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Volvo F725 mit Forss-Parator Anhänger Lia Sagbruk


Laster & Bagger - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 06.09.2019

Titelgeschichte

Artikelbild für den Artikel "Volvo F725 mit Forss-Parator Anhänger Lia Sagbruk" aus der Ausgabe 5/2019 von Laster & Bagger. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Laster & Bagger, Ausgabe 5/2019

Der Volvo F725 mit Forss-Parator Anhänger unterwegs in den unendlichen Weiten Schwedens.


Früher waren die Werbe-Anzeigen für Nutzfahrzeuge richtig fantasievoll und grafisch gelungen umgesetzt. Wie beim Mack F700, der mit dem D700 Haubenlenker in der patriotischen Stars and Stripes Ausführung zusammen auf einem Servier-Tablett von einem Butler der Käuferschaft angepriesen wurde. Volvo fuhr eine ähnliche Strategie, indem die F-und N-Baureihe auf einer Handfläche stehend zum Greifen nah waren. Mich hat die Werbung immer schon fasziniert!

Viererklub

Die vier Partner Saviem, Volvo, DAF und ...

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... Magirus standen zu Beginn der 1970er Jahre vor der gleichen Aufgabe: Sie benötigten für den Bau von leichten bis mittelschweren Lastwagen ein neues Fahrerhaus samt der dazugehörigen Technik (Fahrwerk, Bremsen etc.). Die genannten Unternehmen fanden im November 1971 zusammen, um eine gemeinsame Konstruktion durchzuführen. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag abgeschlossen und 1971 die «European Truck Development Corporation » (ETD) gegründet. Die ge-meinsam entwickelten Fahrzeuge mit kippbarem Fahrerhaus kamen auf den Markt, nachdem sie 1975 auf dem Brüsseler Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren. Jedes Unternehmen achtete auf eine eigene Frontgestaltung unterhalb der Windschutzscheibe und verwendete eigene Motoren. Einzig Magirus-Deutz verbaute luftgekühlte Motoren.

Die Vorderachsen kamen für alle beteiligten Hersteller von Saviem, die Fahrerkabinen wurden bei Magirus-Deutz gefertigt. Volvo indes verbaute das Fahrerhaus als extra verstärkte Version, um den schwedischen Sicherheits-Standards gerecht zu werden. Gleichzeitig stellte der Viererklub dadurch einen Meilenstein in der Internationalisierung der europäischen Nutzfahrzeugmärkte dar. Die äussere Gestaltung des Viererklub-Fahrerhauses war entscheidend von der Design-Abteilung von Saviem mitgeprägt worden, was zu einer grossen Ähnlichkeit der Viererklub-Fahrzeuge mit den grösseren Lastwagen-Modellen der Franzosen führte. Da Saviem im Bereich der mittelschweren bis schweren Lastwagen zeitgleich mit MAN zusammenarbeitete, ergab sich so auch eine starke Ähnlichkeit der Viererklub-Fahrzeuge zur grossen MAN-Baureihe der damaligen Zeit. Der Volvo F7 in der ersten Ausführung wurde mit dem TD 70G als Turbo ohne Intercooler mit 213 PS angeboten, später folgte der TD 70F als Turbo-Intercooler und bescherte dem Fahrer immerhin 236 PS. Wahrlich kein Kraftpaket, womit der mittelschwere Lastwagen sein Segment abdecken musste. Trotzdem fand der F7 viel Anerkennung und wurde 1979 zum Truck of the Year gewählt. In den acht Jahren Produktionszeit wurden rund 35600 Stück gebaut, wobei Grossbritannien zu den grösseren Märkten zählte.

Das Modell

In der ersten Version war mein F720 als Zugmaschine ebenfalls mit dem blauen Streifendekor und etwas weniger detailliert gebaut – bis ich geeignetes Bildmaterial fand, um das Modell neu aufzubauen. Mir gefielen die langen offenen 10 Meter Anhänger, die in den skandinavischen Ländern weit verbreitet waren, um Stückgut oder Agrargüter zu transportieren. Auch strahlten die Aufbauten mit den schweren Seitenladen-Scharnieren und den vierfachen Bordwandverschlüssen einen grossen Reiz aus. Damit der F7 seiner Aufgabe im schweren Nahverkehr gerecht werden kann, sollte dieser mit Dreiachs-Chassis mit Schleppachse ausgeführt werden.

Die Kabine des sogenannten «Viererklub» passt gut zum kleinen Volvo.


Der 10 m lange Anhänger scheint bei der Durchfahrt nicht aufzhören.


Die Kupplung mit allen Leitungen offenbart die Liebe zum Detail.


Auch an der Kabine finden sich zahlreiche Details.


Der Bausatz kommt, wie so viele in meiner Sammlung, von www.asam.co.uk und wird als 4x2 mit Schlafkabine angeboten. Die Detaillierung ist minimal, aber wie schon öfters geschrieben, findet der Modellbauer bei ASAM jedes erdenkliche Modell, das sonst nicht erhältlich ist. Ein Blick auf der Webseite von Alan Smith lohnt sich auf jeden Fall.

Dem Fahrerhaus bedarf es einige Korrekturen: der Frontgrill mitsamt den Scheinwerfer-Fassungen wirkt optisch unpassend und die Kabine sitzt zu tief auf dem Fahrwerk.

Die hinteren Fahrerhaus-Kotflügel fallen zu schmal aus und sind am Seitenteil gleich angegossen. Die Formgebung überzeugt dennoch und zusammengeklebt wirkt die Kabine identisch. Das minimale Interieur habe ich mit neuem Armaturenbrett und passenden Fahrersitzen aufgefrischt, und ausser diversen Kleinteilen wurden auch noch die Einstiegs-Haltegriffe montiert. Der Ansaugstutzten sowie die Filterpatrone sind weiter detailliert worden, ebenso die separaten Kotflügel mit Aufhängung und die Fahrerhaus-Kipppumpe.

Der Dachträger wurde im Rohbau angepasst und die silberne Reling erst nach dem Lackieren verklebt. Die seitlichen Windabweiser wurden aus Alublech neu hergestellt, um den Frontgrill besser zu kaschieren.

Beide Chassis-Umbauten waren sehr umfangreich. Der aus Alublech geformte Leiterrahmen beim Lastwagen und dem Anhänger-Chassis entstand aus 2 mm Plastikprofilen. Neben den Hinterachs-Kotflügeln aus Alublech, habe ich dem Fahrkomfort und Bremssystem besonderes Augenmerk geschenkt; so sind Bremszylinder und Federspeicher mit Leitungen und Schläuchen versehen, Federböcke, Federpakete und Bremswellen wurden danach angepasst und verbaut. Die Anhänger-Deichsel mit den Niveauspannern wurde aus Messingprofil verlötet; die Spannfedern wurden aus 0.4 mm Blumendraht gebogen.

Mehrere Anbauteile wie neue Tanks von Tekno, Werkzeugkisten und Ersatzradhalter kommen aus dem Ersatzteillager; die Reifen von Tekno wurden mit Heavy-Goods Felgen kombiniert.

Forss-Parator

Die Gebrüder Lasse und Ola Forss gründeten ihr Unternehmen anfangs der dreissiger Jahre im schwedischen Mjölby. Aus einer ehemali-gen «Bensinstation» (Tankstelle) wuchs ein Unternehmen, welches sich zuerst auf das Aufgummieren alter Reifen, später auf den Bau von Schubkarren, Pferdewagen und Landbaumaschinen spezialisierte. Forss erweiterte ihr Angebot mit Warentransport-Anhängern für die Armee und daraus ergaben sich vermehrt Anfragen für zivile Anhänger für diverse Transporte, von Schnittholz über Tank-und Plateau-Anhänger.

Mit den hohen Bordwänden und der Beladung wirkt das Modell erst so richtig schwer.


Durch den Kontakt in die USA übernahm Forss die Generalvertretung von Thermo-King Kühlgeräten; in den sechziger Jahren beschäftigte Forss über 300 Angestellte. Nachdem die Bauwirtschaft kriselte, entschlossen sich die Brüder Ende der sechziger Jahre, die Firma an das von Wallenberg geführte Unternehmen Incentive zu verkaufen. Incentive führte Forss zuerst mit ASJ Släp aus Linköping, später dann mit dem Handelsunternehmen Parator zusammen. Dadurch entstand die Firma Forss-Parator, welche noch heute unter dem Namen BT in Mjölby weitergeführt wird. BT entwickelt fahrzeugtechnische Komponenten sowie massgeschneiderte Lösungen für den Transportsektor. Nebenher gehören weitere Unternehmen zu BT, wie Mjölby Släp, Tankman, Högstads Svets AB und Mjölby Billackering.

Beide Pritschen-Aufbauten im Forss-Parator Stil wurden mit Alublechen und Kunststoffplatten nachgebildet. Das Herstellen der Bordwand-Scharniere, den Mittelrungen und den Verschlussgriffen erforderte einiges an Zeitaufwand. Optisch aber überzeugt diese Fummelarbeit und die Herkunft ist wie beim Buscar Scania ganz klar ersichtlich.

Die Farbgebung trägt ihr Übriges zum gelungenen Gesamteindruck bei: das hellgraue Chassis, Cremeweiss für die Pritschenplateaus und den Kabinenunterteil, und das dazu passende Blau für den Oberbau stehen dem Volvo ausgezeichnet.

Einige Accessoires stehen dem kleinen Bruder des F12 gut: die Leuchttafel, zwei Bibendums, die Starkton-Fanfaren, sowie diverses Lichtequipment putzen den F7 zum schweren Nahverkehrs-Laster heraus.

René Tanner ist selbständiger Fahrer auf einem DAF CF und gehört zu den besten Lastwagen-Modellbauern.