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VICTORIA’S-SECRET-HÖLLE: Die Engel und der Sex-Teufel


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 27.02.2020

Das Dessouslabel mit dem Juwelen- BH verliert seinen Glanz: Jahrelang soll Victoria’s Secret sexuelle Belästigungen der Models einfach ignoriert und den grapschenden Boss gedeckt haben


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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 10/2020

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Ex-Marketingchef Ed Razek soll seine machtvolle Position jahrelang ausgenutzt haben

DASS DIE ENGELSFLÜGEL VON VICTORIA’S SECRET nicht zwingend in den Mode-Olymp, sondern direkt ins #MeToo-Dilemma führen können, ahnte man ja schon lange. Die „New York Times“ deckte nun auf, dass es hinter den Kulissen des Dessouslabels ...

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DASS DIE ENGELSFLÜGEL VON VICTORIA’S SECRET nicht zwingend in den Mode-Olymp, sondern direkt ins #MeToo-Dilemma führen können, ahnte man ja schon lange. Die „New York Times“ deckte nun auf, dass es hinter den Kulissen des Dessouslabels regelmäßig übergriffige Situationen gab – von denen auch Supermodel Bella Hadid (23) nicht verschont blieb. Der Name, der im Zusammenhang mit den Belästigungsvorwürfen immer wieder fällt: Ed Razek (71). Als ehemaliger Marketingchef des VS-Mutterkonzerns L Brands war er seit 1983 nicht nur für die Castings der „Engel“ verantwortlich, sondern hatte die jährliche Lingerie-Modenschau von Victoria’s Secret zu einem Event von globaler Strahlkraft gepusht. Razek war der King im Dessouskosmos. Ein absolutistischer Herrscher, vor dem die Models zitterten. Bei einem Fitting soll er Bella Hadid im Jahr 2018 vorgeschlagen haben, dass sie ihr Höschen einfach weglassen könnte. Ein Skandal. Doch das Supermodel schwieg. Alyssa Miller (30), die oft für VS über den Runway schritt, bringt die Sache auf den Punkt: „Er gab dir immer zu verstehen, dass er und nur er die Kontrolle hat. Er ließ einen spüren: ich kann dich groß rausbringen oder deine Karriere beenden.“

Seine Position soll Mr. Razek knallhart ausgenutzt haben: Bei Castings habe er versucht, Handynummern abzugreifen, den Models in den Schritt zu fassen oder sie dazu zu bringen, auf seinem Schoß zu sitzen. Manche lud er auch zu sich nach Hause sein. Etwa Andi Muise (33). Wochenlang baggerte Razek sie an, Andi wies ihn letztlich ab – und wurde nach vier Jahren aus der Show gekickt. Das ist zwar schon lange her, doch erst voriges Jahr trat Razek aufgrund öffentlichen Drucks zurück. Kurz zuvor tönte er noch, dass Plus-Size- und Transgender-Models nicht zu Victoria’s Secret passen würden. Laut Razek seien die aktuellen Vorwürfe übrigens „unwahr und aus dem Zusammenhang gerissen.“ Warum er sich so lange halten konnte? Wie die „New York Times“ bei ihrer Recherche herausfand, wurde jeder, der sich über Razeks Verhalten beschwerte, auf die ein oder andere Weise abgesägt. Der schwache Kommentar von Victoria’s Secret zum Fall: „Wir haben uns der kontinuierlichen Verbesserung unseres Unternehmens und unserer Arbeitsstandards verschrieben und bedauern jeden Vorfall, bei dem wir diesem Anspruch nicht gerecht geworden sind.“ Nur: halbherziges Bedauern reicht nicht. Schon voriges Jahr gab es Gespräche zwischen VS und der „Model Alliance“, einer Interessenvertretung für Models, die sich für deren Schutz und angemessene Arbeitsbedingungen einsetzt – ohne Ergebnis. In einem offenen Brief, den über 100 Models unterzeichneten, fordert der Verband nun, dass Maßnahmen ergriffen werden. Zu den Unterzeichnerinnen gehören Christy Turlington, Amber Valletta und Karen Elson. Bella Hadids Unterschrift? Fehlt. Zumindest indirekt äußerte sie Kritik. Über ihren Auftritt bei der Modenschau von Rihannas Wäschelabel Savage x Fenty sagte Bella: „Zum ersten Mal habe ich mich in Unterwäsche auf einem Laufsteg richtig selbstbewusst gefühlt!“

BELLA HADID


FOTO: GETTY IMAGES