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Vielfältige Lilienschau


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 25/2019 vom 22.06.2019

Bereits zum neunten Mal fanden in Holland die Lilientage Dutch Lily Days statt. Wieder einmal trafen sich Kunden und Entscheider aus der Zwiebelblumenbranche mit Schwerpunkt Lilien, um die neusten Varietäten zu begutachten und sich auszutauschen. Dieses Jahr beteiligten sich 14 Betriebe, von Züchtern bis zu Exporteuren. Rund 600 Kunden besuchten die Schau.


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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 25/2019

Steenvoorden Flowerbulbs empfing seine Besucher in einem komplett neu errichteten 3.200 Quadratmeter großen Testgewächshaus.


Nach der Tulpe ist die Lilie die zweitwichtigste Zwiebelpflanze für Holland. Im Jahr 2018 wurden in den Niederlanden rund 1.539 ...

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... Millionen Lilienzwiebeln produziert, auf der Südhalbkugel etwa 210 Millionen, insgesamt waren es also rund 1.750 Millionen. Der Großteil der Zwiebeln, 1.219 Millionen, wird in Länder außerhalb der EU exportiert. Die fünf wichtigsten sind China (22 Prozent), Vietnam (zwölf Prozent), USA (zehn Prozent), Mexiko (zehn Prozent) und Kolumbien (sieben Prozent). Etwa 530 Millionen verbleiben innerhalb der EU und werden hauptsächlich für die Schnittblumenproduktion in Holland genutzt sowie für den Export in EULänder. Dank ständiger Weiterentwicklung und neuer Züchtungen gelingt es der Branche seit einigen Jahren, das altmodische Image, welches den Lilien anhaftet, abzulegen sowie neue Zielgruppen zu gewinnen und so das Interesse an Lilien zu steigern.

Derzeit gibt es am Mark 1.187 Liliensorten, während rund 60 Sorten rund 70 Prozent des Umsatzes ausmachen. Bei dieser Anzahl könnte man meinen, das wäre genug. Aber, es geht immer noch besser – und das ist der Antrieb der Lilienzüchter, um jedes Jahr Neues zu kreieren und weiterzumachen. Dabei geht es nicht nur um Farben, auch verbesserte Wuchseigenschaften, die den Anbau erleichtern, stabilere Stängel für den Transport, mehr aufwärtsstrebende Blüten, krankheitsresistente Pflanzen, ein langes Regal- und Vasenleben sind einige der Züchtungsziele.

Wohin geht die Reise?

Eine vielversprechende Gruppe sind derzeit Lilien mit gefüllten Blüten, sogenannte „Double Lilys“. Sie sind frei von Pollen – und somit frei von Pollenstaub – und duften kaum oder gar nicht. Das wird von vielen Endverbrauchern gewünscht. Da die Staubblätter der gefüllten Lilien in Blütenblätter verwandelt sind, besitzen sie deutlich mehr Blütenblätter, was ihnen eine dichte Blüte mit rosenähnlichem, manchmal auch seerosenartigen, Aussehen verleiht. Generell sind die verfügbaren Mengen am Markt noch überschaubar und somit kauft man gefüllte Lilien derzeit noch teurer ein als andere. Aber die meisten Exporteure sehen darin großes Potenzial und einen wachsenden Markt.

Üppige Blüten: Rose Lily Natalia.


Eine „Captain Calla“ bildet bis zu 25 Blüten.


„Wir setzen auf TA-Lilien und sind überzeugt, dass die in zehn Jahren jeder haben möchte. Dieses Produkt ist weltweit interessant.“
Rogier Mak


Die Züchtung steht noch am Anfang. Unter dem Markennamen „Rose Lilys“ gibt es jedoch eine Gruppe mit etwas Vorsprung, da die Züchter dieser Lilien mit ihrer Arbeit früher angefangen haben und einige Jahre voraus sind. Angebaut werden sie von Moerman Lilium und werden exklusiv über Van den Bos Flowerbulbs BV oder Zabo Plant BV exportiert. Laut Rob Verbraeken von Van den Bos Flowerbulbs BV halten sie zwei bis zweienhalb Wochen in der Vase, während einfach blühende Lilien sieben bis zehn Tage frisch bleiben. Van den Bos Flowerbulbs BV verkaufte im Jahr 2018 rund 14 Millionen „Rose-Lily“-Zwiebeln, für 2019 wird der Verkauf auf 20 Millionen geschätzt. Und die Einschätzung von Rob Verbraeken für die nächsten fünf Jahre? Er wünscht sich, dass sich der Verkauf in fünf Jahren auf das acht- bis zehnfache steigert.

Auch bei den einfach gefüllten Lilien gibt es interessante Entwicklungen. Bei den Schnittblumen sind die Lilien der Oriental-Gruppe die stärkste Gruppe im Verkauf, gefolgt von LA- sowie OT-Hybriden. Der Züchter Mak Breeding BV setzt für die Zukunft auf TA-Lilien (Trumpet-Asiatic). Der seit über 40 Jahren bestehende Familienbetrieb – unter anderem bekannt für seine stabilen OT-Hybriden, die leicht anzubauen sind – hat vor 18 Jahren mit der Züchtung von TA-Lilien begonnen. Deren Vorteile: sie haben keinen Geruch, sie wachsen in warmem Klima deutlich besser (das ist wichtig für die Produktion in entsprechenden Ländern) und sowohl die Farbe als auch die Beschaffenheit der Blätter bleiben bestehen. Das bedeutet, dass die Blütenfarben nicht verblassen und die Blütenblätter ledrig bleiben, das heißt sie bekommen keine papierähnliche Konsistenz, wie das bei LA-Hybriden der Fall ist. Zudem sind die Zwiebeln kleiner bei gleicher Blütengröße und -qualität von anderen Hybriden. Das bedeutet wiederum, dass zukünftig Transportkosten gespart werden können. Rogier Mak, einer der drei Brüder, die Mak Breeding BV nun führen, ist überzeugt von seiner Züchtungsarbeit und prognostiziert: „In zehn Jahren möchte jeder TA-Lilien haben und das weltweit“.

Captain Calla

Zeitgleich zu den Dutch Lily Days veranstaltete die Kapiteyn Group die Captain Calla Days. Der seit 94 Jahren bestehende Familienbetrieb, der inzwischen von der vierten Generation geführt wird, beschäftigt sich seit Gründung mit der Entwicklung, der Züchtung und dem Handel von Blumenzwiebeln. Seit 1994 liegt dort ein Fokus auf derCalla -Züchtung und der zahlt sich aus, denn die Züchtungen mit dem Markennamen „Captain Calla“ sind weltweit angesehen und erzielen oft höhere Preise als andere Calla.

Im Gegensatz zu den Lilien ist imCalla -Segment der Topfpflanzenmarkt wichtiger als der Schnittblumenmarkt. Die Züchtungsziele sind zum Beispiel große und rundliche Blüten, stabile Stängel sowie gute Wuchsfähigkeiten für einen problemlosen Anbau.

Auch die Züchtung führt schneller zu Ergebnissen: Von den ersten Kreuzungen bis zum Verkauf von neuen Sorten muss man bei Lilien mit 20 Jahren rechnen, während es beiCalla „nur“ acht Jahre sind. Erst im Januar 2019 bezog das Team von Kapiteyn die neu gebaute Produktionsstätte, inklusive Büro, ganz in der Nähe der bisherigen Hallen und Testgewächshäuser. Hier gibt es ausreichend Platz für Expansion sowie neueste technische Bedingungen. Beste Qualität hat bei Kapiteyn oberste Priorität, fast alles ist Handarbeit (außer dem Waschen und Verpacken der Zwiebeln), damit die empfindlichen Zwiebeln nicht beschädigt werden.

Ebenso wird Teamarbeit großgeschrieben und viel Wert auf den Informationsfluss und den Austausch mit den Kunden gelegt, den vor allem dadurch kann man sich laut Kapiteyn weiter verbessern.

Die Autorin

Judith Starck, freie Gartenredakteurin, Dipl. Ing. (FH) der Landespflege