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Viel Luft nach oben...


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e-commerce magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 14.12.2022
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Bildquelle: e-commerce magazin, Ausgabe 6/2022

Lieferkettenprobleme und steigende Energiekosten belasten immer mehr Unternehmen, davon bleibt auch die Logistik nicht verschont. Das bringt das Innovations- und Automatisierungspotenzial insbesondere von IoT-Cloud-Plattformen einmal mehr in den Fokus. Viele Unternehmen haben zudem immer mehr Verkaufskanäle zu ihren Kunden aufgebaut, darunter neben Ladengeschäften auch Webshops, Social Commerce über soziale Medien oder WhatsApp. Doch beim Austausch zwischen allen Kanälen, Backend, Frontend und Kunde ist meist noch viel Luft nach oben.

Wort halten ist gefragt

Zugleich hat sich die Erwartungshaltung der Kunden selbst im B2B-Geschäft immer mehr dem angenähert, was man privat im E-Commerce zum Beispiel mit Amazon gewöhnt ist. Zwar kann der Onlinehandels-Marktführer als Nordstern dienen, doch gerade KMU verfügen naturgemäß über völlig andere Ressourcen. Praxiserkenntnisse zeigen jedoch, dass es für die ...

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... Zufriedenheit vor allem auf einige, auch für kleinere Marktteilnehmer gut erfüllbare Punkte ankommt. Die Kundenzufriedenheit hängt maßgeblich damit zusammen, ob Erwartungen erfüllt oder übertroffen werden. Die Digitalisierung unterstützt mit Status-Tracking und einer besseren Nachvollziehbarkeit der Prozesse dabei, Lieferinformationen möglichst exakt zu formulieren und Zusagen einzuhalten. Digitale Tools zeigen an, wie es mit dem Auftrag aktuell aussieht und ob alles nach Plan verläuft.

Oft verzichten Unternehmen heute noch auf die nötigen Technologien: Entweder, weil die Daten nicht zur Verfügung stehen, oder um die schlechte Lage zu verschleiern. Doch diese Strategie ist im Markt perspektivisch zum Scheitern verurteilt. Eine Studie des Bundesverbands Logistik BVL ergab, dass bei den 194 befragten Unternehmen das Verfolgen und Überwachen des Warenbestands zu den größten Herausforderungen zählt. Nur wenn transparent ist, wo sich die Ware befindet – also zum Beispiel im LKW im Stau steckt oder auf einem Schiff verspätet ist, kann im Problemfall schneller umgeplant werden.

Plattformen erleichtern Einstieg

Cloud-IoT-Plattformen wie Microsoft Azure ermöglichen Unternehmen selbst komplexe Prozesse vergleichsweise günstig digital abzubilden. Das gilt zum Beispiel, wenn Standorte in mehreren Ländern gemeinsam betrachtet und Informationen zusammengezogen werden sollen. Die nötigen Rechenkapazitäten lassen sich nach Bedarf buchen und kündigen. Das bietet die Möglichkeit, klein zu starten, aber auf dieser Basis auch zunehmend große Veränderungen umzusetzen. Für viele Aufgaben in der Logistik stehen bereits Services bereit, die auf der Plattform einfach hinzugebucht werden können. Vor allem erleichtert eine IoT-Plattform die Integration: Für die meisten Software-Lösungen rund um ERP, aber auch für IoT-Devices sind bereits Standard-Konnektoren vorhanden, um Anwendungen und Sensorik zusammenzuführen.

Unternehmen, die heute in die weitergehende Digitalisierung ihrer Logistik investieren, sollten vor allem deshalb auf die Cloud-Fähigkeit ihrer Lösungen achten, um eine Einbahnstraße zu vermeiden. Schon mit den Anforderungen des Lieferkettengesetzes zeigt sich deutlich, dass der Austausch von Daten entlang von Supply Chains immer wichtiger wird. Ein immer stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit ist zu erwarten.

Neue Möglichkeiten ausschöpfen

Das Potenzial der Cloud ist noch nicht überall in der Praxis angekommen. Umso wichtiger ist es, ganz konkret darüber nachzudenken, was mit praktisch unbegrenzten Rechenkapazitäten möglich wäre. Denn in der Logistik entstehen viele Kosten, die sich durch weltweit angebotene Services besser verteilen lassen. Insbesondere bei Omni-Channel-Ansätzen können Services auf sämtliche Logistikketten abgebildet werden.

"Unternehmen, die heute in die weitergehende Digitalisierung ihrer Logistik investieren, sollten vor allem deshalb auf die Cloud-Fähigkeit ihrer Lösungen achten, um eine Einbahnstraße zu vermeiden.

Ein Beispiel ist die ertragsbasierte Bestandsoptimierung unter Berücksichtigung von Lieferzeiten und -konditionen. Sie hilft, den Lagerbestand dynamisch an die jeweilige Nachfrage anzupassen und so Lagerbestände reduzieren – um Kosten zu sparen und Transportwege nachhaltiger zu gestalten. Auch die Liefersicherheit lässt sich so erhöhen. Andere Themen sind Routenoptimierung und Ladeoptimierung, beispielsweise für das Beladen von LKWs oder anderer Flächen. All diese Themen haben eine Gemeinsamkeit: fortgeschrittene Datenanalysen und intelligente Algorithmen rund um KI und Machine Learning.

KI und IoT in der Logistik verbinden

Auf der Azure-IoT-Plattform stehen sie einfach nutzbar zur Verfügung. Sie bringen vorhandene Daten mit externen Informationen wie Telematik- oder Wetterdaten zusammen, um die Ergebnisse zu verbessern oder Vorhersagen zu ermöglichen. Auf dieser Basis lassen sich Forecasts und Sortimente optimieren und unterschiedliche Strategien simulieren. KI und Machine Learning helfen auch dabei, die Flächenrentabilität im Lager zu steigern, die Platzierung im Lager zu optimieren und zu planen, wo eine ideale Zwischenlagerung stattfinden sollte, um Lieferzeiten zu verkürzen.

Oft lässt sich mit einem Mindestmaß an technologischer Nachrüstung (Retrofit) schon viel erreichen. Das Warenlager mit Kamera und Trackingsystem auszurüsten, trägt beispielsweise dazu bei, Wege im Lager zu verkürzen, die Kommissionierung über Apps oder Holo Lenses mit Pick-Anweisungen zu erleichtern (AR – Augmented Reality) und Produkte besser zu tracken. Auswertungen, die auf echten, in diesen Prozessen erhobenen Daten basieren, liefern grundsätzlich bessere Entscheidungsgrundlagen für die Geschäftsführenden.

Die Technik ist vorhanden und in der Regel erschwinglich. Für den Erfolg kommt es jedoch immer darauf an, die Menschen von Anfang an gut mitzunehmen und mit einer konsequenten Change-Begleitung zu vermeiden, dass Projekte länger dauern oder mehr kosten.

Mehr Wertschöpfung in der Logistik

Digitalisierung eröffnet der Logistik künftig auch die Möglichkeit, mehr zur Wertschöpfung beizutragen. Gerade im Re-Commerce ist das Management gebrauchter Ware eine erhebliche Herausforderung. Bessere Bewertungsprozesse zahlen zudem auf die Nachhaltigkeit ein, vor allem dort, wo es künftig um die Kreislaufwirtschaft geht. Dazu müssen hereinkommende Produkte eindeutig mit einer Kennung identifiziert und mit Informationen zu Zustand und wirtschaftlichem Potenzial angereichert werden.