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VOM FERNEN OSTEN IN DIE WELT


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Spiegel Geschichte - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 26.11.2018

Rund 500 Millionen Menschen weltweit bekennen sich zum Buddhismus, er ist dieviertgrößte Religion der Erde. Seit einigen Jahren wird die uralte Lehre auch im Westen immer populärer. Vielgestaltig aber war der Glaube schon immer.


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Bildquelle: Spiegel Geschichte, Ausgabe 6/2018

Birma

In Indien entstanden, breitete sich der Buddhismus schon bald in weite Teile Asiens aus, noch heute lebt der weitaus größte Teil aller Buddhisten im asiatischpazifischen Raum. Im Mittelalter war Bagan im heutigen Myanmar (Birma) die Hauptstadt eines riesigen buddhis - tischen Reichs; die Stadt war 15-mal größer als das mittelalterliche ...

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... London. Das Foto zeigt birmanische Mönche beim religiösen Studium. Es stammt von circa 1890, als Birma unter bri - tischer Herrschaft stand.

Japan

Der Buddha selbst hatte einen Orden (Sangha) ins Leben gerufen; die Mönche (und auch Nonnen) waren Hüter seiner Lehren und verbreiteten den Glauben, der bald auch auf kanonisierten Schriften beruhte. Buddhistische Mönche verpflichten sich nicht notwendigerweise auf Lebenszeit für das Leben im Kloster. Das handkolorierte Bild (u.) zeigt japanische Mönche um etwa 1890; der Buddhismus gelangte im 6. Jahrhundert n. Chr. auf die japanischen Inseln. Die japanischen Komuso (wörtlich: »Priester des Nichts«) waren Bettelmönche, sie gehörten einer Schule des Zen-Buddhismus an, ihre Tradition entstand um etwa 1600. Den buddhis - tischen Glauben an die Nichtexistenz einer Seele oder eines Selbst drückten sie durch Strohkörbe aus, die sie über dem Kopf trugen. Die Mönche meditierten, während sie auf der Shakuhachi, einer Bambusflöte, spielten. Das nachkolorierte Bild (r.) entstand um 1890.

China

Das Foto, das der englische Ingenieur Thomas Child um 1880 in Peking machte, war eines der ersten Porträts von Gläubigen in China (o.). Child betitelte es als »Mongolischer Lama«; der Begriff »Lama« (»Hoher Priester«) stand damals ganz allgemein für Mönche oder Gelehrte aus der tibetisch-buddhistischen Tradition. In China mit Tibet als autonomem Gebiet leben heute etwa 250 Millionen Buddhisten – die Hälfte aller Buddhisten weltweit.

Bhutan

108 Perlen hat die »Mala«, die Gebetskette, die meist aus Holz gefertigt ist. Die Perlen verkörpern die 108 Bände der gesammelten Lehren des Buddha; die Gläubigen zählen damit die Wiederholungen von Mantras während der Meditation. Das Foto eines buddhistischen Würdenträgers (r.) entstand um 1860 in Bhutan. In dem Land im Himalaja wurde der Buddhismus im 12. Jahrhundert Staats - religion, lange lag die eigentliche Macht in Händen der Lamas.

Tibet

Frauen hatten es im Buddhismus nicht einfacher als in anderen Religionen. Der Buddha selbst hatte sich der Überlieferung zufolge lange gegen weibliche Mitglieder im Orden gewehrt, ließ sich aber schließlich überzeugen. Zwar durften Frauen dann Nonnen werden, doch sie galten als unrein und mussten sich Männern grundsätzlich unter - ordnen. Das Foto von 1904 zeigt tibetische Nonnen.

Vietnam

Nach Vietnam gelangte der Buddhismus etwa im 2. Jahr - hundert n. Chr. über China. Der chinesische Einfluss dort zeigt sich auch in der sakralen Kunst, etwa bei Buddha-Figuren; typisch für Vietnam sind mehr - stöckige Pagoden, Bauwerke, die wie Stupas den Buddha sym - bolisieren. Das Bild (l.) von 1866 zeigt Mönche aus dem damals zum französischen Kolonialreich gehörenden Saigon; heute machen Buddhisten die größte religiöse Gruppe im Land aus.

Indien

Die Gebetsmühle, auch Mani-Mühle, ist ein Rad, auf dem Mantras oder Gebete angebracht sind. Sie soll daran erinnern, dass der Buddha selbst das Rad der Lehre (Dharmachakra) in Gang setzte. Gebetsmühlen sind vor allem in Tibet in Gebrauch. Das Foto (o.) von 1860 zeigt eine Frau aus dem indischen Bundesstaat Sikkim im südlichen Himalaja. Im Geburtsland des Buddha bekennt sich heute weniger als ein Prozent der Bevölkerung zum Buddhismus.