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VOLKSWAGEN AMAROK: COMEBACK garantiert


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 08.09.2020

Nach rund zehn Jahren verabschiedet sich Volkswagen aus dem emotionalen Segment der Pickups. Doch nicht, ohne ein Versprechen abzugeben: Der Amarok soll bereits in knapp zwei Jahren zurückkehren …


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 10/2020

Viele staunten nicht schlecht, als Volkswagen vor zehn Jahren in das Pick-up-Segment einstieg. Zu Beginn herrschte gegenüber dem neuen Amarok vor allem eines: Skepsis. Niemand konnte sich so recht vorstellen, wie dieses Modell mit den etablierten Größen mithalten sollte. Doch spätestens nach der ersten Probefahrt war die Skepsis dahin. Denn der Neue vermochte deutlich mehr, als viele ihm zutrauten. Das bewies ...

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Viele staunten nicht schlecht, als Volkswagen vor zehn Jahren in das Pick-up-Segment einstieg. Zu Beginn herrschte gegenüber dem neuen Amarok vor allem eines: Skepsis. Niemand konnte sich so recht vorstellen, wie dieses Modell mit den etablierten Größen mithalten sollte. Doch spätestens nach der ersten Probefahrt war die Skepsis dahin. Denn der Neue vermochte deutlich mehr, als viele ihm zutrauten. Das bewies sich auch in den Vergleichstests, deren Fazit so positiv ausfiel, dass mancher Leser argwöhnte, wir seien von Volkswagen gekauft. Nein, der Amarok war und ist einfach gut! Zumal er noch viel „dazugelernt“ hat, wie eine Ausfahrt im aktuellen Modell, dem Amarok Aventura V6 TDI, zeigt. Den größten Kritikpunkt am potenten Lifestyle-Las ter hat VW Nutzfahrzeuge 2016, sechs Jahre nach dem Start der Baureihe, beseitigt und den Vierzylinder-Diesel gegen einen Drei-Liter-V6-Selbstzünder ausgetauscht. Nach diesem Motorentausch wechselten viele Kritiker die Seite und fanden nur lobende Worte für den VW-Pritschenwagen. Wie wir finden, zu Recht!

PERFEKTES SETUP

Der aktuelle Amarok hat nämlich so ziemlich alles, was das Pick-up-Herz begehrt: einen permanenten Allradantrieb, eine hervorragend abgestimmte Achtgang-Automatik und einen Motor, der wirklich beeindruckt. Aus drei Litern Hubraum schöpft der Amarok sage und schreibe 258 PS (kurzfristig stehen sogar 272 Pferde zur Verfügung) und ein Drehmoment von 580 Newtonmeter. Diese Daten lassen schon erahnen, was passiert, wenn man das Gaspedal komplett gen Bodenblech drückt. Auf Asphalt sorgt diese Leistung für eine Mischung aus Fahrkomfort und unerwarteter Spurtstärke und im eigentlichen Einsatzgebiet mit losem Untergrund verleiht das Drehmoment dem Pick-up eine einmalige Gelassenheit gegenüber den Herausforderungen, die sich dem Amarok entgegenstellen. Denn wer das Gaspedal geschickt einsetzt und die Winkel des 5,19 Meter langen Pritschenwagens richtig einzuschätzen weiß, kommt fast überallhin. Besonders beeindruckend ist das auf aufgewühltem Erdreich, das den einen oder anderen mit Vierzylinderaggregat bestückten Mitbewerber an seine Grenzen bringt, aber nicht den VW. Wer der Versuchung widersteht, sofort die maximale Power abzurufen, rollt ohne große Traktionsverluste los und kann seine Geschwindigkeit konstant steigern.

Edler Pritschenwagen: Das Cockpit des Amarok erinnert eher an ein gut ausgestattetes SUV als an einen geländegängigen Pick-up.


Gut abgestimmt: Der Achtgang-Automat sorgt für schnelle Gangwechsel.


Einladend: Auch im Fond wartet Komfort auf die Passagiere.


Gütesiegel: Der aufgeklebte 4MOTION-Schriftzug deutet auf den tadellos arbeitenden, permanenten Allrad des Amarok hin.


OPTIMIERUNGSPOTENZIAL

Nur dass wir uns richtig verste -hen: Das gilt auch für unseren Testwagen, der auf 20-Zoll-Alus mit Continental ContiSportContact5 steht. Nichts gegen dieses spezielle Profil, aber für eine optimale Traktion im Gelände ist der Straßenreifen nun wirklich nicht bekannt. Man stelle sich vor, was passiert, wenn man dem Amarok einen Satz AT-Pneus aufzieht und so das Grip-Niveau noch einmal gehörig steigert. Eigentlich keine schlechte Idee, denn auch der Amarok ist im Gelände zuhause. Das Absurde ist nur, dass es wie schon beschrieben dieser Option eigentlich kaum bedarf. Denn wer nicht gerade durch ein Terrain mit spitzen Steinen fährt und so die Flanken seiner Pneus riskiert, kommt nicht in die Not, Komfort auf der Straße gegen mehr Grip im Gelände zu tauschen. V6 sei Dank. Auf ein werksseitig angebotenes Feature sollte man allerdings auch beim Amarok V6 TDI nicht verzichten: die mechanische Differenzialsperre an der Hinterachse. Vor allem dann, wenn es sich um eine Version mit Automatikgetriebe handelt. Denn dann fehlt dem Amarok die Geändeuntersetzung, die gefühlvollere, da langsamere Offroad-Ausfahrten ermöglicht. Die Sperre am Heck kann diesen Makel in brenzligen Situationen ein wenig entschärfen, für alles andere müssen das bereits ab 1400 Umdrehungen anliegende Drehmoment und der permanente Torsen-Allrad (Kraftverteilung v/h: 40:60) sorgen. Und in den allermeisten Fällen geht dieses Konzept auch hervorragend auf. Mit ein Grund, warum der Volkswagen Amarok zwar nicht zu den meistverkauften, aber doch beliebtesten Pick-up-Modellen Europas gehört – oder eben gehörte.

Sperriger Hingucker: Optisch profitiert der Amarok von den Trittbrettern, diese verringern Bauchfreiheit und Rampenwinkel aber spürbar.


UNAUFGEREGTER LUXUS

Umso beeindruckender ist das, weil der Amarok sich in vielen Bereichen wie ein typischer Volkswagen gibt – und auch so aussieht. Wie selbstverständlich reiht sich der Pick-up in das Line-up des Konzerns ein und folgt dem inoffiziellen Motto „Unaufgeregt, aber ohne Makel“. Lediglich der hoch sitzende Kühlergrill und die auffälligen Radhausverbreiterungen sind eine Besonderheit. Zumindest in der Serie. Denn nicht selten Kommt Ihnen bekannt vor? Die erste Reihe erinnert stark an den Renegade. diente der Amarok lediglich als gut ausgestattetes Basisfahrzeug für besondere Aufbauten wie Expeditionskabinen oder einen Umbau zum rollenden Handwerksbetrieb. Im Innenraum ist die Nähe zu anderen Derivaten aus Wolfsburg dann endgültig nicht mehr abzustreiten. Das mag gefallen oder nicht, hat aber einen enormen Vorteil: Wer im Amarok auch mal mehr als nur ein paar Kilometer auf der Straße runterreißen muss, kommt in den Genuss eines Komfort-Niveaus, wie es im Segment noch vor Jahren undenkbar gewesen wäre. Bequeme Komfortsitze mit weichem Leder, ein intuitiv bedienbares Infotainmentsystem und eine makellose Verarbeitung sind die drei wichtigsten Vorzüge. Und so ist Volkswagen das gelungen, was viele andere Hersteller seit Jahren versuchen, nämlich die Verbindung aus robustem Arbeitstier und der luxuriösen Anmutung eines SUV im Innenraum. Spätestens an dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, warum genau Volkswagen den Weg eingeschlagen hat, der nun das Aus für den Amarok bedeutet. Die Antwort findet sich in einer breit angelegten Kooperation mit Ford.

Auf großem Fuß: Unser Testwagen steht auf schicken 20-Zoll-Rädern mit Straßenpneus aus dem Hause Continental.


Robust: An der Hinterachse warten Blattfedern auf Ladung.


Verfeinert: Der Aventura ist eines der schönsten Modelle.


Ein Muss: Das optionale Sperrdifferenzial an der Hinterachse


Gefühlvoll: Schaltpaddels erleichtern die Gangwahl.


GEMEINSAM BESSER

In den kommenden Jahren wollen die beiden Unternehmen ihre Nutzfahrzeug-Sparten enger aneinanderbinden, um so Kosten zu sparen. Auch gemeinsame elektrifizierte Modelle sind in Planung. Das erste Opfer dieser Zusammenarbeit ist nun eben der Amarok, wobei seine Zukunft alles andere als ungewiss ist. Denn das Nachfolgemodell ist bereits für das Jahr 2022 angekündigt. Mit der Folge, dass sich die Spekulationen überschlagen. Wird der Amarok nur ein Ford Ranger mit anderem Logo? Bedeutet das schon wieder das Aus für die Kombination aus drehmomentstarkem V6-Diesel und permanentem Allrad? Die Antworten auf diese Fragen sind derzeit noch ein wohlgehütetes Geheimnis. Allerdings scheint es nahezu unvorstellbar, dass Volkswagen eine Kooperation eingeht, die eine so weitreichende technische Änderung eines beliebten Produkts nach sich ziehen würde. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Amarok und Ranger künftig in der Basis einen Vierzylinder mit Zuschaltallrad bekommen und das Topmodell das noch einmal nachgeschärfte und optimierte Antriebskonzept des aktuellen Amarok erhält. Aber das sind, wie bereits gesagt, alles nur Spekulationen.

Kräftiger Alltag: Trotz seiner Luxus-Gene ist der Amarok auch bei Gewerbetreibenden mit regelmäßigen Ausflügen fernab der Straße äußerst beliebt.


Abschied: Ein kleines Erinnerungsfoto muss an dieser Stelle erlaubt sein …


BIS BALD!

Trotzdem oder gerade deshalb werden die kommenden Jahre besonders spannend. Nicht nur die eingeschworene Fangemeinde, sondern auch die Konkurrenz im Segment der 1-Tonnen-Pick-ups wird jede noch so kleine Meldung über den Stand der Entwicklung mit Spannung zur Kenntnis nehmen – und interpretieren. Vor allem die Freunde des Amarok dürfte es aber beruhigen, dass sich Volkswagen mit Ford immerhin den Hersteller des meistverkauften Pick-ups Europas als Partner ins Boot geholt hat. Also scheint Vorfreude auf den Nachfolger angebrachter als Angst in Bezug auf seine Eigenschaften. Ein komisches Gefühl beim endgültigen Ausstieg aus dem Volkswagen Amarok Aventura V6 TDI bleibt allerdings auch bei uns. Denn wer schon einmal die Ehre hatte, das luxuriöse Nutzfahrzeug mit dem potenten Diesel zu bewegen, möchte dieses Erlebnis auch ab 2022 wiederholen können.
T | Bastian Hambalgo F | Hambalgo/VW

Kurze Auszeit: Der künftige Volkswagen Amarok rollt erst in knapp zwei Jahren in unsere Richtung.


Vergangenheit

DER STARTSCHUSS

Als Volkswagen im Jahr 2010 den Amarok auf den Markt brachte, schwankten die Reaktionen von überrascht bis begeistert. Der größte Kritikpunkt der Pick-up-Fangemeinde war der Vierzylinder, der maximal 180 PS und ein Drehmoment von 420 Newtonmeter zur Verfügung stellt. In puncto Antrieb hatten die Kunden die Wahl zwischen einem reinen Hecktriebler, einem Modell mit Zuschaltallrad samt Untersetzung sowie einem Amarok mit permanentem Torsen-Allrad. Gerade letzteres Modell konnte in den zahlreichen Vergleichstest immer wieder zeigen, wie weit man mit intelligenter Regelelektronik kommt.

DIE VERFEINERUNG

Sechs Jahre nach dem Start der Baureihe erhörte Volkswagen das Flehen der Pickup-Fans. Der angeblich viel zu kleine und anfälligere Zweiliter-Vierzylinder-Diesel musste den Motorenraum verlassen und einem V6-Selbstzünder mit drei Litern Hubraum Platz machen. Maximal wurde ein Drehmoment von 580 Newtonmeter an alle vier Räder geschickt. Das Topmodell verfügt über 258 PS – kurzfristig stellt der Dreiliter-Pick-up sogar 272 Pferde zur Verfügung. In Kombination mit dem permanenten Allrad besaß der VW-Pick-up nun genug Power, mit beinahe jeder Last und jedem Gelände zurechtzukommen.

Zukunft

ab 2022

Nach einer kurzen Auszeit von circa zwei Jahren soll der Amarok zurück auf die europäische Bühne kommen. Allerdings dann nicht mehr als reiner Volkswagen. Ein Joint Venture mit Ford im Bereich Nutzfahrzeuge soll das Beste aus den beiden Modellen Ranger und Amarok in einem Gemeinschaftsprojekt auf vier Rädern vereinen. Technische Details über den neuen Pick-up sind bislang noch nicht bekannt.