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Vollformat mit 33 Megapixeln


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fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2021 vom 29.10.2021

TEST - SONY ALPHA 7 IV

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Sony hat die Ergonomie gegenüber der Alpha 7 III verbessert. Unter anderem ist der Griff größer geworden.

Bereits Anfang Oktober stand uns ein Vorserienmodell der Alpha 7 IV (Preis ca. 2800 Euro) zum Praxistest zur Verfügung. Geschwindigkeit und Bildqualität waren laut Sony so gut wie auf dem finalen Stand, allerdings war die Kamera noch nicht für einen Labortest freigegeben – diesen holen wir sobald möglich nach. Lediglich bei den Netzwerkfunktionen und der Fernsteuerung per App gab es noch größere Einschränkungen.

Das Gehäuse hat Sony gegenüber der Alpha 7 III weiterentwickelt, unter anderem mit einem größeren Griff. Es entspricht nun weitgehend der Alpha 7S III, bringt aber einige Neuerungen mit, die es bisher bei keiner Alpha-Vollformat-Kamera gab. So wurde das fest belegte Belichtungskorrekturrad durch ein Rad ersetzt, das zwar standardmäßig zur Belichtungskorrektur dient, sich aber auch mit anderen Funktionen belegen lässt – aus unserer Sicht eine klare Verbesserung. Zweite ...

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... Neuerung: Unter dem PASM-Rad befindet sich nun ein separater Umschalter, um schnell zwischen Foto, Video und S&Q (also Zeitlupe und Zeitraffer) zu wechseln. Ebenfalls ein klarer Gewinn – bisher befanden sich die Video- und S&Q-Position auf dem PASM-Rad, sodass man, wenn das PASM-Rad auf Video stand, nur über das Menü die Belichtungsprogramme ändern konnte. Nun ist es also auch im Videomodus möglich, per Rad beispielsweise zwischen Blendenautomatik und manuell zu wechseln.

SEITLICH AUSKLAPPBARER MONITOR

Die vielleicht prominenteste Veränderung gegenüber der Alpha III ist der – wie bei der Alpha 7S III – zur Seite ausklappbare Monitor. Er hat zwar nach wie vor eine Diagonale von 3,0 Zoll, aber eine höhere Auflösung von 1,03 Millionen Bildpunkten. Außerdem hat er die verbesserte Menüstruktur und die Touch-Funktionalität der Alpha 7S III und Alpha 1 geerbt. Sprich: Auch das Menü lässt sich per Touch bedienen. Der Sucher hat eine Auflösung von 3,68 Millionen Punkten (Alpha 7 III: 2,36 Mio. Punkte) und zeigt damit weniger Artefakte und Fehlfarben. Die Bildwiederholfrequenz hat Sony von 60 auf 120 fps erhöht. Auch die Schnittstellen wurden überarbeitet. So kommt nun die große HDMI-Typ-A-Buchse zum Einsatz und USB-C liegt in Version 3.2 Gen 2 mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s vor. Der USB-C-Port kann auch für das Laden des Akkus und die Stromversorgung im laufenden Betrieb genutzt werden. Eine Besonderheit ist, dass per Adapter über USB-C auch eine Ethernet-Verbindung (1000Base-T) hergestellt werden kann. Kabellos kommuni- ziert die Kamera per Wi-Fi mit 2,4 oder 5 GHz. Mit der Imaging Edge-App lässt sie sich fernsteuern und Dateien – jetzt auch Raws – können auf das Smartphone bzw. Tablet übertragen werden. Wer will, kann gezielt nur Bilder mit bestimmten Merkmalen – bspw. fünf Sternen – übertragen. Der Zubehörschuh kommuniziert auch mit digitalen Mikrofonen und kann beispielsweise den Bluetooth-Empfänger des Funkmikros ECM-W2BT mit Strom versorgen. Kopfhörer und Mikrofonbuchsen sind natürlich ebenfalls vorhanden.

NEUER BSI-BILDSENSOR UND SCHNELLE SERIENBILDER

Wie schon die Alpha 7 III vom Frühjahr 2018 ist auch die Alpha 7 IV mit einem BSI-Bildsensor ausgestattet (bei Sony Exmor R genannt), der eine etwas bessere Lichtausbeute hat als herkömmliche Sensoren. Die Auflösung wurde von 24 auf 33 Megapixel erhöht. Laut Sony soll das Rauschverhalten trotzdem verbessert worden sein (Empfindlichkeit ISO 100 bis 51.200, erweiterbar auf 50 bzw. 102.400). In unserem Praxistest war die Bildqualität bis ISO 1600 nahezu tadellos, danach setzten bei der 100-%-Ansicht am Monitor sichtbare Verschlechterungen in Form von Helligkeitsrauschen und Detailverlusten ein, ISO 3200 ist aber auch für große Abzüge noch gut brauchbar. Bei kleineren Ansichten sieht man auch bei 25.600 kaum einen Unterschied zur Grundempfindlichkeit. Eine präzise Bewertung der Bildqualität und der Vergleich mit der Konkurrenz erfolgt demnächst im Labortest.

Die Serienbildgeschwindigkeit bleibt bei maximal 10 Bildern/s; mit AF-Nachführung haben wir 8,2 Bilder/s gemessen, wobei die Geschwindigkeit hier stark von der Aufnahmesituation, vor allem der Bewegung des Motivs, abhängt. Ein deutlicher Fortschritt zeigt sich bei der Serienbildlänge: In unserem Test mit einer CFexpress- Typ-A-Karte von Sony (Schreibgeschwindigkeit 700 MB/s) konnten wir sowohl bei JPEGs als auch bei komprimierten Raws praktisch unbegrenzt aufnehmen (Test nach 1000 Aufnahmen, also 100 s, abgebrochen). Bei der aktuell schnellsten SD-Karte (Sony UHS-II, 300 MB/s) waren ebenfalls unbegrenzte JPEGs, aber nur 58 komprimierte Raws in Folge möglich, bevor die Kamera langsamer wurde. Verlustfrei komprimierte und unkomprimierte Raws nimmt die neue Sony übrigens nur mit 6 Bildern/s auf, wobei die Länge mit CFexpress Typ A ebenfalls bei über 1000 Bilder liegt, mit der schnellsten SD-Karte haben wir 46 (verlustfrei komprimiert) bzw. 22 (unkomprimiert) in Folge gemessen. CFExpress Typ A bietet also echte Vorteile. Wem die Sony-Karten zu teuer sind (160 GB ca. 350 Euro), der findet seit kurzem mit den Karten von ProGrade eine knapp 70 Euro günstigere Alternative.

Kamera: Sony Alpha 7 IV

Objektiv: FE 4/24-105 mm G OSS

Aufnahmedaten: 24 mm, f/5,6, 1/160 s, ISO 6400

HERAUSRAGENDER AUTOFOKUS

Den Hybrid-Autofokus hat die Alpha 7 IV von der Alpha 1 geerbt und sogar weiterentwickelt. Sprich: Er verfügt über 759 Messfelder mit Phasendetektion, die 94 % des Bildfeldes abdecken und arbeitet bis -4 EV. Real Time Tracking und die Augen-Erkennung für Menschen und Tiere und – separat gelistet – Vögel sind an Bord und arbeiten selbst bei einer Lichtstärke von 1:22, beispielsweise mit einem lichtschwachen Telezoom mit Telekonverter. Anders als bei der großen Schwester funktioniert die Tieraugenerkennung auch im Videomodus. Erstmals hat Sony neue AF-Funktionen implementiert. So zeigt eine „Focus Map“ nicht nur den Bereich an, der im Fokus ist, sondern mit unterschiedlichen Farben auch die Bereiche, die vor und hinter der Schärfeebene liegen. Außerdem wurde eine digitale Focus-Breathing-Korrektur integriert, die dafür sorgt, dass sich das Bildfeld bei der Verlagerung der Schärfe nicht verändert. Dabei wird der Bildausschnitt – je nach Objektiv – leicht beschnitten. Das Ganze funktioniert allerdings nur mit Sony-Objektiven. Weitere Verbesserungen: Sowohl im Foto- als auch im Videomodus stehen neue Bildstile (Creative Looks) zur Verfügung, die Effizienz des 5-Achsen-Bildstabilisators wurde von 5 auf 5,5 Stufen erhöht und es werden die Bildformate HEIFF und Light-JPEG (Dateigröße ca. 3 MB) unterstützt.

Kamera: Alpha 7 IV

Objektiv: FE 4/24-105 mm G OSS

Aufnahmedaten: 37 mm, f/4,5, 0,5 s, ISO 100

4K-VIDEO MIT 60P

Sony betont, dass es sich bei der Alpha 7 IV um eine Hybridkamera für Foto und Video handelt. So entfällt die 30-Minuten-Begrenzung pro Clip und die Kamera nimmt nun 4K mit 60p auf, allerdings nur im Super35-Modus, also mit APS-C-Crop (1,5x). Im Vollformat sind jetzt 4K/30p ohne Crop möglich. In Full-HD schafft die Kamera 120p, sprich eine 5fache Zeitlupe. Anders als die Alpha 7 III beherrscht die neue Alpha außerdem die interne Aufzeichnung mit 10 Bit Farbtiefe und 4:2:2 Farbunterabtastung (vorher 8 Bit, 4:2:0) sowie das schnittfreundliche All-I mit bis zu 600 MBits/s als Alternative zu Long GOP. Auch der mit der Alpha 7S III eingeführte XAVC-HS-Modus mit H.265-Codec steht zur Verfügung – XAVC-I mit H.264 natürlich ebenfalls. In unserem Test brach die Kamera Videos in den höchsten Qualitätsstufen bei Raumtemperatur zunächst nach ca. 20 Minuten wegen Überhitzung ab. Nachdem wir die automatische Hitzeabschaltung im Menü von „Standard“ auf „hoch“ gesetzt hatten, waren aber deutlich längere Clips möglich – 4K-XAVC- HS mit 200 Mbits/s bspw. bis zu 50 Minuten – dann war die 80-GB-Karte voll.

Bei den Videoprofilen wird neben S-Log3 jetzt auch S-Cinetone unterstützt. Neu ist weiterhin, dass sich beim Filmen eine digitale Bildstabilisierung zuschalten lässt. Schließlich beherrscht die Alpha 7 IV Live-Streaming mit bis zu 4K/15p oder Full-HD/60p.

FAZIT

»Schon das Vorseriengerät der Alpha 7 IV hat uns begeistert.«

Sony hat fast alle ergonomischen Schwachpunkte beseitigt – nur der Monitor könnte noch etwas größer ausfallen. Der Autofokus gehört zum Besten, was der Markt aktuell zu bieten hat, und der Serienbildmodus erlaubt mit den schnellen CFexpress- Typ-A-Karten nahezu endlose Bildfolgen. Die Bildqualität bewegt sich auf einem hohen Niveau: Der neue Sensor sorgt für mehr Details als bei der Vorgängerin, das Rauschen fällt trotzdem gering aus.

Zwei neue Blitzgeräte

Neben der Kamera hat Sony auch zwei neue Blitzgeräte angekündigt: Den HVL-F60RM2 (ca. 650 Euro, Leitzahl 60) und den HVL-F46RM (ca. 430 Euro, Leitzahl 46). Beide sind gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet und mit einer Funksteuerung ausgestattet. Unterschiede gibt es bei der Geschwindigkeit: Der 60er-Blitz schafft im Serienbildmodus (10 Bilder/s) 200 Bilder in Folge. Mit der Alpha 1 (E-Verschluss, Blitz auf 1/32 Leistung reduziert) sind sogar 20 Blitze pro Sekunde möglich – für gut eine Sekunde. Mit einer zusätzlichen Batterie (FA-EBA1) lässt sich die Länge bei 20 Blitzen/s auf eine Dauer von zehn Sekunden verlängern. Der HVL-F46RM schafft bei 10 Bildern/s 60 Blitze in Folge.

Weitere Unterschiede: Der HVL- F60RM2 leuchtet von 20-200 mm aus, der HVL-F46RM 24-105 mm.

Der große Blitz lässt sich außerdem flexibler ausrichten, sprich er beherrscht „Quick Shift Bounce“: Die Haupteinheit lässt sich um 90° links und rechts, 150° nach oben sowie 8° nach unten drehen. Beide Blitze können von der Kamera gesteuert werden und optimieren die Belichtung anhand von Informationen der Gesichtserkennung.