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Viele erste Male…


Münster! - epaper ⋅ Ausgabe 87/2020 vom 03.01.2020

Münster – »Vor 50 Jahren – Münster 1970« – der Klassiker im Stadtmuseum Münster! Bis heute haben sich nahezu 500.000 Besucher auf die Zeitreisen 50 Jahre zurück begeben. Immer wieder spannend, wie sich die Stadt in einem halben Jahrhundert verändert hat, auch weil sich viele Besucher noch aus eigenem Erleben erinnern können.


1970Während die Astronauten von Apollo 13 im All um ihr Leben kämpften und der Krieg in Vietnam tobte, herrschten in Münster ambivalente Verhältnisse zwischen Protest und heiler Welt. Der Unterschied zu heute ist also gar nicht so groß. Vor allem junge Menschen und Studenten ...

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Bildquelle: Münster!, Ausgabe 87/2020

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... demonstrierten gegen hohe Mieten und eine gedankenlose Konsumgesellschaft. Gleichzeitig begehrte das gut-katholische Münster auf – und verbot die Prostitution innerhalb der Promenade.

Zum deutschen Feuerwehrtag hielt Bundeskanzler Willy Brandt in luftiger Höhe eine Rede in der Stadt und Jürgen Möllemann – schon damals ganz PR-Profi – sprang mit dem Fallschirm über Münster ab. Stars wie Deep Purple, der junge Howard Carpendale oder Udo Jürgens lockten die Massen in die Halle Münsterland. Auch der Sport kam nicht zu kurz: Neben Slalom-Autorennen wurden auch die Tanzsportweltmeister in Münster gekürt.

PARKEN Das Stadtbild im Bereich Heinrich- Brüning-Straße/ Salzstraße hat sich heute stark verändert. Geparkt wurde 1970 gerne zentral, man beachte auch das kleine Kassenhäuschen

DAS ERSTE STRASSEN-CAFÉ

Michael Cornelius Goran betreut die Schau als Wissenschaftlicher Volontär im Stadtmuseum gemeinsam mit Vize-Chef Dr. Axel Schollmeier. Tausende Negative aus dem reich bestückten Nachlass des Bildchronisten der Zeitung »Westfälische Nachrichten« Rudolf Krause wurden für die aktuelle Schau gesichtet. Goran: »Auffällig bei der Auswahl der Fotos war, dass es Vieles zum ersten Mal gab: Das Café Grotemeyer war zum Beispiel das allererste Straßencafé in Münster. Vorher gab es diese Art Außengastronomie in der Innenstadt überhaupt nicht. Zum ersten Mal eröffnete auch der Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof.« Bemerkenswert dabei ist auch, dass zwischen Eröffnung und Genehmigung durch den Rat der Stadt gerade mal drei Monate vergingen. So schnelle Entscheidungen und Umsetzungen würde man sich heutzutage auch manches Mal wünschen. Und wussten sie, dass das Münsterland keineswegs immer schon Heißluft-Ballon-Mekka war? Erst 1970 kam das erste Exemplar mit dem britischen Ballon-Pionier Malcom Brighton nach Münster. Nach eintägiger Einweisung unternahmen dann Piloten des Freiballon-Sportvereins von Billerbeck aus die erste Fahrt. Brighton selbst kam einige Monate später bei einer Atlantiküberquerung ums Leben.

DER KANZLER KOMMT! Vom 17. bis zum 21. Juni 1970 fand in Münster der 24. Deutsche Feuerwehrtag statt, zu dem sich rund 40.000 Feuerwehrleute in der Stadt versammelten. Nach dem Bundespräsidenten Gustav Heinemann kam am Abschlusstag des Feuerwehrtages auch Bundeskanzler Willy Brandt nach Münster

RATHAUS-INNENHOF Anfang Dezember 1970 eröffnete zum ersten Mal in Münster der Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof. Was heute eine Selbstverständlichkeit in der Vorweihnachtszeit ist, war damals eine sensationelle Neuerung

EINE STADT VERÄNDERT SICH

BALLON-SAISON Der erste Heißluftballon kam noch mit dem Pionier Malcolm Brighton (1. v. l.), der den Ballon auch hergestellt hatte, aus England nach Münster

Immer wieder interessant sind natürlich die baulichen Veränderungen in der Stadt, die durch Rudolf Krause dokumentiert wurden. Etwa wenn der Blick auf die heute völlig veränderte Situation rund um die Dominikanerkirche (wo 1970 auch noch ganz selbstverständlich geparkt wurde…) fällt, die damals fast baufällige Geistschule oder den Abriss des alten Kinos Gertrudenhof an der Warendorfer Straße.

ABRISS 1970 fiel der alte Gertrudenhof, früher u.a. ein Kino, den Baggern zum Opfer


Völlig verändert hat sich auch das Bild im Bereich Ludgeristraße/Rothenburg: Im Sommer 1970 feierte die lokale Presse, dass endlich Pläne für die Umgestaltung der Passage zwischen Stadtsparkasse und Rothenburg vorliegen. Umgesetzt wurden die Pläne übrigens erst 1977 – und sind heute komplett obsolet, erheben sich hier doch jetzt die Münster-Arkaden. In der »Heulenden Kurve« gegenüber dem Erbdrostenhof erlebte »Emils Pinte« ihr letztes Stündlein, hier wurde ein Geschäftshaus errichtet. Von den vielen alten Kneipen hat sich bis heute in dem Gebiet nur das Alte Gasthaus Leve erhalten.

UDOOOO! Auf seiner 101-Städte-Tournee, damals als Europas längstes Mammutkonzert beworben, machte Udo Jürgens auch in Münster Station. Am 23. Mai gastierte der beliebte Sänger in der Halle Münsterland


PASSAGE Anfang Juni vermeldeten die Zeitungen Pläne für die Umgestaltung der Passage zwischen den Gebäuden der Stadtsparkasse an der Ludgeristraße und der Rothenburg. Heute erheben sich hier die Münster Arkaden


GROSSE ZOO-PLÄNE Die ersten Arbeiten erfolgten bereits im Jahr 1969, doch die feierliche Grundsteinlegung für den neuen Allwetterzoo fand erst am 7. September statt. Mittlerweile hatte das Großprojekt wegen steigender Baukosten und Bauverzögerungen für erste schlechte Nachrichten gesorgt. Dennoch versuchten alle Beteiligten bei der Grundsteinlegung, zumindest noch einen gewissen Zweckoptimismus auszustrahlen


DER NEUE ZOO

Bis heute nicht aus dem Stadtbild wegzudenken, ist dagegen der Allwetterzoo. Dessen Grundsteinlegung fand am 7. September 1970 statt. Mittlerweile hatte das Großprojekt wegen steigender Baukosten und Bauverzögerungen für erste schlechte Nachrichten gesorgt. Dennoch versuchten alle Beteiligten bei der Grundsteinlegung, zumindest noch einen gewissen Zweckoptimismus auszustrahlen. Auch das Großmodell sollte eine gewisse Begeisterung auslösen. Heute, tempus fugit, plant der Allwetterzoo mit Hochdruck eine komplette Modernisierung. Wenn also eines beständig ist, dann ist es die Veränderung. Und dass die mit zeitgenössischen Werbetafeln ergänzte Fotoausstellung »Vor 50 Jahren – Münster 1970« auch dieses Jahr wieder ein Publikumsmagnet sein wird.

EMILS PINTE Anfang März war es so weit: Die typische münsterische Kneipe mit dem bezeichnenden Namen Emils Pinte an der Ecke Alter Steinweg/Salzstraße fiel der Spitzhacke zum Opfer, um nur wenige Monate später einem viergeschossigen Neubau Platz zu machen


GEISTSCHULE Schüler der Heilig-Geist-Schule ergriffen die Initiative und machten Mitte November mit Transparenten auf die marode Bausubstanz ihrer Schule aufmerksam. Es sollte noch sieben Jahre dauern, bis ein Erweiterungsbau eröffnet werden konnte


»VOR 50 JAHREN – MÜNSTER 1970«

Die Ausstellung läuft noch bis zum 27. November 2020 im Stadtmuseum Münster (Salzstraße 28). Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10–18 Uhr, Samstag, Sonnund Feiertag 11–18 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Buch zur Ausstellung ist unter ISBN 978-3-402-24656-6 im Aschendorff-Verlag erschienen und ist für 9,80 Euro erhältlich.

ZAHLEN & FAKTEN

MÜNSTER-WISSEN ZUM ANGEBEN!

93.410

EURO an Landesfördermitteln fließen für die Sanierung des Paradieses am St.-Paulus-Dom. Mit dem Geld aus dem Denkmalförderprogramm des Landes NRW wird die Südfassade am Haupteingang des Doms denkmalgerecht instandgesetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 283.000 Euro, das Land trägt also 33 Prozent.

1950

am 29. JANUAR vor 70 Jahren, vermöbelte Preußen Münster den FC Schalke 04 im Oberligaspiel mit 8:1 im heimischen Preußenstadion vor 18.000 Fans. Lang, lang ist’s her…

9600

KINDER UND JUGENDLICHE sind im letzten halben Jahr kostenlos in eines der 18 Museen des LWL gefahren. Insgesamt 249 Schulklassen und Kitagruppen haben seit April von dem neuen »LWL-Mobilitätsfonds« – und damit von freiem Eintritt – profitiert. Die meisten Klassen kamen aus Grundschulen (76) und Gymnasien (45).

700

PÄCKCHEN schickte der Round Table 48 Münster auf den Weg. Sie fuhren zusammen mit weiteren 173.161 Päckchen und 293 Helfern nach Bulgarien, Moldawien, Rumänien und in die Ukraine, um die Geschenke in Kindergärten, Schulen, Kinderheimen, Waisenhäusern und Kliniken zu verteilen.

2000

BÄUME wurden jetzt durch die NRW.BANK im historischen Dyckburger Wald in Münster gepflanzt. Eichen, Hainbuchen, Winterlinden und Flatterulmen sollen die ökologische Vielfalt in dem Erholungswald stärken und ihn so vor den Risiken des Klimawandels absichern.

40

JAHRE ist her, dass ein mit 340 Tonnen Kohle beladenes Schiff, in Hiltrup aus dem Dortmund-Ems- Kanal gehoben wurde. Kurz vor Weihnachten war es in Höhe des Hotels Krautkrämer ins Ufer gekracht und gesunken. Am 4. Januar 1980 fand die Bergung statt.


Foto LWL: Elisabeth Deiters-Keul