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VINYL: FRISCH GEPRESST: Vinyl mit Lothar Brandt


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019
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Bildquelle: Audio, Ausgabe 10/2019

Zappa Records/Universal (Klappcover)

In Frank Wonnebergs „Grand Zappa“-Nachschlagewerk taugt dieser Sampler drolligerweise nicht auf, obwohl er seit seinem Erscheinen 1969 begehrt ist. Avantgarde-Rocker und Bürgerschreck Frank Zappa stellte ihn aus seinen ersten Alben „Freak Out“, „Absolutely Free“ und „We’re Only In It For The Money“ zusammen, änderte den Mix und den Edit bei acht der zwölf Tracks (einer in Mono) etwas bis erheblich, etwa den der berühmten „Plastic People“. Musikalisch reicht das von völlig durchgeknallten Collagen über Kammermusik bis zum Riff-Rock. Universal macht das Teil mit einem ...

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... deutschen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1968 auf der Rückseite sehr ordentlich gepresst wieder zugänglich. Viel Spaß!

The Leaf Label/Indigo (bedruckte Innenhülle, Voucher)

Wer derzeit angesagte Nu-Jazz-Truppen wie The Comet Is Coming mag, dem Sprechgesang fernab dumpfbackiger Hip-Hop-Klischees zugetan ist und gerne auch Exotisches zu sich nimmt, der sollte hier zugreifen. Der in Indien aufgewachsene, in London gereifte Tabla-Virtuose und Drummer Sarathy Korwar köchelt aus den Zutaten mithilfe indischer Rapper ein herrliches Gebräu, dem jamaikanische Einflüsse, ein Bariton-Saxofon, ein Harmonium oder analoge Synthesizer die rechte Würze geben. Audiophile kommen im Titel „City Of Words“ mit saftigen Bässen und toller Dynamik auf ihre Kosten. Gemastert wurde bei der renommierten Gearbox, überdurchschnittlich gut gepresst in Deutschland.

Neuklang/In-Akustik (Klappcover)

In der klassischen Musik hieße das hier aufmarschierende Ensemble „Klavierquintett“. Doch was der polnische Pianist Vladyslav Sendecki und seine streichenden Landsleute am 4. Mai 2018 in den berühmten Bauer-Studios live auf zwei Tonbandspuren spielten, hat mit klassichem Ebenmaß recht wenig zu tun. Da mischt sich Minimal Music mit Impressionismus mit Expressionismus mit Rock-Rhythmik mit Gypsy Jazz mit Boogie – zu ganz wunderbaren Klängen, bei denen die Instrumente auch mal als Perkussion herhalten müssen. Adrian von Ripka verlieh dem „Direct to two track“-Mitschnitt eine unfassbare Präsenz und Aura. Das Ganze ist sehr gut, Seite 2 aber leicht exzentrisch gepresst.

Ruf/In-Akustik (Einfachcover)

Big Daddy Wilson singt zwar mit echtem Blues-Feeling (herrlich: „Crazy World“), doch in seine Songs für dieses Album mischt er eine deutlich weichere, vom Südstaaten-Soul durchdrungene Note. Mit seiner Gitarristin Laura Chavez weiß er ein As an seiner Seite. Die zuweilen liebestrunkenen, manchmal aber auch durchaus scharfsichtigen Songs fließen in die Ohren wie gut gereifter Wein in die Kehle. Mal leicht rockend, mal sanft funkelnd. Die warme, sonore Stimme des Manns aus Edington, North Carolina, der 1979 nach Deutschland als Soldat kam, trägt alles. Den von Jim Baines schön rund und definitiv angenehm produzierten Sound masterte Pauler Acoustics für die Vinyl-Ausgabe.

Jazzhaus/Naxos (Doppel-LP, Klappcover, Voucher)

In der Reihe „Piano Heroes“ bringt Jazzhaus Mitschnitte aus dem Archiv des Süddeutschen Ründfunks, heute SWR, neu heraus. So den Auftritt des New Yorker Pianisten Kenny Werner vom 10. Juni 1992 im Studiosaal im Funkhaus Stuttgart. Der von Kollegen wie Archie Shepp, Lee Konitz oder Billy Hart geschätzte Werner überzeugte auch als Solist mit seinen eleganten improvisatorischen Höhenflügen, wobei meist Standards als Startrampe dienten. Herrlich, wie er in Dave Brubecks „In Your Silent Way“ mal eben die Schlager „Raindrops Keep Falling On My Head“ und „Ein Schiff wird kommen“ einbaut. Die sehr stimmige, dynamisch nur minimal eingeebnete Aufnahme erklingt vorzüglich gepresst.

Anuklabel (Einfachcover, ungef. Innenhülle, Voucher)

Saxofonist und Altklarinettist Reto Suhner und Pianist Fabian M. Mueller ließen ihre freien Improvisationen an verschiedenen Orten in der Schweiz und Österreich überwiegend live mitschneiden, wobei Mueller neben Simon Fankhauser auch als Aufnahme-Ingenieur fungierte. Die von Christoph King Utzinger gemasterten sieben Tracks klingen greifbar präsent, alle Anblas-Geräusche der diversen Saxofone, jedes Anreißen der Klaviersaiten im Korpus, aber auch jeder Tastenanschlag und die Publikumsgeräusche geben dem Hörer ein „Dabeisein-Gefühl“. Musikalisch ist das eher herbe Kost, ansatzweise Beschauliches wird – bis auf das schöne „Kreis“ – meist atonal zerkleinert. Dennoch ein audiophiles Juwel.

Neuklang/In-Akustik (Klappcover)

Wie Sendecki und seine Atom-Streicher (links) nahm auch die Tobias Becker Big Band live, ohne Overdubs und digitale Kosmetik im großen Saal der Bauer-Studios auf – schon zum zweiten Mal. Das Klappcover enthüllt alle Details zur Technik und zur Mikrofonierung – ein Fest für Audiophile. Ein Fest für die Freunde knackiger Bigband-Sounds stand sowieso an, die Gast-Vokalisten Verena Nübel und Cherry Gehrung setzen zusätzliche Highlights, etwa in „When Loves Comes To Town“ (Original: U2/B.B. King). An den Reglern der Mischkonsole AMS Neve VXS 60 saß diesmal Philipp Heck, der die 16 Instrumente und zwei Stimmen beeindruckend transparent auf die zwei Spuren der Studer A 820 brachte.

ECM/Universal (Einfachcover)

Im 50. Jahr seines Bestehens bringt ECM einige seiner Produktionen aus den 1990er- und 2000er-Jahren erstmals auf Vinyl – siehe AUDIO 8/19. Jetzt kommt das 1999er-Album „The Melody At Night, Yith You“ des Label-Superstars Keith Jarrett. Der amerikanische Pianist litt immer noch an einem chronischen Erschöpfungssyndrom und spielte dieses Comeback-Werk nicht in einem renommierten Top-Studio ein, sondern in seinem privaten „Übungsraum“, dem Cavelight-Studio. Im Gegensatz zu früheren ausufernden Solo-Improvisationen konzentrierte er seine Kunst jetzt auf zehn kurze Standards, jedes Musik gewordene Zärtlichkeit. Ein ruhiges, meditatives Klavieralbum, ganz vorzüglich gepresst.

Pure Pleasure/Speakers Corner (Einfachcover)

Sehr schön, dass die englischen Reissue-Spezialisten Pure Pleasure das Debüt von Keyboarder Weldon Irvine (1943– 2002) ausgegraben haben. Es erschien 1972 auf Irvines Mini-Label Nodlew Music. Die herrlich abwechslungsreiche Fusion aus Latin, Funk, Rock und Kammerjazz gab es seinerzeit hierzulande nur im dünnen Sound in schlechter Pressung, wenn überhaupt. Dem auf Piano, E-Piano und Moog brillierenden Meister stand mit Tommy Smith ein Gitarrist der Güteklasse John Abercrombie zur Seite, der berechtigterweise auch einen Solo-Slot bekam. Die Rhyhtm Section ist über jeden Zweifel erhaben, die beiden Bläser machen auch viel her. Remasterer Ray Staff hat wirklich alles herausgeholt.

Matchball/In-Akustik (Einfachcover, Stereo, DMM)

Die Platte fasst je vier Stücke der Longplayer „Sunday At The Village Vanguard“ und „Waltz For Debby“ zusammen, die am 25. Juni 1961 am Nachmittag und Abend bei Konzerten in dem berühmten New Yorker Jazzclub mitgeschnitten wurden. Das Trio von Piano-Zauberer Bill Evans, dem Kontrabass-Virtuosen Scott LaFaro – zehn Tage nach den Sessions tödlich verunglückt – und Ausnahme-Drummer Paul Motion genießt zu Recht einen legendären Ruf. Das ist kein dahinplätscherndes Barjazz-Gedudel, sondern hochkonzertrierte Kammermusik, die auch mal rasant swingen kann („Solar“). Das Matchball-Reissue glänzt trotz digitaler Zwischenstufe mit transparentem Rechts-Links-Stereo.

Berliner Meister Schallplatten/Speakers Corner

Die jeweils drei Sonaten und Partiten, die Bach für Violine Solo schrieb, türmen sich mit ihren technischen Herausforderungen und musikalischen Tiefen für jeden Geiger zu einer Art Himalaya. Die schon mehrfach ausgezeichnete Engländerin Ruth Palmer erklomm zwei der sechs Gipfel im April und Juni 2018 in den Berliner Emil Berliner Studios im Direktschnitt, ihre Darbietung der dritten Sonate und der dritten Partita schnitt Rainer Maillard mit seiner Neumann VMS 80 direkt in die Lackfolien. Die A-Seite mit über 27 Minuten dürfte die längste in der Geschichte des Direktschnitts sein. Und Ruth Palmer spielt auf ihrer Stradivari „Yfrah Neaman“ unfassbar souverän und ebenso klangschön.

DG/Universal (Einfachcover)

Claudio Abbado (1934–2014) war eben der Nachfolger Karajans (kein Mahler-Meister) als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker geworden, als er das deutsche Renommierorchester im Dezember 1989 zu einer virtuosen, noblen, exakt strukturierten und dabei völlig uneitlen Darstellung des schon damals weit über 100 Mal eingespielten Erstling des sinfonischen Weltenbauer Gustav Mahler anleitete. Universal bringt die digital gefahrene Live-Aufnahme mit viel zu frühem Schlussapplaus jetzt auf einer LP neu heraus, was für Seite 2 eine Spielzeit von über einer halben Stunde ergibt. Bei leisen Pegeln geriet die Dynamik noch sehr gut, die zuweilen knackende Pressung nur durchschnittlich.