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VINYL: FRISCH GEPRESST Vinyl mit Lothar Brandt


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 10.08.2018

Steve Miller Band Complete Albums Vol. 1 (1968 – 1976): Rock

Capitol/Universal (9 LPs mit Download-Voucher MP3; LPs auch einzeln erhältlich; auch als HiRes-Files)

Verdienstvoll: In der „Back To Black“- Reihe hat Universal die von 1968 bis 1976 veröffentlichten neun Original-LPs der Steve Miller Band in einem stabilen Slipcase zusammengefasst. Es sind das noch stark psychedelische Debüt „Children Of The Future“ (1968), die rundum überzeugende „Sailor“ (1968), die noch gute „Brave New World“ (1969, mit Paul McCartney beim Song „My Dark Hour“), die durchwachsene „Your Saving Grace“ (1969), die etwas lasche ...

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... „Number 5“ (1970), das im Billig-LP-Look daherkommende Halb-Live-Album „Rock Love“ (1971), die sträflich unterschätzte „Recall The Beginning … A Journey From Eden“ (1972), die zum Teil schon geniale „The Joker“ (1973) und das nach dem Wechsel von Capitol zu Mercury produzierte Meisterwerk „Fly Like An Eagle“ (1976, 2016 gab es bereits ein LP-Reissue). Es gibt da viele Songperlen zu entdecken, etwa „Motherless Children“ auf „Your Saving Grace“. Steve Miller spielt hier eine hochökonomische, herrlich melodische Leadgitarre, der große Nicky Hopkins brilliert an diversen Keyboards. Zu den Trouvaillen zählt auch der Titelsong auf Seite B von „Rock Love“. Von einer Klage des Rolling-Stones-Management ist übrigens nichts bekannt, obwohl sich Steve Millers Kumpel Boz Scaggs (bei den ersten zwei Alben Mitglied der Band) für „Dime-A-Dance Romance“ auf „Sailor“ von „Jumping Jack Flash“ inspirieren ließ. Auf derselben LP verkörpert „Lucky Man“ hochklassigen Westcoast-Rock. Zu alledem gibt es leider kein Booklet mit Anmerkungen, Anekdoten und Analysen. Ein bisschen schade auch, dass beim Aufklappen des stabilen Schubers das rückseitig aufgeklebte Inhaltsverzeichnis geknickt wird und sich ablöst. Die Cover-Reproduktionen sind befriedigend, zum Teil wirken sie recht verwaschen. Immerhin verwendete Universal, wo im Original vorhanden, die Klappcover, auch beim recht aufwendigen „Recall …“. Den LPReissues zugrunde liegen Hochbit-Remaster in 24 Bit/96 Kilohertz, die parallel angeboten werden. Freilich wurden Dynamik, Transparenz und Brillanz beim LP-Schnitt, wie heute leider üblich, reduziert. Dafür laufen die 180-Gramm-Pressungen recht ruhig.

BMG/Sanctuary (10 Singles 7“, gr. Mittelloch, Schatulle)

Luftgitarre auspacken, abrocken: Zehn Singles der Heavy-Metal-Pioniere aus Birmingham gieren geradezu nach maximalem Rechtsdreh am Lautstärkesteller. Die Seven-Inches mit Songs von 1970 bis 1978 stecken bis auf „Iron Man/Electric Funeral“ in farbigen Covern, teils mit japanischen Schriftzeichen. Mehrere Knaller gibt es in den gesuchten Single-Edits, das Sahnestückchen für Sammler ist „Symptom Of The Universe“ in der deutschen Single-Abmischung. Tony Iommis Dampframmen-Riffs, Ozzy Osbournes Schneidbrenner-Stimme, Geezer Butlers Lava-Bass und Bill Wards Baller-Drums kommen richtig satt im Remaster-Sound von 2012 (Andy Pearce/Sanctuary) und 2017. Gute Pressung, schickes Booklet.

CTI /Speakers Corner (Doppel-LP)

1973 war die elektrifizierte Vermengung von Jazz und Rock noch nicht abgenudelt. Trompeter Freddie Hubbard und Saxer Stanley Turrentine bliesen dem neuen, spannungsgeladenen Fusion-Genre seinerzeit ordentlich den groovenden Marsch, Produzent Creed Taylor ließ im März Auftritte in Chicago und Detroit mitschneiden. Die Mitmusiker Herbie Hancock (p), Jack DeJohnette (dr), Ron Carter (b) und Eric Gale (g) als Rhythm Section zu bezeichnen, grenzt angesichts deren irrwitziger Potenz auch als Solisten fast schon an Beleidigung. Speakers Corner hat beide Volumes – mit durchaus nicht deckungsgleichen Doubletten von „Gibraltar“ und „Hornets“ – in Top-Fertigung zusammengefasst. Heißes Zeug.

Neuklang/In-Akustik (LP im Klappcover)

Die Ludwigsburger Bauer Studios baten die Sängerin/Pianistin Olivia Trummer zum rein analog „direct to two track“ mitgeschnittenen „Studio Konzert“. Die Stuttgarterin spielt eigene (großartig: „Sharing My Heart“) und fremde Songs, die sie sich wie Stevie Wonders „You Are The Sunshine Of My Life“ völlig zu eigen macht. Auf Seite A begleitet sie ihre ausdrucksvolle, elfenhaft klare Stimme auf dem Steinway D Grand Piano, für Seite B wechselt sie dann ans E-Piano Fender Rhodes. Darauf interpretiert sie auch sehr originell zwei Stücke von Claude Debussy (1862–1918). Tonmeister Philipp Heck produzierte bei aller Dynamik und Transparenz ein wundervoll atmosphärisches, farbsattes Klangbild.

ECM New Series/Universal (LP mit Beiblatt)

Als „Nordic tunes, arranged and performed by the Danisch String Quartet“ kündigen Rune Tonsgaard Sørensen (vi, key, Glockenspiel), Frederik Øland (vi), Asbjørn Nørgaard (va) und Fredrik Schøyen Sjölin (vc, b) diese Reise durch die skandinavische Volksmusik an. Sie führt zurück bis 1300 – aus dieser Zeit stammt die auf dem letzten Blatt einer Runenhandschrift erhaltene Melodie von „Drømte Mig En Drøm“ („Es träumte mir ein Traum“). Dankenswerterweise bumfiedeltd das DSQ diese Weisen nicht tumb herunter, sondern reicht sie in herrlich abwechslungsreichem, oft kunstvoll gewobenem Klanggewand dar. Eine erstklassig klingende Aufnahme, die Pressung zeigt einige wenige Ticks. Trotzdem lohnt die Reise.

Columbia/Speakers Corner

Nach dem Erfolg von „Brazilian Byrd“ mit Musik von Antonio Carlos Jobim legte Gitarrist Charlie Byrd 1966 „More Brazilian Byrd“ nach, tatsächlich schon das sechste latineske Album des klassisch ausgebildeten Saitenvirtuosen, der souverän auch Flamenco- und Jazz-Techniken beherrschte. Die von Tom Newsom arrangierten Bläsern und Streicher können aus heutiger Sicht manchen Bossa-Nova oder Samba doch arg versülzen. Doch bevor das äußerst wohlklingende Gemisch zu Muzak-Sirup verdickt, lockern es Byrd und Co mit einem 5/4-Takt („Jequibau“) wieder auf. Dass Byrd mit dem Jobim-Klassiker „One Note Samba“ auch in der Instrumentalversion brilliert, liegt fast schon auf der Hand.

Domino/Good To Go (mit Beiblatt und Download-Voucher)

Der kaum gealterte, ehemalige Pavement-Frontmann Stephen Malkmus hat hier nach vier Jahren Studiopause ein erfreulich abwechslungsreiches Album hinbekommen. Die Geschmacksrichtungen auf diesem siebenten Werk reichen von bitter-lärmig („Bike Lane“) bis lockerzuckersüß („Middle America“). Ja, der intellektuelle Haudegen mit der legendären, coolen Stimme hat sich mit Unterstützung seiner Jicks – und in einem Song von Ex-Sonic Youth Kim Gordon – wieder zu ordentlicher Mucke aufgerafft, textlich zusammengehalten von seinem typischen Sarkasmus und durchaus galliger Gesellschaftskritik. Die gut gefertigte LP trägt auf dem Backcover das CD-Logo – echter Malkmus-Humor.

Elektra/Speakers Corner

Quasi aus Versehen stand der Lautstärkeregler noch in Black-Sabbath-Stellung (linke Seite). Doch da blieb er, denn das 1978 für Electra aufgenommene und von Bob Ludwig seinerzeit gemasterte Album der Weltmusik-Pioniere geht mächtig ab – und ist auch in der exzellenten Speakers-Corner-Nachpressung ein audiophiles Fest. Paul McCandless (cl, ob), Ralph Towner (g, key, flh, perc), Colin Walcott (perc, g) und Glen Moore (b) reicherten ihren ohnehin schon höchst variablen Sound mit Tabla (für die Freunde markiger Bässe), Kalimba und Sitar und allerlei exotischen Klangerzeugern an, die in wirklich unglaublicher Dynamik einen höchst reizvollen Sog erzeugen. Zulegen, auflegen und gerne auch aufdrehen.

Columbia/Speakers Corner

Der Untertitel sagt es: Die große Sängerin Carmen McRae huldigte 1962 der noch größeren Billie Holiday. Produzent Teo Macero stellte ihr eine Top-Band zur Seite (unter anderem mit Kornettist Nat Adderley und Tenor-Saxer Eddie Lockjaw Davis) und ließ McRae die volle Bandbreite ihrer hinreißenden Stilistik ausrollen. Zwar geht sie in „Strange Fruit“ – der wohl niederschmetterndsten Rassismus-Klage der schwarzen Musik – nicht so tief wie ihre Meisterin, doch in anderen Signature Songs wie „My Man“ kommt sie ihr schon sehr nahe. Und wenn sie in „I Cried For You“ in irrwitzigem Tempo superb den swingenden Kurs hält, möchte man ihr huldigen. So wie dem Remasterer Ray Staff: eine Klasseleistung.