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Viel mehr als nur Geldgeber


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 60/2020 vom 18.05.2020

Wer steckt eigentlich hinter den Erfolgen der deutschen Reiter? Wir haben festgestellt: Häufig sind es FRAUEN und nicht selten GESCHWISTER, die sich der Förderung des Reitsports verschrieben haben – und die allesamt viel mehr darin sehen als ein Investment


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Wenn „ihre“ Reiter – hier Isabell Werth auf Emilio – im Einsatz sind, ist Madeleine Winter-Schulze meistens dabei.


Foto: www.hippofoto.be

Beatrice Bürchler-Keller mit Jessica von Bredow-Werndl


Foto: www.toffi-images.de

ZUR PERSON
BEATRICE BÜRCHLER-KELLER

Jahrgang 1942, gebürtige Schweizerin, die heute in der Nähe von Bern lebt. Hat das Hotelfach gelernt, ...

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Jahrgang 1942, gebürtige Schweizerin, die heute in der Nähe von Bern lebt. Hat das Hotelfach gelernt, war schon als Kind begeisterte Reiterin. Ist Dressur bis Grand Prix geritten und war später auch als Grand Prix-Richterin im Einsatz. Eigentümerin der Erfolgspferde von Jessica von Bredow-Werndl, Unee BB und Dalera BB. Aber beispielsweise auch vom Louisdor Preis-Finalisten Ferdinand BB. Engagierte Tierschützerin.

BÉATRICE BÜRCHLER- KELLER

Ein unvergesslicher Moment in Béatrice Bürchler-Kellers Kindheit? „Als ich das erste Mal das Olympiapferd von Herrn Schwarzenbach führen durfte, das er 1960 in Rom geritten ist.“ Wohlgemerkt: führen, nicht trocken reiten etc. Béatrice Bürchler-Keller war schon als Kind pferdeverrückt, saß bei Mama vorne auf dem Sattel und verbrachte einen Großteil ihrer Zeit in den Ställen von Freunden und Bekannten rund um Zürich. Dabei ging es nicht nur ums Reiten. „Unsere Ponys mussten wir selbst putzen und fertig machen und es wurde streng überwacht, dass wir alles richtig machen. Das Wohlergehen der Pferde und Ponys war das Wichtigste.“ Heute erlebt sie mitunter, dass Kinder die Nase rümpfen, wenn sie eine Trense putzen sollen. „Die brauchen dann auch gar nicht mehr wiederzukommen.“ Da ist Béatrice Bürchler-Keller alte Schule. Das Reiten muss man sich verdienen und Strenge gegenüber dem Reitschüler ist etwas, das vor allem dem Pferd zugute kommt. So hat sie es ihr ganzes Reiterleben lang gehalten. Auch heute noch sitzt sie täglich im Sattel, reitet zwei bis drei ihrer sieben Reitpferde auf ihrer Anlage in der Nähe von Bern. Daneben leben dort aber auch Ponys, Esel, Schafe, Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und seit neuestem auch zwei Schweine vom Nachbarn, die Béatrice Bürchler-Keller vor dem Tod bewahrt hat. Die Begeisterung für Tiere im Allgemeinen, für Pferde im Besonderen und die Liebe zum Dressursport – das sind Dinge, die das Leben von Béatrice Bürchler-Keller geprägt haben. Und noch ein roter Faden ist zu erkennen: Wenn sie etwas macht, dann richtig! So ritt die Schweizerin Dressur bis Grand Prix. Großen Einfluss auf ihre reiterliche Karriere hatte unter anderem der ehemalige Schweizer Equipechef und Olympiarichter Wolfgang Niggli, aber auch Meisterausbilder Georg Wahl. („,Du Pflaume!‘ hat er immer gesagt, wenn z. B. die Wechsel nicht gelingen wollten. Von ihm habe ich sehr profitiert!“)

Foto: www.toffi-images.de

Doch als ihr Mann starb, wollte Béatrice Bürchler-Keller keine Turniere mehr reiten. Stattdessen wandte sie sich dem Richteramt zu – auch etwas, worin Georg Wahl sie sehr bestärkte. „Ich durfte ihn oft richten und musste meine Notenvergabe immer begründen. Davon habe ich viel gelernt!“ So viel, dass sie bald auch bei internationalen Turnieren am Vierecksrand saß.

Aber auch diese Rolle in der Pferdewelt sollte einer anderen weichen. Als Jessica von Bredow-Werndl und ihr Hengst Unee BB begannen, international für Furore zu sorgen, beschloss Béatrice Bürchler-Keller, ihre Richterlizenz nicht mehr verlängern zu lassen. Zu groß sei die Gefahr, in einen Interessenkonflikt zu geraten, selbst wenn sie das eigene Pferd nicht richtet. „Das geht einfach nicht!“ Seitdem ist sie mit Leib und Seele Unterstützerin im Hintergrund. Gerichtet hatte Béatrice Bürchler-Keller die heutige Mannschaftseuropa- und -weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl oft. Näher kennengelernt haben sie sich über ein Pferd, das Bürchler-Keller aus Aubenhausen übernahm, den Wallach Lancôme. „Mir war gerade ein Pferd gestorben, an dem ich sehr hing“, erinnert sich Béatrice Bürchler-Keller. „Mit ihm konnte ich Grand Prix-Lektionen ohne Sattel und nur auf Trense durchreiten. Für mich brach eine Welt zusammen. Eine Freundin hat dann Lancôme bei Jessi entdeckt.“ Aber der stand eigentlich gar nicht zum Verkauf. Es gelang der Freundin dennoch, ein Probereiten zu arrangieren. Allerdings wusste Jessica von Bredow- Werndl nicht, wer da kommen würde. Die Überraschung war groß, als die Dame, die sie so häufig gerichtet hatte, plötzlich in Reithosen da stand, um ihr Pferd auszuprobieren. Heute ist Lancôme 20 Jahre alt und immer der erste im Stall von Béatrice Bürchler-Keller, der morgens geritten wird. Sonst ist er knatschig.


„Jessi bringt ihre Pferde mit viel Liebe und Lob zu Höchstleistungen.“
Béatrice Bürchler-Keller


Doch die Zusammenarbeit zwischen „BB“ und Jessica von Bredow-Werndl begann so richtig erst mit Unee. Der kam 2009 mit acht Jahren zu Béatrice Bürchler-Keller und sorgte ein Jahr später mit Jasmine Sanche-Burger als Dritter des Nürnberger Burg-Pokal Finales für Aufsehen. Eines Tages klingelte das Telefon in der Schweiz. Am anderen Ende: Jessica von Bredow-Werndl. „Sie sagte, sie würde immer von diesem Pferd träumen, ob sie ihn einmal ausprobieren dürfte.“ Ein Termin wurde vereinbart, die Werndls fuhren in die Schweiz und zum ersten Mal saß Jessi auf dem Pferd, das ihr den Weg in den internationalen Sport ebnen sollte. „Es ging sofort sehr, sehr gut!“, sagt Béatrice Bürchler-Keller. Aber: „Abends fragte sie mich ganz schüchtern, ob sie Unee am nächsten Tag vielleicht selbst fertig machen und mal ohne Sattel reiten dürfte.“ Der Rest ist Geschichte. Heute, nach der Verabschiedung des inzwischen 19-jährigen Gribaldi-Sohnes gibt es fast nur noch Bilder von ihm und seiner Reiterin ohne Sattel, sei es auf der Rennbahn oder beim Herumspielen mit Einerwechseln, Piaffe und Passage. Den Hengst wieder zu sich zu nehmen, fällt Béatrice Bürchler-Keller nicht ein. „Ihn und Jessi kann man nicht trennen!“ Kurze Pause. „Aber er erkennt mich auch noch!“ Denn wenn Corona sie nicht gerade in der Schweiz festhält, ist Béatrice Bürchler Keller regelmäßig zu Gast in Aubenhausen, um Jessica von Bredow-Werndl bei der Arbeit mit ihren Pferden zu beobachten. Unee ist ja nur eines von inzwischen vielen Pferden, die das Suffix „BB“ im Namen tragen und in Aubenhausen beheimatet sind. So auch Dalera BB. Béatrice Bürchler-Keller hatte die Stute bereits länger im Stall und war sicher, sie und Jessi wären das perfekte Paar. Die Stute hatte anfangs etwas Probleme mit den fliegenden Galoppwechseln. „Sie wurde heiß. Ich habe immer gesagt, die Stute muss zu Jessi. Wenn Trakehner einmal ihren Reiter gefunden haben, tun sie alles für ihn.“ Der kometenhafte Aufstieg des Paares begann in der Frankfurter Festhalle mit dem Sieg im Louisdor Preis. Vorläufiger Höhepunkt: Einzelbronze bei der EM in Rotterdam. Das Olympiatreppchen? Liegt absolut im Rahmen des Möglichen! Was Béatrice Bürchler- Keller an Jessica von Bredwo-Werndl schätzt, ist vor allem dies: „Sie motiviert ihre Pferde und bringt sie mit Einfühlungsvermögen, hervorragendem Reiten, viel Liebe und Lob zu Höchstleistungen!“

Und weil Béatrice Bürchler-Keller weiß, dass nicht alle Vierbeiner ein so privilegiertes Leben haben, wie die in Aubenhausen, hat sie das Familienschloss in Frankreich den Tierrettern vom Gut Aiderbichl zur Verfügung gestellt, um dort Pferden und anderen Tieren in Not ein Zuhause geben zu können. Das Anwesen mit rund 100 Hektar Land ist nun Heimat für mehr als 100 gerettete Pferde, aber auch Rinder, Esel und Hunde. „Wenn das Tor aufgeht, dann weiß ich, dass jedes einzelne der Tiere ein schreckliches Schicksal hinter sich hat. Jetzt haben sie alles, was sie brauchen.“ Wie gesagt: Wenn schon, denn schon!

FLORA KELLER

Flora Keller hat einen Virus. Nicht den mit dem C vorne. Bei ihr ist es das Virus Equus. Ein Virus, mit dem sie sich als Kind bei ihrer Halbschwester Béatrice Bürchler-Keller angesteckt hat. Unheilbar. Es gibt keine Impfung. Herdenimmunität? Soll das heißen, wer eine Pferdeherde besitzt, ist immun gegen die Reize eines weiteren Vierbeiners? Eher im Gegenteil. Bei Flora Keller in der Schweiz stehen neun eigene Pferde, mit denen sie zum Teil auch noch selbst ländlich Turnier reitet, drei weitere stehen in Aubenhausen bei den Werndls und noch weitere in anderen Ställen in Deutschland. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht immer wieder neu verlieben kann.

ZUR PERSON
FLORA KELLER

Jahrgang 1973, gelernte Planerin Marketingkommunikation, daneben Ausbildungen in der Landwirtschaft und im Impact Investing an der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Harvard Kennedy School, Institute for Responsible Investing, arbeitet heute halbtags für die familieneigene Holdinggesellschaft und engagiert sich unter anderem für mehrere soziale Projekte in Afrika. Besitzerin der Pferde von Benjamin Werndl, unter anderem Daily Mirror und Famoso.

Flora Keller sitzt zuhause täglich im Sattel und leidet sehr darunter, dass sie wegen Corona derzeit ihre Pferde in Aubenhausen nicht besuchen kann.


„Dass ich jemanden gefunden habe, der Ken nicht überfordert, dafür bin ich sehr dankbar!“
Flora Keller über Benjamin Werndl


So kam auch Daily Mirror vor neun Jahren zu Flora Keller, heute eines der beiden Kaderpferde von Benjamin Werndl, den die Schweizerin seit rund vier Jahren unterstützt. Entdeckt hat sie Daily Mirror im Stall von Hubertus Schmidt, wo der Damon Hill-Sohn als Verkaufspferd stand. „Ich war hin und weg!“ Daily Mirror (besser bekannt als Ken, „weil er so schön ist“), wechselte zu Holga Finken, mit dem Flora Keller schon seit 13 Jahren zusammenarbeitet. Als Ken sich eines Tages zum wiederholten Male verletzt hatte, fragte Flora Keller in Aubenhausen an, ob er dorthin zur Rehabilitation gehen könnte. Der Kontakt zu den Werndls bestand ja schon wegen der Zusammenarbeit zwischen ihrer Schwester Béatrice Bürchler-Keller und Jessica von Bredow-Werndl. Von daher wusste Flora Keller, dass es in Aubenhausen nicht nur ausgedehnte Weideflächen, sondern auch einen Aquatrainer und überhaupt alles gibt, was Pferde brauchen, um gesund und glücklich zu sein. Ken zog gen Süden. Und kehrte nie wieder zurück. Flora Keller sagte sich dann: „Eigentlich möchte ich alle meine Pferde in Aubenhausen stehen haben!“ So kam es dann auch. Sie ist begeistert von dem Leben, das die Pferde dort führen. Vor allem aber auch von der Reiterei Benjamin Werndls. „Ken war auf dem Turnier früher etwas ängstlich. Gleichzeitig ist er aber auch ein unglaublich kluger Gentleman, der immer sagt, okay ich lege noch eine Schippe drauf. Dass ich jetzt jemanden gefunden habe, der das zu schätzen weiß und ihn nicht überfordert, dafür bin ich sehr dankbar!“ Übrigens war es nicht nur das Reiterliche, was zwischen ihr und Benjamin Werndl passte. „Es ist schon lustig, Benni und ich sind uns sehr ähnlich. Aniko (die Pflegerin, Anm. d. Red.) schlägt schon die Hände über dem Kopf zusammen, weil wir beide man muss wohl sagen etwas verpeilt sind. Jessi würde mit mir verzweifeln! Bei ihr muss immer alles perfekt durchgeplant sein. Insofern passen sie und meine Schwester auch super zusammen!“

Wenn Corona sie nicht zwingt, zuhause zu bleiben, ist Flora Keller regelmäßig in Aubenhausen. „Montags gehen Benni und ich oft ausreiten. Dann nehme ich allerdings Ken und er Famoso“, lacht sie. Denn Famoso, Benjamin Werndls Shooting-Star, der ihr ebenfalls gehört, der hat den Schalk im Nacken. „Gleichzeitig ist er enorm sensibel und hoch intelligent“, beschreibt Flora Keller. „Er erinnert mich sehr an meinen 22-jährigen Liebling zu Hause: gut drauf, immer motiviert, enorm verspielt und im Kern ein Herz aus Gold!“ Aber sie weiß: „Benni muss sich festhalten. Ich würde unten liegen!“ In Aubenhausen zu sein, das ist etwas, das Flora Keller als Privileg empfindet: „Oft denke ich, was habe ich für ein unglaubliches Glück, solche Pferde zu haben und miterleben zu können, wie sie sich entwickeln!“ Wohin sie das alles mal führen würde, damit hatte sie allerdings gar nicht gerechnet, beteuert sie. Als Benjamin Werndl und Daily Mirror 2018 erstmals beim CHIO Aachen an den Start gehen durften, glaubte Keller: „Mehr geht nicht!“ Falsch gedacht. „Auf einmal waren wir mit zwei Pferden im Kader. Und Benni stand auf der Longlist für die Weltreiterspiele in Tryon. Das war der Wahnsinn!“ Dabei ist Daily Mirror mit seinen nun 16 Jahren besser denn je, erzielte gerade mit über 86 Prozent in der Weltcup-Kür in Göteborg einen neuen persönlichen Rekord und wartet eigentlich nur darauf, dass die Turniere wieder losgehen. Auch Famoso steuert dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit erst entgegen. Der Oldenburger, Spezialgebiet Piaffe, gilt als potenzielles Championatspferd. Dahinter reift der Bundeschampionatsfinalist Discover heran. Ebenfalls ein Pferd, von dem man Großes erwarten kann. Drei Ausnahmepferde, die Flora Keller Benjamin Werndl da zur Verfügung stellt – und es kommen noch eine ganze Reihe hinterher, die zum Teil noch darauf warten, angeritten zu werden. Flora Keller sagt: „Wir denken langfristig.“

Gesucht und gefunden haben sich Benjamin Werndl und Flora Kellers Damon Hill-Sohn Daily Mirror, hier beim Weltcup- Turnier in Neumünster.


Fotos: www.toffi-images.de

Die Schweizerin kann es sich leisten, an die 30 Pferde zu halten, die Hälfte davon bei Werndls, die anderen auf ihrer eigenen Anlage in der Schweiz, noch auf der Wiese oder bei Freunden. Sie unterstützt Entwicklungsprojekte in Afrika, ist regelmäßig selbst dort vor Ort und arbeitet für die Holding ihrer Familie, zu der mehrere Unternehmen gehören. Da kommt keine Langeweile auf! Aber so richtig glücklich machen sie Momente, wie der, als Benjamin Werndl und Daily Mirror Dritte in der allerersten 5* Kür seines Lebens in München wurden. „Ich gebe zu, ich bin schnell gerührt. Aber da haben Aniko und ich Rotz und Wasser geheult. Dieses Pferd so zu sehen, diese Harmonie zwischen ihm und Benni, das ist es, was mich bewegt! Er sollte ja eigentlich nur zur Reha nach Aubenhausen. Wir dachten, wenn er wieder gesund wird, ist es gut. Niemals hätten wir gedacht, dass er nochmal Grand Prix geht – und dann geht er 5*!“

Ja, es gab auch andere Momente. Zum Beispiel der, als ihr erstes Pferd starb. „Da dachte ich eine Zeitlang, ich höre auf. Aber es ging nicht lange. Mir fehlte die Erdung. Das Gefühl, mit dem Pferd in der Natur zu sein. Ich brauche das für meine Seele.“ Diagnose: Dieses Virus ist unheilbar …

MADELEINE WINTER- SCHULZE

Gar nicht so einfach, einen Telefontermin mit Madeleine Winter-Schulze zu bekommen! Nicht etwa, weil Deutschlands wohl bekannteste Reitsportmäzenin, die seit Jahrzehnten Ludger Beerbaum und Isabell Werth beritten macht, nicht wollte. Im Gegenteil. Aber es ist immer so viel zu tun. Wer Pferde hat und auch noch züchtet, weiß, wovon die Rede ist. Doch eine Störung während einer Verladeprozedurund eine Fohlengeburt später, steht „Mado“ gerne Rede und Antwort. Zum Beispiel auf die Frage, was für sie die größte Motivation als Sponsorin ist: „Meine Reiter! Ich gehöre bei beiden zur Familie und ich hoffe, dass das auch noch sehr lange der Fall sein wird! Es geht nicht nur um den Sport. Ich würde alles tun, damit sie zufrieden und glücklich sind!“

Madeleine Winter-Schulze mit Ingrid Klimke, deren Butts Abraxxas sie sicherte, Ludger Beerbaum und Isabell Werth.


„Es geht nicht nur um den Sport.“
Madeleine Winter-Schulze


ZUR PERSON
MADELEINE WINTER-SCHULZE

Jahrgang 1941, geboren in Berlin, war in ihrer aktiven Zeit zweimal Deutsche Meisterin in der Dressur, 1959 mit Coca-Cola und 1969 mit Patella. 1975 gewann sie die Deutsche Meisterschaft der Amazonen im Springsattel auf Dacapo. Heute Mäzenin von Isabell Werth und Ludger Beerbaum. War Mitbesitzerin von Ingrid Klimkes Butts Abraxxas. Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, engagiert sich u. a. auch in der Eduard Winter Kinderstiftung für sozial benachteiligte Kinder in ihrer Heimat Berlin.

MadeleineWinter- Schulze mit ihrem verstorbenen Mann Dietrich, „Dieter“, Schulze.


Foto: www.toffi-images.de

Das gilt auch im umgekehrten Fall. Von Ludger Beerbaums Domizil in Riesenbeck in die Wedemark, wo Madeleine Winter- Schulze und ihr verstorbener Mann Dietrich die Anlage von Hartwig Steenken für ihre Bedürfnisse ausgebaut haben, sind es knapp zwei Autostunden. Isabell Werth hat es von Rheinberg aus deutlich weiter. Die Folge: weniger Besuche, dafür mehr Skype und Telefonate – im Moment ohnehin das Mittel der Wahl, um Kontakt zu halten. Madeleine Winter-Schulze trägt die Corona-bedingte Ausnahmesituation mit Fassung. „Wir haben hier ja alles.“ Mit „wir“ meint sie auch ihre Mitarbeiter, Pawel Jurkowski, der seit 30 Jahren ihre Springpferde reitet, und Ines Bormann, seit 2004 fürs Anreiten und die Dressurausbildung zuständig. „Sie gehören zum Inventar!“, sagt die Chefin. Und: „Schöner als wir hier kann man es gar nicht haben.“ Pause. „Außer, wenn mein Mann noch da wäre …“

2008 starb Dietrich „Dieter“ Schulze, durch dessen Pferde die Zusammenarbeit mit Ludger Beerbaum begann. Sein Tod mit nur 68 Jahren war ein herber Verlust für den Pferdesport und ein Schicksalsschlag für Madeleine Winter-Schulze. Sie hat Freunde auf der ganzen Welt. Alle kennen, schätzen, bewundern die stets freundliche und bescheidene Dame, die für jeden ein nettes Wort hat und immer hilft, wenn Not am Mann ist. Aber ihre Familie, das sind ihre Reiter. Sie standen auch an ihrer Seite, als ihr Mann verstarb. Eine Bindung, die weit über die Sponsorentätigkeit hinaus geht.

Wenn Ludger Beerbaum kommt, geht es nicht nur um Kaffee trinken, sondern auch um den vierbeinigen Nachwuchs. Madeleine Winter-Schulze züchtet selbst und freut sich, dass dieses Jahr auch mal wieder ein Dressurfohlen dabei sein wird. „Von Valdiviani, der bei Schult in Hünxe steht. Da habe ich mich mal durchgesetzt, so als ehemalige Dressurreiterin!“, lacht sie. Das ist nur die halbe Wahrheit, schließlich war sie nicht nur Deutsche Meisterin im Dressur-, sondern auch im Springsattel. Aber das ist lange her. Heute reitet sie nicht mehr. „Ich sehe keinen Sinn darin, mich durch die Gegend tragen zu lassen. Wenn, dann muss man es richtig machen, oder eben lassen.“ Sie hat sich für das Lassen entschieden. Schwer fällt es ihr nicht. „Wenn ich rausschaue, sehe ich die Pferde auf der Weide. Wenn ich abends durch den Stall gehe und angebrummelt werde, weil Mutti kommt, das sind für mich die schönsten Momente.“

Das Herz der Madeleine Winter-Schulze schlägt nicht allein für Pferde und den Reitsport. „Es tut gut, wenn man das Gefühl hat, helfen zu können, wie mit der Eduard Winter Kinderstiftung.“ Die hat sie 2015 mit ihrer Schwester Marion Jauß als weiterer Gesellschafterin gegründet, um Kinder im sozialen, medizinischen oder bildungsfördernden Bereich zu unterstützen. Namensgeber ist der Vater der beiden, Eduard Winter, der sein Geld in der Automobilindustrie verdiente. Ob es je einen Moment gegeben hat, in dem sie daran dachte, aufzuhören? „Nein, nie!“ Seine Familie lässt man eben nicht im Stich.

Christian Ahlmann mit Cöster, dem ersten Pferd, das ihm Marion Jauß gekauft hat.


Foto: www.toffi-images.de

MARION JAUSS

Apropos Familie – Madeleine Winter- Schulze hatte eine zwei Jahre ältere Schwester, ohne die der deutsche Reitsport ebenfalls um einige Medaillen ärmer wäre: Marion Jauß. Hatte? Ja, hatte. Kurz vor Drucklegung dieses Heftes starb Marion Jauß nach langer schwerer Krankheit. Ein schwerer Verlust einer großen Persönlichkeit des Pferdesports! Wie ihre Schwester, ist auch Marion Jauß früher selbst geritten, doch sie verlegte sich später auf den Trabrennsport. So wurde auch der Kontakt zu Georg Ahlmann wiederbelebt, dem Vater von Christian Ahlmann. Christian Ahlmann war damals noch ein Junge, der bis er elf Jahre alt war, nur Fußball im Kopf hatte. Einmal auf den Geschmack im Sattel gekommen (in der Reitschule beim Opa, nicht beim Nationenpreis-erfolgreichen Papa), stellte sich jedoch schnell heraus, dass Ahlmann Junior geradezu ein Wunderkind war: erstes S-Springen mit zwölf, Goldenes Reitabzeichen mit 14, zahlreiche Medaillen bei Nachwuchschampionaten …


„Die Partnerschaft über viele Jahre in guten wie in schlechten Zeiten macht es ganz speziell.“
Christian Ahlmann über Marion Jauß


Marion Jauß war vor allem im Trabrennsport zuhause und war selbst erfolgreich im Sulky.


Das Pferd, mit dem Christian Ahlmann bei den Senioren durchstarten wollte, war der Holsteiner Charleston. Doch die Partnerschaft, die so viel versprechend begann mit Platz vier bei den Deutschen Meisterschaften in Verden 1999, ersten Nationenpreiseinsätzen usw., endete jäh als Charleston verkauft wurde – „gegen alle Absprachen!“, so Christian Ahlmann. Für ihn ein herber Schlag! Marion Jauß hörte davon und war empört. Sie bot Christian Ahlmann an, er möge ihr doch Bescheid geben, wenn er ein Pferd sieht, von dem er glaubt, dass es internationale Qualität hat. Fündig wurde Ahlmann im Stall der Familie Luther in Schleswig- Holstein. Dort stand ein Schimmel v. Calato. Sein Name: Cöster. Marion Jauß hielt Wort. Cöster trug Christian Ahlmann u. a. bei seinem ersten Championat im Seniorenlager, den Europameisterschaften 2003 in Donaueschingen, zu Doppelgold.

Seither hat Marion Jauß noch oft Wort gehalten. So gehörte ihr auch Christian Ahlmanns Aachen-Sieger und WM-Partner 2014, Codex One. Oder der inzwischen ebenfalls pensionierte Fünf-Sterne-Sieger Epleasure. Ein aktuelles Pferd, auf das Ahlmann ganz große Stücke hält, ist der acht jährige Emerald-Sohn Mandato van de Neerheide, der zuletzt in Leipzig die Youngster Tour gewann. Oder der Selle Français-Wallach Tokyo v. Kannan, der schon zahlreiche Erfolge auf höchstem Niveau auf dem Konto hat, aber derzeit verletzt ist.

ZUR PERSON
MARION JAUSS

Jahrgang 1939, früher ebenfalls im Sattel aktiv, später erfolgreiche Amateur- Trabrennfahrerin, die sich dann der Zucht verschrieben hat und das Gestüt Neritz in Schleswig-Holstein besitzt. Hat Publizistik studiert und bis zur Geburt des ersten von zwei Kindern als freie Journalistin gearbeitet. Sponserte bis zu ihrem Tod am 4. Mai 2020 Christian Ahlmann (Cöster, Codex One, Epleasure usw.) und leitete mit Schwester Madeleine Winter-Schulze die Eduard Winter Kinderstiftung.

Marcus Ehning und Priam du Roset, der ihm und der Nybor Sportpferde GmbH gehört.


Foto: www.sportfotos-lafrentz.de

Was Christian Ahlmann an Marion Jauß besonders geschätzt hat, war ihre Loyalität. „Diese Partnerschaft über Jahre in guten wie in schlechten Zeiten, das macht es ganz speziell“, sagt der 45-Jährige. „Diese Großzügigkeit und alles, was sie für mich macht, das ist sehr sehr selten!“ Wenn Christian Ahlmann von „schlechten Zeiten“ spricht, meint er damit vor allem die Rückschläge, die jeder Sportler ertragen muss. „Es gibt Perioden, in denen es einfach nicht läuft. Das sind kleine Tiefs, die man nach außen gar nicht bemerkt, die aber intern richtig Mist sind! Doch die passieren.“ Das wissen die Schwestern Winter-Schulze und Jauß. Schließlich kommen sie selbst aus dem Sport und „kennen das Geschäft in- und auswendig“, wie Christian Ahlmann sagt. Damit wird sachlich umgegangen: „Das wird analysiert, besprochen und dann geht es weiter. Das ist nicht alltäglich! Das muss man hervorheben! Ich bin unheimlich dankbar, dass das bis heute Bestand hat!“

Das sagte Ahlmann wenige Tage vor dem Tod seiner großen Förderin. Die Nachricht muss auch ihn schwer getroffen haben. Auf Instagram schreibt er: „Liebe Marion, ich kann Dir nicht genug danken für alles, was Du für mich getan hast. Du bist die Mutter meines sportlichen Erfolges. Ich kann nur hoffen, dass ich Dein Leben so bereichert habe, wie Du meins.“

JUDITH GÖLKEL

Als Grégory Wathelet und Corée 2017 zum Sieg im Großen Preis von Aachen flogen, gab es eine Person bei der Siegerehrung, deren Freude mindestens genauso groß war, wie die des Belgiers im Sattel: Judith Gölkel. Ihr gehört Corée, ihr gehören auch zahlreiche Erfolgspferde aus dem Stall Ehning sowie der Schwedin Nicole Persson. Judith Gölkel ist studierte Tiermedizinerin, also schon von Berufs wegen immer ganz dicht dran – wobei sie inzwischen nicht mehr praktiziert. Aber wer Judith Gölkel auf dem Turnier sucht, findet sie eher im Stallbereich und auf dem Abreiteplatz als im VIP-Zelt. Ihren Reitern vertraut sie voll und ganz, mischt sich weder in das tägliche Training ein, noch in die Turnierplanung. Stattdessen managt sie seit 2008 das Büro im Stall Ehning – E-Mail Korrespondenz, die Planung für die Turniere etc. Der Kontakt zu Familie Ehning entstand über den damaligen deutschen Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting. Judith Gölkel hat in ihrer Jugend ausschließlich voltigiert, ehe sie mit 21 in den Dressursattel umstieg. Zum Springsport kam sie erst danach. Sie ist auch selbst Turniere geritten, sagt aber: „Nach ein paar Jahren habe ich aufgehört zu springen, weil ich sehr nervös war und keinen Spaß mehr dabei hatte.“ Nachdem sie ihr Studium in den USA abgeschlossen hatte, kehrte sie nach Deutschland zurück und in die Praxis von Dr. Nolting. Über ihn kam der Kontakt zu Marcus und Johannes Ehning. Das erste Pferd, das sie „bei und für“ Marcus Ehning erwarb, war die Cassini-Tochter Casandra. Sie holte ihre eigenen Pferde aus den USA nach Deutschland und gab sie Johannes zum Reiten. Ihr selbst war das Reiten nicht mehr so wichtig. „Ich erfreue mich am professionellen Springsport. Mir macht das Zuschauen mehr Spaß, als selbst zu reiten.“

Inzwischen hatte sie mehrere Pferde in Borken im Stall Ehning im Training. 2014 machten sich die Ehning-Brüder und die bis dato als Bereiterin angestellte Schwedin Nicole Persson selbstständig. Judith Gölkel teilte ihre Pferde unter den drei Reitern auf. Etwa zur selben Zeit lernte sie auf einem Turnier den Belgier Grégory Wathelet kennen. „Er war mir sofort sympathisch. Johannes hat sich damals mehr auf den Handel konzentriert. Deshalb habe ich ein paar Pferde zu Grégory in Beritt gegeben. Seitdem unterstütze ich meine vier Hauptreiter mit Pferden.“

Die werden nicht nur gekauft. Judith Gölkel züchtet auch selbst, und das sehr erfolgreich. So sei ihr Liebling der Holsteiner Sandero, ihr erstes selbst gezogenes Pferd, das manchen vielleicht noch vom CHIO Aachen 2017 in Erinnerung ist, als der Fuchs erfolgreichstes Pferd des Youngster-Cups wurde. Judith Gölkel: „Ich habe ihn aus Casandra gezogen, meinem ersten Pferd für Marcus, und Sandro Boy ist sein Vater. Er ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Er habe auch nach Aachen noch einiges gewonnen, aber: „Er hat keine besonderen Erfolge, aber er bleibt für mich immer mein Liebling.“ Konkurrenz bekommt er beispielsweise von Marcus Ehnings Cristy. „Wir haben sie als Zuchtstute gekauft. Das Anreiten nach zwei Fohlen war sehr kompliziert, aber danach hat sie eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Mittlerweile ist sie mit Marcus auf Fünf-Sterne-Turnieren platziert und ich bin so stolz auf sie! Eine Kämpferin, jederzeit bereit, 150 Prozent zu geben!“ Cristys erstes Fohlen ist übrigens inzwischen mit Johannes Ehning erfolgreich unterwegs im Parcours, sein Name: Qooper. Neben Sandero und Cristy habe aber beispielsweise auch die Schimmelstute Corrée einen festen Platz in ihrem Herzen. Ihr verdankt Grégory Wathelet, dass er seit 2017 einen Platz an der Ehrentafel der Aachener Soers hat, auf der alle Sieger im Großen Preis von Aachen verewigt werden.

Seit langem ein Team und außerdem Freunde: Marcus Ehning und Judith Gölkel.


Foto: www.hippofoto.be

ZUR PERSON
JUDITH GÖLKEL

Jahrgang 1971, studierte in der USA Tiermedizin, kam über das Voltigieren erst zum Dressur-, dann zum Springsport. Früher auch selbst auf Turnieren aktiv, heute mit ihrer Nybor Sportpferde GmbH Besitzerin von Pferden, die von Marcus und Johannes Ehning, Grégory Wathelet (BEL) und Nicole Persson (SWE) geritten werden. Kommt aus einer pferdebegeisterten Familie, hat zusammen mit Zwillingsschwester Ester die Winley Farm in den USA, ca. 1,5 Stunden entfernt von New York, aufgebaut, wo früher auch gezüchtet wurde und heute die Rentner die Weide genießen.


„Mir macht das Zuschauen mehr Spaß, als selbst zu reiten.“
Judith Gölkel


Für Judith Gölkel sind es aber bei weitem nicht nur die Erfolge, die sie mit ihren Reitern verbinden. „Natürlich sind die Siege und Platzierungen mit meinen Pferden immer etwas Besonderes. Die Bestätigung der ganzen Arbeit, der Glaube an das Pferd, so etwas ist immer wunderbar! Ich genieße aber auch die ruhigen Abende, wenn man zusammen Essen geht und sich über alles Mögliche in Ruhe unterhalten kann. Wir sind mittlerweile sehr gute Freunde geworden.“

Dem gegenüber stehen aber auch andere Momente. „Es gab schon schwere Zeiten, zum Beispiel, als vor zwei Jahren Forlap nach seinem Beinbruch eingeschläfert werden musste. Das hat mich sehr getroffen.“ Schlimm sei es auch immer, wenn Fohlen sterben, auf die man sehnsüchtig gewartet hat. „Aber es geht immer weiter und es gibt immer wieder eine neue Hoffnung.“ Wenn sie einen Wunsch frei hätte für sich und ihr Team, dann wären das diese: „Natürlich wünsche ich mir sportlichen Erfolg für meine Reiter und das Erreichen von Zielen, an denen sie hart gearbeitet haben, aber auch Gesundheit, zur Zeit besonders wichtig, und das Quäntchen Glück im richtigen Augenblick! Ich wünsche mir aber auch für meine eigene Zucht mit den früheren Sportstuten weiterhin Glück und Erfolge im Sport.“ Und falls noch jemand einen Tipp benötigt, wie man die Corona-Krise überstehen kann – Judith Gölkel empfiehlt Puzzeln!


Foto: www.galoppfoto.de