinne schmaler und flacher. Mit guten Dorschfängen können Angler vom Herbst bis ins Frühjahr rechnen. Im Sommer geht auch mal ein Bartelträger an den Haken, aber mit den wärmeren Wassertemperaturen verziehen sich die meisten Dorsche in tiefere Regionen weiter draußen. Hingegen beißen Makrelen, Hornhechte und auch Wolfsbarsche im Sommer recht gut. Platte sind das gesamte Jahr über zu fangen, mit etwas Petri-Glück auch Steinbutt.

Der Autor dorscht! Während der Recherchen gingen einige Bartelträger an die Haken.


Kai Herrmann muss die Rute kräftig festhalten: Ein Dorsch hat zugepackt!


Auf der Suche

Egal ob das Wasser auf- oder abläuft, die Dorsche und auch andere Fische ziehen in der Rinne auf Nahrungssuche umher. Mal sind sie ganz dicht und mit sehr kurzen Würfen erreichbar – dann schwimmen sie wieder an der äußeren Kante der Rinne herum. Da der Brandungsangler ja generell mit zwei Stöcken unterwegs ist, sollten auf jeden Fall immer unterschiedliche Wurfweiten ausprobiert werden. Klar, hat man Bisse und Fische auf einer bestimmten Entfernung, kann man dort – so lange es läuft – auch beide Vorfächer platzieren. Wir fingen am Strand bei niedrigem Wasserstand für etwa eine Stunde mit extrem kurzen Würfen Dorsche, Wolfsbarsche und auch Platte. Dann war auf einen Schlag Schluss und es lief weiter draußen um die 100 Meter wieder besser. Dort hatten wir vorher kaum Bisse. Also ist das Suchen durch unterschiedliche Wurfweiten an der dänischen Nordseeküste extrem wichtig. Auch durch das Beobachten des Wassers sind gute Plätze aufzufinden. Bei hohem Wellengang entstehen oft kleine sichtbare Strömungswirbel und Rückströmungen in den tieferen Bereichen der Rinne. Das bringt ein großes Nahrungsangebot für die Nordseebande mit sich. Genau dort sind die Fische dann auch aktiv am Fressen. Eine weitere effektive Methode die Fische zu suchen: Ein Vorfach weit raus zu werfen – bis zum Ende der Rinne – und dann alle paar Minuten ein Stück Richtung Strand drehen.

FISCHE VOR ORT

Ein klasse Strand – im Winter mit echten Chancen auf richtig feiste Dorsche!

GPS-Position Parkplatz: 56° 21.135 N / 8° 07.357 O


ZEICHNUNG: HANNES DÄNEKAS

Durchhalten mit schwerem Geschütz

Wer an die richtig dicken Dorsche ran will, sollte den Strand Vesterhavet im Winter besuchen. Das ist bei auflandigem Wind und niedrigen Lufttemperaturen mit Sicherheit kein Zuckerschlecken, bringt aber oft gute Fische. Dick eingepackt und mit warmem Tee bewaffnet, hält man es aber schon ein paar Stunden aus. Ganz wichtig beim Brandungsangeln im Winter oder zeitigen Frühjahr ist eine rustikale Ausrüstung. Es werden nämlich immer wieder schmucke gewichtige Nordseedorsche bis fünf Kilo plus gestrandet. Dazu sollte dann wirklich der Brandungsstock und nicht die Heavy Feederrute ran. Mit zu weichen Rutenspitzen hat man keine Chance, den nötigen Druck auszuüben und einen großen Dorsch in den Wellen an den Strand zu befördern. Auch die Mundschnüre der Brandungsvorfächer dürfen nicht zu dünn sein. Mit einer 0,45er Mono oder Fluorocarbon sollte allerdings nichts mehr anbrennen. Ebenfalls ist es sinnvoll, mit größeren Haken zu fischen. Langschenklige stabile Modelle der Größen 1/0-2/0 sind eine gute Wahl und sitzen besser im Dorschmaul. Im Winter sehen Dorsche übrigens gerne Rot. Deshalb sollten auch Perlen in dieser Farbe zusätzlich vor Haken und Würmern baumeln.

Attraktives Nordsee-Trio: Dorsch, Flunder und Wolfsbarsch.


Praktisch: ein kleines Dreibein für die Wurmbox und zur Rutenablage beim Nachködern.


Seeringelwürmer sind an der Nordsee Topköder.


Krallenbleie müssen mit im Gepäck sein.


Unterschiedlich gefärbte Schnur ist hilfreich, um die richtigen Entfernungen zu treffen.


Trotz Mistwetters: Kai Herrmann mit starker Flunder beim Strandtest Ende Oktober 2018.


FAIR BLEIBEN

Wir deutsche Angler sind in Dänemark Gäste. Dementsprechend sollten wir uns auch benehmen. Die Dänen sind in der Regel sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, immer für einen Plausch und den ein oder anderen Angeltipp zu haben. Damit das auch weiterhin so bleibt, ist es sehr wichtig, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Das geht bei Mindestmaßen und Schonzeiten los über reglementierte Entnahme von Wolfsbarschen bis zu den nötigen dänischen staatlichen Angelpapieren. Darüber hinaus gibt es auch Benimmregeln am Strand. Gerade wenn da schon zwei, drei Brandungsangler aufgebaut haben, stellt man sich nicht direkt daneben, sondern baut im gebührenden Abstand auf. Auch wenn man dafür den Kram noch einige Meter weiter schleppen muss. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, aber anscheinend leider nicht für alle Angler …