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VIER UNGEWÖHNLICHE STEUER- SPARMODELLE


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 28/2021 vom 15.07.2021

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Der neue Isuzu D-Max gegen altbekannte, teils mehrfach geliftete Konkurrenten

ISUZU D-MAX 1.9 TD

FORD RANGER 2.0 ECOBLUE

NISSAN NAVARA 2.3 dCi

TOYOTA HILUX 2.8 D-4D

LANGE ZEIT HERRSCHTE UNKLARHEIT bei Pick-up-Käufern. Wie hoch wird die Kfz-Steuer ausfallen? Rechnen die zuständigen Beamten nach Gewicht? Nutzfahrzeugüblich und damit günstig? Oder nach Hubraum und CO 2 -Normausstoß wie beim Pkw? Teuer!

Strittige Fälle gab es vor allem bei den Doppelkabinern. Ob der Doppelkabiner als Pkw oder als Leicht-Nutzfahrzeug zu sehen ist, lag im Ermessen des Hauptzollamts. Da wurden Maßbänder gezückt und Innenraum- mit Pritschenlängen verglichen – und gerne zuungunsten des Eigners entschieden. Seit Jahresanfang schafft eine neue Rechtslage Klarheit. Ist der Pick-up in den Papieren als Lkw eingetragen, wird er auch als solcher besteuert, also nach Gesamtgewicht. Punkt.

Dennoch bleiben Pick-ups zwiespältig. Wer nur den Coolness- Faktor sieht oder das reichliche Metall fürs Geld, wird ein ...

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... solches Fahrzeug womöglich schnell leid: Sperrige 5,30 Meter lang, hinten arbeiten an Postkutschen erinnernde Blattfeder-Achsen (Ausnahme: Nissan), gern in Tateinheit mit übereifrigen Dämpfern, die das Leiterrahmen-Gefährt auf Betonfugen in eine ständige Stuckerbewegung versetzen. Auf unebener Fahrbahn ist bei allen diese typische Disharmonie spürbar zwi- schen williger Vorder- und bockiger Hinterachse. Alle unsere Testkandidaten bieten rund eine Tonne Zuladung, eine gewisse Steifigkeit der Hinterhand liegt in der Natur der Sache. Alle vier haben diesen Pick-up-Zitterich, der Ford weniger, der Nissan mehr.

! Obwohl nicht die älteste Konstruktion, wirkt der Toyota eine ganze Generation hinterher

Ebenfalls ins Kalkül zu ziehen: Bei den günstigen Einstiegspreisen bleibt es nicht. Eine Schutzwanne (um die 300 Euro), die rund 1700 Euro für ein Abdeckrollo oder um die 2500 Euro für ein Hardtop sind einzurechnen, machen sie den Pick-up doch erst alltagstauglich. Perfekt ausgeführt sind solche Hardtops selten; auch beliebte Abdeckrollos wie die von Mountain Top funktionieren mal auf Anhieb, mal nicht – diese Teile sind offenbar einstellungsempfindlich.

Zum Pick-up-Fahrgefühl zählen auch die indirekten Lenkungen. Aber fahrsicher sind sie geworden: Beim Ausweichen lässt sich keiner aus der Reserve locken. Wir können mit diesen Autos unbeladen bei 70 km/h einen Ausweichhaken schlagen, ohne gleich auf dem Dach zu landen. Vor 20 Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit.

Obwohl die älteste Konstruktion, holt der Ford Ranger (seit 2013) etliche Bestwertungen. Wir klären, ob das am Ende auch zum Gesamtsieg reicht. Unklarheiten gab es bisher ja genug.

Unsere Platzierung

TOYOTA HILUX 2.8 D-4D

Punkte 417

Ernst gemeinter Unterfahrschutz, höchste Bodenfreiheit, Wiederverkaufswert top.

Fondlehne zu steil, Lenkung indirekt, nicht sparsam, kurze Wartungsintervalle.

DER NACHGEREICHTE 2,8-LITER-DIESEL des Hilux stemmt sich gegen den Downsizing-Trend und wirkt viel souveräner als der weiterhin angebotene 2,4-Liter. Abzüge gibt’s für den relativ hohen Verbrauch als Folge einer wenig gelungenen Abstimmung der Automatik, die manuelles Hochschalten oft nicht zulässt. Im Hilux sitzt der Fahrer näher am Fahrzeugboden als in den anderen, er bietet den dicksten Stahl-Unterfahrschutz und die niedrigste Ladeflächenwand. Rahmen, Wandler, Lenkung – alles an diesem Auto wirkt irgendwie weich. Der Toyota bietet als einziger Pick-up im Vergleich keine Lordosenstütze. Fondpassagiere wissen nicht so recht, wohin mit den Füßen. Zudem fällt die Lehne zu steil aus – vom Komfort und vom Fahreindruck her ein Pick-up alter Schule.

Mit größerem Diesel souverän, nicht sparsam

TEIL-PANZERUNG

Dickster Stahl-Unterfahrschutz, AdBlue-Tank im Motorraum, unbequemer Fond im Hilux

ISUZU D-MAX 1.9 TD

434 Punkte

Sparsamstes Auto im Vergleich, Sitzkomfort und Platzangebot überdurchschnittlich.

Schwächste Fahr- leistungen, rappeliger Downsizing-Diesel, Navigation nur via Handy.

GERADE ERSCHIENEN, kommt die dritte Serie des D-Max mit dem alten 1,9-Liter-Diesel. Leider rappelt er beim Losfahren laut, klingt rau und angestrengt. Keine gute Idee, die D-Max-Motorisierung in zwei Schritten (2012 und 2017) zu verkleinern. Die Sechsstufenautomatik von Aisin schaltet etwas planlos, lässt den Diesel bis 3200 Touren hochdrehen. Auf der Habenseite: der geringste Verbrauch im Vergleich, die relativ exakte elektromechanische Lenkung, prima Sitzkomfort sogar im Fond, die gedämpfte Ladeklappe. Und: Der Laderaum ist beschichtet, das soll witterungsbeständiger sein als eine Plastikwanne. Auch ein Fortschritt: Die Heckkamera hat jetzt die AHK-Kugel im Blick.

Feine Neukonstruktion, rappeliger Spar-Diesel

3 Unsere Platzierung

DER JÜNGSTE

Beschichtete Pritsche, Apple CarPlay kabellos, CD-Schacht im D-Max-Handschuhfach

2 Unsere Platzierung

NISSAN NAVARA 2.3 dCi

447 Punkte

Beste Bremsen, Preis-Leistung top, schlaues Verzurrsystem, großzügigste Garantie.

Federung und Motorlauf besonders derb, Lenkung schwammig bei Autobahntempo.

NISSAN NIMMT EINEN NUTZFAHRZEUG-DIESEL von Renault und paart ihn mit einer Siebenstufen- Automatik. Im Ergebnis sind die Fahrleistungen okay, der Automat schaltet aber unnötig oft zurück. Dafür bremst keiner so gut wie der Navara, der als Einziger hier auch hinten Scheibenbremsen trägt. Praxis- gerecht: das variable Schlitten- Verzurrsystem (723 Euro im Paket, ab Tekna Serie). Enttäuschend: Obwohl als Einziger auch hinten mit Schraubenfedern, bringt das kein Komfort-Plus. Schiebedach ist Serie, kostet aber Innenhöhe, das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen.

Topbremsen, Federung trotz Spiralfedern derb

Die Versöhnung erfolgt an der Kasse. Der Navara ist günstig, muss nur alle zwei Jahre zum Service und bietet fünf Jahre Garantie (beides wie Isuzu).

VARIABLER LASTER

Variables Verzurrsystem mit Schlitten, aber schwere Klappe. Lehne hinten steil, Knieraum mäßig

FORD RANGER 2.0 ECOBLUE

461 Punkte

Gute Bremsen, bestes Platzangebot, bestes Getriebe, beste Konnektivität.

Schwerstes Auto im Vergleich, Wiederverkaufswert eher enttäuschend, kurze Garantie.

MIT DER KOMBINATION AUS DEM 213-PS-DIESEL – bekannt aus dem Raptor – und der einmaligen Zehnstufen-Automatik legt der Ford den flottesten Spurt hin, trotz des höchsten Gewichts. Auch der Ranger fährt sich Pick-up-typisch, federt aber weniger steifbeinig als die anderen, die elektromechani-sche Lenkung arbeitet relativ direkt und linear. Sitzkomfort im Fond noch besser als im Isuzu. Unterfahrschutz auch hier aus Stahl, dünner allerdings als beim Toyota. Praktisch: das Raumteilersystem an Schienen auf der Pritsche (im Paket, 1900 Euro Aufpreis), das Ladegut längs abstützt. Die Ladeklappe ist per Federstahl zumindest etwas unterstützt. Eine Dachreling ist nur bei Ford und Nissan Serie.

Pick-up mit wenig typischen Nachteilen

Unsere Platzierung

AN VIELES GEDACHT

Ladegutstütze, CD-Schacht im Ranger. Nur er bietet einen Stromanschluss in der Ladewanne

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

1. Ford Ranger Fast ohne Schwächen, mäßige Garantie als einziges Manko. 461 Punkte

2. Nissan Navara Herb gefederter Preis-Leistungs-Sieger mit Topbremsen. 447 Punkte

3. Isuzu D-Max Rappeliger Diesel, aber sparsam. Bequem auch im Fond. 434 Punkte

4. Toyota Hilux Teuer, robust, wertkonstant. Wirkt beim Fahren angejahrt. 417 Punkte

FAZIT

ROLF KLEIN, MIRKO MENKE

Der Toyota als Schlusslicht? Ja, fürs Unzerstörbarkeits-Image gibt’s bei uns keine Punkte. Der Hilux ist teuer, wirkt eine ganze Generation älter als der Rest. Die üblichen Pick-up- Nachteile sind beim Ranger am wenigsten spürbar – es zahlt sich aus, dass Ford immer wieder in dieses Modell investiert hat.