Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

» VIRTUELLES HINDERNISTRAINING «


ROTORBLATT - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 05.11.2019

Der deutsche Simulatorhersteller Reiser betreibt im norwegischen Starvanger ein eigenes Simulatorzentrum mit einem Level D-zertifizierten H145 FFS. Dieser wurde nun speziell für den Bedarf des größten Kunden dort, der Norsk Luftambulanse, um ein virtuelles Trainingsfeature erweitert: die Hinderniserkennung aus der offenen Seitentür der hinteren Kabine.


Es ist bereits fünf Jahre her, da ereignete sich in Norwegen ein schwerer Flugunfall, als ein Hubschrauber der Norsk Luftambulanse in eine Überlandleitung flog und in der Folge abstürzte. Bei der Aufarbeitung des Unfalles kam heraus, dass die ...

Artikelbild für den Artikel "» VIRTUELLES HINDERNISTRAINING «" aus der Ausgabe 4/2019 von ROTORBLATT. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ROTORBLATT, Ausgabe 4/2019

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ROTORBLATT. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Forschungsprojekt » DER NOTARZT KOMMT IM MULTIKOPTER«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Forschungsprojekt » DER NOTARZT KOMMT IM MULTIKOPTER«
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von NEWS: STH: DEUTSCHLAND VOR DER ENTSCHEIDUNG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: STH: DEUTSCHLAND VOR DER ENTSCHEIDUNG
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von H145-RETROFIT FÜR DRF. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
H145-RETROFIT FÜR DRF
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von JUBILÄUM: » HERZLICH WILLKOMMEN ZUM BRANCHENTREFF«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
JUBILÄUM: » HERZLICH WILLKOMMEN ZUM BRANCHENTREFF«
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Militärhubschrauber im Libanon: » Eine aufstrebende LUFTWAFFE«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Militärhubschrauber im Libanon: » Eine aufstrebende LUFTWAFFE«
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von SÜDKOREA: » Eine MD500 OHNE PILOT «. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SÜDKOREA: » Eine MD500 OHNE PILOT «
Vorheriger Artikel
» IMMER DIESE ENTSCHEIDUNGEN«
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel » DIE KARTEN NEU GEMISCHT«
aus dieser Ausgabe

... Hinderniserkennung zu einseitig auf den Einsatzpiloten verlagert war und dass sich am Crew-Konzept etwas ändern müsste.


AUS DER TÜR SCHAUEN

Der Simulator in Starvanger wurde mit einem besonderen Feature ausgestattet. Hinter dem Piloten wurde eine seitliche Schiebetür eingebaut. Der Notarzt dreht sich auf dem Kabinensitz mit seinem Haltegurt aus der Tür hinaus und sieht: zunächst die schwarze Wand der Simulatorkabine. Setzt er sich jedoch die virtuelle Brille auf, findet er sich direkt im simulierten Geschehen mit seiner Crew und dem Hubschrauber wieder. Er blickt sozusagen in die gesamte Szenerie und kann perspektivgetreu auch nach unten und nach hinten zum Heckrotor des Hubschraubers schauen. Wird eine Longline-Rettung trainiert, sieht man in der Brille tatsächlich das Seil unter dem Helikopter hervorragen und an dessen Ende einen Rettungsassistenten hängen.

Die Darstellung von Trainingsszenarien ist in der Reiser-Simulation extrem detailiert. Mit Hilfe von lokalen Katasterdaten wurde die Szenerie von Norwegen quasi von Hand aufwändig und sehr realitätsnah nachgebaut. Werden dann für ein Longline-Rescue-Training noch Personen in die Szenerie platziert, ergibt sich ein Trainings-Outcome auf allerhöchstem Niveau.


Nun geht es bei diesem Training darum, dem Notarzt die notwendige Routine zu geben, um im Echteinsatz quasi die verlängerten Augen des Piloten nach unten zu sein.

Doch der Simulator kann noch mehr. Denn bei Dunkelheit muss der Notarzt an der offenen Seitentür auch die Gegend rund um den schwebenden Hubschrauber herum ableuchten, um mögliche Hindernisse vor der Außenlandung zu melden. Im realen Luftfahrzeug gibt es dafür eine leistungsstarke Taschenlampe. Für den Simulator hat Reiser wiederum eine intelligente Lösung geschaffen: mit Bewegungssensoren wird die Ausrichtung einer Taschenlampen-Attrappe, die der Notarzt beim Simulatortraining in der Hand hält, gemessen. Der Computer reproduziert den Lampenschein passend dazu auf die Szenerie. So sieht man in der VR-Brille den eigenen Lichtkegel direkt vor sich auf Baumwipfeln oder Felsen – und wenn man den “virtuellen Lichtstrahl” der Lampe im Simulator vorne in Flugrichtung an der Kanzel vorbei auf die Projektionsfläche richtet, dann kann man sogar dem Piloten bei der Ausleuchtung helfen. In Norwegen ist der Notarzt an Bord eben weit mehr als “nur” ein Mediziner.

Mit der “virtuellen Taschenlampe” kann der Notarzt aus der hinteren Kabine durch die offene Seitentür die Umgebung manuell ausleuchten und den Piloten bei der Orientierung in der Dunkelheit unterstützen. Im Training wurde der Absturz eines Kleinflugzeuges dargestellt-der “virtuelle Lichtkegel” wird auch vorne auf der Projektionsfläche für den Piloten sichtbar.