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Volles Programm


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 12.09.2018

Mit der D850 setzt Nikon einen Meilenstein: Die Profi-SLR vereint 45-MP-Auflösung mit einem rasanten 153-Punkt-Autofokus-System und einem spannenden Zubehör-Bundle aus Focus Bracketing, HDR und verbesserter Live-View-Funktionalität. Wir haben uns den Profi-Boliden genauer angesehen.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 10/2018

Musste man sich bislang zwischen Geschwindigkeit und hoher Auflösung entscheiden, kann man nun zur neuen D850 greifen, die beides vereint. Die Bildqualität ist nochmals um einiges höher als bei der Vorgängerin D810, auch in puncto Autofokuszeiten und Serienbildgeschwindigkeit ist sie dieser überlegen. Premiere feiert in der ...

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Musste man sich bislang zwischen Geschwindigkeit und hoher Auflösung entscheiden, kann man nun zur neuen D850 greifen, die beides vereint. Die Bildqualität ist nochmals um einiges höher als bei der Vorgängerin D810, auch in puncto Autofokuszeiten und Serienbildgeschwindigkeit ist sie dieser überlegen. Premiere feiert in der D850 der neue Sensor. Er bietet mit 45 Megapixeln die höchste Auflösung aller bisherigen Nikon-Kameras und wird in der „BSI“- Architektur (Back Side Illumination) aufgebaut. Die rückseitige Sensor-Belichtung erlaubt eine größere Lichtausbeute pro Pixel und damit rauschärmere Bilder. Der ISO-Umfang der D850 reicht von 64 bis 25 600 und lässt sich auf ISO 32 bis 102 400 erweitern.
Beste Voraussetzung für Action- und Sportfotografie bietet zudem das neue lichtempfindliche Autofokus-System Multi-CAM 20K, das schon in der D5 und D500 Lorbeeren sammelte. Die D850 erreicht damit AF-Zeiten von 0,26/0,27 s und zählt zu den derzeit schnellsten Profikameras auf dem Markt. Dazu lockt ein interessantes Mehr an Ausstattung: Das 0,75-fach-Sucherbild ist nochmals größer geworden, und die Bedienung wurde durch die erweiterte Touchscreen-Funktionalität ein Stück bequemer: Der schwenkbare 3,2-Zoll-Monitor erlaubt nun nicht nur das Auslösen im Live-View, sondern auch umfangreiche Menübedienung und Steuerung der Wiedergabefunktionen. Weitere Highlights sind ein elektronisch gesteuerter Verschluss zum stillen Auslösen im Live-View, Focus Bracketing, RAW-Batch-Konvertierung, 4K-Video und SnapBridge-Funktionalität zur drahtlosen Datenübertragung und Fernsteuerung der Kamera.

Bedienung individualisieren

Viele der insgesamt 25 Bedientasten und die beiden Räder kennt man bereits von den Vorgängermodellen der Nikon-Profiklasse. 7 Tasten der D850 lassen sich individuell konfigurieren, darunter Elemente wie der AF-O-Nund BKT-Knopf, die beiden Tasten an der Vorderseite der Kamera Fn1 und Pv, die Fn2 und die Mitteltaste des Sub-Wählers. Die Einstellungen dazu findet man übersichtlich in der Individualfunktion f1 unter „Benutzerdef. Funktionszuweis.“ Außerdem lässt sich die Mitteltaste des Multifunktionswählers separat in der Individualfunktion f2 für Aufnahmen, die Wiedergabe oder den Liveview-Betrieb jeweils mit unterschiedlichen Funktionen belegen. Bei Aufnahmen im Sucher- oder Live-View-Betrieb ist standardmäßig die Funktion „AF-Messefeld auf die Suchermitte zurücksetzen“ aktiv.
Normalerweise muss zum Aufrufen einer Funktion die jeweilige Taste gedrückt gehalten werden. Wen dies stört, kann das Tastenverhalten in der Individualfunktion f6 ändern: Per „Ein& Aus“ kann mit einem Tastendruck eine neue Funktion aktiviert werden, und die Taste muss dabei nicht gedrückt gehalten werden. Erst durch erneutes Drücken wird die Funktion wieder deaktiviert.

Einstellräder

Die meisten Aufnahmeeinstellungen an der D850 nimmt man mit den beiden Einstellrädern vor, indem man eine Taste gedrückt hält und den Wert entsprechend variiert. Blende und Belichtungszeit können je nach Aufnahmemodus auch direkt über die Räder gewählt werden. Da es insgesamt sehr viele Parameter sind, die über die beiden Einstellräder gesteuert werden, kann es in der Praxis leider schon mal zu kleinen Verwechslungen kommen. Ein Druck auf die „Info“-Taste während der Aufnahme macht die Aufnahmeinfos auf dem Monitor sichtbar und liefert dazu eine übersichtliche Anzeige.
Per i-Taste ruft man ein zusätzliches Menü auf, in dem einzelne Punkte des Hauptmenüs zusammengefasst sind, jeweils angepasst an die Funktionen des gewählten Aufnahmeprogramms Foto, Video oder Live-View.
Per Individualfunktion f4 „Einstellräder“ lassen sich die Drehrichtungen der Räder programmieren. Unter „Funktionsbelegung“ vertauscht man die Funktion der Räder selbst: Die Option „Belichtungseinstellung“ vertauscht die Einstellungen für Blende und Belichtung, die Blende wird dann also mit dem hinteren und die Belichtung mit dem vorderen Rad eingestellt. In der Einstellung „vertauscht (A)“ betrifft dies nur die Zeitautomatik. Sofern man in der Individualfunktion b4 die „Einfache Belichtungskorr.“ wählt, liegt diese Funktion auf dem freien Einstellrad. Wählt man hingegen unter „Autofokuseinstellungen“ die Auswahl „vertauscht“, wird bei gedrückter AF-Modus-Taste mit dem vorderen Rad der AF-Modus, mit dem hinteren die Messfeldsteuerung eingestellt.

Menükonfiguration

Das Menü ist in 7 Untermenüs aufgeteilt, die auf der linken Monitorseite jeweils mit eigener Farbe und Symbol gekennzeichnet sind. Im ersten Fotoaufnahmemenü lassen sich verschiedene Konfigurationen A bis D speichern. Das bietet die Möglichkeit, in verschiedenen Aufnahmesituationen schnell angepasste Einstellungen vorzunehmen und Bedarfsweise die Konfiguration kurzfristig zu wechseln.
Tipp: Vorgenommene Einstellungen im Aufnahmemenü können schnell über das gleichzeitige Drücken der Wahlund +/--Taste zurückgesetzt werden.

Modusrad Die Aufnahmebetriebsart wird mit dem linken Rad eingestellt, das durch einen Knopf vorne entriegelt wird. Damit kann man unter anderem die Serienbildfunktion, das leise Auslösen und den Selbstauslöser einstellen.


Belichtungsmesser-Vorlaufzeit Mit einem etwas Mehr an Zeit lassen sich auch Belichtungszeit und Blende entspannt einstellen.


Die Schrittweite der ISO-, Belichtungssteuerung sowie Blitz- und Belichtungskorrektur ändert man individuell im b3-Untermenü.


Während des Zurücksetzens schaltet sich das obere Display kurz aus.
Im untersten Menü kann der Fotograf unter „Register wählen“ entscheiden, ob er „Mein Menü“, also ein selbst definiertes Menü, verwenden möchte. Grundsätzlich ist das sinnvoll, sobald man die Kamera schon etwas kennt und weiß, welche Funktionen man wirklich benötigt. Unter „Letzte Einstellungen“ werden ab diesem Moment alle aufgerufenen Funktionen gespeichert, sodass gut nachvollziehbar ist, welche Parameter geändert wurden. Eine praktische Lösung bietet die D850 mit der Option, die neuen Einstellungen auf der Speicherkarte zu sichern. So können später die Grundeinstellungen wieder problemlos geladen werden.

Belichtungssteuerung

Für die Belichtungsmessung und Blitzsteuerung verwendet die D850 einen RGB-Sensor mit 180 000 Pixeln. Um die Belichtungsmessung zu aktivieren, genügt ein Tipp auf den Auslöser. Display und Sucher zeigen Zeit und Blende an, um diese mittels Einstellräder anzupassen. Nach dem Loslassen der Auslösetaste bleibt in der Voreinstellung der Belichtungsmesser noch ca. 6 aktiv, was oft zu kurz ist, um die passende Einstellung zu finden. Es empfiehlt sich, diese in der Individualfunktion c2 „Standardvorlaufzeit“ zu erhöhen. In der Individualfunktion f3 kann man zudem in den Modi M und S die Belichtungszeit und im Modus M und A die Blende fixieren und damit gegen versehentliches Verstellen sichern. Dass die Einstellung aktiv ist, erkennt man in der Anzeige am „L“ neben dem jeweiligen Zahlenwert. Es stehen vier verschiedene Methoden der Belichtungsmessung zur Wahl: Matrix inklusive Gesichtserkennung, mittenbetonte Messung, Spot- und eine spezielle lichterbetonte Messung. Um eine Messmethode einzustellen, muss die Mess-Taste auf dem Funktionsrad gedrückt und per hinterem Einstellrad die gewünschte Einstellung gewählt werden. Das entsprechende Symbol wird im Display und im Sucher angezeigt.

Belichtungskorrektur

Wie bei aktuellen Nikon-Kameras üblich, sitzt die Taste für die Belichtungskorrektur direkt neben dem Auslöser. Das dazugehörige hintere Einstellrad erlaubt Korrekturen zwischen +/-5 EV -Werten (Blenden) und rastet in Drittelblendenstufen. Diese Vorgaben bleiben auch erhalten, wenn die Kamera ausgeschaltet wird. Die Schrittweite der Belichtungskorrektur ändert man in der Individualfunktion b3, die auch die Blitzbelichtungskorrektur betrifft.
Über die Individualfunktion b2 kann man die Schrittweite der Belichtungssteuerung von 1/3 auf ½ oder 1 EV umstellen und die ISO-Schrittweite über b1 einstellen. Die besten Resultate liefert aber in der Regel die Einstellung 1/3, da ½ oft zu grob ist. Wird die Individualfunktion b4 „einfache Belichtungskorrektur“ auf „Einstellrad“ umgestellt, zeigt der Sucher die Skala ständig an. Damit braucht man nur noch am Einstellrad zu drehen, ohne die Taste zu betätigen. In der Standardeinstellung ist dies im Modus P und S das vordere Rad, im Modus A das hintere, im Modus M funktioniert das Ganze nicht. Außerdem gibt es hier die Option, „Einstellrad (Reset)“. Damit wird die Einstellung der Korrektur automatisch zurückgesetzt, sobald man die Kamera oder den Belichtungsmesser ausschaltet.
Zusätzlich zur Belichtungskorrektur kann man noch eine Feineinstellung der Belichtungsmessung vornehmen. Sollten die Fotos also grundsätzlich für den eigenen Geschmack zu hell oder zu dunkel sein, lassen sich im Individualmenü b7 „Feinab. Der Bel.messung“ die einzelnen Messmethoden nachjustieren. Diese Einstellung beeinflusst auch die Belichtungsmessung im Live-View. Da die Justierung aber nicht im Display oder Sucher angezeigt wird, sollte sie – wenn überhaupt – immer nur äußerst dezent und mit vorhandener Kameraerfahrung vorgenommen werden.

Privat Unter dem Menüpunkt „Fotoaufnahmekonfiguration“ im Aufnahmemenü kann man mehrere Voreinstellungen anlegen. Das gibt die Möglichkeit, in verschiedenen Aufnahmesituationen individuell angepasste Einstellungen zu nutzen und die Konfiguration bei Bedarf schnell zu wechseln.


Belichtung Matrix / Belichtung Lichter / Belichtung fein
Die Matrixmessung misst einen weiten Bereich des Bildfelds und funktioniert bei den meisten Motiven gut (Bild 1). Überbelichtungen in hellen Bereichen werden mit der lichterbetonten Messung vermieden (Bild 2), da sie bei der Messung die hellsten Bereiche im Bild berücksichtigt. Diese spezielle Methode eignet sich vor allem für helle Motive vor schwarzem oder dunklem Hintergrund. Die dunklen Bereiche haben dann aber oft keine Zeichnung mehr. Über die Feineinstellung im b7-Untermenü kann die Lichter-Messung angepasst werden, sodass im Bild insgesamt mehr Lichter zu sehen sind (Bild 3).

Dynamik und Kontrastumfang erhöhen

1. Belichtungsreihen (BKT)

Als Einstieg in die HDR-Fotografie (High Dynamic Range) bietet die D850 die Belichtungsreihenfunktion, um mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen später am PC per Photoshop oder einer Spezialsoftware zu einem Gesamtbild zu montieren. Als Vorgabe empfiehlt sich hierzu die Einstellung s oder M und eine aktive ISO-Automatik, damit die Blende und damit Schärfentiefe bei allen Aufnahmen gleich bleibt. Man wählt im Fotoaufnahmemenü unter „ Autom. Belichtungsreihen“ die gewünschte Reihe, aktiviert per „BKT-Taste“ vorne am Gehäuse die Funktion und legt über die beiden Einstellräder die Anzahl der Aufnahmen und Belichtungsdifferenz fest. Standardmäßig können als Schrittweiten 0,3, 0,7, 1, 2 und 3 Lichtwerte gewählt werden. Um bei der Montage später perfekt überlappende Ergebnisse zu erreichen, sollten Bewegungen von Kamera und Motiv vermieden werden, ein Stativ plus Fernauslöser sind ratsam.

ISO 100, Blende 5, 1/100 s, + 3EV


ISO 100, Blende 8, 1/250 s


ISO 100, Blende 14, 1/800 s, - 3EV


HDR-Bild, erstellt m ISO 100, Blende 8, 1/250 s it HDR Projects Pro


Das HDR-Bild rechts entstand mit der kostenlosen Freeware „HDR Projects Photo“ aus einer Reihe von 3 Bildern mit einer Belichtungsdifferenz von 3 Lichtwertstufen. Links: die drei Einzelbilder für die Montage, wobei das mittlere Bild einer normalen Belichtung entspricht.

2. HDR-Automatik

Schneller und einfacher klappt die Erstellung eines HDR-Bilds mit der kamerainternen HDR-Funktion. Damit werden zwei verschiedene Belichtungen zu einem JPEG verrechnet.
Zur Wahl stehen die Optionen, die HDR-Funktion als Einzelbild oder auch dauerhaft (Serie) einzuschalten (Bild1 ). Dann bleibt diese auch aktiv, wenn die Kamera zwischendurch ausgeschaltet wird. In der Regel erhält man mit der HDR-Einstellung „Automatisch“ ein gutes Ergebnis. Einen starken Effekt erzielt man über eine „Belichtungsdifferenz (von „3 Lichtwertstufen“, Bild2 ). Meist fährt man auch mit einer „normalen Glättung“gut, die festlegt, wie die Aufnahmen bei der Montage ineinander übergehen sollen.
Um speziell Schatten stärker aufzuhellen, kann die Funktion außerdem mit ADL kombiniert werden. In der Belichtungsdifferenz lässt sich der Grad der HDR-Funktion einstellen: Bild3 zeigt eine Aufnahme mit HDR-Auto, Bild4 mit HDR-Extra und einer um 3 Lichtwertstufen verstärkten Belichtung.

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3.Active D-Lighting (ADL)

Eine einfache und effektive Möglichkeit, schnell flaue Bilder aufzupeppen, indem man den Kontrastumfang erhöht, bietet die „Active D-Lighting“-Funktion (ADL). Zu finden ist diese über das Fotoaufnahme-Menü oder schneller über i-Taste. In den Bildbeispielen wurden „Automatisch“ (Bild1 ) und die Einstellung „Extrastark“ (Bild2 ) gewählt, um die Wirkung möglichst deutlich aufzuzeigen. Bild3 ist ohne ADL belichtet. Dank der durch die Kamera automatisch gewählte kürzere Belichtungszeit (1/400 s bzw. 1/320 s statt 1/160 s) sind die Aufnahmen satter und zeigen mehr Struktur: Die Wolken sind nun deutlich zu erkennen, die Landschaft insgesamt farbintensiver.

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Lupe Mitteltaste
Sowohl im Live-View als auch bei der Wiedergabe ist es sinnvoll, die Lupenfunktion auf die Mitteltaste zu legen. Bei der 100- Prozent-Darstellung entspricht jedes Monitor-Pixel einem Bildpunkt – perfekt, um das Schärfeergebnis präzise zu überprüfen.


Fokuspunkte
Praktisch ist die Option, in der Wiedergabeansicht das Anzeigen der Fokuspunkte einzublenden. Damit lässt sich nicht nur sicherstellen, dass die Schärfe perfekt sitzt, sondern auch, dass die AF-Messmethode passt.


Picture schnell
In den acht Einstellungen Auto, Standard, Neutral, Brillant, Monochrom, Porträt und Landschaft lässt sich umfassend in die JPEG-Signalbearbeitung eingreifen.


Belichtungsmessung im Live-View

Im Live-View erfolgt die Belichtungsmessung nicht über den Belichtungsmesser, sondern über den Bildsensor. Die Modi bleiben aber die gleichen und werden entsprechend bedient. Eine Belichtungskorrektur ist im Bereich +/-5 EV möglich. In der Live-View-Vorschau können allerdings nur maximal +/-3 EV dargestellt werden. Die Helligkeit des Live-View-Bilds wird normalerweise automatisch geregelt und entspricht der Vorschau, sofern man die Matrixmessung mit einer automatischen Belichtungssteuerung (P, S, A) nutzt. Bei anderen Methoden, etwa Spot, kann die Darstellung auf dem Monitor von der tatsächlichen Einstellung allerdings abweichen. Drückt man während des Live-View-Betriebs zum Ein- und Ausschaten die „OK“-Taste, aktiviert sich die Belichtungsvorschau; am rechten Rand wird dann eine Belichtungsskala angezeigt. Zusätzlich steht per Info-Taste ein Helligkeitshistogramm zur Verfügung.

Autofokus

Die Nikon D850 hat ein ausgereiftes AF-System an Bord, um präzise und motivabhängig schnell zu fokussieren. Es bietet 153 Phasen-AF-Punkte, darunter 99 Kreuzsensoren, und die AF-Empfindlichkeit wurde gegenüber dem Vorgänger nochmals auf -4 bis +20 EV erweitert. Das Autofokus-System lässt sich umfangreich individuell einstellen und exakt der jeweiligen Motivsituation anpassen. Man aktiviert den Autofokus mit dem AF-Schalter links vorne am Gehäuse. Alle weiteren Einstellungen werden dann mit den beiden Einstellrädern vorgenommen. Mit dem hinteren legt man den Autofokus-Modus AF-S oder AF-C fest, mit dem vorderen die AF-Messfeldsteuerung. Bei Bedarf können die Funktionen der Einstellräder über das Individualmenü f4 unter „Funktionsbelegung und Autofokuseinstellung“ vertauscht werden. Wird der AF-Schalter gedrückt, zeigen Sucher und oberes Display anstelle der Belichtungsdaten den gewählten AF-Modus und die AF-Messfeldsteuerung an. Alternativ gibt die Info-Taste Auskunft. Die getroffene Auswahl kann man am schnellsten im oberen Display ablesen.

Schärfe nachträglich kontrollieren

Um die Schärfe nachträglich zu kontrollieren, bietet die D850 nicht nur die klassische Funktion, mit der Lupe zu vergrößern. Durch Drücken der Mitteltaste des Multifunktionswählers wird in der Grundeinstellung zudem der Bereich um das aktive AF-Feld vergrößert. In der Individualfunktion f2 kann unter „bei Wiedergabe“ und „Ausschnitt Ein/Aus“ zwischen geringer „Vergrößerung (50 %), „1:1 (100 %)“ und „Starker Vergrößerung (200 %“) gewählt werden. Die Vergrößerungsstufe 50 % entspricht einem viermaligen Drücken der Lupentaste, in der 100-%-Einstellung entspricht jeder Bildpunkt einem Pixel auf dem Monitor. Praktisch, um Schärfe und Mimik bei Personen zu überprüfen, ist die Gesichtserkennung in der Wiedergabefunktion. Sobald man in das Fenster zoomt, werden vorhandene Gesichter weiß eingerahmt in einem kleinen Fenster dargestellt. Mit dem vorderen Rad lässt sich von Gesicht zu Gesicht springen. Sehr hilfreich ist in der Praxis auch die Möglichkeit, im Wiedergabemenü die Fokuspunkte zu aktivieren. Damit lässt sich nicht nur die korrekte Fokussierung, sondern auch die Messmethode überprüfen.

Den AF-Modus wählt man mit dem Schalter unterhalb der Bajonett-Entsperrtaste. Auf die AF-Modi und -Messfeldsteuerung greift man über die integrierte Taste zu.


D850: neue Funktionen

Stille Live-View-Auslösung

Im Live-View kann man neuerdings auch per elektronischen Verschluss komplett geräuschlos auslösen. Der „stille Modus“ wird aktiviert, indem man während der Aufnahme über die i-Taste den Modus „SL1“ oder „SL2“ einstellt. Serien sind bei Einstellung CH mit 6 B/s, bei CL mit 3 B/s möglich. In SL1 gibt es hinsichtlich Bildgröße in der Qualität keine Einschränkung, aber in SL2: Es handelt sich um einen Hochgeschwindigkeitsmodus, der 15 B/s aufnimmt, in der Einstellung CH sogar 30 B/s. Das Ganze funktioniert allerdings nur im DX-Format und bei einer Bildgröße von 3600 x 2400 Pixeln. Der Haken: Der Autofokus wird in beiden Modi nicht nachgeführt, das Motiv sollte also nicht den Abstand zur Kamera ändern. Zudem sind stille Aufnahmen grundsätzlich nicht in Kombination mit Blitzlicht möglich. Technisch bedingt kann es zudem mit dem elektronischen Verschluss – insbesondere bei Kunstlicht oder schnellen Bewegungen – zu Abbildungsfehlern kommen (Rolling Shutter), die sich gegebenenfalls durch eine Verkürzung der Belichtungszeit vermeiden lassen.

Stiller Live-View
Der elektronische Verschluss im Live-View arbeitet völlig geräuschlos. Im Sucherbetrieb. Im Sucherbetrieb mit Spiegelbewegung lassen sich Auslösegeräusche nicht vermeiden, aber durch „Leise Auslösung“ reduzieren. Aktiviert man dazu „Verschluss m. 1. elektr. Vorh.“, werden Vibrationen verhindert, die ein mechanischer erster Verschlussvorhang verursacht.


Stilles Auslösen
Bei Tieraufnahmen sollte man im Live-View geräuschlos auslösen. Die Kamera kann den Fokus bei Serienbildern allerdings nicht nachführen, die Schärfe bleibt auf dem ersten Bild. Serien aufzunehmen ist also nur dann sinnvoll, wenn sich die Entfernung des Motivs zur Kamera nicht verändert.


Automatische Fokusverlagerung

Als erste SLR verfügt die Nikon über eine Intervallfunktion mit automatischer Fokusverlagerung (Focus Bracketing), deren Aufnahmen sich später am PC zu einem Bild mit durchgehender Schärfe montieren lassen. Bei aktiver FB-Funktion verschiebt die Kamera in einem Aufnahmeintervall schrittweise die Schärfe von einem Startpunkt bis ins Unendliche. Die Weite der Fokusschritte wird automatisch in Abhängigkeit von Entfernung, Brennweite und Blende berechnet. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Schrittweite manuell anzupassen. Um später ein perfektes „überlappendes“ Ergebnis zu erhalten, sollten sich weder Kamera noch Motiv während der Aufnahme bewegen, ein Stativ oder eine entsprechend stabile Ablage plus Fernauslöser sind also ratsam. Gestartet wird der Modus direkt im Fotoaufnahmemenü unter „Aufnahme mit Fokusverlagerung“. Die FB-Funktion lässt sich weder mit der HDR-Funktion noch mit einer Belichtungsreihe kombinieren.

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Geschieht die Fokusverlagerung schrittweise, tastet sich die Kamera in unserem Beispiel anhand von 100 Aufnahmen bei Schrittweite 5 von der rosa zur lila Tasse (Bild 1, Bild 2). Bei einem Intervall von 40 Aufnahmen stoppte die Serie vorzeitig bereits bei der blauen Tasse.

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Kamerainternes Foto Stacking wie Panasonic oder Olympus bietet Nikon bislang nicht an. Die Zusammensetzung erfolgt später am PC: In beiden Fällen waren die Ergebnisse nicht einwandfrei, denn geringste Abweichungen von Kameraposition, Blende und Belichtung beeinträchtigen das Ergebnis. Mit der Software Helicon (Bild 3) wurden leichte Kamerawackler, verursacht durch Auslösen, etwas besser verrechnet als mit Zerene Stacker (Bild 4). Am besten arbeitet man mit der Fernauslösung per Snapbridge. Sinnvoll ist die Funktion aber auch, um zum Beispiel aus einer Serie von Porträts die Aufnahme mit dem perfekten Schärfepunkt zu extrahieren.


Fotos: Hersteller, Sabine Schneider