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VINYL


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 15.07.2022

FRISCH GEPRESST

Vinyl mit Lothar Brandt

Artikelbild für den Artikel "VINYL" aus der Ausgabe 8/2022 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 8/2022

Queen The Platinum Collection

Rock, Pop EMI/Universal (6 LPs einzeln verpackt in Schuber, farbiges Vinyl, bedruckte Innenhüllen, 24-seitiges Fotobooklet)

Schöne Premiere: Erstmals erscheint die aus Queens „Greatest Hits (I)“, II und III zusammengestellte „Platinum Collection“ komplett auf Vinyl. Universal hat die gleichfalls erhältliche 3-CD-Box von 2011 auf sechs LPs umgeschnitten, eine jede in einer anderen Vinylfarbe, sie einzeln verpackt und in einen stabilen, platinglänzenden Schuber gesteckt. Nun sind Hit-Compilations, gerade von solch einem Grand mit den Vieren Freddie Mercury, Brian May, John Deacon und Roger Taylor, kaum je zur Zufriedenheit aller Fans zu machen. Aber die Auswahl von 51 Hits stimmt hier soweit, zeitlich vom Debüt „Queen“ bis zum Abschied nach Mercurys Tod „Made In Heaven“ und Erinnerungskonzerten, stilistisch vom harten ...

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... Rocker bis zum Disco-Stampfer, von grandiosem Theater bis zur sanften Ballade.

Auch die Kooperationen mit David Bowie („Under Pressure“ allerdings im tumben Rah-Mix), Elton John, George Michael Wyclef Jean sowie Mercurys Geschmetter mit Opern-Sopranistin Montserrat Caballé „Barcelona“ und seine Solonummer „The Great Pretender“ erklingen. Der Sound entspricht den Digital-Remasters von 2011, die auf zu viel Gleichmacherei der alten und neuen, von Studio- und Live-Titeln sowie auf überzogene Kompression verzichteten. Die großzügig geschnittenen Vinyle laufen recht ruhig, nur sind die Mittellöcher zu eng gestanzt.

Sony (8 Maxi-Singles 33 1/3, Voucher, Poster in DIN A3)

Der stabile Schuber setzt die verdienstvolle Serie mit den kompletten Maxi-Singles und Remixen von Songs aus jeweils einem Depeche-Mode-Album fort – diesmal „Exciter“ aus dem Jahr 2001.

Nach dem Tod von Andrew Fletcher Ende Mai 2022 ist man versucht, von einem Vermächtnis des Keyboarders zu sprechen. Doch der war nur der „dritte Mann“, den Ton der Synthiepopper mit Hang zum Düsteren gaben nach Vince Clarks und Alan Wilders Ausstieg fast nur Songschreiber Martin Gore und Sänger Dave Gahan an. Ob man nun acht Versionen von „Dream On“ oder „I Feel Loved“ braucht, sei dahingestellt. Aber die mit 33 Touren laufenden Maxis sind superb geschnitten, klingen griffig und satt.

Provogue/Mascot (2 LPs 33 1/3, Brown Vinyl, Klappcover)

Das siebente Studioalbum zählt mit seinen griffigen Uptempo- und gefühlvollen Slowsongs, mit den starken eigenen und gekonnt gecoverten Songs („Stop“, „As The Crow Flies“) und einigen kraftvollen Soli zum Besten, was der New Yorker Ausnahme-Saitenhexer Joe Bonamassa eingespielt hat. Das Werk erschien 2009 auch in einer überschaubaren Vinyl-Auflage, die allerdings die zwölf Titel der CD auf einer Scheibe quetschte. Das Reissue auf vier LP-Seiten gibt ein starkes, bläserverstärktes Cover von B.B. Kings Klagelied „Chains And Things“ hinzu, wie die anderen Titel einzeln kommentiert vom Meister. Das braune Vinyl knistert auf Seite 4 über Gebühr, der Sound ist stramm, aber zeittypisch komprimiert.

Low Swing (Klappcover, gefütterte Innenhülle)

Nach dem verheerenden Brand seines Berliner Top-Studios musste Low-Swing-Chef Guy Sternberg in die Emil Berliner Studios ausweichen, wo er gleichfalls „completely computer-free“ analog aufnehmen konnte. Im September 2021 den norwegischen Songwriter Rune Simonsen, der als Port Almond schon sein Debüt bei dem audiophilen Label veröffentlicht hatte (2018). Und die „Little Ships“ fahren keinen Deut schlechter.

Wieder an Bord Tom Arthurs (tr), der mit einem Dutzend weiterer Musiker den meist ruhigen, melancholischen, manchmal von der Rhythm Section angetriebenen Songs reizvolle Farben beigibt. Sidney Claire Meyers Lackfolienschnitt fürs „One Step Pressing“ bei Optimal ist top.

Anti/Indigo (2 LPs 33 1/3, Clear Vinyl, Klappcover, gef. IH)

Im Sommer 2011, vor seinem Krebstod im April 2012, lud Levon Helm, Drummer und Sänger von The Band, Mavis Staples ein, die Grande Dame des Gospel Soul, die schon 1976 bei „The Last Waltz“ aufgetreten war. Man traf sich zu einem der Midnight Rambles, Konzerten in seinem 2004 eröffneten Studio. Kleine Location, große Musik. Hier in erster Linie von der grandiosen Mavis Staples, ihrer bläserverstärkten Band und dem tollen Background-Chor (darin Helms Tocher Amy).

Helm kommt für den Band-Hit „The Weight“ ans Mikro. Das klare Vinyl der limitierten Auflage knuspelt zuweilen, aber die schnell rotierenden Scheiben klingen schön transparent, für heutige Verhältnisse recht dynamisch und voll.

ACT/Edel (2 LPs 45 rpm, Klappcover, gef. Innenh., Voucher)

Der 1982 geborene französische Saxofonist Emile Parisien versammelte fünf Top-Musiker (trp, p, g, b, dr) aus Europa und USA um sich. Und die spielen einen treibenden, quirligen, vitalen, manchmal freilaufenden, manchmal von einigen lyrischen Inseln geschmückten Jazzstrom, der soghafte Wirkung entfalten kann. Tolle Breaks, irre Taktwechsel – und immer einen melodischen Grund: das macht Laune. Den Lackschnitt auf zwei schelllaufende LPs der von Klaus Scheuermann exzellent gemasterten Produktion besorgte Sidney Claire Meyer in den Emil Berliner Studios – das klangliche Ergebnis ist audiophil, trotz leicht erhöhtem Laufgeräusch. Ein Voucher für den HiRes-Download bei Qobuz liegt bei.

Ruf/In-Akustik (Einfachcover, gefütterte Innenhülle)

Kaum zu glauben, aber noch vor wenigen Jahren spielte und sang die Belgierin ihren Blues noch auf den Straßen Brüssels. Inzwischen nimmt Ghalia Volt wie selbstverständlich im Heartland des Blues auf, etwa 2019 mit lokalen Größen im Zebra-Rach-Studio zu Coldwater/Mississippi. Die resultierende „Mississippi Blend“ schmeckt mal rotzig-rockig, mal staubtrocken, mal süßlich-rauchig, mal punkig-sumpfig, aber immer irgendwie urig. Tolle Harp-Soli von Watermelon Slim (der auch mitsingt und „Wade In The Water“ zu einem Highlight macht) und Gitarrenläufe von Lightnin‘ Malcolm oder Smokehouse Brown (allein die Namen!) geben reichlich Würze. Der Sound ist dicht gepackt, die Pressung ok.

Ear Music/Edel (Klappcover, bedruckte Innenhülle)

Auf der Krone der 2015 begonnenen großen Remaster-Welle der Saga-Alben 1989–2007 (also lange nach dem Durchbruch „Worlds Apart“ 1981) kommt neben „Network“ (2004) auch „Trust“ aus dem Jahr 2006 erstmals auf Vinyl. Die kanadische Band um die Brüder Jim (g) und Ian (bg) Crichton, Michael Sadler (der Sänger schrieb auch einen Kommentar) sowie Jim Gilmour (key) hatte den neuen Drummer Brian Doerner gut eingearbeitet in ihren bombastisch-kraftvollen Gruppenklang, das Spätwerk wirkt jedenfalls dank griffiger Songs recht organisch und Saga-typisch, der Titelsong rockt ordentlich. Freilich haben die Remasterer anno 2021 den Sound zu sehr komprimiert, die Dynamik ging weitgehend flöten.

Music On Vinyl/Bertus (Einfachvover, gefütterte Innenh.)

Gnadenloser Groove, unermüdlich treibende Rhythm Section, funkige Bläsersätze, exaltierter Gesang, echte Könner am Set: Das hier ist wirklich der ganz heiße Sch ... Und nicht der pubertär-plumpe Hip-Hop oder der lahme R‘n‘B von heute.

Der schwarz-weiß gemischte Tower Of Power ließ 1970 dieses brodelnde Gebräu in die San Francisco Bay sprudeln, und noch heute reißt einen die schiere Wucht mit. Viele knackig beginnende Funk-Scheiben aus dieser Zeit schalten im Verlauf auf lau-lasche Balladen zurück.

Nicht „East Bay Grease“. Hier geht‘s über fünf Songs und über 30 Minuten zur schweißtreibenden Sache. Nur das abschließende „Sparkling In The Sand“ sülzt. Klasse Remaster, klasse Pressung.

MPS/Edel (2 LPs 33 1/3, Klappcover, gefütterte Innenh.)

Die 18 hier versammelten Titel stammen von acht LPs, die der kanadische Superpianist Oscar Peterson von 1968 bis 1971 bei der Musik Produktion Schwarzwald (MPS) des legendären Studiobesitzers und -Betreibers Hans-Georg Brunner-Schwer veröffentlichte. Meist im Klaviertrio mit superben Rhythm Sections, mal plus Gitarrist Herb Ellis, mal solo, mal mit den Singers Unlimited, mal sogar mit einem in New York aufgenommen Orchester. Die LPs sind alle auch einzeln wiederveröffentlicht worden. Hier gibt es die kondensierte Ladung swingender, zwingender Meisterschaft eines der ganz Großen auf zwei stark klingender LPs, die drolligerweise in einer Tasche des links zugeklebten Klappcovers stecken.

Fonè/In-Akustik (Einfachcover, gefütterte Innenhülle)

Alle an dieser kammermusikalischen Einspielung von Vivaldis Hit beteiligten Instrumente stammen aus den berühmten Geigenbau-Schulen aus Cremona: Stradivari – Solist und Leiter Marco Fornaciari spielt die herrliche „Cremonese“ – Guaneri und Amati, einzig der Kontrabass „Gasparo da Salo“ von 1590 stammt aus Brescia. Das wäre schon ein Grund, die neu aufgelegte Einspielung aus dem Jahr 2000 zu empfehlen. Ein weiterer ist der überragende Fonè-Klang, mitbestimmt vom natürlichem Hall der Akustik der Chiesa di San Sigismondo in Cremona. Fonè-Chef Giulio Cesare Ricci nahm mit einer Studer C37 auf. Und nicht zuletzt spielt das siebenköpfige Ensemble mit viel Italienata hinreißend schön.