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VIVA VALENCIA!


TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 15.04.2019

Strandpromenaden weiß die Region Valencia auch unter Wasser zu begeistern: TAUCHEN-Redakteur Michael Krüger hat die Marineparks der Küsten und vorgelagerten Inseln im Osten Spaniens erkundet.


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Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 50/2019

Felslandschaften und fischreiche Riffe bestimmen die UW-Welt der Ostküste Spaniens.


SPANIEN:- REGION VALENCIA

Nach zweistündiger Bootsfahrt sind die zerklüfteten Felsen des größten Unterwasserjuwels der Region Valencia zu erkennen: Wir passieren den hufeisenförmigen Kraterkessel der Islas Columbretes und machen uns bereit für den ersten Tauchgang. Im kristallklaren Wasser führt die Tour durch vulkanische ...

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... Felslandschaften mit Torbögen und Höhlen und über Riffe, die von bizarr aussehenden, watteartigen Rotalgen überwuchert sind. Wie aus dem Nichts erscheint ein gewaltiger Brauner Zackenbarsch auf dem Plateau. Furchtlos wedelt er sanft mit seinen Brustflossen und rollt mit seinen Augen, als würde er mit den Tauchern flirten. Weiter hinten dreht ein Artgenosse desinteressiert seine Runden, während ein paar kleinere Exemplare im Seegras stoisch auf Beute lauern. „Die Zackenbarsche sind hier so zahm, weil sie nicht gejagt werden. Die Insel wird deshalb sogar von Parkwächtern bewohnt und Tag und Nacht überwacht, um illegalen Fischfang zu verhindern. Aus diesem Grund nennen wir diese Oase ,Spaniens Galapagos’”, sagt Julio Monferrer von Charters Casamar von den Kolumbretten-Inseln. Die beträchtliche Entfernung von der Küste, die Lage im Meer sowie die strengen Auflagen seien nach Aussagen des Kapitäns der Grund für den Artenreichtum. Taucher dürfen nur nach Anmeldung und Checkdive unter Wasser. Auf die Frage, ob die Zackenbarsche angefüttert werden, winkt Julio nur ab. „Wir geben den Meros nichts!” Was auch immer der Grund für die Neugier der Kolosse ist – sie sind einfach da! Und das ist mehr als erfreulich, denn diese Fische gelten als die Lieblingstrophäe der Harpunettis.

Ein Oktopus wagt sich aus seinem Versteck und „spaziert” durch die Rotalgen.


Die strategisch günstige Lage der unscheinbaren Inseln sorgt seit jeher für großes Interesse: Über Jahrhunderte nutzten Seeräuber die Islas Columbretes als Versteck. Kurzzeitig war die Hauptinsel eine Strafkolonie und bis in die 80er-Jahre nutzte die Armee das Archipel als Übungsgelände. Seitdem ist das Areal ein Meeresschutzgebiet – pro Tag sind 120 Besucher im 20 Hektar großen Naturpark zugelassen. „Die Columbretes-Inseln sind das schönste Tauchgebiet der Region Valencia – vielleicht sogar ganz Spaniens”, schwärmt Monferrer.

PIRATENINSEL TABARCA

Der wunderschöne Trip durch die Region Valencia startet in Alicante. Erstes Ziel ist die vorgelagerte Insel Tabarca, die knapp vier Kilometer vor der Küste von Santa Pola liegt.
Das klitzekleine Fleckchen Erde ist mit dem „Water Taxi” in einer Viertelstunde erreicht. Luis Castillo, Inhaber des Hotel Boutique Isla Tabarca, holt uns vom Hafen mit einer Fahrrad-Rikscha ab. Wir passieren die gut erhaltene Festungsmauer mit barockem Tor und fahren durch verwinkelte Gassen mit weiß gekalkten Häusern. „Wenn die Tagesgäste weg sind, habt ihr eure Ruhe. Trubel gibt es hier nur in der Hochsaison. Jetzt leben gerade mal 50 Menschen auf der Insel”, sagt Luis. Mit „Hola!” begrüßt er im Vorbeifahren einen der weiteren Verbliebenen und zeigt uns den Leuchtturm sowie einen Friedhof genuesischer Fischerfamilien. Gerade mal 1800 mal 400 Meter misst die Insel. Wer den Charme Tabarcas erleben möchte, sollte auf jeden Fall übernachten. Wenn die Tagesgäste die Insel mit der letzten Fähren verlassen haben, gehört die Insel den Katzen und Möwen, die morgens mit Miauen und lautem Gezeter ihren Gebietsanspruch deklarieren.

Das charmante Hotel in einem restaurierten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert liegt keine zwei Gehminuten vom nächsten Strand entfernt – die meisten Zimmer haben Meerblick. Beim Dinner im Restaurant Mar Azul bei dem Tabarcas Nationalgericht Caldero mit Skorpionsfisch, Kartoffeln und Reis serviert wird, erläutert Mercedes Varela vom Posidonia Ecosports Diving Centre die Tauchqualität der Pirateninsel. „Der Marinepark ist das erste Reservat Spaniens und wurde ursprünglich für den kommerziellen Schutz des Neptungrases entwickelt. Diese Wasserpflanze nimmt Schadstoffe auf und bietet Schutz für Meereslebewesen”, sagt Mercedes Varela. Beim anschließenden Double-Tank-Dive zeigt sich, dass die üppig bewachsenen Wassergraswiesen für gute Sichtweiten und fischreiche Riffe sorgen.

VILLAJOYOSA: RÖMISCHES WRACK

Nächstes Ziel der Tour ist Villajoyosa: Ein Tauchgang in vergangene Welten steht an. Das größte römische Schiffswrack des Mittelmeers, bekannt als „Bou Ferrer”, liegt in 25 Metern Tiefe vor der Küste. „Vor fast 20 Jahren entdeckten die Taucher José Bou und Antoine Ferrer den Sensationsfund: ein Handelsschiff mit 2500 Amphoren an Bord!”, sagt Silvia Pérez von Ali-Sub.

Um 10 Uhr beginnt die Zeitreise in das erste Jahrhundert nach Christus. Wir lassen uns bei mäßiger Sicht in die Tiefe fallen, bis wir die Umrisse des fast 30 Meter langen historischen Wracks erkennen und tauchen an den alten Amphoren entlang, die mit Stahlgittern vor Plünderern geschützt sind. Unzählige gut erhaltene Amphoren lagern noch im Frachtraum, der von emsigen Meeresbewohnern als Unterschlupf genutzt wird.

Typisch spanische Lebensart in der Altstadt von Valencia (oben). Surfer am Strand von Calpe (unten).


Das moderne Wahrzeichen Valencias liegt im Flussbett des Turia.


Villajoyosas bunt angemalte Häuser sind ein beliebtes Motiv.


Nach der Tauchexpedition geht es ins Museum Vila Museu. Mit Begeisterung zeigt der Direktor des Museums Antonio Espinosa Ruiz Fundstücke sowie die aktuelle Forschungsarbeit an den Relikten. Das Schiff sowie die Ladung, Amphoren und Bleibarren werden analysiert: „Mit ziemlicher Sicherheit ist das Handelsschiff im Jahr 66 nach Christus von Cadiz auf dem Weg nach Rom in einem Sturm vor der Küste gesunken”, sagt der Museumschef. „Die Amphoren wurden mit Garum, dem Standardgewürz der römischen Küche, und Bleibarren aus der Sierra Morena gefüllt”, so Ruiz. Ein spannender Ausflug in die Geschichte: Die Landesregierung hat ein wegweisendes Projekt entwickelt, bei dem nicht nur Taucher in die UW-Archäolgie hineinschnuppern können. Villajoyosa ist ohnehin einen Besuch wert: Sehenswert ist die Altstadt mit der bunten Häusermeile, die den Sandstrand säumt.

WUNDERSCHÖNES ALTEA

!Von der Küstenstraße verdecken 70er-Jahre-Betonburgen den Blick aufs Meer. Benidorm hat mit 300 Wolkenkratzern auf die Einwohnerzahl von 1,8 Millionen bezogen die größte Hochhausdichte der Welt. Das „Spanische Manhattan” wirkt allerdings wie ein Filtersystem für die Nachbarsorte Villajoyosa und Altea, in denen man wenig vom Massentourismus spürt. Die guten Spots Benidorms kann man auch von den Nachbarorten mit dem Boot ansteuern. Wir fahren zehn Kilometer weiter in das vielleicht schönste Dorf der Costa Blanca. Alteas Wahrzeichen sind die blauen und weißen Kacheln der Kirche Iglesia de Nuestra Señora del Consuelo im Zentrum der Altstadt. Wir übernachten die nächsten Tage im Hotel Tossal d’Altea, das liebevoll restauriert und detailverliebt in eine 300 Jahre alte Olivenmühle gebaut wurde – die Altstadt „Casco Antiguo” ist nur 500 Meter entfernt. Enge, verwinkelte Gassen mit weißen Häusern führen zur Plaza. In den zahlreichen Restaurants, Cafés und Bars kann man bis spätabends zu guten Tarifen essen, Rotwein trinken und das bunte Treiben beobachten. Die Tische der Tapas-Bars und Bodegas stehen teilweise auf den Treppenstufen, und wenn man in irgendeiner Form den Begriff malerisch fallen lassen kann, dann hier.

TAUCHGANG IN DIE ELEFANTENHÖHLE

Altea hat einen über acht Kiometer langen Küstenstreifen mit Stränden und Bootsanlegern. Heute steht ein Bootstauchgang zur Elefantenhöhle mit der Basis Celacanto auf dem Programm. Kurz nachdem wir den Leuchtturm von El Albir passieren, erkennt man an der Küstenmauer eine Gesteinsformation, die an einen Elefantenkopf mit Stoßzähnen erinnert. „Genießt die Farben! Die Tour durch die Höhlen in einer maximalen Tiefe von 14 Metern begeistert durch die atemberaubenden Lichtspiele”, berichtet Rebeka Celacanto im Briefing. Wir tauchen zur Mauer in acht Metern Tiefe zum Eingang der Zwergenhöhle ab. Im Inneren hat sich eine Luftblase gebildet. Weiter tiefer führt ein Tunnel zu einer fensterartigen Öffnung. Vorbei an einer Wand mit gelben Anemonen taucht man durch Gänge, die wieder ins offene Meer führen – ein fantastischer Spot!

Aus dem römischen Wrack „Bou Ferrer” wurden 2500 Amphoren geborgen.


CALPE UND XABIA

Nächstes Ziel ist der Küstenort Calpe. Der rund 300 Meter hohe Felsen names Penyal d’Ifac ist das Wahrzeichen des Touristenorts, der zu den wichtigsten Reisezielen der Costa Blanca zählt. Elf Kilometer Sandstrand, ein Sporthafen sowie die landschaftliche Schönheit der Umgebung machen diese Stadt für Urlauber so attraktiv. Wir steuern die große Tauchbasis Dive & Dive an. Ziel ist der Spot namens Los Arcos: „Das Hightlight sind die atemberaubenden Bögen, die man durchtauchen kann. Weiter hinten gibt es Höhlen, in denen sich Muränen verstecken”, so Basis-Chef Sergio Bressanello.

Weiter geht es zum bekanntesten Tauchziel in der Region. „Rund um Xabia gibt es mehr als 20 Spots für alle Levels”, sagt Manuel Tomás von Buceo Cabo la Nao. „Das San Antonio Marine Reserve ist ein Naturraum mit einer unschätzbaren ökologischen Bedeutung für die Region. In den Buchten und Schluchten gibt eine hohe Biodiversität mit Korallen, Anemonen und vielen Zackenbarschen”, so der Basischef.

VALENCIA

Für einen Valenciabesuch sollte man mindestens zwei Tage einplanen: Die Stadt wird häufig als Barcelonas kleine Schwester bezeichnet und ist ein Schmuckstück par excellence. Neben der Bilderbuch-Altstadt mit Bars und Restaurants, dem Mercado de Colón und historischen Gebäuden besitzt Valencia mit den Jardines del Turia eine der größten Parkanlagen Spaniens. Das rund acht Kilometer lange, ehemalige Flussbett ist quasi die verkehrsfreie, begrünte und voll erschlossene „Souterrain-Ebene” der Stadt – hervorragend mit einem Mietfahrrad zu erkunden. Highlight ist das futuristische „Ciutat de les Arts i les Ciències”, das eine perfekte Kulisse für einen James-Bond-Film abgeben könnte. Das L’Hemisfèric in Form eines Augenlids beherbert ein Planetarium und Kino. Am Ende des Parks befindet sich das Oceanogràfic de Valencia – eines der größten Meeresaquarien Europas. In der Nähe des Hafens führt eine mit Palmen gesäumte Promenade zum Strand.

Die Vielseitigkeit der Region um Valencia lässt sich am besten bei einer Rundreise erleben. Gerade im Herbst bei sommerlichen Temperaturen und leeren Stränden. Highlights für Taucher sind die Pirateninsel Tabarca, das Wrack „Bou Ferrer”, die Elefantenhöhle sowie die Islas Columbretes.

Die Elefantenhöhle ist ein Top-Spot vor Alteas Küste.

REISE-FACTS

ANREISE

Lufthansa, Ryanair, Eurowings, Easyjet und Iberia fliegen Valencia und Alicante an.

Überfahrt nach Tabarca

Von Santa Pola gehen alle 20 Minuten Fähren zur Pirateninsel Tabarca. Die Hin- und Rückfahrt mit dem „Tabarca-Water-Taxi” kostet zehn Euro.

Tour Islas Columbretes

Bootsfahrt inklusive Frühstück, Paella an Bord und aller Getränke: 120 Euro. Zwei Tauchgänge kosten 135 Euro. www.charterscasamar.com

Wunderschön: Hotel Tossal d’Altea (links). Das Team von Ali-Sub bietet den Zeitreisetrip „Bou Ferrer” mit Museumstour an (rechts).


TAUCHEN

Tauchen ist eine der beliebtesten Wassersportaktivitäten in der Region. Rund 40 Tauchbasen gibt es entlang der 600 Kilometer langen Küste.Tabarca: www.posidoniaecosports.com,Villajoyosa: www.ali-sub.com,Altea: www.buceoaltea.com,Calpe: www.divedivecompany. com,Xabia: www.cabolanao. com,Islas Columbretes: www. charterscasamar.com

zHOTELS

Tabarca: www.hotelislatabarca. com,Altea: www.hoteltossalaltea. com,Castellón: www. nh-hoteles.es,Valencia: www. ottoh-charm-stay.costaazaharhoteles. com

INFOS UND KONTAKT

Region Valencia Tourist Board

www.regionvalencia.com contacta_turisme@gva.es


FOTO: TURISME COMUNITAT VALENCIANA (1)

FOTO: TURISME COMUNITAT VALENCIANA

FOTOS: M. KRÜGER (4)