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Volkswagen will mit Amazon-Hilfe seine Produktivität verbessern


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 15/2019 vom 01.04.2019

VW hat mit Amazon Web Services (AWS) eine globale, auf mehrere Jahre angelegte Kooperation vereinbart. Mit einer Industrie-Cloud über sämtliche Fabriken hinweg soll die Produktivität des Autobauers deutlich steigen.


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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 15/2019

VW baut Digital Production Platform

Die Industrial Cloud werde die Produktion und Logistik von Volkswagen transformieren, sagte Andy Jassy, CEO von Amazon Web Services. Amazon stehe in enger Abstimmung mit den Wolfsburgern. Ziel sei es, die Zukunft der Automobilfertigung zu gestalten.

Von Martin Bayer, Deputy Editorial Director


Der größte deutsche Autobauer will eine eigene „Volkswagen ...

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... Industrial Cloud“ auf Basis der Amazon-Infrastruktur bauen. In dieser digitalen Produktionsplattform sollen künftig die Daten aller Maschinen, Anlagen und Systeme aus sämtlichen 122 Fabriken des Konzerns zusammenlaufen. Ziel sei es, Abläufe und Prozesse in der Fertigung zu optimieren, um so die Produktivität in den Werken zu steigern.

VW-Chef Herbert Diess hatte kürzlich das Ziel ausgegeben, dass die eigenen Anlagen bis 2025 um ein Drittel produktiver arbeiten sollen als heute. Mit dem Aufbau der Industrial Cloud schaffe man die Grundlage für eine durchgängige Digitalisierung von Produktion und Logistik, hieß es bei Volkswagen. Die IT auf der Fertigungsebene von Maschinen, Anlagen und Systemen – etwa für die Produktionsplanung und Lagerhaltung – soll über alle 122 Fertigungsstätten des Konzerns hinweg einheitlich gestaltet und verknüpft werden. Bisher unterscheide sie sich in Teilen von Standort zu Standort. „Wir werden die Produktion als Wettbewerbsfaktor für den Volkswagen-Konzern weiter stärken“, sagte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Porsche und im Vorstand der Volkswagen AG für die Produktion zuständig. Die strategische Zusammenarbeit mit AWS schaffe dafür wichtige Voraussetzungen.

Konkret ist geplant, in den Bereichen Internet of Things (IoT), Machine Learning und Computing Services auf Amazon-Technologien aufzusetzen, die speziell für das Produktionsumfeld entwickelt und für die Anforderungen der Automobilindustrie erweitert werden sollen. Als Architekturbasis dient die neue Digital Production Platform (DPP) der Niedersachsen, an die künftig alle Standorte im Konzern wie auch weitere Unternehmen andocken sollen. Diese Plattform soll den system- und werksübergreifenden Datenaustausch vereinheitlichen und vereinfachen. Dazu zählten eine effizientere Steuerung des Materialflusses, die frühzeitige Erkennung und Korrektur von Lieferengpässen und Prozessstörungen sowie eine optimierte Fahrweise von Maschinen und Anlagen in jeder Fabrik. Darüber hinaus erhofft man sich bei VW, neue Technologien und Innovationen schneller und standortübergreifend bereitstellen zu kön-nen. Mit Hilfe intelligenter Robotik und Analytics wollen die Wolfsburger werksübergreifend Prozesse analysieren und vergleichen. Zudem ließen sich neue Anwendungen, zum Beispiel in der IT-Sicherheit für Anlagen, über die Cloud-basierte Plattform direkt auf alle weltweiten Standorte skalieren. Der Autobauer will an dieser Stelle auch auf Best-Practice-Erfahrungen von AWS setzen.

Die Volkswagen-Verantwortlichen planen sogar noch weiter. Die Industrial Cloud werde als offene Plattform angelegt. Langfristig gehe es auch um die Integration der globalen Lieferkette des Konzerns mit über 30.000 Standorten und mehr als 1500 Zulieferern und Partnerunternehmen. Denkbar sei zudem, dass die Cloud-Plattform grundsätzlich auch für andere Automobilhersteller geöffnet werden könnte. So entstünde ein stetig wachsendes, weltweites industrielles Ökosystem. Verhandlungen mit großen Industrieunternehmen, die Interesse an einer Migration in die Volkswagen Industrial Cloud haben, liefen bereits.

Industrial Cloud startet mit 140 Projekten

Die Arbeiten an der Industrial Cloud beginnen sofort, hieß es. Gemeinsame Expertenteams von VW und AWS sollen das Vorhaben vorantreiben. Zum Start seien bereits 140 Projekte geplant, etwa ein Dienst zur Lokalisierung von Warentransporten innerhalb und außerhalb der Fabrik. In Berlin wollen die Unternehmen ein gemeinsames Industrial Cloud Innovation Center errichten.

Der Pakt mit AWS ist allerdings nicht exklusiv. Erst im Herbst 2018 hatte VW eine strategische Partnerschaft mit Microsoft vereinbart. Gemeinsam will man eine Automotive Cloud auf Azure-Basis aufbauen. Dort sollen künftig sämtliche digitalen Dienste und Mobilitätsangebote der Wolfsburger laufen. Alle Services in den Fahrzeugen der Kernmarke sowie die konzernweite Cloud-basierte One Digital Platform (ODP) sollen auf Microsofts Cloud-Plattform Azure aufgebaut und Dienste wie Azure IoT Edge genutzt werden. „Die strategische Partnerschaft mit Microsoft ist der Turbo für unsere digitale Transformation“, sagte VW-Chef Diess damals. VW und Microsoft passten gut zusammen und könnten gemeinsam eine zentrale Rolle dabei spielen, die Mobilität der Zukunft zu gestalten.


Foto: Volkswagen